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Lichtnelke (Lychnis): Arten, Anbau und Pflege

Brennende Liebe, Kuckucks- und Kronen-Lichtnelke – leuchtend blühende Stauden und Gartenblumen der Gattung Lychnis, die Sie an den fünfzähligen Kronblättern erkennen.

Lichtnelke – Steingartenpflanze in leuchtenden Farben: die Gattung Lychnis

Die Gattung Lichtnelke (Lychnis) ist eine Pflanzengruppe aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) und umfasst mehrere Arten, von denen einige wegen ihrer farbigen, leuchtenden Blüten in Gärten beliebt sind.

Wie Lichtnelken aussehen

Lichtnelke (Lychnis) – Horst mit leuchtend pinkroten, fünfzähligen Blüten im Gartenbeet

Die Blüten der Lichtnelke sind meist auffällig und haben fünfzählige Kronblätter. Die Blüten können verschiedene Farben haben, darunter Rot, Rosa, Weiß, Orange oder Violett. Häufig stehen sie in Blütenständen zusammen.

Die Blätter der Lichtnelken sind meist länglich, gegenständig und haben gezähnte Ränder. Sie können einfach oder zusammengesetzt sein.

Die Lichtnelke ist eine ausdauernde Staude oder einjährige Pflanze, die je nach Art unterschiedliche Höhen erreicht, meist zwischen 30 und 90 Zentimetern.

Standort: Lichtnelken wachsen an ganz unterschiedlichen Standorten und sind in Europa, Asien und Nordamerikaverbreitet. Sie finden sie auf Wiesen, an Waldrändern, an felsigen Hängen und an anderen offenen, sonnigen Plätzen.

Artenzahl: In der Gattung Lychnis sind einige Dutzend Arten beschrieben, dazu kommen Hybriden und Zierformen, die in Gärten kultiviert werden. Zu den bekannten Arten und Hybriden gehören zum Beispiel die Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica), die Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) und verschiedene Sorten der Haage-Lichtnelke (Lychnis x haageana).

Lichtnelken sind beliebte Zierpflanzen, die Gärten Schönheit und Farbe geben. Sie lassen sich als blühende Stauden oder einjährige Pflanzen kultivieren und haben je nach Art und Sorte unterschiedliche Ansprüche.

Lichtnelke oder Leimkraut? Der lateinische Name und die Frucht

Frucht der Lichtnelke – trockene Kapsel, die sich an der Spitze mit Zähnchen öffnet, mit feinen Samen

Neuere botanische Bestimmungsschlüssel stellen die Gattung Lychnis zur Gattung Leimkraut (Silene), sodass Sie die Brennende Liebe dort als Silene chalcedonica und die Kuckucks-Lichtnelke als Silene flos-cuculifinden. In Gärtnereien, auf Samentütchen und im Alltag hält sich aber der ältere Name Lychnis – deshalb begegnen Ihnen beide Varianten. Aus derselben Verwandtschaft stammen auch die Rote Lichtnelke (Silene dioica) und die Weiße Lichtnelke (Silene latifolia), zwei heimische Wildarten, die vielen als Erstes einfallen, wenn sie das Wort Lichtnelke hören. Beide Gattungen verbindet derselbe Blütenbau: ein verwachsener, röhriger Kelch und fünf Kronblätter mit langem Nagel, der im Kelch verborgen bleibt.

Die Frucht der Lichtnelke ist eine trockene Kapsel, die sich an der Spitze mit feinen Zähnchen öffnet und eine Menge winziger Samen ausstreut. Genau deshalb hält sich die Lichtnelke im Beet oft durch Selbstaussaat – die Sämlinge kommen von allein und Sie versetzen sie im Frühjahr einfach dorthin, wo sie hinpassen. Wenn Sie die Selbstaussaat nicht möchten, schneiden Sie die verblühten Stängel ab, bevor die Kapseln braun werden.

Brennende Liebe = Scharlach-Lichtnelke (Lychnis chalcedonica)

Die Brennende Liebe (Lychnis chalcedonica), nach dem lateinischen Namen auch als Scharlach-Lichtnelke oder Jerusalemsblumebezeichnet, ist eine ausdauernde Staude, die für ihre auffälligen roten Blüten und ihr attraktives Erscheinungsbild bekannt ist. Diese Pflanze ist wegen ihrer Blüten und der einfachen Pflege im Garten und im Steingarten beliebt.

