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Pflaumenwickler

Wurmige Pflaumen mit einem Gummifluss-Tropfen an der Frucht. Wie Sie den Pflaumenwickler erkennen, wann die Pheromonfalle hängen muss und was mit befallenen Früchten geschieht.

Pflaumenwickler – Ursache für wurmige Pflaumen

Der Pflaumenwickler (Cydia funebrana) ist der Verursacher der klassischen wurmigen Pflaumen. Er befällt Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen, aber auch Aprikosen und Pfirsiche. Der Falter ist ein unauffälliger graubrauner Schmetterling von etwa einem Zentimeter, der in der Dämmerung fliegt — deshalb bekommt ihn der Gärtner meist nie zu sehen und bemerkt erst die Folgen.

Schaden richtet die Larve an, eine rosafarbene Raupe, die sich bis zum Kern in die Frucht frisst. Eine befallene Frucht erkennt man leicht: An der Einstichstelle tritt ein Tropfen klarer Gummifluss aus, die Frucht wird vorzeitig gelb, welkt und fällt ab. Innen finden Sie einen mit Kot gefüllten Gang.

Pro Jahr gibt es meist zwei Generationen. Die erste fliegt im Mai und Juni und befällt die jungen Früchte, die zweite im Juli und August — und die ist schlimmer, denn ihre Raupen sitzen genau zur Erntezeit in den Früchten. Die Raupen der zweiten Generation überwintern in einem Gespinst unter der Borke oder im Boden.

Pheromonfalle für den Pflaumenwickler

Pflaumenwickler – typischer Gummifluss-Tropfen an der Pflaume

Eine Pheromonfalle vernichtet den Pflaumenwickler zwar nicht vollständig, lockt mit Pheromonen aber die Männchen an, die in der Falle hängen bleiben und die Weibchen dadurch nicht mehr begatten können; die Weibchen legen dann keine Eier in die Früchte. Außerdem ist die Pheromonfalle ein wichtiges Hilfsmittel, um einen Überblick zu bekommen, welche Schädlinge in welcher Zahl in Ihrem Garten (Ihrem Dorf, Ihrer Gemeinde, Ihrer Kleingartenanlage) unterwegs sind. Nach der Zahl der Falter richtet sich dann die angemessene Vorgehensweise, damit die Ernte so weit wie möglich gerettet werden kann. An der Pheromonfalle kommt der Pflaumenwickler nicht vorbei, denn ihr Duft trägt kilometerweit.

Leimtafeln und Gelbtafeln gegen den Pflaumenwickler

Pflaumenwickler – Leimbänder am Stamm

Leimtafeln sind ein gutes Mittel, um Schädlinge loszuwerden, ohne zu chemischen Spritzmitteln greifen zu müssen. Leimtafeln sind Bestandteil der Pheromonfallen (siehe oben), denn an ihnen bleiben die angelockten Männchen kleben. Daneben gibt es einzelne Leim- und Gelbtafeln, die man in Bäume und Sträucher, zu Gemüse und auch zu Zimmerpflanzen hängen kann. An den Tafeln bleiben dann verschiedene Schädlinge hängen, darunter Falter und Raupen des Pflaumenwicklers. Eine Tafel pro Baum genügt.

Ideal ist es, wenn Sie die Tafeln mindestens einmal pro Woche kontrollieren und gegen neue austauschen, sobald zu viel daran hängt. Danach können Sie auch entscheiden, welche weitere Maßnahme Sie ergreifen (Spritzmittel, Hausmittel oder rein mechanische Maßnahmen wie Leimringe und Absammeln).

Pflaumenwickler bekämpfen und vorbeugen

Pflaumenwickler – rosafarbene Raupe im Fruchtfleisch der Pflaume

Beim Pflaumenwickler entscheidet der Zeitpunkt, nicht die Wahl des Mittels. Die Raupe ist nur in dem kurzen Moment verwundbar, in dem sie schlüpft und über die Fruchtoberfläche kriecht — hat sie sich erst einmal eingebohrt, kommt nichts mehr an sie heran. Deshalb hängt alles davon ab, wann die Falter fliegen.

