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Diptam

Seltene Staude mit Zitronenduft – und mit einem Haken: In der Sonne verursacht sie Blasen auf der Haut.

Was ist Diptam (Dictamnus)?

(Dictamnus)

Diptam, botanisch Dictamnus, ist eine Pflanze aus der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Sie stammt aus Eurasien und wächst vor allem in der gemäßigten Klimazone. Wegen ihrer duftenden Blüten und ihres markanten Wuchses wird sie gelegentlich als Zierstaude gepflanzt.

Beschreibung: Diptam ist eine ausdauernde Staude mit aufrechten Stängeln, die etwa 60 bis 90 cm hoch werden. Die Blätter sind unpaarig gefiedert, aus neun bis elf Fiederblättchen zusammengesetzt, und riechen zerrieben stark nach Zitrone. Die Blüten sind auffällig und zeigen verschiedene Schattierungen von Rosa, Violett oder Weiß. Die Blütezeit liegt meist in den Sommermonaten. Besonders bemerkenswert ist, dass die Pflanze stark duftende ätherische Öle bildet, deren Dämpfe sich entzünden lassen. Daher stammen die Namen Brennender Busch – nach dem brennenden Dornbusch des Mose – und Aschwurz.

Standort: Diptam wächst am besten an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Er bevorzugt durchlässige, steinige und kalkhaltige Böden — in der Natur wächst er auf Kalkmagerrasen und an sonnigen Felshängen. Zu finden ist er an Standorten wie Trockenrasen, Waldrändern und Gebüschsäumen.

🚨 Diptam verursacht in der Sonne Blasen. Die ganze Pflanze ist mit Drüsen voller ätherischer Öle besetzt, die Furocumarine enthalten. Wer sie berührt und dann in die Sonne geht, dessen Haut reagiert wie nach einer Verbrennung: Zuerst rötet sie sich, innerhalb von ein bis zwei Tagen bilden sich schmerzhafte Blasen, und nach dem Abheilen bleiben dunkle Pigmentflecken zurück, die mehrere Monate halten. Es ist derselbe Reaktionstyp wie beim Riesen-Bärenklau.

Arbeiten Sie am Diptam mit Handschuhen, mit langen Ärmeln und nicht in der prallen Sonne — am besten abends oder an einem bewölkten Tag. Waschen Sie sich danach die Hände mit Seife. In einen Garten mit kleinen Kindern gehört Diptam nicht.

Weißer Diptam (Dictamnus albus) - Blüten
Weißer Diptam - ganze Pflanzen

Weißer Diptam: Standort und Pflege

Weißer Diptam

Der Weiße Diptam (Dictamnus albus) ist eine Zierstaude mit schönen, duftenden Blüten, die vor allem wegen ihres attraktiven Erscheinungsbildes geschätzt wird. 

So sieht der Weiße Diptam aus

  • Der Weiße Diptam ist eine ausdauernde Staude mit aufrechten Stängeln, die etwa 60 bis 90 cm hoch werden können.
  • Seine Blätter sind aus mehreren kleinen Fiederblättchen zusammengesetzt und bilden einen dichten grünen Horst.
  • Die Blüten sind groß und rosaweiß bis rein weiß. Die Blütenstände sind traubig und bilden einen schönen Kontrast zum Laub.

Standort und Anbau:

  • Der Weiße Diptam bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte. In voller Sonne blüht er am besten, er lässt sich aber auch an einem hellen, halbschattigen Platz kultivieren.
  • Der Boden sollte gut durchlässig und steinig sein, am besten sogar eher basisch, denn Diptam ist ausgesprochen kalkliebend. Staunässe verträgt er nicht, der Boden darf also nicht zu nass werden.
  • Der Weiße Diptam ist verhältnismäßig pflegeleicht. Er ist trockenheitsverträglich und robust, was ihn für Gärten mit wenig Pflegeaufwand geeignet macht.
  • Vermehren lässt sich die Pflanze durch Aussaat oder durch Teilung des Horstes im Frühjahr oder im Herbst. Aber Achtung: Diptam verträgt kein Umpflanzen.

🚨 Gilt auch hier: Gehen Sie zum Diptam mit Handschuhen und mit langen Ärmeln und arbeiten Sie nicht in der prallen Sonne an ihm. Die ätherischen Öle auf der Haut verursachen zusammen mit Sonnenlicht Blasen und lang anhaltende dunkle Pigmentflecken.

