Die häufigsten Unkräuter im Rasen und wie Sie sie loswerden
Breitwegerich, Gänseblümchen, Löwenzahn, Gamander-Ehrenpreis und Weißklee — fünf Pflanzen, die sich auch bei guter Pflege im Rasen halten. Wie Sie sie an Blüte und Wuchsform erkennen, wann ein Eingriff sinnvoll ist und womit Sie das Unkraut im Rasen loswerden.
Löwenzahn, Weißklee, Gänseblümchen oder Gamander-Ehrenpreis — lernen Sie die häufigsten Unkräuter im Rasen kennen und erfahren Sie, wie Sie ihnen mechanisch und chemisch beikommen.
Warum Unkraut im Rasen stört und wann Sie eingreifen sollten

Viele Kräuter sind im Rasen unerwünschte Gäste, weil sie den Gräsern Licht, Wasser und Nährstoffe wegnehmen. Andere stören optisch das Bild eines gepflegten Rasens oder schränken seine Nutzung ein. Rosettenbildende Pflanzen wie Wegerich, Löwenzahn oder Gänseblümchen erhöhen bei Nässe die Rutschgefahr. Die Blüten des Weißklees locken Bienen an, was für alle unangenehm werden kann, die barfuß über den Rasen laufen. Ob so ein Kraut für Sie Unkraut ist und weichen muss, entscheiden Sie allein — schön blühende Wildkräuter können den Rasen optisch auch bereichern. Unkraut in einem eingewachsenen Rasen stammt fast immer aus dem Samenvorrat im Boden. Die meisten Arten verschwinden bei regelmäßigem Mähen von selbst. Problematisch sind nur die, die sich trotz guter Rasenpflege halten.
Eingreifen lohnt sich deshalb nur bei den wenigen Arten, die dem regelmäßigen Mähen standhalten — sie drücken ihre Blätter flach auf den Boden oder breiten sich mit Ausläufern unterhalb des Messers aus. Die beste Zeit ist das Frühjahr und der Frühsommer, also vor der Aussamung: Eine einzige Löwenzahnpflanze entlässt Tausende Samen in den Rasen, die dann auf jeder kahlen Stelle keimen.
Unkraut im Rasen bestimmen: Arten an Blüte und Wuchs erkennen
Unkraut im Rasen lässt sich in zwei Gruppen einteilen, je nachdem, wie es das Mähen übersteht. Rosettenbildner drücken ihre Blätter an den Boden, sodass das Messer sie verfehlt. Kriechende Arten breiten sich mit oberirdischen Ausläufern seitlich aus und füllen die Lücken zwischen den Gräsern. Entsprechend unterscheidet sich auch, wie Sie sie wieder loswerden.
| Unkraut | Woran Sie es erkennen | Wuchs |
|---|---|---|
| Breitwegerich | kleine Blüten in langen, dichten Ähren, breite Blätter in einer bodennahen Rosette | rosettenbildend |
| Gänseblümchen | weiße Blütenkörbchen mit gelber Mitte auf blattlosem Stiel, 3–10 cm hoch | rosettenbildend |
| Löwenzahn | gelbe Blütenkörbchen, nach der Blüte weiße Pusteblume, tiefe Pfahlwurzel | rosettenbildend |
| Gamander-Ehrenpreis | kleine azurblaue Blüten, niederliegende Stängel | kriechend |
| Weißklee | weiße kugelige Köpfchen aus kleinen Blüten, dreiteilige Blätter | kriechend |
An der Blütenfarbe lässt sich die Art auf den ersten Blick abschätzen: gelbes Unkraut im Rasen ist meist Löwenzahn, weiß blühend sind Gänseblümchen und Weißklee, blau blüht der Ehrenpreis. Kriechendes Unkraut im Rasen erkennen Sie daran, dass es sich nicht über Samen, sondern über oberirdische Ausläufer vermehrt — dem Mäher entgeht es, und zwischen den Gräsern breitet es sich seitlich aus.
