Weißer Senf (Sinapis alba)
Eine alte einjährige Kulturpflanze.
Standort: sonnig; durchlässiger, sandiger Boden, leicht kalkhaltig.
Höhe: bis 1,2 m.
Blütezeit: Juni–Juli.
Vermehrung: durch Aussaat.
Die ursprüngliche Heimat des weißen Senfs ist wahrscheinlich der Mittelmeerraum und Vorderasien. Dieses alte Gewürz wird bereits in der Bibel erwähnt und wurde lange vor unserer Zeitrechnung angebaut. So konnte die Pflanze aus Kulturen immer wieder verwildern und wächst heute in Europa, Asien und Amerika. Größere Anbaugebiete befinden sich in den Balkanländern, in der Tschechischen Republik, in den Niederlanden und in Ostfriesland.
Der einjährige weiße Senf gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Die Samen enthalten fettes Öl, Eiweiß, Schleim und das Glykosid Sinalbin.
Im Garten kann weißer Senf ab Mitte März gesät werden. Er stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, mag Sonne und Wärme und bevorzugt eher Trockenheit als Staunässe. Neben dem Anbau als Gewürz für Samen können ganz junge Blätter als Salat geerntet werden (ähnlich wie Kresse).
Wirkung: fördert die Verdauung und Entwässerung.
Verwendung der Samen:
- zum Einlegen von Kürbissen, Gurken, roten Rüben und Fisch,
- zum Würzen vieler Wurstwaren,
- gemahlen zur Herstellung von Tafelsenf.
In der Heilkunde wird weißer Senf heute ebenso wie schwarzer Senf äußerlich als Hautreizmittel verwendet.
Ackersenf = Feldsenf
- Ackersenf, auch Feldsenf genannt, ist eher eine Unkrautpflanze. Es handelt sich ebenfalls um eine einjährige Pflanze, ähnlich wie der Saatsenf. Dem Saatsenf ähnelt er, weist jedoch einige unterschiedliche Merkmale auf:
Gesamthabitus der Pflanze: Er erreicht gewöhnlich eine Höhe von 30–80 cm. Er hat ein aufrechtes und verzweigtes Erscheinungsbild. Er wächst schnell und passt sich gut an verschiedene Bodentypen an.
Blätter: Die Blätter des Ackersenfs sind wechselständig, fiederteilig und haben gezackte Ränder. Sie ähneln den Blättern des Saatsenfs.
Blüten: Die Blüten des Ackersenfs sind hellgelb bis sattgelb gefärbt. Wie beim Saatsenf sind die Blüten in Trauben angeordnet.
Früchte: Die Frucht sind Schoten, die Samen enthalten. Die Samen sind rund und haben eine braune Farbe.
Ackersenf ist eine Unkrautpflanze, die in landwirtschaftlichen Kulturen (am häufigsten Getreide) und auf unbebauten Flächen vorkommen kann. Die Pflanze ist bekannt für ihre Fähigkeit, ungenutzte Flächen schnell zu besiedeln. Aufgrund seiner Fähigkeit zum schnellen Wachstum und zur Anpassung gilt Ackersenf als unerwünschte Pflanze auf Feldern, wo er den angebauten Kulturen Nährstoffe entzieht.
Vollkornsenf und weitere Senfarten
Die Herstellung von Vollkornsenf umfasst mehrere Schritte, insbesondere die Verarbeitung und das Mahlen von Senfkörnern. Für Senf werden in der Regel mindestens diese zwei Zutaten benötigt:
- Senfkörner: In der Regel werden Körner von weißem Senf (Sinapis alba) oder braunem Senf (Brassica juncea) verwendet.
- Essig: Er ist notwendig, um den sauren Geschmack zu erzielen.
Senf wird dann nach folgendem Verfahren hergestellt: Die Senfkörner werden fein gemahlen. Die gemahlenen Körner werden mit Essig und weiteren Zutaten gemäß dem Rezept vermischt. Manchmal werden auch Salz und Zucker hinzugefügt. Die Mischung wird zur Gärung stehen gelassen, damit sich der typische Geschmack und das Aroma entwickeln können. Die Fermentation dauert mehrere Tage bis Wochen. Sobald der gewünschte Geschmack erreicht ist, wird die Mischung erhitzt, um die Enzyme zu zerstören und die Fermentation zu stoppen. Der fertige Senf wird in Gläser oder Fläschchen abgefüllt und zur Verteilung bereitgestellt.
Weitere Senfarten
Neben Vollkornsenf gibt es auf dem Markt viele andere Senfarten. Es kommt auf die Konsistenz, den Mahlgrad und die hinzugefügten Zutaten an. Einige der Sorten sind folgende:
Dijon-Senf: Seine Hauptzutat sind weiße Senfkörner, Wein (oft Weißwein) und Essig. Dijon-Senf hat eine glattere Konsistenz und einen feineren Geschmack als traditioneller Vollkornsenf.
Elsässer Senf – dieser Senf ist leicht süßlich und wird mit Kräutern verfeinert. Er gilt als einer der feinsten französischen Senfe.
- Bretonischer Senf – ein weiterer französischer Senf, bei dem diesmal Meeresalgen die besondere Zutat sind.
- Kremser Senf – dieser Senf stammt aus der österreichischen Stadt Krems und wird aus grob gemahlenem gelbem und braunem Senfsamen, Zucker, Salz, unvergorenen Weinmost und Weinessig hergestellt.
Kaninchen in Senf - ein Rezept, das Sie lieben werden
Und damit es nicht nur bei Worten bleibt, bringen wir Ihnen ein beliebtes Rezept, bei dem Sie Senf zu 100 % nutzen können.
Was Sie benötigen:
- 1 Kaninchen (in einzelne Portionen zerteilt)
- 2 Esslöffel Vollkornsenf
- 2 Esslöffel Dijonsenf
- 2 Esslöffel Olivenöl
- 2 Teelöffel Honig
- 2 Knoblauchzehen (in dünne Scheiben geschnitten)
- frischer Thymian (nach Geschmack)
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
So gehen Sie vor:
Marinade zubereiten: Vermischen Sie in einer Schüssel den Vollkornsenf, den Dijonsenf, das Olivenöl, den Honig, den Knoblauch, den frischen Thymian, Salz und Pfeffer. Diese Mischung wird die Marinade für das Kaninchen.
Kaninchen marinieren: Legen Sie die Kaninchenstücke in eine tiefe Schüssel oder einen Bräter und bestreichen Sie sie mit der Marinade. Stellen Sie sicher, dass alle Teile des Kaninchens gut mit der Marinade bedeckt sind. Lassen Sie das Kaninchen mindestens 30 Minuten oder idealerweise über Nacht im Kühlschrank marinieren, damit es das Aroma und den Geschmack aller Zutaten gut aufnehmen kann.
Heizen Sie den Ofen auf 180 °C vor.
Kaninchen braten: Geben Sie die Kaninchenstücke mit der Marinade in einen Bräter und backen Sie sie im vorgeheizten Ofen etwa 45–60 Minuten oder bis das Fleisch weich und gut durchgegart ist. Während des Bratens können Sie das Kaninchen gelegentlich mit der Marinade übergießen.
Servieren: Servieren Sie das Gericht warm, garniert mit frischem Thymian. Sie können es mit Reis, Kartoffelpüree oder Gemüsebeilagen nach Ihrem Geschmack servieren.
Dieses Rezept bietet eine Kombination aus süßem und würzigem Geschmack dank der Kombination aus Vollkornsenf, Dijonsenf und Honig.
