Labkraut (Galium): Arten, Wirkung und Verwendung
Kletten-, Wiesen-, Echtes und Sumpf-Labkraut – so erkennen Sie sie und wofür sie gut sind
Labkraut im Garten: wie es aussieht und wo es wächst

Labkraut (Galium) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) mit zahlreichen Arten von Kräutern und Halbsträuchern. Typisch für das Labkraut sind winzige Blüten in lockeren Trugdolden, die sich zu rispenartigen Blütenständen zusammensetzen. Einige Labkraut-Arten duften angenehm und haben in der überlieferten Volksheilkunde eine lange Geschichte.
Der bekannteste duftende Vertreter der Gattung ist das Wohlriechende Labkraut, weit besser bekannt als Waldmeister. Niedrige Labkraut-Arten gehören zu den beliebten Steingartenpflanzen.
So sieht Labkraut aus
Blätter: Die Blätter des Labkrauts sind einfach, ganzrandig und stehen in Scheinquirlen zu vier bis acht Blättern – nicht wechselständig, wie gelegentlich falsch angegeben wird. Viele Arten tragen winzige Hakenhaare, mit denen sich die Pflanze leicht an Haut oder Kleidung heftet; daher der Name Klebkraut für die bekannteste Art.
Blütenstand: Die Blüten sind klein, weiß, grünlich oder gelb und bilden lockere Trugdolden, die sich zu Rispen zusammensetzen. Diese Blütenstände ergeben auffällige Blütenwolken, die schon aus einiger Entfernung zu sehen sind.
Stängel und Wuchs: Labkräuter sind ein- oder mehrjährige Kräuter, einzelne Arten wachsen als Halbsträucher. Die Stängel sind meist vierkantig und häufig behaart.
Früchte: Die Frucht des Labkrauts ist eine kleine trockene Spaltfrucht, die in zwei einsamige Teilfrüchte zerfällt.
Da die Gattung Galium viele Arten mit unterschiedlichen Merkmalen umfasst, kann das Erscheinungsbild der einzelnen Arten stark variieren. Labkräuter sind in der Natur weit verbreitet, vor allem in der gemäßigten Zone. Sie wachsen an sehr verschiedenen Standorten: in Wäldern, auf Wiesen, in Feuchtgebieten und im Gebüsch.
Kletten-Labkraut (Galium aparine): Wirkung und Verwendung

Das Kletten-Labkraut (Galium aparine), auch Klebkraut genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) und bekannt für seine Hakenhaare an Stängeln und Blättern.
So sieht diese Labkraut-Art aus
- Das Kletten-Labkraut ist ein einjähriges, gelegentlich zweijähriges Kraut, das meist 30 bis 120 cm hoch wird.
- Die Stängel sind vierkantig, leicht verzweigt und mit winzigen Hakenhaaren besetzt. Mit diesen Haken heftet sich die Pflanze mühelos an andere Pflanzen, an Kleidung oder an Tiere und verbreitet so ihre Samen.
- Die Blätter sind schmal, länglich und stehen in Scheinquirlen zu sechs bis acht um den Stängel. Wie die Stängel tragen auch sie Hakenhaare.
- Die Blüten sind winzig und weiß bis grünlichweiß, sie stehen in lockeren Trugdolden aus den Blattachseln.
Welche Heilwirkung wird dem Kletten-Labkraut zugeschrieben
- Das Kletten-Labkraut hat eine lange Geschichte in der überlieferten Heilkunde. Die Pflanze wurde als harntreibendes Mittel (fördert die Harnbildung) und als Mittel zur Entschlackung sowie bei Beschwerden von Nieren und Harnwegen verwendet.
- Junge Triebe und Blätter des Kletten-Labkrauts wurden früher gegessen, vor allem als Salat. Wegen der Hakenhaare ist beim Sammeln und Verzehr allerdings Vorsicht geboten.
Auch wenn das Kletten-Labkraut früher in der Volksheilkunde verwendet wurde, sollten Sie bedenken, dass es heute bei jeder Form der Behandlung ratsam ist, ärztlichen Rat einzuholen.
Die Pflanze breitet sich rasch aus und kann im Garten zu einem lästigen Unkraut werden, weil sie sich mit ihren Haaren an anderen Pflanzen und Gegenständen festhält.
Wiesen-Labkraut (Galium mollugo): Anbau und Heilwirkung
Das Wiesen-Labkraut (Galium mollugo) ist eine Art aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Es ist ein Kraut, das mancherorts als Unkraut gilt, zugleich aber als Zierpflanze in Gärten kultiviert wird.
So sieht das Wiesen-Labkraut aus
- Das Wiesen-Labkraut ist eine ausdauernde Staude mit aufrechten oder aufsteigenden Stängeln, die etwa 60 bis 100 cm hoch werden.
- Die Blätter stehen in Scheinquirlen zu sechs bis acht und sind schmal und länglich. Sie sind meist hellgrün und können leicht behaart sein.
- Die Blüten sind weiß bis cremeweiß und stehen in lockeren Trugdolden, die sich zu breiten Rispen zusammensetzen. Blütezeit ist der Sommer.
- Die Früchte sind kleine Spaltfrüchte.
- Ihm werden ähnliche Heilwirkungen zugeschrieben wie den übrigen Labkraut-Arten, vor allem eine harntreibende Wirkung; früher wurde es volkstümlich auch bei Epilepsie, Blutarmut oder Hysterie eingesetzt.
So bauen Sie diese Art an
- Standort: Das Wiesen-Labkraut bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze.
- Boden: Am besten wächst es auf frischen, gut durchlässigen Böden. Es verträgt aber auch andere Bodenarten.
- Gießen: Während der Wachstumszeit sollte der Boden gleichmäßig feucht, aber nicht staunass sein.
- Vermehrung: Die Pflanze lässt sich durch Aussaat oder durch Teilung der Horste im Frühjahr oder Herbst vermehren.
- Weitere Pflege: Das regelmäßige Entfernen verblühter Blütenstände kann eine zweite Blüte anregen. Die Pflanze neigt zur Selbstaussaat und kann sich dadurch im Garten ausbreiten.
Zierwert:
- Das Wiesen-Labkraut lässt sich wegen seiner zarten Blütenschleier und des frischen Grüns gut als Zierpflanze einsetzen. Es wird gern an Beeträndern oder unter Gehölzen gepflanzt.
- Bedenken Sie jedoch, dass sich das Wiesen-Labkraut in manchen Lagen stark selbst aussät und ausgesprochen wüchsig werden kann.
Echtes Labkraut – Wirkung, Tee und Verwendung

