Phoma-Fäule der Kartoffel
Die Phoma-Fäule der Kartoffel ist eine Lagerkrankheit, die der Pilz Boeremia exigua verursacht. Sie zeigt sich an braunen, eingesunkenen Flecken auf der Knolle. So lagern Sie Ihre Ernte richtig und stoppen die Ausbreitung.
Inhalt
Phoma-Fäule der Kartoffeln – Lagerfäule

(Boeremia exigua, syn. Phoma foveata)
Fusarium-Knollenfäule und Phoma-Fäule werden leicht verwechselt. Die Phoma-Fäule verursacht der Pilz Boeremia exigua. Diese Krankheit ist relativ häufig und kann erhebliche Ertragsverluste bei Kartoffeln verursachen. Sie tritt allerdings als Lagerfäule auf, also erst während der Lagerung.
Die Phoma-Fäule zeigt sich an braunen, eingesunkenen Nekroseflecken auf der Knolle. Diese Flecken vergrößern sich nach und nach und breiten sich über die Schale aus. Häufig kommt ein fauliger Geruch dazu. Betroffen ist meist zuerst die Oberfläche; dringt der Pilz tiefer ein, bräunt und zerfällt auch das Knollenfleisch.
Die Phoma-Fäule verbreitet sich vor allem über infizierte Pflanzknollen; im Boden überdauert der Pilz an Ernterückständen. Die Symptome zeigen sich meist erst nach der Ernte und entwickeln sich während der Lagerung weiter.
Zur Vorbeugung gehört gesundes Pflanzgut aus zuverlässiger Herkunft, am besten zertifizierte Pflanzkartoffeln. Wichtig sind außerdem eine Fruchtfolge von drei bis vier Jahren und das Entfernen von Ernterückständen aus dem Beet. Tritt die Krankheit auf, sortieren Sie befallene Knollen sofort aus und lagern Sie sie nicht ein.
Phoma-Fäule der Kartoffeln – Schadwirkung

Die Phoma-Fäule kann den Kartoffelertrag deutlich mindern und wirtschaftliche Verluste verursachen. Sie gehört zu den Lagerkrankheiten, die im Keller innerhalb weniger Wochen größere Mengen verderben lassen.
Die Krankheit befällt nicht nur die Schale, sondern kann auch ins Knolleninnere vordringen, wo das Gewebe braun wird und zerfällt. Das beeinträchtigt Qualität und Geschmack so stark, dass die Knollen weder zum Verzehr noch zur Verarbeitung taugen.
Die Phoma-Fäule beschleunigt außerdem den Verderb der Kartoffeln im Lager, wodurch weitere Verluste entstehen.
Ein starker Befall kann sich auch negativ auf einen nachhaltigen Kartoffelanbau auswirken, weil dann eher zu chemischen Beizmitteln gegriffen wird, um die Verluste zu begrenzen.
Sind Kartoffeln mit Phoma-Fäule noch essbar?
Von Phoma-Fäule befallene Kartoffeln sind in der Regel nicht mehr zum Verzehr geeignet. Die Krankheit lässt das Gewebe bräunen und zerfallen, was Qualität und Geschmack deutlich verschlechtert. Flecken und weiche Stellen bedeuten in aller Regel, dass die Knolle nicht mehr auf den Teller gehört.
Bei Phoma-Fäule ist es wichtig, befallene Knollen auszusortieren und nicht zu verzehren. Greifen Sie lieber zu gesunden Kartoffeln ohne Krankheitsanzeichen.
Auch im Handel ist damit zu rechnen, dass von Phoma-Fäule befallene Kartoffeln nicht zur Verarbeitung zu Lebensmitteln wie Chips oder Kartoffelpüree angenommen werden – die Qualität stimmt nicht und das Endprodukt leidet darunter.
Wichtig ist, die üblichen Hinweise zum Verzehr von Kartoffeln zu beachten und im Zweifel keine verdächtige Knolle zu verwenden: Kleine, klar begrenzte Faulstellen lassen sich großzügig wegschneiden, weiche oder riechende Knollen gehören ganz auf den Kompost.
Kartoffeln richtig lagern und Phoma-Fäule vorbeugen
Als guter Schutz erweisen sich nicht nur gesundes Pflanzgut, sondern auch die Ernte ausschließlich ausgereifter Knollen, möglichst wenig mechanische Beschädigung beim Roden, Transport und Einlagern sowie die Einlagerung ausschließlich trockener Knollen (dazu lässt man sie rund vier Wochen bei etwa 15 °C abtrocknen, damit kleine Verletzungen abheilen). Danach lagern Kartoffeln am besten dunkel bei 4 bis 8 °C – ideal ist ein kühler, luftiger Keller. Der Kühlschrank eignet sich nicht, weil dort Stärke in Zucker umgewandelt wird.
Ebenso wichtig ist eine weite Fruchtfolge: Kartoffeln sollten frühestens nach drei bis vier Jahren auf dieselbe Fläche zurückkehren, weil der Pilz an Ernterückständen im Boden überdauert. Kontrollieren Sie das Lager außerdem regelmäßig – am besten alle zwei bis drei Wochen – und nehmen Sie befallene Knollen sofort heraus, bevor die Fäule auf gesunde Nachbarn übergreift. Hilfreich ist auch eine gute Belüftung, damit sich an den Knollen kein Kondenswasser bildet; Feuchtigkeit ist der wichtigste Auslöser für Lagerfäulen.
