Gartennelke, Landnelke – Dianthus
Arten und Sorten der Nelken (Dianthus) und Gartennelken, ihr Anbau und ihre Verwendung im Garten, im Steingarten und als Schnittblume.
Die Gattung Nelke (Dianthus) aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) ist mit 250 Arten überwiegend auf der Nordhalbkugel verbreitet. Meist sind es ausdauernde, manchmal halbstrauchige Pflanzen, deren schmale graublaue oder grüne Blätter mehr oder weniger dichte Polster oder Teppiche bilden. Die Blüten an aufrechten Stängeln stehen einzeln, in Dolden oder in Rispen.
Nelken sind in zwei Anwendungsbereichen bedeutend. Sie werden in Beeten im Freiland und in Steingärtenverwendet, Gartennelken zieht man außerdem im Gewächshaus für den Blumenschnitt. Da sich verwandte Arten leicht untereinander kreuzen, sind in der Natur und vor allem durch Züchtung unzählige Hybriden und Sorten entstanden.
Leider leiden Nelken auch unter Krankheiten und Schädlingen, die ihnen vor allem an ungeeigneten Standorten ernste Probleme bereiten können. Vor allem zu nennen sind der Nelkenrost(besonders häufig an der Bartnelke), die Nelkenfliege und die Blattfleckenkrankheit (Alternaria). Pflanzen im Freiland werden von Kaninchen verbissen.
Zu den Gartenblumen zählen drei wichtige Pflanzengruppen:
- Nelkenarten für naturnahe Pflanzungen
- Ausdauernde Gartennelken
- Ein- und zweijährige Gartennelken
Nelkenarten für naturnahe Pflanzungen und Steingärten
- Standort: vollsonniger Platz mit lehmig-schottrigem, im Sommer trockenem Boden
- Höhe: 5–25 cm
- Blütezeit: Juni bis September
- Vermehrung: durch Aussaat oder Sommerstecklinge unter Glas
Feld-Nelke (Dianthus campestris)

stammt aus der Ukraine. Sie bildet dichte Hügel aus schmalen, weichen Blättern. Die rosaroten Blüten an aufrechten, verzweigten Stängeln erscheinen den ganzen Sommer über. Diese Nelke eignet sich gut für naturnahe Bereiche, für Steingärten und für Trockenmauern.
Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum)

stammt aus West- und Südeuropa. Sie wächst auf sonnigen, offenen Hügeln oder an warmen, trockenen Stellen am Gehölzrand. Die schmalen grünen Blätter bilden einen lockeren Rasen, die roten Blüten stehen in endständigen Köpfchen an etwa 25 cm hohen Stängeln. Sie blüht von Juni bis September.
Stein-Nelke (Dianthus sylvestris)

wächst wild von den Alpen bis zum Balkan. Die grasartigen Blätter bilden dichte grüne Polster. Die aufrechten Stängel tragen von Juni bis August 1–4 rosarote Blüten. Geeignet für Trockenmauern, Felsspalten und Fugen in voller Sonne.
Heidenelke (Dianthus deltoides)

wächst wild in Europa und in Nordamerika. Kurze schmale Blätter bilden dichte grüne oder braungrüne Polster. Der etwa 15 cm hohe Stängel trägt mehrere kleine rote Blüten. Sie sät sich leicht selbst aus.
Sorten: Heidenelke und Polsternelken
- ‚Albus‘ – weiß
- ‚Brilliant‘ – leuchtend dunkelrot
- ‚Brilliancy‘ – dunkel scharlachrot
- ‚Leuchtfunk‘ – karminrot
- ‚Splendens‘ – kräftig rot
Weitere Nelkenarten:
Alpen-Nelke (Dianthus alpinus), Dianthus myrtinervius, Dianthus pavonius – sind empfindlicher.
| Sorte | Blütenfarbe | Blütenform | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| ‚Annabelle‘ | kräftig rosa | halbgefüllt | große Polster |
| ‚Blauigel‘ | karminrot, dunkle Mitte | einfach | dichte blaugrüne Polster |
| ‚Blaureif‘ | zart rosa | einfach | graublaue Polster |
| ‚Eydangeri‘ | rosarot | einfach | dichte Polster |
| ‚Feuerhexe‘ | purpurrot | einfach | igelige Polster |
| ‚La Bourboule‘ | rosa | einfach | kleine flache Polster, gut für Tröge |
| ‚Nordstjernen‘ | rosarot | einfach | große feste Polster |
| ‚Rotkäppchen‘ | purpurrot | halbgefüllt | – |






