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Alant

Gelbe, margeritenähnliche Blütenkörbe auf zwei Meter hohen Stängeln. Der Echte Alant gehört zu den ältesten Heilpflanzen Europas.

Was ist Alant (Inula)

Alant (Inula) mit gelben Blütenkörben

(Inula)

Alant (Inula) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) mit etwa 90 bis 100 Arten. Es sind überwiegend Stauden und Halbsträucher, deren Blüten in Körbchen stehen — innen die kleinen Röhrenblüten, außen die auffälligen Zungenblüten, die wie Blütenblätter wirken.

Alant wächst weltweit in der freien Natur, die meisten Arten aber in Europa und Asien. Sie finden ihn auf Wiesen, Weiden, an Waldrändern und an ähnlichen Standorten mit ausreichend feuchtem Boden. Wuchshöhe, Blattform und Blütenstand fallen je nach Art sehr unterschiedlich aus.

Die Blüten des Alants sind gelb oder gelblich getönt und bilden auffällige Körbchen. Die Blätter stehen wechselständig und sind ungeteilt, je nach Art schmal lanzettlich bis breit eiförmig, ganzrandig oder flach gezähnt.

Die Gattung Inula umfasst eine vielfältige Gruppe von Pflanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften; die gelben Blüten und die charakteristischen Körbchen sind jedoch gemeinsame Merkmale, an denen Sie Vertreter der Gattung in der Natur erkennen.

Die bekanntesten Alant-Arten sind: Echter Alant, Schwertblättriger Alant und Weidenblättriger Alant.

Häufig zu Verwechslungen führt die Telekie (Telekia speciosa), die im Handel oft als Riesen-Alant angeboten wird; auf feuchten Wiesen wächst außerdem der kleinere Wiesen-Alant (Inula britannica). Einige Alant-Arten haben eine Tradition als Heilpflanze – der Echte Alant wurde vor allem bei Magenbeschwerden verwendet.

Echter Alant (Inula helenium)

Echter Alant (Inula helenium) mit gelben Blütenkörben

Der Echte Alant (Inula helenium) ist eine alte Heilpflanze, die aus Europa und Westasien stammt. Sie fällt durch ihren kräftigen Wuchs auf und wurde jahrhundertelang in der Volksmedizin genutzt.

Aussehen: Der Echte Alant ist eine ausdauernde Staude mit hohen Stängeln, die 1 bis 2 Meter erreichen. Die Blätter sind groß, sattgrün, wechselständig angeordnet und am Rand gezähnt. Die gelben Körbchen mit 6 bis 8 cm Durchmesser haben auffallend schmale, locker stehende Zungenblüten und wirken dadurch wie eine zerzauste Margerite.

Anbau: Der Echte Alant lässt sich an einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit gut durchlässigem Boden anbauen. Die Pflanze bevorzugt feuchteren Boden, verträgt aber keine Staunässe. Am besten wächst und vermehrt sie sich über Rhizome, die im Frühjahr oder Herbst geteilt werden. Wegen der hohen Stängel braucht der Echte Alant viel Platz, den Sie ihm von Anfang an einplanen sollten.

Traditionelle Verwendung: Der Echte Alant hat eine lange Geschichte in der Volksmedizin. Er enthält verschiedene bioaktive Stoffe, darunter ätherische Öle, Inulin (ein Polysaccharid), Schleimstoffe und weitere. Überliefert sind vor allem diese Anwendungen:

  1. Verdauung: Dem Inulin aus dem Rhizom des Echten Alants wurde traditionell eine unterstützende Wirkung auf Verdauung und Darmflora zugeschrieben.

  2. Auswurffördernd: In der Volksmedizin galt die Wurzel als schleimlösend und wurde bei festsitzendem Husten eingesetzt.

  3. Entzündungshemmend: Den enthaltenen ätherischen Ölen wurden entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt.

  4. Einzelne Inhaltsstoffe zeigen im Laborversuch eine antibakterielle Wirkung. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Pflanze Infektionen heilt.

  5. Überlieferte Anwendung: Der Echte Alant wurde traditionell bei Atemwegs- und Verdauungsbeschwerden verwendet. Eine belegte Heilwirkung ist damit nicht verbunden — die Kommission E hat die Alantwurzel wegen des Allergierisikos negativ bewertet.

Vor der Einnahme von Alant oder eines anderen Pflanzenpräparats sollten Sie ärztlichen Rat einholen, besonders wenn Sie Vorerkrankungen haben oder Medikamente einnehmen.