Wie die Brennende Liebe aussieht

  • Blüten: Die Blüten der Brennenden Liebe sind rot, rundlich und stehen in dichten Blütenständen an der Spitze aufrechter Stängel. Die Blütenstände können groß und auffällig sein und ziehen alle Blicke auf sich.

  • Blätter: Die Blätter sind länglich, wechselständig und haben gezähnte Ränder. Ihre Farbe reicht von dunkelgrün bis leicht graugrün.

  • Wuchs: Die Brennende Liebe wird meist 60 bis 90 Zentimeter hoch und bildet aufrechte Stängel.

Wie diese Lichtnelken-Art kultiviert wird

  1. Standort: Die Brennende Liebe bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie wächst auf verschiedenen Bodentypen, am besten gedeiht sie aber in gut durchlässigem, frischem und nährstoffreichem Boden.

  2. Gießen: Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, besonders in trockeneren Phasen, vermeiden Sie aber Staunässe, die zu Wurzelfäule führen kann.

  3. Vermehrung: Die Brennende Liebe lässt sich über Samen vermehren, aber auch durch Teilung der Horste im Frühjahr oder im Herbst. Die Teilung ist die häufiger genutzte Methode, weil sie die Eigenschaften der Mutterpflanze erhält.

  4. Weitere Pflege: Entfernen Sie regelmäßig Verblühtes, das fördert eine neue Blüte. Lassen Sie beim Schnitt die Blätter stehen, denn ein zu starker Rückschnitt kann die Pflanze schwächen.

Die Brennende Liebe ist eine attraktive Staude, die kräftige Farbe in den Garten bringt und Schmetterlinge und Bienen anlockt. Ihre Blüten eignen sich auch als Schnittblumen für die Vase. Die Pflanze ist ausgesprochen pflegeleicht und eine schöne Ergänzung für Blumenbeete und Ziergärten.

Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi): Anbau im feuchten Garten

Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) mit rosafarbenen, tief zerschlitzten Kronblättern

Die Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi) ist eine ausdauernde Staude, die in Europa und Asien heimisch ist. Sie ist für ihre auffälligen Blüten bekannt und eignet sich für den Garten, vor allem in milden und feuchten Lagen.

Wie die Kuckucks-Lichtnelke aussieht

  • Blüten: Die Blüten der Kuckucks-Lichtnelke sind auffällig, rosa oder rot gefärbt und haben fünfzählige, tief zerschlitzte Kronblätter. Die Blüten stehen in lockeren Trugdolden an den Stängelspitzen und erscheinen von Juni bis August.

  • Blätter: Die Blätter der Kuckucks-Lichtnelke sind länglich, wechselständig und haben gezähnte Ränder. Sie sind meist hellgrün.

  • Wuchs: Die Kuckucks-Lichtnelke wird meist 30 bis 60 Zentimeter hochund bildet aufrechte Stängel.

Die Kuckucks-Lichtnelke ist eine schöne Pflanze, die feuchten Gartenbereichen wunderbare Farbe gibt und Bestäuber anzieht, etwa Bienen und Schmetterlinge. Sie passt in Naturgärten und Ziergärten mit ausreichend Feuchtigkeit und lässt sich mit weiteren Pflanzen für feuchte Standortekombinieren.

Wie die Kuckucks-Lichtnelke kultiviert wird

  1. Standort: Die Kuckucks-Lichtnelke bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie eignet sich für Teichränder, Feuchtwiesen oder die Nähe von Wasserstellen. Die Pflanze verträgt feuchte Böden und ist ideal für Gärten mit feuchtem oder sumpfigem Gelände.

  2. Boden: Die Pflanze bevorzugt feuchten, nährstoffreichen Boden. Die Zugabe von organischem Dünger oder Kompost verbessert Struktur und Nährstoffgehalt des Bodens.

  3. Vermehrung: Die Kuckucks-Lichtnelke wird am häufigsten über Samen vermehrt, die Sie im Herbst oder im Frühjahr aussäen können. Vor der Aussaat ist eine Stratifikation sinnvoll, das heißt, Sie halten die Samen einige Wochen kühl. Ebenso ist die Teilung der Horste im Frühjahr möglich.

