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Wiesenraute

Stattliche Staude für den lichten Schatten von Gehölzen, die in den Gärten kaum jemand nutzt. Die Arten reichen von 40 cm bis fast zwei Meter.

Die Wiesenraute ist eine Staude, die sich ideal für naturnahe Pflanzungen in der Nähe von Gehölzen eignet. Sie gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und ist in Europa und Westchina verbreitet.

  • Standort: Wechselnd sonnig bis halbschattig — am besten im lichten Schatten von Gehölzen.
  • Boden: Nährstoffreich und frisch.
  • Besonderheit: Die Pflanze passt hervorragend in den lichten Schatten von Gehölzen oder Mauern. Bei stärkerer Besonnung braucht sie allerdings mehr Bodenfeuchtigkeit.
  • Höhe: 40–180 cm, je nach Art.
  • Blütezeit: Mai bis August, je nach Art.
  • Vermehrung: Durch Teilung.
  • Wuchs: Horstbildend, oft stattlich.

Arten und Sorten

Die Arten der Wiesenraute unterscheiden sich vor allem in der Höhe, und die entscheidet darüber, wohin die Pflanze gehört: von der vierzig Zentimeter kleinen Thalictrum minus im Steingarten bis zur fast zwei Meter hohen Thalictrum delavayi im Beethintergrund.

Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium)

Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium) mit lilafarbenen, fedrigen Blütenbüscheln
  • Höhe: Bis 1 m.
  • Blüten: Zarte lilafarbene Blüten in verzweigten Rispen (blüht von Mai bis Juli).
  • Blätter: Dreiteilig, ähnlich der Akelei.

Chinesische Wiesenraute (Thalictrum delavayi, früher T. dipterocarpum)

Chinesische Wiesenraute (Thalictrum delavayi) mit rosa-violetten Blüten an dünnen, verzweigten Stielen
  • Herkunft: Westchina.
  • Höhe: Bis 1,8 m.
  • Blüten: Rosa bis hellviolett, in lockeren Rispen (blüht im Juni und Juli).
  • Standort: Kühler Schatten von Mauern, frischer bis feuchter, saurer Boden.

Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus „Adianthifolium“)

  • Höhe: Nur 40 cm.
  • Blüten: Gelblich (blüht im Mai und Juni).
  • Blätter: Stark geteilt.
Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus 'Adianthifolium') mit gelblichen, nickenden Blüten

Die Wiesenraute ist eine geschätzte Wildstaude für die Pflanzung im lichten Schatten, die sich ganz selbstverständlich an Gehölze anlehnt. Ihr horstiger Wuchs und die schwebenden Blütenrispen machen sie zu einer ausgezeichneten Wahl für naturnah gestaltete Gärten.

Standort, Pflanzung und Pflege

Die Wiesenraute ist eine Staude, die Gärtner übersehen, und das ist schade — sie gehört zu den besten Pflanzen für den lichten Schatten von Gehölzen, also für Plätze, an denen die meisten Blütenstauden ohne Blüten bleiben. Das feine, akeleiähnliche Laub ist dabei die ganze Saison über eine Zierde, auch außerhalb der Blüte.

  • Ideal ist lichter, wandernder Schatten — unter hoch aufgeasteten Bäumen, an der Nord- oder Ostseite einer Mauer. In der vollen Sonne hält die Wiesenraute durch, braucht dafür aber dauerhaft feuchten Boden.
  • Nährstoffreicher, frischer Boden, humos, nie lange austrocknend. Trockener Boden in voller Sonne ist die einzige Kombination, die der Wiesenraute wirklich nicht bekommt.
  • Geben Sie hohen Arten eine Stütze. Die Chinesische Wiesenraute legt sich mit knapp zwei Metern nach Regen hin und richtet sich ohne Hilfe nicht wieder auf. Am elegantesten löst das ein im Frühjahr gesetzter Staudenring, den die Pflanze durchwächst und verdeckt.
  • Lassen Sie sie stehen. Die Wiesenraute wird Jahr für Jahr besser, und jedes Umpflanzen wirft sie zurück — teilen Sie die Horste nur dann, wenn Sie sie wirklich vermehren wollen, und zwar im zeitigen Frühjahr.
  • Pflanzen Sie zu dritt, nicht einzeln. Die Wiesenraute wächst luftig und locker, eine einzelne Pflanze geht im Beet unter.
  • Schneiden Sie sie im Herbst nicht sofort zurück — die trockenen Stängel sehen im Frost gut aus und schützen den Horst. Rückschnitt erst im Vorfrühling.

