Mineraldünger: Kaliumsulfat, Kalksalpeter, Superphosphat und mehr im Überblick
Was welcher Einzelnährstoffdünger enthält, wie er auf den pH-Wert wirkt, wann Sie ihn einsetzen, wie viel Sie geben und was nicht gemischt werden darf. Inklusive der Frage, wie viele Gramm in einen Esslöffel passen.
Mineralische (synthetische) Dünger enthalten die Nährstoffe in Form wasserlöslicher Salze und wirken deshalb schnell. Sie sind konzentriert, und gerade deshalb überdüngt man mit ihnen leicht. Die Angaben zur Zusammensetzung unten sind Richtwerte, maßgeblich ist immer die Verpackung. Diese Übersicht befasst sich mit Einzelnährstoffdüngern, die einen Hauptnährstoff liefern. Mehrnährstoffdünger mit den drei Hauptnährstoffen beschreibt der Artikel NPK-Dünger.
Was sind Mineraldünger
Man unterteilt sie nach dem Nährstoff, den sie liefern: Stickstoff-, Phosphor-, Kali-, Magnesium- und Kalkdünger. Der Nährstoffgehalt wird auf der Verpackung in Gewichtsprozent angegeben. Stickstoff immer als N, die übrigen Nährstoffe meist als Oxide (P2O5, K2O, MgO, CaO). Für die Umrechnung auf das reine Element gilt: P2O5 × 0,44 = P, K2O × 0,83 = K, MgO × 0,60 = Mg, CaO × 0,71 = Ca.
Wichtig ist auch die Wirkung auf den pH-Wert des Bodens. Je nachdem, welchen Teil des Düngers die Pflanze aufnimmt und was im Boden zurückbleibt, wirkt ein Dünger sauer, basisch oder neutral. Sauer wirkende Dünger passen zu basischen Böden und zu Pflanzen, die eine saurere Reaktion vertragen, basisch wirkende zu sauren Böden.
Die gängigsten Dünger im Überblick

| Dünger | Hauptnährstoffe | Wirkung auf den pH-Wert | Wann |
|---|---|---|---|
| Kalksalpeter | etwa 15,5 % N (Nitrat), 19 % Ca | basisch | während der Vegetation, schnelle Nachdüngung |
| Ammoniumsulfat (schwefelsaures Ammoniak) | 21 % N (Ammonium), 24 % S | stark sauer | Frühjahr, Bodenvorbereitung |
| Kalkammonsalpeter (KAS) | 27 % N (halb Nitrat, halb Ammonium), Calcium, Magnesium | etwa neutral | Frühjahr und Nachdüngung |
| Harnstoff | 46 % N (Amid) | leicht sauer | Frühjahr, Blattdüngung |
| Superphosphat | 16–20 % P2O5, Calcium, Schwefel | verändert den pH-Wert kaum | Herbst oder Frühjahr vor der Aussaat |
| Triple-Superphosphat | 44–46 % P2O5 | verändert den pH-Wert kaum | Pflanzung von Obst und Reben, stärkerer P-Mangel |
| Kaliumsulfat (schwefelsaures Kali) | 50 % K2O, 18 % S, nahezu chloridfrei | nahezu neutral | jederzeit, für alle Kulturen |
| Kalisalz (60er Kali) | 60 % K2O, etwa 45 % Chlorid | nahezu neutral | nur im Herbst, nicht für chloridempfindliche Kulturen |
| Kieserit | etwa 25 % MgO, 20 % S, ohne Kalium | neutral | Frühjahr, während der Saison |
| Bittersalz (Magnesiumsulfat) | etwa 16 % MgO, 13 % S | neutral | Gießwasser und Blattspritzung |
| kohlensaurer Kalk / Dolomitkalk | Ca / Ca + Mg | erhöht den pH-Wert | Herbst, nach pH-Messung |
Stickstoffdünger
Stickstoff hat den größten Einfluss auf Wachstum und Ertrag und geht dem Boden am leichtesten verloren, deshalb wird jedes Jahr damit gedüngt, vor allem in der ersten Hälfte der Vegetation. In der zweiten Hälfte, wenn sich Früchte, Rüben und Köpfe bilden, geben Sie keinen Stickstoff mehr. Das Gemüse würde Nitrat anreichern und sich schlechter lagern lassen. Gemüse für Kleinkinder (Spinat, Salat, Möhren, Radieschen, Kohlrabi, Rote Bete, Sellerie) düngen Sie während der Vegetation gar nicht mit Stickstoff nach.
Am schnellsten wirkt Nitratstickstoff (Salpeter), langsamer Ammoniumstickstoff, am langsamsten der Stickstoff in organischen Düngern.
