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Feuerbohne (Prunkbohne)

Vier Meter rankendes Grün, scharlachrote Blüten und dazu essbare Hülsen. Anspruchsloser als Stangenbohnen.

Robuste einjährige Kletterpflanze mit essbaren Früchten

  • Standort: volle Sonne; nährstoffreiche, humose Böden
  • Höhe: bis 4 m
  • Blütezeit: Juni bis September
  • Vermehrung: durch Aussaat oder Wurzelknollen

Die Feuerbohne stammt wie alle Bohnen aus Mittelamerika und gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Als einjährige Kletterpflanze erreicht sie innerhalb weniger Wochen eine Höhe von bis zu 4 m und liefert damit einen willkommenen Sichtschutz. Als Kletterhilfen eignen sich Drähte, Schnüre oder Stangen. Die Pflanzen können auch an Bäumen oder Pergolen hochwachsen. Sie haben windende Stängel, dichtes Laub und weiße, scharlachrote oder zweifarbige Blütentrauben, die von Juni bis September erscheinen. Die Hülsen haben eine recht raue und feste Schale und schmecken sehr gut, wenn sie rechtzeitig geerntet werden. Bei der Feuerbohne verbinden sich also Zierwert und Gemüsewert. Im Vergleich zu Stangenbohnen ist diese Art recht anspruchslos.

Feuerbohne (Phaseolus coccineus)

Sie keimt leichter und ist widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Vermehrt wird sie Anfang Mai durch Direktsaat am Standort, wobei die Bohnen im Abstand von 25 bis 30 cm ausgelegt und mit 1 bis 2 cm Erde bedeckt werden. Wem es mehr um die Ernte schmackhafter Früchte als um den Zierwert geht, sollte Stützstangen im Abstand von 80 × 110 cm einschlagen, denn die Pflanzen brauchen viel Platz. An jede Stange kommen 4 bis 5 Bohnen. Eine zweite Aussaat Anfang Juni verlängert die Ernte bis in den Herbst. Wegen ihrer schönen Blüten eignet sich die Feuerbohne auch für Kübel und Balkonkästen. Neben der Aussaat lassen sich auch die Wurzelknollen ausgraben und überwintern, ähnlich wie bei Dahlien.

Auswahl empfohlener Sorten:

Sorte Beschreibung
Preisgewinner Blüten scharlachrot, Samen braun marmoriert, guter Ertrag.
Wisse Riesen Blüten weiß, Samen ebenfalls weiß, guter Ertrag.
Hammonds Dwarf Scarlet Kompakte, 40 cm hohe Form.
Butler, Desirée, Emergo, Mergoles, Polestar Weitere Sorten, die sich für den Anbau eignen.
Dufrix Buschform – liefert einen guten Ertrag.
di Vigevano nano Dekorative Sorte – marmorierte Hülsen.

Vorsicht beim Verwechseln der Arten: Ein Teil der Sorten, die im Handel neben der Feuerbohne angeboten werden — etwa ‚Dufrix‘ oder ‚Borlotto di Vigevano nano‘ —, sind Buschbohnen der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris), also eine andere Art. Die Feuerbohne (Phaseolus coccineus) rankt, hat scharlachrote oder weiße Blüten und deutlich größere Samen. Der Unterschied ist praktisch: Die Feuerbohne verträgt Kühle besser, keimt zuverlässiger und bildet Wurzelknollen, die sich überwintern lassen.

Buschbohne ‘Dufrix’
Buschbohne ‘Borlotto di Vigevano nano’
Phaseolus coccineus ‘Royal Burgundy’

Feuerbohnen anbauen

Die Feuerbohne hat gegenüber gewöhnlichen Stangenbohnen drei Vorteile, für die sie sich lohnt: Sie verträgt Kühle besser, keimt zuverlässiger und trägt länger. Dazu blüht sie so, dass sie auch als reine Zierpflanze bestehen würde.

  • Direktsaat Anfang Mai, 1 bis 2 cm tief. An jede Stange 4 bis 5 Samen, Stangenabstand 80 × 110 cm — die Pflanzen brauchen viel Platz.
  • Eine zweite Aussaat Anfang Juni verlängert die Ernte bis in den Herbst. Das ist bei der Feuerbohne besonders nützlich, weil sie im heißen Sommer vorübergehend keine Hülsen mehr ansetzt.
  • Volle Sonne und nährstoffreicher, humoser Boden. Halbschatten verträgt sie, blüht und trägt dann aber weniger.
  • Eine feste Rankhilfe bis vier Meter — Drähte, Schnüre, Stangen, Pergola. Die Pflanze windet sich, braucht also kein engmaschiges Gitter, aber die Stütze muss das erhebliche Gewicht des Laubs tragen.
  • Gießen zur Blüte und während die Hülsen ausreifen. Bei Trockenheit fallen die Blüten ab und es setzen keine Hülsen an — das ist die häufigste Ursache dafür, dass eine Bohne üppig blüht und trotzdem nichts trägt.
  • Häufig und jung ernten. Die Hülsen haben eine rauere und festere Schale als bei Stangenbohnen, überreif werden sie also faserig. Regelmäßiges Ernten hält die Pflanze zugleich im Ansatz weiterer Hülsen.
  • Die Wurzelknollen lassen sich überwintern, ähnlich wie bei Dahlien — im Herbst ausgraben, abtrocknen lassen und kühl und trocken lagern. Aus der Knolle startet die Pflanze im Frühjahr schneller als aus dem Samen.