  4. Weitere Pflege: Entfernen Sie regelmäßig Verblühtes, um eine neue Blüte anzuregen. Die Kuckucks-Lichtnelke ist gegenüber Krankheiten und Schädlingen in der Regel widerstandsfähig, kann in zu nasser Umgebung aber anfällig für einige Krankheiten sein (Schimmel, Fäulnis).

Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria): Anbau und Vermehrung

Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria) mit purpurroten Blüten über graugrünen, filzigen Blättern

Die Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria), auch Kranz-Lichtnelke oder Vexiernelke genannt, ist eine ausdauernde Staude, die für ihre schönen Blüten und ihr dekoratives Laub beliebt ist. Die Pflanze ist in Südeuropa heimisch, wird aber in vielen Teilen der Welt als Zierpflanze im Garten kultiviert.

Wie diese Lichtnelken-Art aussieht

  • Blüten: Die Blüten der Kronen-Lichtnelke haben verschiedene Farben, am häufigsten Töne von leuchtendem Rosa bis Purpur, manchmal finden Sie auch weiße Blüten. Die Blüten haben fünfzählige Kronblätter und stehen in Blütenständen an der Spitze aufrechter Stängel.

  • Blätter: Die Blätter der Kronen-Lichtnelke sind graugrün und fein filzig behaart, was der Pflanze ihr dekoratives Aussehen gibt. Sie sind länglich und gegenständig.

  • Wuchs: Die Kronen-Lichtnelke wird meist 60 bis 90 Zentimeter hoch. Sie bildet kompakte Horste.

Standort: Die Kronen-Lichtnelke bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Die Pflanze verträgt trockenere Bedingungen, gedeiht aber am besten in gut durchlässigem Boden. Ideal ist ein leicht alkalischer Boden.

Anbau der Kronen-Lichtnelke: Die Kronen-Lichtnelke lässt sich im Garten leicht kultivieren, sowohl als blühende Staudeals auch als einjährige Sommerblume. Halten Sie sich an die folgenden Hinweise, damit die Pflanzen schön blühen:

  1. Pflanzung: Sie können die Pflanze im Frühjahr oder im Herbst setzen. Halten Sie den empfohlenen Pflanzabstand ein, damit die Pflanzen genug Platz zum Wachsen haben.

  2. Gießen: Die Kronen-Lichtnelke braucht nicht viel Wasser. Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, besonders in heißen Phasen.

  3. Weitere Pflege: Entfernen Sie regelmäßig Verblühtes, um eine neue Blüte anzuregen. Auch das Laub können Sie zurückschneiden, damit die Pflanze kompakt und ansehnlich bleibt.

Die Kronen-Lichtnelke ist wegen ihrer auffälligen Blüten und des attraktiven Laubes eine beliebte Zierpflanze für Blumenbeete und Gärten. Sie lässt sich einzeln pflanzen, noch schöner ist aber die Kombination mit weiteren blühenden Arten, weil daraus ein wirkungsvolles Bild im Beet oder im Steingarten entsteht.

Vermehrung der Kronen-Lichtnelke

Am einfachsten vermehrt sich die Kronen-Lichtnelke durch Aussaat. Säen Sie die Samen im Frühjahr in eine Anzuchtschale oder im Juni direkt ins Beet, bedecken Sie sie nur leicht und halten Sie sie feucht – sie keimen in etwa zwei bis drei Wochen. Im ersten Jahr ausgesäte Pflanzen bilden nur eine bodenständige Rosette grauer Blätter und blühen erst ein Jahr später, deshalb wird die Kronen-Lichtnelke oft als zweijährige Pflanze kultiviert.

Der zweite Weg ist die Teilung der Horste im zeitigen Frühjahr, wenn die Pflanze gerade austreibt. Graben Sie den älteren Horst aus, teilen Sie ihn in Stücke mit drei bis vier Rosetten und setzen Sie diese sofort wieder in durchlässigen Boden. Am einfachsten ist es aber, die Selbstaussaat arbeiten zu lassen: Die ausgesamten Pflanzen erscheinen von allein im ganzen Beet und Sie versetzen sie nur noch.

