Apfelblattwespe
Die Apfelblattwespe – auch Apfelsägewespe genannt – sorgt für wurmige Äpfel und vorzeitigen Fruchtfall. Wann sie fliegt, wie Sie den Befall überwachen und was am Apfelbaum wirklich hilft.
Die Apfelsägewespe ist ein bedeutender Schädling am Apfelbaum, deren Larven Wurmfraß in den Früchten verursachen und einen großen Teil der Ernte vernichten können.
- Wirtspflanzen: Apfelbaum
- Auftrittszeitraum: Mai–Juni
- Schäden: beschädigte Früchte, Wurmfraß, vorzeitiger Fruchtfall
Biologie und Entwicklung des Schädlings

Die Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea) gehört zur Familie der Blattwespen (Tenthredinidae). Das ausgewachsene Tier misst 5–6 mm, hat einen braungelben Körper und klare, häutige Flügel. Es überwintert als Puppe im Boden unter den Bäumen.
Im Frühjahr, während der Apfelblüte, schlüpfen die erwachsenen Tiere und die Weibchen legen ihre Eier in die Kelchblätter der Blüten. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven, bohren sich in die jungen Früchte und ernähren sich vom Fruchtfleisch und von den Samen. Jede Larve kann mehrere Äpfel schädigen.
Nach Abschluss der Entwicklung verlassen die Larven die Früchte und fallen zu Boden, wo sie sich verpuppen. In diesem Stadium überwintern sie bis zur nächsten Saison. Im Jahr bildet die Apfelsägewespe nur eine Generation, das genügt jedoch für erhebliche Ernteschäden.
Schäden durch die Apfelsägewespe am Apfelbaum

Befallene Früchte zeigen typische braune Fraßgänge und verformen sich rasch oder fallen vorzeitig ab. Häufig wirft der Baum einen großen Teil der befallenen Äpfelchen schon Anfang Juni ab – der Junifruchtfall fällt dann deutlich stärker aus als sonst. Das Ergebnis sind ein geringerer Ertrag und eine schlechtere Qualität der restlichen Ernte.
Bei starkem Befall kann die Apfelsägewespe bis zu 80 % der Früchte vernichten, wenn nichts unternommen wird.
Monitoring: Befall rechtzeitig erkennen
Ein rechtzeitiger Schutz beruht auf dem Monitoring. Bewährt haben sich:
- Weiße Leimtafeln , die während der Blüte in die Kronen der Apfelbäume gehängt werden. Sie zeigen an, wann die erwachsenen Tiere fliegen.
- Phänologische Beobachtung – der Flug der erwachsenen Tiere ist an die Vollblüte der Apfelbäume gebunden.
Regelmäßige Kontrolle ist unerlässlich, denn der Flugbeginn schwankt je nach Witterung und Region.
Vorbeugen und den Apfelbaum richtig pflegen
Mechanische und pflegerische Maßnahmen
- Sammeln Sie befallene Früchte auf und entsorgen Sie sie, sobald sie im Frühsommer abfallen. So verhindern Sie, dass die Larven ihre Entwicklung abschließen.
- Das Lockern des Bodens unter den Bäumen im Herbst verringert die Zahl der Puppen im Boden.
- Achten Sie auf die richtige Nährstoffversorgung der Bäume – kräftige, vitale Bäume verkraften einen Befall besser. Nährstoffe liefern organische Dünger wie Düngee, die gleichmäßig freigesetzt werden und die Bodenstruktur verbessern.
Biologischer Pflanzenschutz mit Nützlingen
Zur Regulierung lassen sich biologische Mittel einsetzen, vor allem Präparate auf Basis entomopathogener Pilze und Nematoden, die die Larven im Boden befallen. Diese Verfahren sind naturschonend und passen in den integrierten Pflanzenschutz.
Chemischer Pflanzenschutz: Apfelbaum spritzen
Bei starkem Befall lassen sich zugelassene Insektizide einsetzen, die gegen frisch geschlüpfte Larven wirken. Gespritzt wird kurz nach der Apfelblüte, wenn die Larven beginnen, die jungen Früchte zu befallen. Halten Sie Wartezeiten und empfohlene Aufwandmengen ein; welche Mittel im Haus- und Kleingarten zugelassen sind, zeigt das Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL.

Die Apfelblattwespe zählt zu den bedeutendsten Schädlingen am Apfelbaum. Ihre Larven verursachen Wurmfraß und Fruchtfall und können den Ertrag deutlich schmälern. Der Schlüssel ist ein frühzeitiges Monitoring, die Kombination mechanischer, biologischer und chemischer Verfahren sowie eine gute Nährstoffversorgung der Bäume.
Mehr über den Baum selbst erfahren Sie im Artikel Apfelbaum (Malus domestica).