Feuerbohnen düngen

Die Bohne ist ein Hülsenfrüchtler und deckt ihren Stickstoffbedarf dank der Knöllchenbakterien an den Wurzeln zum großen Teil selbst. Das ist beim Düngen die entscheidende Information: Mit Stickstoffdünger verbessern Sie die Bohne nicht, Sie verderben sie — er treibt sie ins Laub, auf Kosten des Ertrags.

  • Vor der Aussaat Kompost einarbeiten oder gut verrotteten Mist. Frischen Mist nicht — er führt zu üppigem Wuchs ohne Hülsen.
  • Während der Saison eher auf Phosphor und Kalium düngen, die Blüte und Hülsenansatz fördern. Kalium wirkt sich bei Bohnen direkt auf die Hülsenqualität aus.
  • Stickstoff begrenzen. Das typische Bild einer überdüngten Bohne: vier Meter üppiges Grün, viele Blüten und fast keine Hülsen.
  • Ein organischer Dünger in maßvoller Gabe ist bei Bohnen die sicherere Wahl als eine mineralische Lösung — er gibt die Nährstoffe nach und nach ab, die Pflanze bekommt also keinen Stickstoffschub auf einmal.
  • Die Bohne ist eine gute Vorfrucht, weil sie Stickstoff im Boden zurücklässt. Nach Bohnen lohnen sich Kulturen mit hohem Stickstoffbedarf, zum Beispiel Mais oder Kohlgemüse.
  • Nicht bei Trockenheit düngen — ohne Wasser gelangen die Nährstoffe nicht an die Wurzeln und konzentrierter Dünger verbrennt sie.

Häufige Fragen

Sind die Hülsen der Feuerbohne essbar?

Ja, aber immer erst nach dem Erhitzen. Wie alle Bohnen enthalten rohe Samen und Hülsen Lektine (Phasin), die den Magen-Darm-Trakt reizen und roh Übelkeit auslösen. Kochen baut sie zuverlässig ab. Ernten Sie die Hülsen jung — sie haben eine rauere und festere Schale als Stangenbohnen, überreif werden sie faserig.

Warum blüht die Bohne üppig, trägt aber keine Hülsen?

Meist wegen Trockenheit zur Blütezeit — die Blüten fallen dann ab, ohne Hülsen anzusetzen. Die zweite Ursache ist ein Stickstoffüberschuss, nach dem die Pflanze ins Laub wächst, und die dritte große Hitze: über 30 °C stellt die Feuerbohne den Hülsenansatz vorübergehend ein und legt erst wieder los, wenn die Temperatur nachlässt.

Was ist der Unterschied zwischen Feuerbohne und Stangenbohne?

Die Feuerbohne (Phaseolus coccineus) hat auffällige scharlachrote oder weiße Blüten, deutlich größere Samen, verträgt Kühle besser, keimt zuverlässiger und bildet Wurzelknollen, die sich überwintern lassen. Stangenbohnen sind Phaseolus vulgaris — sie haben unscheinbare Blüten, feinere Hülsen und sind kälteempfindlicher.

Lässt sich die Feuerbohne überwintern?

Ja, und das ist ihre Besonderheit — sie bildet Wurzelknollen, die man ähnlich wie bei Dahlien im Herbst ausgräbt, abtrocknen lässt und kühl und trocken lagert. Im Frühjahr startet die Pflanze aus der Knolle früher als aus dem Samen. Bei uns wird sie allerdings meist einjährig aus Aussaat gezogen, weil das einfacher ist.

Wie hoch wird die Feuerbohne?

Bis zu vier Meter, und das innerhalb weniger Wochen — deshalb wird sie als schneller Sichtschutz an Pergola oder Zaun eingesetzt. Die Stütze muss fest sein, denn eine ausgewachsene Pflanze mit dichtem Laub hat ein erhebliches Gewicht, vor allem nach Regen.

Eignet sich die Feuerbohne für den Balkonkasten?

Ja, wegen der schönen Blüten wird sie auch in Kübel und Balkonkästen gepflanzt — rechnen Sie aber damit, dass sie im Gefäß viel Erde, eine Rankhilfe und regelmäßiges Gießen braucht. Für kleinere Gefäße eignen sich Buschsorten besser, etwa die niedrige Form ‚Hammonds Dwarf Scarlet‘ (40 cm).