Moos zählt nicht zum Unkraut, auch wenn es aus derselben Ursache auftritt — in einem lückigen und staunassen Bestand. Ihm widmen wir einen eigenen Artikel über Moos im Rasen.
Wegerich, Gänseblümchen und Löwenzahn: rosettenbildende Unkräuter entfernen

Rosettenbildner drücken ihre Blätter an den Boden, überstehen das Mähen deshalb unbeschadet und breiten sich Jahr für Jahr weiter aus. Einzelne Pflanzen bekommen Sie mit dem Unkrautstecher zuverlässig aus dem Rasen — immer mitsamt der Wurzel und am besten noch vor der Aussamung. Nach jedem Stechen bleibt eine kahle Stelle in der Grasnarbe, die Sie sofort nachsäen sollten, sonst besetzt sie das nächste Unkraut.
Breitwegerich Plantago major
Höhe: 15–30 cm. Blütezeit: Juni–Oktober, rosettenbildende Pflanze.
Verträgt Tritt.
Merkmale: kleine Blüten in langen, dichten Ähren; Blätter in einer flach am Boden anliegenden Rosette; verträgt starke Belastung; Blätter und Blütenstiele überstehen das Mähen. Standort: wächst vor allem auf verdichteten, lehmigen, nährstoffreichen Böden. So werden Sie ihn los: Am besten einzelne Pflanzen vor der Aussamung mit tief angesetztem Unkrautstecher entfernen; der Einsatz chemischer Herbizide ist möglich.
Gänseblümchen (Tausendschön) Bellis perennis
Höhe: 3–10 cm. Blütezeit: Februar–Oktober, rosettenbildende Pflanze.
sehr anpassungsfähig.
Merkmale: Blütenkörbchen mit weißen Zungenblüten im Strahl und gelben Röhrenblüten in der Mitte auf blattlosem Stiel; Blätter dicht am Boden; hohe Konkurrenzkraft; kommt auch mit tiefem Schnitt zurecht; hohes Samenpotenzial. Standort: kommt auf fast allen Böden vor, auch auf verdichteten und staunassen. So werden Sie es los: Einzelne Pflanzen lassen sich leicht mit dem Unkrautstecher entfernen; die entstandenen kahlen Stellen müssen sofort nachgesät werden.
Löwenzahn Taraxacum officinale
Höhe: 10–40 cm. Blütezeit: April–September, rosettenbildende Pflanze.
Kommt fast überall vor.
Merkmale: gelbe Blütenkörbchen („Blüten“); tiefe Pfahlwurzeln; großes Samenpotenzial; verbreitet sich weit über den Wind; sehr konkurrenzstark. Standort: bevorzugt tiefgründige, lehmige, nährstoffreiche Böden; wächst aber auch auf verdichteten. So werden Sie ihn los: Mit dem Unkrautstecher lassen sich einzelne Pflanzen zuverlässig entfernen; nach Möglichkeit die ganze Wurzel herausstechen!
Beim Löwenzahn entscheidet, ob die Pfahlwurzel vollständig herauskommt. Aus jedem Stück, das im Boden bleibt, treibt die Pflanze wieder aus, sodass flaches Stechen das Problem eher vermehrt. Deshalb entfernt man Löwenzahn aus dem Rasen nach einem Regen, wenn der Boden feucht ist und die Wurzel ganz herausgleitet.
Gamander-Ehrenpreis und Weißklee: kriechende Unkräuter, die schwer zu bekämpfen sind

Kriechende Unkräuter breiten sich über oberirdische Ausläufer aus, sodass Mähen sie nicht stoppt — im Gegenteil, jedes abgetrennte Stängelstück kann neu anwurzeln. Mechanisches Ausreißen allein genügt hier deshalb nicht, und Sie müssen damit rechnen, dass sie nur langfristig aus dem Rasen verschwinden.