Ausdauernde Gartennelken für Beeteinfassungen und zwischen Steinen
- Standort: vollsonniger Platz mit durchlässigem, nährstoffreichem Boden
- Höhe: 15–30 cm
- Blütezeit: Mai bis Juni
- Vermehrung: durch Aussaat oder Sommerstecklinge unter Glas
Pfingstnelke (Dianthus gratianopolitanus, syn. D. caesius)

wächst in West- und Mitteleuropa. Sie bildet dichte blaugrüne, horstige Polster (z. B. die Sorte ‚Nordstjernen‘). Die Blüten stehen meist einzeln an 10–20 cm hohen Stängeln und sind sehr zahlreich.
Federnelke (Dianthus plumarius)

ist im östlichen Mitteleuropa heimisch. Sie wächst polsterbildend, die Stängel verholzen an der Basis, die Blätter sind blaugrün und zugespitzt. Der 25–30 cm hohe Stängel trägt 5–6 stark duftende Blüten mit tief gefransten Blütenblättern. Neben den Sorten gibt es auch Saatgutmischungen gefüllt blühender, duftender Pflanzen.
Ein- und zweijährige Gartennelken
- Standort: nährstoffreiche, lockere Böden an sonnigen Plätzen
- Höhe: 30–50 cm
- Blütezeit: Juni bis Juli
- Vermehrung: durch Aussaat
Bartnelke (Dianthus barbatus)

ist in den Pyrenäen, den Karpaten und der Mandschurei verbreitet. Sie hat lanzettliche grüne Blätter und Blüten in dichten Büscheln. Die Farbe ist sehr vielfältig – von Weiß bis Dunkelpurpur. Meist zweijährig, Aussaat im Mai, Blüte im Juni des Folgejahres. Gut als Schnittblume geeignet.
Gartennelken: für das Beet, den Balkonkasten und die Vase
Gartennelke, Landnelke (Dianthus caryophyllus)

umfasst hängende, Riviera-, Malmaison-, remontierende und Chabaud-Nelken. Die Sorten eignen sich für Beete, Balkonkästen und den Blumenschnitt. Chabaud-Nelken – graublaue Blätter, große duftende gefüllte Blüten.
Chinesische Nelke (Dianthus chinensis)

Sorten mit breiteren grünen Blättern, die Blüten sind einfach und oft zweifarbig. Sie brauchen einen sonnigen Standort mit gut gedüngtem Boden.
Nelken aus dem Gewächshaus
Sie sind nicht winterhart und müssen im beheizten Gewächshaus kultiviert werden. Großblütige Sorten tragen meist eine Blüte je Stängel, klein- und vielblütige haben verzweigte Stängel mit mehreren kleineren Blüten.
Diantini-Nelken

sind durch Kreuzung botanischer Arten mit Standardnelken entstanden. Sie bleiben niedrig und bilden an der Basis Seitentriebe.
Weitere Gruppen: Chinesini, Mikronelken, italienische Mignon-Nelken. Die Kultur ist anspruchsvoll und für Hobbygärtner wenig geeignet.
Anbau und Düngung von Nelken
Alle Nelken verbindet der Anspruch auf volle Sonne und durchlässigen Boden. Auf schwerem, im Winter vernässtem Untergrund faulen die Polster — bei Steingartenarten lohnt es sich daher, Schotter oder groben Sand in das Pflanzloch zu geben. Arten für Steingärten und Trockenmauern kommen mit magererem Boden aus, ausdauernde Gartennelken und Gartennelken für das Beet schätzen dagegen einen nährstoffreichen, lockeren Boden.
Gedüngt wird im Frühjahr beim Austrieb und ein zweites Mal vor der Knospenbildung. Organischen Dünger arbeiten Sie flach in den Boden rund um den Horst ein, oder setzen Sie daraus einen Auszug zum Gießen an. Bei polsterbildenden Arten streuen Sie den Dünger nicht mitten in den Horst, damit die Blätter darunter nicht faulen.
Nelken im Topf oder Balkonkasten haben wenig Substrat und brauchen daher häufiger Dünger — während der Blüte etwa alle drei bis vier Wochen. Gießen Sie immer an die Wurzeln, nicht über das Blattpolster: nasse Blätter trocknen langsamer ab, und die Pflanze wird dann anfälliger für die Blattfleckenkrankheit.
Verblühte Stängel schneiden Sie laufend heraus. Ausdauernde Arten verkahlen nach einigen Jahren in der Horstmitte — verjüngen Sie sie mit Sommerstecklingen unter Glas, wie bei den einzelnen Gruppen oben beschrieben.
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Weitere interessante Artikel
Ausführlicher über die Gattung schreiben wir im Artikel Nelke. Weitere Blumen für sonnige Beete und Steingärten finden Sie in den Artikeln Steingartenpflanzen und Stauden. Wie Sie die Nährstoffversorgung für den ganzen Garten auswählen, fasst der Überblick Universaldüngerzusammen.