- Kalksalpeter wirkt schnell und liefert zugleich Calcium, deshalb nimmt man ihn zum Nachdüngen von Fruchtgemüse. Er eignet sich für neutrale bis saure Böden, nicht für Kartoffeln und nicht für leichte, humusarme Sandböden, aus denen er schnell ausgewaschen wird.
- Ammoniumsulfat ist der am stärksten sauer wirkende Dünger. Er gehört auf neutrale bis basische Böden und zu Kulturen, die eine saurere Reaktion vertragen oder Schwefel brauchen: Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Kohlgewächse. Moorbeetpflanzen dient er als Stickstoffdünger, der den pH-Wert nicht anhebt. Auf saure Böden gehört er nicht. Arbeiten Sie ihn nach dem Ausstreuen sofort ein.
- Kalkammonsalpeter (KAS) ist ein universeller Stickstoffdünger für die Frühjahrsdüngung und zum Nachdüngen, er passt auf alle Böden außer stark kalkhaltigen.
- Harnstoff hat den höchsten Stickstoffgehalt. Er wird oft als langsam wirkender Dünger bezeichnet, im warmen Boden wandelt er sich aber innerhalb weniger Tage in Ammonium- und weiter in Nitratstickstoff um. An der Bodenoberfläche entweicht aus ihm Ammoniak, deshalb arbeiten Sie ihn immer ein oder gießen ihn ein. Er ist Bestandteil vieler Blattdüngerlösungen. Für staunasse und biologisch wenig aktive Böden eignet er sich nicht.
Gegen Auswaschung düngen Sie Stickstoff häufiger in kleineren Gaben, besonders auf leichten Böden und bei Regenwetter. Eine Gabe sollte 5 g reinen Stickstoff pro m² nicht überschreiten, das entspricht etwa 18 g KAS, 24 g Ammoniumsulfat, 32 g Kalksalpeter oder 11 g Harnstoff.
Phosphordünger
Phosphor fördert Wurzeln, Blüte und Reife. Im Boden bewegt er sich kaum, deshalb müssen Phosphordünger mit einer möglichst dicken Schicht Oberboden vermischt werden, am besten beim Umgraben im Herbst oder bei der Beetvorbereitung im Frühjahr. Man kann damit auch auf Vorrat für mehrere Jahre düngen, vor allem bei der Pflanzung von Obstbäumen und Reben. Phosphor wird am besten in einem Boden genutzt, der nicht zu sauer ist und genug Humus hat.
- Superphosphat wirkt sofort. Man kann es vor dem Einarbeiten im Herbst auf den Mist streuen oder dem Kompost zugeben. Granuliert lässt es sich besser streuen und wird im Boden weniger stark in unverfügbare Formen festgelegt. Auf sehr sauren und stark kalkhaltigen Böden ist seine Wirkung geringer. Den pH-Wert des Bodens beeinflusst Superphosphat kaum.
- Triple-Superphosphat ist etwa dreimal so konzentriert, die Menge beträgt also ein Drittel.
- Rohphosphat und Knochenmehl wirken langsam und eignen sich für saure Böden und den Kompost.
In Gartenböden reichert sich bei regelmäßiger Düngung oft mehr Phosphor an als nötig. Ein Überschuss schadet den Bodenorganismen und hemmt die Aufnahme von Eisen und Zink. Bevor Sie Phosphor zugeben, lohnt sich eine Bodenanalyse.
Kalidünger und Chlorid
Kalium verbessert Qualität und Lagerfähigkeit der Ernte sowie die Widerstandskraft der Pflanzen. Der Boden bindet es gut, und es wird wenig in die Tiefe verlagert, deshalb düngt man auf mittleren und schweren Böden im Herbst und mischt es mit dem Oberboden. Auf leichten Sandböden teilt man die Gabe in zwei, vor der Aussaat und während der Vegetation. Woran Sie Kaliummangel erkennen, beschreibt der Artikel Kaliummangel.
- Kaliumsulfat ist der für den Garten am besten geeignete Kalidünger. Es enthält kaum Chlorid und kann jederzeit, auf allen Böden und für alle Kulturen eingesetzt werden, auch für Obst, Reben und Blumen.
- Kalisalz (Kaliumchlorid) ist günstiger, enthält aber viel Chlorid. Das verschlechtert die Keimung (vor allem bei Möhren und Petersilie), schädigt junge Wurzeln und senkt bei Obst den Zuckergehalt. Verwenden Sie es nur im Herbst, wenn das Chlorid bis zum Frühjahr ausgewaschen wird.
Chloridempfindlich sind:
- sehr: Stachelbeere, Rote Johannisbeere, Himbeere, Brombeere, Erdbeere, Süßkirsche; Bohnen, Gurken, Melonen, Kohlrabi, Radieschen, Zwiebeln, Tomaten,
- mittel: Apfel, Sauerkirsche, Pflaume, Aprikose, Pfirsich,
- wenig: Birne und Schwarze Johannisbeere,
- außerdem Reben, Kartoffeln und Mohn.
