Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata)
Ein Weibchen legt bis zu 800 Eier — deshalb entscheidet, wie früh Sie die Gelege an der Blattunterseite finden.
Kartoffelkäfer – ein gefürchteter Schädling

(Leptinotarsa decemlineata)
Der Kartoffelkäfer (
Leptinotarsa decemlineata) ist ein Blattkäfer, der ursprünglich vor allem in
Nordamerika vorkam, sich mit dem Kartoffelanbau aber über die ganze Welt ausgebreitet hat. In Deutschland gilt er als der bedeutendste Schädling im Kartoffelanbau.
Der Käfer wird bis zu 11 mm lang. Seine Deckflügel sind gelblich weiß mit zehn schwarzen Längsstreifen, der Halsschild ist orange mit schwarzen Punkten.
Die Larven sind orangerot und schlüpfen aus den Eiern, die das Weibchen an die Blattunterseite der Kartoffelpflanzen legt. Gleich nach dem Schlüpfen beginnen sie, die Blätter zu fressen, bei starkem Befall bleiben nur die Blattrippen und Stängel stehen. Der Schaden zeigt sich als gelbliche Verfärbung und Vertrocknen der Blätter und kann bis zum Absterben der ganzen Pflanze führen. Wird der Befall nicht früh erkannt, breiten sich die Käfer über den ganzen Bestand aus und verursachen große Ertragsverluste.
Eier des Kartoffelkäfers

Die Eier des Kartoffelkäfers sind orange, und ein Weibchen legt in seiner Legezeit (etwa 4 bis 5 Wochen) bis zu 800 Eier. Die Eier sind rund 1 mm groß und liegen in Gelegen von etwa 30 Stück an der Blattunterseite. Je nach Temperatur schlüpfen die Larven nach 4 bis 15 Tagen — kontrollieren Sie die Pflanzen deshalb mindestens einmal pro Woche und zerdrücken Sie die Gelege gleich mit den Fingern. Larven abzusammeln ist deutlich mühsamer, und sie fressen bereits Löcher in die Blätter, die zum Vertrocknen und bei starkem Befall zum Absterben der Pflanze führen.
Kartoffelkäfer bekämpfen: Spritzmittel und andere Methoden
Im Erwerbsanbau kommen gegen den Kartoffelkäfer Insektizide zum Einsatz, die aber Umwelt und Gesundheit belasten können. Im Haus- und Kleingarten dürfen Sie ohnehin nur Pflanzenschutzmittel verwenden, die ausdrücklich für diesen Bereich zugelassen sind (§ 12 Pflanzenschutzgesetz).
Probieren Sie vorher mechanische und vorbeugende Maßnahmen aus: eine Mischkultur mit stark duftenden Kräutern wie Minze oder mit Tagetes, vor allem aber das Absammeln von Käfern, Larven und Eigelegen von den Kartoffelpflanzen. Wichtig ist auch die Vorbeugung — etwa eine weite Fruchtfolge und das regelmäßige Entfernen von Kartoffelkraut und Durchwuchskartoffeln, an denen die Käfer im Frühjahr zuerst auftauchen.
Der Kartoffelkäfer ist nicht nur wegen der Fraßschäden gefährlich, sondern auch, weil er ungünstige Witterung gut übersteht und sich dadurch über große Flächen verbreitet. Erkennen Sie den Befall rechtzeitig und wählen Sie eine passende Maßnahme, damit die Kartoffelernte keinen größeren Schaden nimmt.
DÜNGEE-Auszug als Nährstoffgabe für befallene Kartoffeln

Eine Pflanze, die der Kartoffelkäfer entlaubt hat, muss die Blattmasse neu aufbauen — und dafür braucht sie Nährstoffe. Ein Auszug aus DÜNGEE eignet sich dafür gut, weil Sie ihn gießen und auch über das Blatt sprühen können, sodass die Nährstoffe sofort an der Pflanze sind.
- Verhältnis: ein Teelöffel DÜNGEE auf einen Liter Wasser.
- Ziehen lassen: über Nacht, am besten mit einem Ausströmerstein aus dem Aquarium, oder wenigstens mehrmals umrühren und absetzen lassen.
- Anwendung: zuerst über das Blatt sprühen, den Rest an die Wurzeln gießen.
- Tipp: DÜNGEE lässt sich in einer Kaffeemühle feiner mahlen — dann löst er sich schneller im Wasser.
🚨 DÜNGEE ist ein Dünger, kein Pflanzenschutzmittel — gegen den Kartoffelkäfer hilft er nicht. Dafür nutzen Sie die Maßnahmen aus dem vorigen Abschnitt: Absammeln, Vorbeugung und im Notfall ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel. Eine gut versorgte Pflanze erholt sich vom Fraß allerdings schneller.
Kartoffelkäfer auf Tomaten
Der Kartoffelkäfer wechselt von der Kartoffel ohne Weiteres auf Tomaten, denn beide gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Besonders wenn in der Nachbarschaft die Kartoffeln abgeerntet werden und Sie im Garten Tomaten stehen haben, sollten Sie aufmerksam sein. Die Käfer laufen nicht nur, sie fliegen auch — sie können also sehr schnell im Garten auftauchen. Bei Befall an Tomaten gehen Sie genauso vor wie bei Kartoffeln — kontrollieren Sie die Blattunterseiten und sammeln Käfer, Larven und Gelege ab. Geschwächten Pflanzen hilft anschließend eine Düngung mit DÜNGEE, die den Tomaten kräftiges Wachstum, einen zügigen Blütenansatz und ausgereifte Früchte gibt. Pflanzenschutzmittel setzen Sie nur im äußersten Fall und maßvoll ein.
