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Möhrenfliege

Die Möhrenfliege (Chamaepsila rosae) befällt Möhren, Petersilie, Sellerie und Pastinake. Wann Sie säen sollten und wie Sie den Bestand schützen.

Inhalt

Möhrenfliege – wann Möhren säen

(Chamaepsila rosae, syn. Psila rosae)

Die Möhrenfliege (Chamaepsila rosae) ist eine Fliege aus der Familie der Nacktfliegen (Psilidae), die in Europa, Asien und Nordamerika vorkommt. Die Fliegen sind schwarz bis grau gefärbt und haben helle Streifen an den Flügeln. Die Larven der Möhrenfliege befallen Wurzeln und oberirdische Teile von Doldenblütlern, vor allem Möhre, Petersilie, Sellerie und Pastinake.

Diese Pflanzen sind für die Entwicklung der Larven notwendig, und die Larven können an diesen Kulturen entsprechend hohe wirtschaftliche Schäden verursachen. Bei starkem Befall kann die Pflanze verkümmern oder sogar ganz absterben.

Gegen die Schäden, welche die Möhrenfliege anrichtet, werden häufig Insektizide oder biologische Verfahren mit natürlichen Gegenspielern wie Räubern, Parasitoiden und Mikroorganismen eingesetzt.

Sehr wichtig ist aber auch die Fruchtfolge, die Sie einhalten sollten: dieselbe Kultur kommt erst nach 4 Jahren wieder auf dieselbe Fläche, und Doldenblütler bauen Sie so weit wie möglich vom vorjährigen Bestand entfernt an.

Möhrenfliege am Sellerie

Möhren mit rostbraunen Fraßgängen der Möhrenfliegenlarven

Die Möhrenfliege geht aber nicht nur an die Möhre, sondern auch an Wurzelpetersilie, Pastinake oder Sellerie. Während die Symptome an Möhre, Petersilie und Pastinake dem Bild oben stark ähneln, erkennen Sie den Befall am Sellerie an etwas anderem: Die geschädigten Stellen in der Knolle verfärben sich violett, und der Sellerie kann teilweise oder ganz ungenießbar werden. Die Qualität sinkt in jedem Fall.

Möhrenfliege: Spritzung und Kulturschutznetz

Mit zugelassenen Insektiziden können Sie im Mai und Juni (erste Larvengeneration) und dann von August bis Ende September (zweite Larvengeneration – sie ist deutlich schädlicher) behandeln. Für die Auswahl gilt:

  • nur ein Mittel verwenden, das im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL für Möhren gegen die Möhrenfliege zugelassen ist,
  • Aufwandmenge, Termin und Wartezeit genau nach dem Etikett des jeweiligen Mittels einhalten.

Denken Sie daran, dass chemische Spritzmittel für Menschen, Haus- und Wildtiere sowie die Umwelt potenziell gefährlich sind. Setzen Sie sie deshalb mit Bedacht ein und ersetzen Sie sie nach Möglichkeit durch andere Maßnahmen.
Tragen Sie beim Spritzen immer Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille. Spritzen Sie nur bei windstillem Wetter. Essen und trinken Sie während der Anwendung nicht. Waschen Sie sich anschließend sofort die Hände.

Neben der chemischen Bekämpfung wird auch der biologische Weg über Raubmilben empfohlen.

Am wichtigsten ist jedoch die Vorbeugung, das heißt:

  • gesundes Pflanzgut kaufen,
  • die Fruchtfolge konsequent einhalten,
  • Bestände so weit wie möglich von den vorjährigen entfernt anlegen,
  • dünner säen und die Bestände rechtzeitig vereinzeln,
  • Unkraut konsequent entfernen,
  • den Bestand mit einem Kulturschutznetz abdecken (im Mai und Juni gegen die erste Larvengeneration und dann von August bis September gegen die zweite,
  • ausgewogen düngen und den Boden in guter Struktur halten, damit der Bestand gleichmäßig wächst.