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Oleander (Nerium oleander)

Oleander im Kübel pflegen, überwintern, düngen und schneiden – Schritt für Schritt

Oleander (Nerium oleander): Steckbrief

Oleander (Nerium oleander) mit rosafarbenen Blüten

Immergrüner, reich blühender Strauch mit einfachen oder gefüllten Blüten. Die Pflanze ist giftig.

  • Standort: In Mitteleuropa wird er als mobile Kübelpflanze an warmen, sonnigen Plätzen gehalten.
  • Höhe: 2–3 m
  • Blütezeit: Juni – Oktober
  • Vermehrung: Meist über Stecklinge

Ins Beet gehört Oleander bei uns nicht — er ist eine mobile Kübelpflanze: in der warmen Jahreshälfte steht er draußen in der Sonne, im Winter in einem hellen, kühlen Raum. Genau dieser Rhythmus „im Frühjahr raus, im Herbst rein“ entscheidet darüber, ob er blüht.

Wie Oleander aussieht und woher er stammt

Botanische Illustration des Oleanders mit gefüllten Blüten und lanzettlichen Blättern

Die Gattung Nerium ist vom Mittelmeerraum bis nach Japan verbreitet. Sie gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Zur selben Familie gehört auch das Adenium (Wüstenrose), das sogar auf Oleander veredelt wird.

Die Gattung gilt heute als monotypisch – ältere Literatur nannte drei Arten, anerkannt ist jedoch nur eine. Im Mittelmeerraum wird die Art im Freiland gezogen, bei uns als Kübelpflanze: der Gewöhnliche Oleander (Nerium oleander), 2–3 m hoch, immergrün, aufrecht und horstig wachsend. Die Blätter stehen zu dritt in Quirlen oder gegenständig, sind länglich lanzettlich, 10–15 cm lang und ledrig. Die Blüten erscheinen in endständigen Trugdolden, sind rosa oder weiß und bei der Wildform etwa 3 cm breit. Sorten bringen auch größere und mehr oder weniger gefüllte Blüten hervor, die nicht nur weiß oder rosa, sondern auch rot, orangerot oder gelb sein können. Die Blüten haben eine trichterförmige Krone mit tief fünfteiligem Saum, der in der Knospe gedreht ist. Die Frucht ist eine längliche Balgfrucht; den Haarschopf tragen erst die Samen, die sich damit vom Wind verbreiten lassen.

Wo Oleander in der Natur wächst

Ledrige, lanzettliche Oleanderblätter in Quirlen

Oleander ist im gesamten Mittelmeerraum und im Orient verbreitet. Er begleitet, ähnlich wie bei uns die Weiden, Wasserläufe, die zeitweise trockenfallen, und bildet dort ausgedehnte Bestände, wo der Boden auch in Trockenzeiten eine gewisse Feuchtigkeit hält. Oleander gehört zu den alten Kulturpflanzen der Menschheit. Erste Erwähnungen finden sich bei römischen Autoren. Nach Mitteleuropa kam er vermutlich schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts, wie alte Herbarien belegen.

Ist Oleander giftig?

Ja. Es muss betont werden, dass Oleander eine Giftpflanze ist. Alle Pflanzenteile enthalten herzwirksame Glykoside, ähnlich wie beim Fingerhut.

In der Praxis heißt das: die Pflanze außerhalb der Reichweite kleiner Kinder und Haustiere halten, sich nach Schnitt und Umtopfen die Hände waschen und abgeschnittene Zweige weder in geschlossenen Räumen verbrennen noch ans Futter geben. Giftig sind Blätter, Blüten und der Milchsaft — an der normalen Handhabung ändert das nichts, es darf nur nichts von der Pflanze in den Mund gelangen.

Oleander im Kübel pflegen

Oleanderstrauch über und über mit rosafarbenen Blüten besetzt

Oleander lässt sich als Kübelpflanze recht einfach kultivieren. Wählen Sie das Gefäß eher schwer und standfest — ein zwei Meter hoher Strauch mit voller Krone kippt im Wind gern um — und immer mit Abzugsloch.

  • volle Sonne, je wärmer, desto besser
  • durchlässiges, nährstoffreiches Substrat
  • reichlich Wasser den ganzen Sommer über
  • regelmäßige Düngung während der Vegetationszeit
  • helle und kühle Überwinterung

Wann Oleander nach draußen darf

Von Mitte April bis Oktober darf er draußen an einem sonnigen, möglichst warmen Platz stehen — nur so blüht er zufriedenstellend. Nach dem Winter im Kühlen stellen Sie die Pflanze schrittweise hinaus: ein paar Tage in den Halbschatten, erst dann in die volle Sonne, damit die Blätter keinen Sonnenbrand bekommen.

Oleander gießen

Der Wasserbedarf ist in der warmen Jahreszeit so hoch, dass täglich gegossen werden muss. Oleander ist eine der wenigen Kübelpflanzen, denen Wasser im Untersetzer nichts ausmacht — in der Natur wächst er an Wasserläufen. Im Winter wird dagegen nur so viel gegossen, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Gelbe Blätter am Oleander deuten meist auf ein zu nasses oder zu warmes Winterquartier oder auf Nährstoffmangel hin; ältere Blätter im unteren Bereich wirft die Pflanze aber auch ganz natürlich ab.