Schwertblättriger Alant (Inula ensifolia)

Schwertblättriger Alant (Inula ensifolia) mit schmalen, schwertförmigen Blättern

Der Schwertblättrige Alant (Inula ensifolia) ist eine weitere Art der Gattung Inula. Sie unterscheidet sich in einigen Merkmalen deutlich von den übrigen Arten. 

Aussehen: Der Schwertblättrige Alant ist eine Staude mit aufrechten Stängeln und erreicht meist 20 bis 60 cm. Die Blätter sind schmal, lang und schwertförmig — daher der Name. Die Blüten sind in der Regel gelb und stehen in Körbchen an den Stängelenden. Durch die geringe Größe und die typischen Blätter ist die Art leicht zu erkennen.

Anbau: Der Schwertblättrige Alant wächst an sonnigen Standorten mit gut durchlässigem Boden. Er ist anpassungsfähig und kommt auf sehr unterschiedlichen Böden zurecht, auch auf trockenen Standorten. Gepflanzt wird er vor allem in Gärten, Steingärten oder an Wegränder. Vermehren lässt er sich über Samen oder durch Teilung der Rhizome, ähnlich wie die anderen Arten der Gattung Inula.

Weidenblättriger Alant (Inula salicina)

Weidenblättriger Alant (Inula salicina) mit gelben Blütenkörben

Der Weidenblättrige Alant (Inula salicina) ist eine weitere Art der Gattung Inula. Sie kommt wild vor und wird auch als Zierstaude kultiviert.

Aussehen: Der Weidenblättrige Alant ist eine ausdauernde Staude und wird 50 cm bis 1,5 Meterhoch. Die Blätter sind schmal, lang und erinnern an Weidenblätter — daher der Name. Die Blüten sind gelb und stehen in Körbchen an den Stängelenden. Insgesamt ähnelt der Blütenstand dem der übrigen Arten der Gattung Inula.

Anbau: Der Weidenblättrige Alant eignet sich für sonnige bis halbschattige Standorte. Er bevorzugt durchlässigen Boden, passt sich aber verschiedenen Bodentypen an. Er ist trockenheitsverträglich und breitet sich über Rhizome aus. Vermehrt wird er durch Teilung der Rhizome, am besten im Frühjahr oder Herbst.

Pflanzen können Sie den Weidenblättrigen Alant in Gärten, Staudenbeeten oder an den Rand von Gartenflächen. Mit den leuchtenden Blüten und den weidenähnlichen Blättern setzt er einen eigenen Akzent im Beet.

Worauf Sie beim Alant achten sollten

Die Angaben zur Heilwirkung beschreiben die überlieferte Verwendung in der Volksmedizin, keine belegte Behandlung. 🚨 Der Echte Alant enthält Alantolacton, das bei empfindlichen Menschen eine allergische Kontaktdermatitis auslöst — schon beim Verarbeiten des frischen Rhizoms. Tragen Sie deshalb Handschuhe. In größeren Mengen reizt die Wurzel den Magen-Darm-Trakt und löst Erbrechen aus.

In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei der Einnahme von Medikamenten wird Alant nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch wird der Echte Alant?

Ein bis zwei Meter, in Ausnahmefällen mehr. Mit seinen großen Grundblättern braucht er viel Platz und gehört deshalb in den Beethintergrund oder an den Zaun.

Wann wird die Alantwurzel geerntet?

Im Herbst des zweiten oder dritten Jahres, wenn das Rhizom am meisten Inulin enthält. Es wird ausgegraben, gewaschen, in Scheiben geschnitten und bei höchstens 40 °C getrocknet.

Was ist der Unterschied zwischen Echtem und Schwertblättrigem Alant?

Der Echte Alant ist eine mächtige Staude bis zwei Meter mit großen Blättern und wird vor allem als Heilpflanze angebaut. Der Schwertblättrige Alant wird 20 bis 60 cm hoch, hat schmale Blätter und passt in Steingärten und auf trockene, sonnige Beete.

Ist Alant giftig?

Giftig ist er nicht, er enthält aber Alantolacton, das bei empfindlichen Menschen einen Hautausschlag auslöst und in größeren Mengen den Magen reizt. Tragen Sie beim Verarbeiten des frischen Rhizoms Handschuhe.

Wohin pflanzt man Alant?

Den Echten Alant an einen sonnigen bis halbschattigen Platz in feuchteren, aber durchlässigen Boden und mit reichlich Abstand. Den Schwertblättrigen Alant dagegen in die volle Sonne und in trockeneren, gern kalkhaltigen Boden.

Womit düngt man Alant?

Der Echte Alant wächst kräftig und nimmt im Frühjahr eine Gabe organischen Dünger dankbar an, flach rund um den Horst eingearbeitet. Die Steingarten-Arten lassen Sie besser hungern — in magerem Boden bleiben sie kompakt.