Lichtnelke im Garten und im Steingarten: wohin damit

Jede der drei kultivierten Arten hat im Garten ihren eigenen Platz. Die Kronen-Lichtnelke gehört in die volle Sonne in trockeneren, durchlässigen und eher kalkhaltigen Boden – ins Kiesbeet, auf eine Trockenmauer oder zwischen Steingartenpflanzen, wo ihr graues Laub auch außerhalb der Blütezeit dekorativ bleibt. Die Brennende Liebe will dagegen nährstoffreiche, gleichmäßig frische Erde und wirkt am besten in einer Gruppe von drei bis fünf Exemplaren mitten im Staudenbeet. Die Kuckucks-Lichtnelke passt an den Gartenteich, in eine feuchte Ecke des Gartens und in die Blumenwiese.

Alle Arten sind anspruchslos und halten jahrelang ohne besondere Pflege durch. Zwei Dinge lohnen sich: nach der Blüte die verblühten Stängel abschneiden, damit die Pflanze eine zweite Blütenwelle ansetzt, und den Horst alle drei bis vier Jahre teilen, weil die Mitte älterer Horste verkahlt. Die höhere Brennende Liebe freut sich an exponierten Stellen über eine Stütze, sonst legt sie sich nach Regen um.

Düngung von Außen- und Zierpflanzen: womit die Lichtnelke düngen

Lichtnelken genügt eine Gabe im Frühjahr, wenn die Pflanzen austreiben, und gegebenenfalls eine zweite zu Beginn der Blüte. Ein langsam wirkender organischer Universaldünger passt besser zu ihnen als schnelle Stickstoffgaben, nach denen sie weiche Stängel treiben und umkippen. Die Kronen-Lichtnelke im trockenen Beet wird nur sehr sparsam gedüngt – in nährstoffreichem Boden verliert ihre Rosette die kompakte Form.

  • Sie können ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
  • Setzen Sie Düngee als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.
So verteilen Sie Düngee rund um Stauden und Ziergehölze.
Der Bestand nach sechs Wochen regelmäßigen Gießens mit dem Auszug.

Häufige Fragen zur Lichtnelke

Ist die Lichtnelke eine Staude oder eine einjährige Pflanze?

Die meisten kultivierten Lichtnelken sind ausdauernde Stauden – die Brennende Liebe und die Kuckucks-Lichtnelke halten viele Jahre am Standort durch. Die Kronen-Lichtnelke verhält sich eher zweijährig: Im ersten Jahr bildet sie nur eine Blattrosette, im zweiten Jahr blüht sie und geht danach oft ein, sät sich aber selbst aus und verschwindet deshalb nicht aus dem Beet.

Wann blüht die Lichtnelke?

Die Kuckucks-Lichtnelke blüht von Juni bis August, die Brennende Liebe im Juni und Juli und die Kronen-Lichtnelke von Juni bis September. Wenn Sie verblühte Stängel entfernen, verlängert sich die Blütezeit und die Pflanze kann eine zweite Welle ansetzen.

Wie vermehrt man die Kronen-Lichtnelke?

Am sichersten über Aussaat – im Frühjahr in eine Schale oder im Juni direkt ins Beet, die Samen nur leicht einarbeiten. Ältere Horste lassen sich im zeitigen Frühjahr ausgraben und in Stücke mit drei bis vier Rosetten teilen. Zusätzlich vermehrt sich die Kronen-Lichtnelke zuverlässig durch Selbstaussaat.

Was ist der Unterschied zwischen Brennender Liebe und Scharlach-Lichtnelke?

Keiner. Es sind zwei Namen derselben Pflanze, Lychnis chalcedonica. „Scharlach-Lichtnelke“ beschreibt die Farbe des Blütenstandes, „Brennende Liebe“ ist der alte volkstümliche Name; daneben begegnen Ihnen auch Jerusalemsblume und Feuernelke.

Warum wird die Lichtnelke manchmal Leimkraut genannt?

Weil die neuere botanische Literatur die ganze Gattung Lychnis in die Gattung Leimkraut (Silene) stellt. In der Praxis werden aber beide Namen nebeneinander benutzt, und in Gärtnereien wird weiterhin unter dem Namen Lychnis verkauft.

Wohin pflanzt man die Lichtnelke?

Die Kronen-Lichtnelke in die volle Sonne in trockeneren, durchlässigen Boden oder in den Steingarten, die Brennende Liebe in nährstoffreiche, gleichmäßig frische Erde mitten ins Beet und die Kuckucks-Lichtnelke an den Gartenteich oder in eine feuchte Ecke des Gartens.