Das Echte Labkraut (Galium verum), auch Gelbes Labkraut genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Seinen Namen verdankt es der früheren Verwendung beim Dicklegen von Milch in der Käseherstellung. In der überlieferten Heilkunde hat es mehrere Anwendungen, auch wenn die Forschung zu seiner Wirkung weniger umfangreich ist als bei manch anderer Pflanze.
Zu den beschriebenen Wirkungen und Verwendungen des Echten Labkrauts gehören:
Harntreibende Wirkung: Das Echte Labkraut wurde traditionell als harntreibendes Mittel genutzt, das die Harnbildung anregt und so die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten unterstützt. Die Pflanze enthält unter anderem organische Säuren wie Oxalsäure.
Überlieferte Anwendung bei Nierenbeschwerden: In der Volksheilkunde wurde das Echte Labkraut bei verschiedenen Beschwerden der Nieren und Harnwege eingesetzt, etwa bei Entzündungen der Harnwege.
Antioxidans: Die Pflanze enthält Stoffe mit möglicher antioxidativer Wirkung. Antioxidantien tragen dazu bei, Zellen vor Schäden durch freie Radikale zu schützen.
Verwendung in der Kosmetik: Zubereitungen aus Echtem Labkraut wurden zur Pflege von Haut und Haar verwendet. Überliefert ist ihnen eine beruhigende Wirkung auf gereizte Haut, auch auf der Kopfhaut.
Überlieferte Verwendung als Tee: Blätter und Blüten des Echten Labkrauts dienen zur Zubereitung von Kräutertees, denen harntreibende und entschlackende Eigenschaften zugeschrieben wurden.
Man sollte sich jedoch bewusst machen, dass die Forschung zur Wirkung des Echten Labkrauts begrenzt ist und seine Effekte nicht so gut untersucht sind wie bei manchen anderen Kräutern. Wenn Sie es zu gesundheitlichen oder kosmetischen Zwecken anwenden möchten, sprechen Sie zuvor mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer Fachperson für Pflanzenheilkunde, insbesondere bei Vorerkrankungen oder wenn Sie andere Medikamente einnehmen.
Sumpf-Labkraut (Galium palustre): Aussehen und Verwendung

Das Sumpf-Labkraut (Galium palustre) ist eine Art aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Es wächst typischerweise an feuchten Standorten wie in Sümpfen, Feuchtgebieten und feuchten Wäldern.
So sieht das Sumpf-Labkraut aus
- Das Sumpf-Labkraut ist eine ausdauernde Staude mit aufsteigenden oder niederliegenden Stängeln, die 10 bis 80 cm lang werden.
- Die Blätter sind schmal und stehen in Scheinquirlen zu vier bis sechs. Sie sind meist dunkelgrün und in der Regel unbehaart.
- Die Blüten sind klein, weiß und stehen in lockeren Trugdolden, die sich zu lichten Rispen zusammensetzen. Blütezeit ist der Sommer.
Wofür diese Labkraut-Art verwendet wurde
- Das Sumpf-Labkraut hatte in der überlieferten Heilkunde einige Anwendungen, wenn auch seltener als andere Labkraut-Arten. Der Pflanze wurden traditionell harntreibende und entwässernde Eigenschaften zugeschrieben, sie sollte also die Harnbildung und das Ausscheiden von Stoffwechselprodukten unterstützen.
- Wie bei anderen Labkraut-Arten werden Blätter und Blüten gelegentlich für Tees und Absude verwendet. Diese Getränke galten als pflanzliche Unterstützung für Nieren und Harnwege.
- Die Wurzeln der Labkräuter dienten früher außerdem als Quelle für pflanzliche Farbstoffe. Aus den Wurzeln gewann man rote Farbtöne, aus dem Kraut grünliche bis gelbe.
Ausdauernde Labkraut-Arten und alle anderen Kräuter im Garten freuen sich im Frühjahr über eine Gabe organischen Düngers. Wie Sie einen einzigen Dünger für den ganzen Garten auswählen, lesen Sie im Artikel Universaldünger, speziell für das Kräuterbeet im Artikel Kräuterdüngung.