Gamander-Ehrenpreis Veronica chamaedrys
Höhe: 15–30 cm. Blütezeit: April–Juni, Ausläufer bildende Pflanze.
Hohe Konkurrenzkraft.
Merkmale: einfache, azurblaue Blüten; wüchsig; breitet sich über niederliegende Stängel, Samen und abgetrennte Pflanzenteile aus; „erstickt“ die Gräser. Standort: kommt auf fast allen Böden vor; stellt keine besonderen Ansprüche; tritt häufig zusammen mit anderen Ehrenpreis-Arten auf. So werden Sie ihn los: Weder mechanisch noch chemisch führt die Bekämpfung zum Erfolg; Vertikutieren nach der Blüte schwächt die Pflanzen; nach dem Vertikutieren muss das gesamte Material entfernt werden!

Weißklee (Trifolium repens)
Höhe: 5–30 cm. Blütezeit: Mai–September, Ausläufer bildende Pflanze.
Verträgt Tritt.
Merkmale: kleine weiße Schmetterlingsblüten in endständigen Köpfchen; starke Ausbreitung über oberirdische Ausläufer und Samen. Standort: liebt lehmige, kalkhaltige Böden; besonders stark breitet er sich in ungedüngten Rasenflächen aus. So werden Sie ihn los: Mechanisch ist er nicht auszurotten; Vertikutieren führt zu weiterer Ausbreitung; eine kräftige Stickstoffdüngung kann ihn zurückdrängen; chemisch ist er gut zu bekämpfen.
Vorsicht beim VertikutierenBeim Ehrenpreis nützt das Vertikutieren nach der Blüte, weil es den Bestand schwächt. Beim Weißklee ist es genau umgekehrt — das Messer zerschneidet ihn in Stücke, die neu anwurzeln, und danach ist mehr Klee im Rasen als vorher. Prüfen Sie deshalb vor dem Vertikutieren, welches der beiden Unkräuter in Ihrem Rasen überwiegt.
Unkraut im Rasen entfernen: Unkrautstecher, Nachsaat und selektives Rasenherbizid
Ein dauerhaftes Ergebnis erreichen Sie nur mit der Kombination mehrerer Schritte. Weder das Ausstechen allein noch die Spritzung allein genügt — bleiben in der Grasnarbe Lücken, besetzt sie die nächste Unkrautgeneration aus dem Samenvorrat im Boden.
- Mechanisch, mitsamt der ganzen Wurzel. Der Unkrautstecher fährt unter die Rosette und zieht die Pflanze samt Wurzel heraus. Ideal sind feuchter Boden nach Regen und die Zeit vor der Aussamung. Bei Löwenzahn und Wegerich ist das der zuverlässigste Weg.
- Kahle Stellen sofort nachsäen. Nach jedem Stechen bleibt ein Loch im Rasen. In die frisch geöffnete Stelle wird etwas Erde eingearbeitet und Saatgut eingestreut; das Vorgehen entspricht dem bei der Rasenregeneration oder bei der Raseneinsaat.
- Regelmäßig mähen, aber nicht zu tief. Die meisten Unkräuter verschwinden bei regelmäßigem Mähen von selbst. Eine Schnitthöhe von 4–5 cm beschattet den Boden, sodass Unkrautsamen weniger Licht zum Keimen bekommen.
- Vertikutieren je nach Art. Den Ehrenpreis schwächt es nach der Blüte, den Weißklee breitet es dagegen aus. Das Material muss nach dem Vertikutieren vollständig vom Rasen entfernt werden, sonst wurzeln die Stängelstücke neu an.
- Selektives Rasenherbizid. Für Rasen zugelassene Mittel wirken auf zweikeimblättrige Pflanzen und lassen die Gräser stehen. Angewendet wird bei Windstille, in der Dosierung laut Etikett und mit Schutzausrüstung; beim Gamander-Ehrenpreis ist der chemische Weg allerdings nicht zuverlässig.
