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Kartoffelschorf

Kartoffelschorf ist eine bakterielle Krankheit, die durch Streptomyces scabies verursacht wird. Erfahren Sie, wie Sie die Symptome erkennen, Ihre Ernte sichern und widerstandsfähige Sorten auswählen.

Inhalt

Kartoffelschorf / gewöhnlicher Kartoffelschorf / aktinobakterieller Kartoffelschorf

Zwei Kartoffelknollen mit braunen Schorfflecken auf der Schale

(Streptomyces scabies)

Die Phoma-Fäule der Kartoffel wird leicht mit Schorf verwechselt – Kartoffelschorf wird dagegen durch das Bakterium Streptomyces scabies verursacht. Dieses Bodenpathogen befällt Kartoffeln und andere Pflanzen, zum Beispiel Wurzelgemüse.

Bei einer Infektion mit Streptomyces scabies bildet das Bakterium auf der Oberfläche der Knollen charakteristische Schorf- oder Geschwürstellen. Diese Schorfstellen sind braun und warzig und können an Wurzeln, Stängeln, Blättern und vor allem an den Knollen selbst auftreten. Die Infektion zeigt sich in der Regel an der Oberfläche, bei schwerem Befall kann jedoch auch das innere Gewebe der Knolle betroffen sein.

Kartoffelschorf ist vor allem ein ästhetisches Problem, da die Schorfstellen den Marktwert der Kartoffeln mindern und zu Ernteverlusten führen können. Befallene Kartoffeln sind in der Regel dennoch vollständig genießbar und sicher zum Verzehr.

Die Vorbeugung von Kartoffelschorf umfasst die Verwendung von gesundem Pflanzgut, eine weite Fruchtfolge (Kartoffeln sollten am selben Standort nur alle vier Jahre angebaut werden), die Einhaltung der richtigen Pflanztiefe, einen optimalen Boden-pH-Wert und eine gleichmäßige Bewässerung. Chemische Spritzungen können die Infektion ebenfalls eindämmen; dabei sind die Anwendungsvorschriften und Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten und ausschließlich Mittel zu verwenden, die im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind.

Ist Kartoffelschorf schädlich?

Gebratene Kartoffeln mit Brokkoli und Rosmarin in der Pfanne

Kartoffelschorf, verursacht durch das Bakterium Streptomyces scabies, ist in erster Linie ein ästhetisches Problem und kann sich negativ auf den Marktwert der Kartoffeln auswirken. Die Bakterien bilden auf der Knollenoberfläche charakteristische Schorf- oder Geschwürflecken, die die Kartoffeln für Verbraucher weniger attraktiv machen.

Wichtig ist jedoch der Hinweis, dass Kartoffelschorf in der Regel keine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt. Von Schorf befallene Kartoffeln sind nach wie vor vollständig genießbar und sicher zum Verzehr. Die Bakterien bilden keine Toxine, die für den Menschen schädlich wären. Es genügt, die Schale zu schälen – das Fruchtfleisch ist nicht beschädigt.

Die Hauptauswirkung des Kartoffelschorfs liegt in den wirtschaftlichen Verlusten für die Anbauer, vor allem wenn die Kartoffeln für den Verkauf auf Märkten mit hohen ästhetischen Standards bestimmt sind. Schorf kann den Marktwert senken und zu Ernteverlusten führen, insbesondere bei starkem Befall.

Mittel gegen Kartoffelschorf

Gegen Kartoffelschorf lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen vorgehen, zum Beispiel kein Kartoffelanbau auf demselben Beet innerhalb von 4 Jahren, kein Anbau auf leichten (sandigen) Böden, ausreichende Bewässerung während der Knollenbildung, keine kalkhaltigen Düngemittel, sondern eher sauer wirkende Dünger (Ammoniumsulfat, Superphosphat).

Ammoniumsulfat (NH4)2SO4 ist eine anorganische chemische Verbindung, die häufig als Stickstoffdünger in der Landwirtschaft eingesetzt wird. Sie besteht aus dem Ammoniumkation (NH4+) und dem Sulfatanion (SO4^2-).

Ammoniumsulfat ist eine Quelle von Stickstoff, einem wichtigen Nährstoff für Pflanzen. Beim Abbau von Ammoniumsulfat im Boden wird das Ammoniumion (NH4+) frei, das die Pflanzen über die Wurzeln aufnehmen und für Wachstum und Entwicklung nutzen können.

Die Verwendung von Ammoniumsulfat als Dünger bietet mehrere Vorteile. Dazu gehören hohe Wasserlöslichkeit, schnelle Verfügbarkeit des Stickstoffs und ein relativ niedriger Preis. Ammoniumsulfat wird für verschiedene Kulturen eingesetzt – Getreide, Gemüse, Obst und Rasenflächen –, um das Wachstum zu fördern und den Ertrag zu steigern.

Superphosphat ist ein Düngemittel, das in der Landwirtschaft zur Phosphorversorgung der Pflanzen dient. Es handelt sich um einen industriell hergestellten Dünger, der löslichen Phosphor in Form von Phosphaten enthält. Superphosphat kann aus natürlichem Phosphatgestein wie Apatit oder aus chemisch aufbereitetem Phosphatgestein hergestellt werden.

Der Herstellungsprozess von Superphosphat umfasst in der Regel die Reaktion des Phosphatrohstoffs mit Schwefelsäure. Das Ergebnis ist lösliches Calciumdihydrogenphosphat (Ca(H2PO4)2), das für Pflanzen leicht verfügbar ist. Superphosphat wird häufig als Granulat oder Pulver hergestellt und entweder vor der Pflanzung oder während der Vegetationsperiode in den Boden eingearbeitet.

Phosphor ist ein wichtiger Nährstoff für Pflanzen und fördert Wachstum, Wurzelentwicklung, Blüte und Fruchtbildung. Ein Phosphormangel kann die Entwicklung der Pflanzen einschränken und den Ertrag verringern. Superphosphat wird vor allem bei Kulturen mit höherem Phosphorbedarf eingesetzt: Getreide, Wurzelgemüse, Obst und Rasenflächen.

Es ist wichtig, Superphosphat und andere Düngemittel mit Bedacht und gemäß den Empfehlungen von Fachleuten einzusetzen. Ein übermäßiger Einsatz von Phosphatdüngern kann der Umwelt schaden, vor allem wenn sie in Gewässer gelangen und eine Eutrophierung auslösen. Die richtige Dosierung und ordnungsgemäße Anwendung sind entscheidend für eine nachhaltige Landwirtschaft und den Schutz der Umwelt.

Schorfresistente Kartoffelsorte

Kartoffelpüree mit Butter in einer Holzschale

Schorfresistente Kartoffelsorten sind zum Beispiel Annabelle. Es handelt sich um ovale, mittelgroße Knollen mit glänzend gelber Schale und festkochendem Fleisch, aus dem sich ein hervorragendes Kartoffelpüree zubereiten lässt. Bei Annabelle müssen Sie sich um Schorf kaum Sorgen machen, die Sorte gilt als wenig anfällig.

Eine weitere schorfresistente Sorte ist Rosara – eine frühe Tafelsorte, die bereits nach 80 Tagen reift. Sie eignet sich für viele Gerichte und lässt sich relativ gut lagern. Auch sie leidet kaum unter Schorf.