Oleander düngen

Die Pflanze hat einen hohen Nährstoffbedarf, deshalb sind während der Vegetationszeit regelmäßige Gaben Flüssigdünger nötig. Oleander legt den ganzen Sommer über neue Knospen an, und ohne Nachschub an Nährstoffen hört die Blüte bald auf.

Gedüngt wird von April bis etwa Ende August. Anfang September stellen Sie die Düngung ein — so reifen die Triebe bis zum Winter aus und die Pflanze übersteht die Überwinterung leichter. Neben Flüssigdünger bewährt sich organischer Dünger, der die Nährstoffe nach und nach freigibt und sich dadurch deutlich großzügiger dosieren lässt; dasselbe Prinzip gilt auch für die übrigen Pflanzen im Kübel.

Oleander umtopfen, schneiden und vermehren

Blühender Oleander (Nerium oleander) in voller Sonne

Beim Umtopfen älterer Exemplare kann der Wurzelballen so weit verkleinert werden, dass die Pflanze wieder in den alten Kübel passt. Sie müssen also nicht jedes Jahr ein größeres Gefäß kaufen — die Wurzeln werden ringsum zurückgeschnitten, frisches Substrat kommt dazu und die Pflanze geht in denselben Topf zurück. Umgetopft wird im Frühjahr, noch vor dem Ausräumen.

Geschnitten wird ebenfalls im Frühjahr vor dem Ausräumen, und zwar nur zurückhaltend: Die Blütenknospen werden an den Triebspitzen des Vorjahres angelegt, ein starker Rückschnitt kostet also Blüten. Verblühtes bleibt stehen — an den alten Blütenständen entstehen die nächsten Knospen. Vermehrt wird meist über Stecklinge. Sie werden von halbreifen Trieben geschnitten und bewurzeln leicht — Oleander gehört zu den Gehölzen, deren Stecklinge sogar in einem einfachen Wasserglas Wurzeln bilden.

Oleander überwintern

Das Winterquartier sollte möglichst hell sein, die Temperaturen sollten 4–8 °C nicht übersteigen. Das ist der Kern der Sache: kühl und hell. Im warmen Wohnzimmer treibt Oleander über den Winter schwache Triebe und blüht im folgenden Sommer nur spärlich.

Hereingeholt wird er erst vor den ersten Frösten, meist in der zweiten Oktoberhälfte — je länger er draußen im Kühlen steht, desto besser bereitet er sich auf die Ruhezeit vor. Geeignet sind ein heller, unbeheizter Windfang, ein Flur, eine Garage mit Fenster, ein verglaster Wintergarten oder ein Kalthaus.

Einen kurzen Rückgang auf null Grad übersteht Oleander im Freien, längeren Frost nicht mehr — deshalb wird er bei uns als mobile Kübelpflanze gehalten und bleibt über den Winter nicht im Garten. Genauso überwintert man auch andere mediterrane Kübelpflanzen, zum Beispiel den Olivenbaum.

Über den WinterGießen Sie nur so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet, düngen Sie nicht und schauen Sie ab und zu nach der Pflanze. Nach draußen geht es wieder etwa ab Mitte April, mit schrittweisem Abhärten.

Häufige Fragen

Wie viel Frost verträgt Oleander?

Oleander ist wärmeliebend. Einen kurzen Rückgang auf null Grad übersteht er im Freien, längeren Frost nicht mehr. In mitteleuropäischen Verhältnissen wird er deshalb als mobile Kübelpflanze gehalten und vor den ersten Frösten in einen hellen Raum mit 4–8 °C geräumt.

Wann blüht Oleander?

Von Juni bis Oktober. Er legt den ganzen Sommer über nach und nach neue Knospen an, sodass eine gut versorgte Pflanze mehrere Monate am Stück blüht. Blüht Oleander nicht, fehlt es meist an Sonne oder an Nährstoffen, oder das Winterquartier war zu warm.

Welche Erde braucht Oleander?

Ihm bekommt ein hochwertiges, nährstoffreiches Substrat für Balkon- und Kübelpflanzen, mit Sand oder Perlit aufgelockert. Entscheidend sind Durchlässigkeit und ein Abzugsloch im Gefäß — Oleander verträgt viel Wasser, aber keine Wurzeln, die in verschlammter Erde ohne Luft stehen.

Wann darf Oleander auf den Balkon?

Etwa ab Mitte April, sobald keine stärkeren Fröste mehr drohen. Stellen Sie die Pflanze schrittweise hinaus — einige Tage in den Halbschatten und erst dann in die volle Sonne, damit die an das Winterlicht gewöhnten Blätter keinen Sonnenbrand bekommen.

Womit düngt man Oleander, damit er reich blüht?

Oleander hat einen hohen Nährstoffbedarf. Während der Vegetationszeit, also etwa von April bis Ende August, gönnen Sie ihm regelmäßige Gaben Flüssigdünger oder organischen Dünger mit langsamer Nährstofffreisetzung. Ab September wird die Düngung eingestellt, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen.

Ist Oleander für Kinder und Haustiere giftig?

Ja. Alle Pflanzenteile enthalten herzwirksame Glykoside, ähnlich wie beim Fingerhut. Stellen Sie Oleander deshalb außer Reichweite kleiner Kinder und Tiere, waschen Sie sich nach dem Schnitt die Hände und verwenden Sie abgeschnittene Teile weder als Futter, noch verbrennen Sie sie in geschlossenen Räumen.