Hohe Kaliumgaben verringern die Magnesiumaufnahme und erhöhen die Nitrataufnahme, deshalb sollten Sie es auch damit nicht übertreiben.
Magnesium- und Kalkdünger
Kieserit ist Magnesiumsulfat. Es liefert Magnesium und Schwefel, enthält kein Kalium und verändert den pH-Wert nicht. Es eignet sich für leichte, magnesiumarme Böden und für Pflanzen mit hohem Magnesiumbedarf wie Tomaten, Nadelgehölze oder Obstbäume. Bittersalz ist ebenfalls Magnesiumsulfat, nur besser löslich, und wird im Gießwasser und zur Blattspritzung verwendet. Die Mangelsymptome beschreibt der Artikel Magnesiummangel.
Kalkdünger dienen vor allem zur pH-Korrektur. Kohlensaurer Kalk wirkt langsam und eignet sich für leichte und mittlere Böden, Dolomitkalk liefert zusätzlich Magnesium. Branntkalk ist ätzend und wird Hobbygärtnern heute nicht mehr empfohlen. Gekalkt wird nur nach gemessenem pH-Wert, in der Regel alle 3–4 Jahre im Herbst. Mehr in den Artikeln pH-Wert des Bodens und Calcium im Pflanzenleben.
Wie viel Dünger und wie viel passt in einen Löffel
Richtwerte für Gemüsebeete pro m². Die niedrigeren Mengen gelten für fruchtbare, humose Böden, die höheren für ärmere. Im Jahr einer Mist- oder Kompostdüngung verringern Sie die Mengen.
| Dünger | Menge pro m² | Wann |
|---|---|---|
| KAS | 15–40 g | zeitig im Frühjahr, ggf. aufteilen |
| Kalksalpeter (saure Böden) | 30–70 g, auf mehrere Gaben verteilen | Frühjahr und Beginn der Vegetation |
| Ammoniumsulfat (basische Böden) | 20–50 g, höhere Menge aufteilen | Frühjahr |
| Superphosphat | 25–60 g | Herbst (auf den Mist) oder Frühjahr |
| Kaliumsulfat | 20–50 g | Frühjahr oder während der Vegetation |
| Kalisalz 60 % | 15–40 g | nur Herbst |
Teilen Sie Stickstoff in mehrere kleinere Gaben. Konzentrierte Dünger streuen Sie möglichst gleichmäßig.
Ohne Waage: Ein gehäufter Esslöffel granulierter Dünger wiegt 25–30 g. Für größere Mengen hilft das Schüttgewicht:
| Dünger | 1 Liter wiegt | Becher 250 ml |
|---|---|---|
| Kalksalpeter | 0,9–1,1 kg | etwa 225–275 g |
| KAS | 1,0–1,2 kg | etwa 250–300 g |
| Ammoniumsulfat | 1,0–1,1 kg | etwa 250–275 g |
| Harnstoff | 0,7 kg | etwa 175 g |
| Superphosphat granuliert | 1,1 kg | etwa 275 g |
| Superphosphat pulverförmig | 1,2–1,3 kg | etwa 300–325 g |
| Kalisalz | 1,0–1,1 kg | etwa 250–275 g |
| Kaliumsulfat | 1,3–1,4 kg | etwa 325–350 g |
| kohlensaurer Kalk | 1,2–1,3 kg | etwa 300–325 g |
Was nicht gemischt werden darf

Mischen dürfen Sie nur Dünger, die zur gleichen Zeit ausgebracht werden und bei deren Mischung weder Nährstoffe verloren gehen noch das Streuen schwieriger wird. Drei Hauptverbote:
- Ammoniumstickstoff mit Kalk. Ammoniumsulfat, KAS, Harnstoff und Mist nicht mit Kalk, kohlensaurem Kalk, Asche oder Kalksalpeter mischen. Es entweicht Ammoniak.
- Superphosphat mit Kalk. Löslicher Phosphor wird unlöslich.
- Salpeter mit Superphosphat. Es entsteht ein schmieriger Brei, der sich nicht streuen lässt.
| Kombination | Mischbar? |
|---|---|
| Ammoniumsulfat + Superphosphat + Kaliumsulfat | ja |
| Superphosphat + Kalisalz | ja |
| Superphosphat oder Kalidünger + Mist | ja, Superphosphat auf Mist wird sogar empfohlen |
| Harnstoff + Superphosphat, Harnstoff + Kalisalz | nur unmittelbar vor der Anwendung |
| Harnstoff + Salpeter oder Mist | nein |
| Kalksalpeter + alles außer kohlensaurem Kalk | nein |
| Kalk oder kohlensaurer Kalk + beliebiger Dünger | nein, getrennt ausbringen |
Dünger, die nicht gemischt werden dürfen, bringen Sie im Abstand von 10–14 Tagen aus.