Der wichtigste und dauerhafteste Schritt ist die Dichte des Bestands. Ein geschlossener Rasen lässt den Unkrautsamen keine freie Erde zum Keimen, ein lückiger Bestand verunkrautet dagegen von selbst. Zur Dichte führt regelmäßiges Rasendüngen über die Saison verteilt — die Sommerdüngung hält den Bestand durch die Hitze und die Herbstdüngung bereitet ihn auf den Winter vor. Beim Weißklee bestätigt das sein eigenes Verhalten: Am stärksten breitet er sich gerade in ungedüngten Rasenflächen aus.
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Häufige Fragen zu Unkraut im Rasen
Wie wird man Klee im Rasen los?
Mechanisch gelingt das praktisch nicht — ausgerissene Ausläufer zerfallen in Stücke, die neu anwurzeln, und Vertikutieren breitet den Klee sogar aus. Wirksam ist der chemische Weg mit einem für Rasen zugelassenen selektiven Herbizid. Langfristig weicht Klee dort zurück, wo der Rasen genug Stickstoff bekommt: In ungedüngten Rasenflächen breitet er sich am stärksten aus.
Wie entfernt man Löwenzahn aus dem Rasen?
Mit dem Unkrautstecher und immer mitsamt der Pfahlwurzel — aus jedem Wurzelrest im Boden treibt die Pflanze wieder aus. Am besten geht das nach Regen in feuchtem Boden und vor der Aussamung, solange die Pusteblumen noch nicht durch den Garten fliegen. Die kahle Stelle muss danach sofort nachgesät werden.
Welches Unkraut im Rasen blüht gelb?
Am häufigsten der Löwenzahn (Taraxacum officinale) mit gelben Blütenkörbchen auf hohlem Stiel, nach der Blüte mit runder weißer Pusteblume. Weiß blühen Gänseblümchen und Weißklee, azurblau der Gamander-Ehrenpreis.
Was ist kriechendes Unkraut im Rasen?
Unkraut, das sich nicht vor allem über Samen vermehrt, sondern über oberirdische Ausläufer, die sich seitlich ausbreiten. In deutschen Rasenflächen sind das vor allem Weißklee und Gamander-Ehrenpreis. Mähen stoppt sie nicht, weil sie unterhalb des Messers wachsen, und abgetrennte Stängelstücke können neu anwurzeln.
Wann sollte man gegen Unkraut im Rasen vorgehen?
Im Frühjahr und Frühsommer, also vor der Aussamung. Eine einzige Löwenzahnpflanze entlässt Tausende Samen in den Rasen, die dann auf jeder kahlen Stelle keimen. Den Gamander-Ehrenpreis schwächt man durch Vertikutieren erst nach der Blüte, also etwa ab Juli.
Hilft Vertikutieren gegen Unkraut im Rasen?
Das hängt von der Art ab. Den Gamander-Ehrenpreis schwächt Vertikutieren nach der Blüte, das ausgekämmte Material wird vom Rasen entfernt. Weißklee breitet sich nach dem Vertikutieren dagegen noch stärker aus, weil die zerschnittenen Ausläufer anwurzeln. Vor allem nützt Vertikutieren dem Gras selbst: Es lockert die Grasnarbe und ist gegen Moos die grundlegende Maßnahme.
Verschwindet Unkraut im Rasen von selbst?
Die meisten Unkräuter verschwinden bei regelmäßigem Mähen von selbst — das Mähen erschöpft sie, bevor sie zur Blüte kommen. Problematisch bleiben nur die Arten, die ihre Blätter flach an den Boden drücken (Wegerich, Gänseblümchen, Löwenzahn) oder sich über kriechende Ausläufer ausbreiten (Klee, Ehrenpreis). Genau auf sie lohnt es sich, sich zu konzentrieren.
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