Wiesenraute düngen

Die Wiesenraute gehört zu den Stauden, bei denen man das Düngen wirklich sieht — die stattlichen Arten müssen jedes Jahr einen fast zwei Meter hohen Trieb aufbauen und brauchen dafür nährstoffreichen Boden. Zugleich gilt aber: bei hohen Arten führt ein Stickstoffüberschuss zum Umkippen.

  • Im Frühjahr eine Gabe organischen Düngers, sobald die Pflanze austreibt.
  • Kompostmulch ist bei der Wiesenraute ideal — er düngt und hält gleichzeitig die Feuchtigkeit, was bei einer Pflanze, die Austrocknen nicht verträgt, wichtiger ist als die Nährstoffe selbst.
  • Eine zweite Gabe nach der Blüte, aber nur bei hohen Arten und nur schwach. So legt die Pflanze Reserven für das nächste Jahr an.
  • Übertreiben Sie es nicht mit Stickstoff. Üppige Stängel legen sich hin, und die lockeren Blütenrispen verlieren die Eleganz, die das Beste an der Wiesenraute ist.
  • In Gehölznähe den Dünger weiter weg vom Stamm ausbringen — in der Konkurrenz mit den Wurzeln der Bäume zieht die Wiesenraute bei den Nährstoffen den Kürzeren, und deshalb heißt es oft, sie „wolle im Schatten nicht wachsen“, obwohl der Grund der ausgezehrte Boden ist.

Häufige Fragen

Ist die Wiesenraute giftig?

Die Wiesenraute gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse, also zur selben wie Hahnenfuß und Sumpfdotterblume, und enthält Alkaloide. Sie wird nicht zum Verzehr angebaut und es werden weder Tees noch Auszüge aus ihr zubereitet. Sie zu pflanzen und anzufassen ist unproblematisch; setzen Sie sie nur nicht dorthin, wo kleine Kinder regelmäßig vorbeikommen und Blätter in den Mund stecken.

Wächst die Wiesenraute im Schatten?

Ja, und das ist eine der wenigen Verwendungen, in denen sie wirklich stark ist — der lichte Schatten von Gehölzen sagt ihr am meisten zu. Im tiefen Schatten blüht sie schwach, in der vollen Sonne braucht sie dauerhaft feuchten Boden. Die beste Kombination ist der wandernde Schatten hoch aufgeasteter Bäume und humoser Boden.

Wie hoch wird die Wiesenraute?

Je nach Art von 40 cm bis 180 cm. Am niedrigsten bleibt Thalictrum minus (40 cm), für Steingarten und Beetrand. Die Akeleiblättrige Wiesenraute erreicht einen Meter und ist die häufigste. Am höchsten wird die Chinesische Wiesenraute, früher als T. dipterocarpum geführt, die bis 180 cm schafft und in den Beethintergrund gehört.

Warum kippt meine Wiesenraute um?

Hohe Arten legen sich nach Regen praktisch immer, wenn sie keine Stütze haben — die feinen Stängel tragen schwere Blütenrispen. Geben Sie ihnen im zeitigen Frühjahr einen Staudenring, den sie durchwachsen und verstecken. Die zweite Ursache ist zu viel Stickstoff, nach dem die Stängel weich sind und auch ohne Regen nicht halten.

Wann und wie vermehrt man die Wiesenraute?

Durch Teilung des Horstes im zeitigen Frühjahr, sobald sie austreibt. Die Wiesenraute lässt sich auch aussäen, die Samen brauchen aber eine Kälteperiode — man sät im Herbst oder stellt das Saatgut vor der Frühjahrsaussaat einige Wochen kalt. Teilen Sie den Horst nicht ohne Not — die Wiesenraute wird mit den Jahren besser und braucht nach dem Teilen zwei Jahre, bis sie wieder in Form ist.

Womit kombiniert man die Wiesenraute?

Mit Pflanzen, die umgekehrt ein markantes, dichtes Blatt haben — Bergenien, Funkien, Farnen oder Purpurglöckchen. Die luftigen Rispen der Wiesenraute brauchen den Kontrast, sonst gehen sie unter. Zur Blüte passt gut der Fingerhut, der zur selben Zeit blüht und eine senkrechte Linie setzt.