Anwendung, Sicherheit und Lagerung
- Immer in den Boden einarbeiten. Dünger an der Oberfläche wirkt schlecht, und Dünger mit Ammoniumstickstoff sowie Harnstoff verlieren Stickstoff. Nicht einarbeiten müssen Sie nur Salpeter, der vor Regen oder auf feuchten Boden gestreut wird.
- Nie auf gefrorenen Boden düngen.
- Während der Vegetation keinen Dünger auf die Blätter streuen. Auf feuchten Blättern löst er sich auf und verbrennt sie. Streuen Sie ihn in die Reihen oder im Kreis um die Pflanzen und gießen Sie an, oder düngen Sie vor Regen. Granulierte Dünger rutschen leichter von den Blättern ab als pulverförmige.
- Leicht lösliche Stickstoffdünger nicht im Herbst und Winter verwenden, sie werden ins Grundwasser ausgewaschen.
- Schützen Sie sich. Dünger reizen Haut, Augen und Atemwege. Arbeiten Sie mit Handschuhen, stellen Sie sich so, dass der Wind den Dünger von Ihnen wegträgt, und streuen Sie pulverförmige Dünger nicht bei Wind. Ein betroffenes Auge spülen Sie mit klarem Wasser aus. Lassen Sie Kinder nicht an Dünger.
- Trocken lagern. Salpeter und Harnstoff ziehen Feuchtigkeit an und verbacken. Bewahren Sie sie in fest verschlossenen Kunststoffbehältern auf, nicht auf dem Boden an der Wand, außer Reichweite von Kindern. Dünger, die aus der Originalverpackung umgefüllt wurden, beschriften Sie deutlich. Flüssigdünger dürfen nicht einfrieren.
Mineralisch oder organisch?
Der Nährwert von Kulturen, die sachgerecht organisch oder sachgerecht mineralisch gedüngt wurden, unterscheidet sich nicht wesentlich. Das eigentliche Problem ist die Überdosierung, vor allem beim Stickstoff: Gemüse reichert dann Nitrat an, lässt sich schlechter lagern, Nährstoffe werden ins Wasser ausgewaschen, und hohe Gaben synthetischer Dünger schaden Regenwürmern und anderen Bodenorganismen.
Mineraldünger können einen konkret fehlenden Nährstoff schnell und gezielt ergänzen. Sie liefern aber keinen Humus und wirken nur in einem Boden voll, der genug davon hat. Organische Dünger (Kompost, Mist, Gründüngung) verbessern die Bodenstruktur, ernähren das Bodenleben und geben Nährstoffe langsam ab, sodass das Risiko einer Überdüngung geringer ist. Eine vernünftige Grundlage ist die organische Düngung und Mineraldünger nur dort, wo eine Analyse oder Symptome einen konkreten Mangel zeigen. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie im Artikel Organische Düngemittel vs. Mineraldünger. Für die normale Düngung während der Saison eignet sich zum Beispiel unser organischer Dünger.
Konkrete Produkte beider Typen nebeneinander, einschließlich des Preises pro Quadratmeter, finden Sie im Düngemittelvergleich. Welcher Dünger in welchen Teil des Gartens gehört, erklärt der Artikel Bester Gartendünger.
Häufige Fragen
Wofür ist Kaliumsulfat gut?
Es liefert Kalium (etwa 50 % K2O) und Schwefel, nahezu ohne Chlorid. Es verbessert Qualität, Geschmack und Lagerfähigkeit der Früchte sowie die Widerstandskraft der Pflanzen. Es eignet sich für alle Kulturen, besonders für Obst, Tomaten, Reben und Blumen, die Menge beträgt meist 20–50 g/m².
Was ist der Unterschied zwischen Kalksalpeter und Ammoniumsulfat?
Kalksalpeter enthält schnell wirkenden Nitratstickstoff und Calcium, erhöht den pH-Wert und eignet sich für saure Böden. Ammoniumsulfat enthält langsamer wirkenden Ammoniumstickstoff und Schwefel, versauert stark und gehört auf neutrale bis basische Böden.
Ist Harnstoff ein Langzeitdünger?
Nein. Im warmen Boden wandelt er sich innerhalb weniger Tage in Ammonium- und dann in Nitratstickstoff um. Bleibt er an der Oberfläche liegen, verliert er Stickstoff als Ammoniak, deshalb arbeiten Sie ihn immer ein oder gießen ihn ein.
Wie viel Gramm Dünger passen in einen Esslöffel?
Ein gehäufter Esslöffel granulierter Dünger wiegt 25–30 g. Vom leichteren Harnstoff passt weniger hinein.
