Knoblauch (Allium sativum)
Im Herbst gepflanzt, im Sommer geerntet. Hardneck- und Softneck-Sorten und was sie brauchen.
Was ist Knoblauch
Würzpflanze und Heilpflanze mit intensivem Geschmack
- Standort: sonnig, warm
- Pflanzabstand: 25 × 10 cm
- Pflanzzeit: Frühjahr oder Herbst
- Erntezeit: Ende Juli oder August
- Vermehrung: vegetativ
Knoblauch stammt aus den Regionen Iran und Afghanistan, von wo er über Vorderasien nach Europa gelangte. Seit der Antike wird er als Heilpflanze genutzt und enthält Schwefelverbindungen und weitere Wirkstoffe. Knoblauch gedeiht besonders gut in wärmeren Lagen, wo er als mehrjährige Pflanze wächst und meist Blütenstände mit sterilen Blüten und Brutzwiebeln bildet.

Für Knoblauch eignen sich am besten tiefgründige sandige und lehmige Böden. Vermehrt wird er über Brutzwiebeln (Tochterzwiebeln) und vor allem über einzelne Zehen der Zwiebeln, die im Frühjahr oder im Herbst im Abstand von 25 × 10 cm 5 cm tief gesetzt werden. Bei der Herbstpflanzung der Zehen sind höhere Erträge zu erwarten.
Geerntet wird, wenn das Laub vergilbt und sich umlegt. Nach der Ernte sollten die Knollen nachgetrocknet werden, damit sie sich besser lagern lassen. Bei Knoblauch werden verschiedene Selektionen nach Herkunft unterschieden (z. B. ‚Französischer‘, ‚Spanischer‘, ‚Thüringer‘).
Anbau und Pflege von Knoblauch
Für einen guten Ertrag von Knoblauch ist es wichtig, den Standort zu wechseln, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden, vor allem von Virosen und Nematoden. Pflanzen Sie Knoblauch frühestens nach 3–4 Jahren wieder an dieselbe Stelle. Geeignete Vorfrüchte sind Getreide, Hülsenfrüchte oder Kreuzblütlergemüse.
Düngung

Knoblauch schätzt einen nährstoffreichen Boden, verträgt aber keinen frischen Mist. Ideal ist Kompost oder gut ausgereiftes organisches Material, das schon im Herbst vor der Pflanzung ausgebracht wird. Im Frühjahr kann mit Stickstoff nachgedüngt werden, aber mit Maß — eine Überdüngung führt zu weichem Gewebe und schlechterer Lagerfähigkeit. Der organische Dünger DÜNGEE eignet sich für Knoblauch gerade deshalb, weil er die Nährstoffe nach und nach freisetzt; ausführlicher schreiben wir darüber im Artikel Knoblauch düngen.
Bewässerung
In der Wachstums- und Knollenbildungsphase ist eine gleichmäßige Bewässerung wichtig, besonders in Trockenperioden. Sobald die Blätter zu vergilben beginnen, wird Knoblauch nicht mehr gegossen, damit die Knollen gut ausreifen.
Lagerung
Nach der Ernte muss Knoblauch an einem luftigen, schattigen Ort getrocknet werden – idealerweise zu Bündeln gebunden oder auf Rosten ausgelegt. Nach dem Trocknen werden Erdreste und überschüssige Wurzeln entfernt und das Laub eingekürzt. Lagern Sie ihn trocken, kühl und dunkel, idealerweise bei Temperaturen bis 10 °C. Geeignet sind Netze, Holzkisten oder Bündel, die in einem gut belüfteten Raum aufgehängt werden.
Knoblauchsorten
Im Handel gibt es breitblättrige und schmalblättrige Formen, mit unterschiedlicher Farbe der Hüllschuppen (violett, weiß).
Grundsätzlich unterscheidet man:
- Schosser (Hardneck) – bilden einen Blütenstängel, haben meist weniger, dafür größere Zehen. Höherer Ertrag, schlechtere Lagerfähigkeit.
- Nicht-Schosser (Softneck) – bilden keinen Blütenstängel, haben mehr, dafür kleinere Zehen, längere Haltbarkeit.
Bekannte tschechische Sorten:
- ‚Bjetin‘ – sehr früher Schosser, kräftiger Geschmack
- ‚Slavin‘ – später Nicht-Schosser, geeignet für lange Lagerung
- ‚Havel‘ – widerstandsfähiger Schosser mit großen Knollen
Häufig gestellte Fragen
Wann pflanzt man Knoblauch?
Winterknoblauch wird im Herbst gepflanzt, etwa von Mitte Oktober bis Anfang November, damit er vor den Frösten einwurzeln kann. Frühjahrsknoblauch kommt so früh wie möglich in den Boden, sobald sich die Erde bearbeiten lässt. Die Herbstpflanzung bringt höhere Erträge.
Wie tief und in welchem Abstand pflanzt man die Zehen?
Etwa 5 cm tief, im Abstand von 25 × 10 cm. Die Zehe wird mit der Spitze nach oben gesetzt; liegend gepflanzt bildet sie eine krumme Knolle.
Wann wird Knoblauch geerntet?
Wenn das Laub vergilbt und sich umzulegen beginnt, meist Ende Juli oder im August. Der herausgezogene Knoblauch wird nachgetrocknet, erst dann lässt er sich gut lagern.
Was ist der Unterschied zwischen Schosser und Nicht-Schosser?
Der Schosser (Hardneck) treibt einen Blütenstängel und hat weniger, dafür größere Zehen; er wird früher geerntet und lässt sich schlechter lagern. Der Nicht-Schosser (Softneck) bildet keinen Stängel, hat mehr kleinere Zehen und hält sich im Lager länger.
Warum wird mein Knoblauch gelb?
Meist durch Staunässe, Stickstoffmangel im zeitigen Frühjahr oder einen Befall mit Nematoden. Wird Knoblauch wiederholt an dieselbe Stelle gesetzt, nehmen Krankheiten und Nematoden zu — deshalb kommt er erst nach drei bis vier Jahren auf dasselbe Beet zurück.
Wo lagert man Knoblauch?
Trocken, kühl und dunkel, idealerweise bis 10 °C, in Netzen, Kisten oder Bündeln in einem belüfteten Raum. Im Kühlschrank treibt Knoblauch aus, in der Wärme wird er weich.
Womit düngt man Knoblauch?
Die Grundlage legen Sie schon im Herbst vor der Pflanzung — Kompost oder ausgereiftes organisches Material, niemals frischen Mist. Im Frühjahr genügt eine schwache Nachdüngung; überdüngter Knoblauch hat weiches Gewebe und lässt sich schlecht lagern.