  • Die Pheromonfalle ist die Grundlage, auch wenn Sie gar nicht spritzen wollen. Sie dient nicht dem Abtöten, sondern dazu, dass Sie wissen, wann die Falter fliegen. Hängen Sie sie Mitte April in die Krone und kontrollieren Sie zweimal wöchentlich — eine etwaige Maßnahme erfolgt acht bis zehn Tage nach dem Höhepunkt des Fangs, also erst dann, wenn die Raupen zu schlüpfen beginnen.
  • Sammeln Sie befallene Früchte ab und entsorgen Sie sie — also die, die vorzeitig gelb werden und abfallen. Die Raupe verlässt die Fallfrucht und überwintert, abgefallene Pflaumen unter dem Baum sind daher eine direkte Investition in die nächste Generation. Nicht auf den Kompost geben.
  • Reinigen Sie im Herbst die Borke und entfernen Sie lose Borkenschuppen, unter denen die Raupen überwintern. Hilfreich ist auch ein Leimring am Stamm, der im August angelegt wird und in dem sich die zum Stamm kriechenden Raupen verfangen.
  • Fördern Sie natürliche Gegenspieler. Die Raupen des Wicklers werden von Meisen und anderen Kleinvögeln erbeutet — eine einzige Meise holt im Winter eine enorme Menge überwinternder Gespinste aus der Krone. Ein Nistkasten im Obstgarten wirkt gegen den Wickler besser als die meisten Maßnahmen.
  • Biologische Präparate auf Basis von Bacillus thuringiensis wirken gegen junge Raupen und haben eine kurze Wartezeit, eignen sich also auch für Früchte kurz vor der Ernte.
  • Wenn Sie chemisch spritzen möchten, prüfen Sie die aktuell für Pflaumen und den Pflaumenwickler im Haus- und Kleingarten zugelassenen Mittel im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL — Zulassungen ändern sich jedes Jahr, ältere Empfehlungen aus Ratgebern gelten meist nicht mehr. Achten Sie auf die Wartezeit, denn die zweite Generation reicht in die Erntezeit hinein.

Der häufigste Fehler: blind zu spritzen, während die Falter fliegen. Zu dieser Zeit liegen noch Eier, die Raupen sind nicht geschlüpft — bis dahin ist das Mittel verflogen. Ohne Pheromonfalle lässt sich der richtige Termin nur schwer abschätzen.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass der Pflaumenwickler meine Pflaumen befallen hat?

An einem Tropfen klaren Gummiflusses auf der Fruchtoberfläche an der Einstichstelle. Die Frucht wird dann vorzeitig gelb, welkt und fällt ab, innen liegt ein Gang mit Kot und eine rosafarbene Raupe. Verwechseln Sie das nicht mit der Monilia-Fruchtfäule, die auf der Frucht graue Pilzringe ohne Gummifluss bildet.

Wie viele Generationen hat der Pflaumenwickler pro Jahr?

Meist zwei. Die ersten Falter fliegen im Mai und Juni und befallen die jungen Früchte, die zweite Generation im Juli und August — und die ist schlimmer, weil ihre Raupen genau zur Erntezeit in den Früchten sitzen. In warmen Jahren kann eine dritte Generation teilweise ausgebildet sein.

Wann hängt man die Pheromonfalle auf?

Mitte April, noch vor Beginn des Fluges. Kontrollieren Sie sie zweimal wöchentlich und notieren Sie die Fänge — eine etwaige Maßnahme erfolgt acht bis zehn Tage nach dem Höhepunkt des Fangs, wenn die Raupen schlüpfen. Eine Falle deckt mehrere Bäume ab; sie dient der Überwachung, nicht dem Abtöten.

Kann man befallene Pflaumen essen?

Nach dem Herausschneiden der beschädigten Stelle ja, geschmacklich sind sie aber schlechter und faulen schnell, weil durch die Öffnung Pilze in die Frucht gelangen. Zum Dörren und zum Einmaischen taugen sie nicht. Abgefallene befallene Früchte sammelt man am besten ab und entsorgt sie, statt sie zu kompostieren — die Raupe verlässt sie und überwintert.

Helfen Leimtafeln?

Teilweise. Sie fangen Falter und kriechende Raupen, lösen das Problem aber nicht allein — der Wickler legt trotzdem Eier ab. Nützlicher ist ein Leimring am Stamm im August, in dem sich die zum Stamm kriechenden Raupen auf dem Weg ins Winterquartier verfangen, und vor allem die Pheromonfalle zur Überwachung des Fluges.

Was tun gegen den Pflaumenwickler, wenn ich nicht spritzen möchte?

Es funktioniert die Kombination aus drei Dingen: konsequentes Absammeln befallener und abgefallener Früchte, Leimring und Reinigung der Borke im Herbst sowie Nistkästen für Meisen. Die ganze Ernte rettet das nicht, aber es drückt die Population des Wicklers Jahr für Jahr. Eine etwaige gezielte Maßnahme genügt dann einmal, auf Grundlage der Falle.

Befällt der Pflaumenwickler auch anderes Obst?

Ja — außer Pflaumen befällt er Zwetschgen, Mirabellen, Aprikosen und Pfirsiche, also Steinobst. Apfel- und Birnbäume befällt eine andere Art, der Apfelwickler (Cydia pomonella), der auf die gleiche Weise schädigt, aber ein eigenes Pheromon hat; eine Falle für den Pflaumenwickler wirkt bei ihm nicht.