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Sommerwurz (Orobanche)

Die Sommerwurz ist eine vollständig parasitische Pflanze, die ausschließlich auf den Wurzeln anderer Pflanzen lebt und kein Chlorophyll besitzt.
  • Standort: trockene und feuchtere Wiesen, Felder, Feldraine und Wegränder
  • Höhe: 10–60 cm je nach Art
  • Blütezeit: Mai–August
  • Vermehrung: durch Aussaat von Samen, die sich durch Wind und Wasser verbreiten

Die Gattung Sommerwurz (Orobanche) aus der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) umfasst Hunderte von Arten, die in Europa, Asien und Nordafrika verbreitet sind. Diese Pflanzen sind vollständig parasitisch, besitzen kein Blattgrün und ersetzen die Photosynthese durch das Absaugen von Nährstoffen aus den Wirtswurzeln. Charakteristisch sind ihre dichten Blütenstände mit röhrenförmigen Blüten in Gelb-, Weiß-, Rosa- und Violetttönen.
Sommerwurz (Orobanche)

Ökologie und Wirtspflanzen

Jede Sommerwurz ist auf bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert. Einige Arten parasitieren auf Stauden, andere auf einjährigen Kräutern oder Kulturpflanzen. Die ästige Sommerwurz (Orobanche ramosa) befällt Tomaten oder Tabak, während die gelbe Sommerwurz (Orobanche lutea) vor allem auf Klee und Esparsette vorkommt.

In der Landwirtschaft kann die Sommerwurz die Ernteerträge erheblich mindern und gilt daher als gefährliches Unkraut. In der Natur hat sie jedoch ökologische Bedeutung – sie trägt zur Biodiversität bei und ist ein Indikator für eine gesunde Umwelt.

Arten der Sommerwurz

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Gelbe Sommerwurz (Orobanche lutea)

Sie erreicht eine Höhe von bis zu 40 cm. Sie hat gelbe Blüten in dichten Trauben und parasitiert hauptsächlich auf Klee und anderen Hülsenfrüchtlern. Sie blüht von Mai bis Juli.

Gelbe Sommerwurz (Orobanche lutea)

Ästige Sommerwurz (Orobanche ramosa)

Kleine Art, 10–30 cm hoch, oft verzweigt, mit violetten Blüten. Häufiges Unkraut auf Feldern, wo sie Tomaten und Tabak befällt. Blüht von Juni bis August.

Ästige Sommerwurz (Orobanche ramosa)

Nelken-Sommerwurz (Orobanche caryophyllacea)

Wird 20–50 cm hoch, hat weißrosa Blüten und parasitiert am häufigsten auf Storchschnabelgewächsen. Erscheint in Waldrändern und Hainen von Mai bis Juli.

Nelkenwürger (Orobanche caryophyllacea)

Purpur-Sommerwurz (Orobanche purpurea)

Seltenere Art mit auffällig purpurfarbenen Blüten. Wird 20–40 cm groß und parasitiert auf Steppenkräutern. Blüht von Juni bis August.

Purpurwürger (Orobanche purpurea)

Vermehrung und Ausbreitung

Die Samen der Sommerwurzarten sind sehr klein und können viele Jahre im Boden überleben. Sie keimen nur bei Kontakt mit chemischen Signalen der Wirtswurzeln. Sobald sie gekeimt haben, heftet sich die Sommerwurz sofort an den Wirt und beginnt, Nährstoffe zu entziehen.

Verwendung und Bedeutung

Sommerwurz wird in der Praxis nicht kultiviert, da sie für Nutzpflanzen schädlich ist. In einigen Kulturen wird sie jedoch in der Volksmedizin verwendet, und in der Botanik dient sie als Beispiel für eine extreme Anpassung an den Parasitismus. Das Vorkommen der Sommerwurz ist ein Indikator für das ökologische Gleichgewicht und einen gesunden Lebensraum.

Eine weitere parasitische Pflanze, der Sie in der Natur begegnen können, ist der Wachtelweizen. Lesen Sie mehr im Artikel über Wachtelweizen.