Rosa Diptam (var. purpureus)

Manchmal begegnet Ihnen die Bezeichnung rosa Diptam, tatsächlich gibt es aber nur eine einzige Diptam-Art, nämlich den Weißen Diptam. Eine Varietät heißt allerdings wirklich Dictamnus albus var. purpureus, weil sie rosa Blüten trägt. Es handelt sich damit nicht um eine eigene Art, sondern nur um eine Varietät des oben beschriebenen Weißen Diptams. Sie hat tatsächlich rosa bis violett gefärbte Blüten, was sie vom typischen Weißen Diptam (Dictamnus albus) unterscheidet.

So sieht der rosa Diptam aus

  • Der rosa Diptam sieht dem Weißen Diptam sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch die Blütenfarbe, die rosa bis violett ausfällt.
  • Die Blätter sind dieselben wie beim Weißen Diptam.
  • Auch die Wuchshöhe ist gleich.

🚨 Für ihn gilt dasselbe wie für den Weißen Diptam: Pflanzen Sie ihn nicht dorthin, wo kleine Kinder spielen, und tragen Sie bei jeder Arbeit Handschuhe und lange Ärmel.

Wer eine bestimmte Blütenfarbe sicher haben will, kauft am besten eine blühende Pflanze in der Staudengärtnerei. Aus selbst geernteten Samen fällt die Nachkommenschaft nämlich nicht sortenrein aus — aus einer Portion Saatgut kommen weiß wie rosa blühende Exemplare heraus. Und weil Diptam ein Langstreckenläufer ist, sehen Sie die erste Blüte ohnehin erst nach mehreren Jahren.

Diptam kaufen und vermehren

Diptam-Jungpflanzen bekommen Sie in Staudengärtnereien, auf Pflanzenmärkten und manchmal in Botanischen Gärten. 🚨 Aus der Natur wird er nicht ausgegraben — der Weiße Diptam ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, steht auf der Roten Liste und darf weder ausgegraben noch gesammelt werden.

Wenn Sie Diptam selbst vermehren wollen, ist die Aussaat der sicherste Weg. Die Samen sind Kaltkeimer, sie werden also gleich nach der Reife im Herbst ausgesät und draußen überwintert. Sie keimen unregelmäßig, und die jungen Pflanzen sitzen die ersten Jahre nur da — die erste Blüte kommt oft erst im vierten oder fünften Jahr. Die Teilung des Horstes ist riskant, denn Diptam bildet eine tiefe Pfahlwurzel und übersteht einen Eingriff daran meist nicht. Wenn Sie ihn einmal gesetzt haben, rechnen Sie damit, dass er bleibt — an einem guten Standort ohne Weiteres zwanzig Jahre.

Freiland- und Zierpflanzen düngen

  • Sie können DÜNGEE in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen ausstreuen.
  • Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder sprühen Sie den Auszug auf die Blätter.

Häufig gestellte Fragen

Warum wird Diptam Brennender Busch genannt?

Die Pflanze gibt so viel ätherisches Öl ab, dass sich die Dämpfe über dem Blütenstand an einem heißen, windstillen Tag für einen Moment entzünden lassen — die Pflanze selbst verbrennt dabei nicht. Daher die Namen Brennender Busch und Aschwurz.

Ist Diptam bei Berührung gefährlich?

Ja. Die ätherischen Öle enthalten Furocumarine und verursachen in Verbindung mit Sonnenlicht Verbrennungen mit Blasen und lang anhaltende dunkle Pigmentflecken. Arbeiten Sie mit Handschuhen, mit langen Ärmeln und nicht in der prallen Sonne.

Darf ich Diptam aus der Natur mitnehmen?

Nein. Der Weiße Diptam ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, Ausgraben und Sammeln sind nicht erlaubt. Kaufen Sie die Pflanze in der Staudengärtnerei.

Welchen Boden braucht Diptam?

Einen durchlässigen, steinigen und kalkhaltigen Boden, dazu volle Sonne. In der Natur wächst er auf Kalkmagerrasen — saure, feuchte Gartenerde liegt ihm nicht.

Lässt sich Diptam umpflanzen?

Nein, beziehungsweise es lohnt sich in der Regel nicht. Er hat eine tiefe Pfahlwurzel und stagniert nach dem Umsetzen jahrelang oder geht ein. Setzen Sie ihn deshalb gleich an den endgültigen Platz.

Gibt es den rosa Diptam als eigene Art?

Nein. Es ist eine Varietät des Weißen Diptams, korrekt Dictamnus albus var. purpureus, mit rosa bis violetten Blüten. Die Gattung Dictamnus hat in Mitteleuropa nur eine Art.

Womit düngt man Diptam?

Fast gar nicht. Er stammt von trockenen Kalkmagerrasen und treibt in nährstoffreichem Boden zu lang und legt sich um. Eine schwache Gabe organischen Düngers nach dem Pflanzen genügt, danach lassen Sie ihn in Ruhe.