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Thymian (Thymus): Anbau, Arten und Blütezeit

Aromatischer Thymian (Thymus) ist eine anspruchslose Staude für Garten und Küche. Er wächst in der Sonne, stellt kaum Ansprüche an den Boden und eignet sich als Bodendecker. Ideal für Bienen.

Kriechende oder niedrig wachsende, aromatisch duftende Stauden oder Halbsträucher, zugleich Gartenschmuck und Gewürz.

  • Standort: sonnig; in kalten Lagen ist Winterschutz nötig; durchlässiger, sandiger, magerer Boden.
  • Wuchshöhe: 5 – 30 cm.
  • Blütezeit: Mai – September.
  • Vermehrung: durch Aussaat, Teilung und Stecklinge.

Thymian – vor allem die Arten, die als Gewürzthymian als Heil- und Duftpflanze sowie als Küchengewürz genutzt werden – war vermutlich schon in der Antike bekannt.

Die mehrjährigen, oft auch im Winter grünen Stauden aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) sind vor allem in den warmen Ländern rund um das Mittelmeer zu Hause. Sie sind sehr wärmebedürftig, an den Boden stellen sie jedoch kaum Ansprüche und wachsen bevorzugt an trockenen, steinigen Hängen in voller Sonne. Ihre am Grund oft verholzenden Stängel sind stark verzweigt und tragen viele kleine gegenständige Blätter. Die rosa, lilafarbenen oder weißen Blüten stehen meist quirlig in den Blattachseln. Die Pflanzen duften sehr aromatisch und sind eine gute Bienenweide.

Thymian anbauen: Standort, Boden und Gießen

Thymian gehört zu den anspruchslosesten Stauden, die sich im Garten pflanzen lassen — er will nur anders behandelt werden als die übrigen. Ihm behagen volle Sonne und ein durchlässiger, eher magerer und sandiger Boden; in schwerer, feuchter und nährstoffreicher Erde fault er. Ins Beet mischt man am besten groben Sand oder feinen Kies, der ideale Platz ist ein erhöhter Steingarten, eine Mauerkrone oder eine Fuge im Pflaster, wo die Wurzeln trocken stehen.

  • Gießen: sparsam. Gegossen wird erst, wenn die Oberfläche abgetrocknet ist, lieber weniger als mehr — Staunässe verträgt Thymian schlechter als Trockenheit.
  • Schnitt: nach der Blüte werden die Horste um etwa ein Drittel eingekürzt. So verkahlen die Pflanzen nicht von unten und wachsen ihren Nachbarn nicht über den Kopf.
  • Winter: in kalten Lagen ist Winterschutz nötig — eine Abdeckung mit Reisig genügt.
  • Vermehrung: durch Aussaat, Teilung des Horstes im Frühjahr oder Stecklinge von nicht verholzten Trieben im Sommer.
  • Im Topf: Gefäß mit Abzugsloch, Drainageschicht und ein mit Sand abgemagertes Substrat für Kräuter; über den Winter an einen geschützten Platz.

Das Düngen von Thymian ist ein Kapitel für sich: je magerer sein Boden, desto intensiver duftet er. Hohe Stickstoffgaben treiben ihn in weiches Wachstum und nehmen ihm das Aroma, deshalb wird es mit der Nährstoffversorgung nie übertrieben. Im Frühjahr vor dem Austrieb genügt eine sehr maßvolle Gabe organischen Düngers, rund um den Horst eingearbeitet — DÜNGEE gibt die Nährstoffe langsam ab und verursacht daher keinen Wachstumsschub, auf den Kräuter empfindlich reagieren. Zum Vergleich mit anspruchsvolleren Nachbarn: Lavendel, Rosmarin und Bohnenkraut vertragen im Grunde dasselbe sparsame Regime, während Schnittlauch oder Melisse deutlich mehr Nährstoffe wollen.

Zitronenthymian (Thymus x citriodorus)

Zitronenthymian (Thymus x citriodorus) mit gelbgrünen, nach Zitrone duftenden Blättern

ist ein zwergiges Sträuchlein von etwa 25 cm Höhe mit nach Zitrone duftenden Blättern.

  • Die Sorte ‚Golden Dwarf‘ hat gelbe bis grüne Blätter und weiße bis lilafarbene Blüten.
  • Die Sorte ‚Silver King‘ hat silbrig grüne Blätter.

Beide Sorten werden nur 15 cm hoch und besiedeln über Ausläufer rasch ganze Flächen.

Doerflers Thymian (Thymus doerfleri): Bodendecker für den Steingarten

Doerflers Thymian (Thymus doerfleri) bildet ein graugrünes Polster voller rosa Blüten

ist im Kaukasus beheimatet. Mit seinem kriechenden Wuchs und den vielen graugrünen, rau behaarten Blättchen ist er eine hübsche, kompakte bodendeckende Staude für steinige Hänge. Ab Mai sind seine Polster von zahlreichen rosa Blüten überzogen. Die bekannteste Sorte ist ‚Bressingham Seedling‘.

Auf Flächen, die man nicht mähen möchte, ergänzt er sich gut mit weiteren niedrigen sukkulenten Stauden — mit Fetthennen und Hauswurzen.

Wolliger Thymian (Thymus pseudolanuginosus)

Wolliger Thymian (Thymus pseudolanuginosus) mit weißwollig behaarten Blättern bildet einen niedrigen Teppich

hat weißwollig behaarte Blätter und bildet einen dichten, nur wenige Zentimeter hohen Teppich. Die rosa Blüten erscheinen ab Juni. Die Pflanzen neigen dazu, ihren Nachbarn über den Kopf zu wachsen, dann müssen sie durch einen Schnitt begrenzt werden.

Sand-Thymian, wilder Thymian
(Thymus serpyllum), Quendel

Blühender Sand-Thymian (Thymus serpyllum) bildet an einem sonnigen Hang einen rosa Teppich
Sand-Thymian, wilder Thymian (Thymus serpyllum), aromatisch duftender wilder Thymian.

Diese bei uns heimische Wildpflanze ist ein etwa 30 cm hoher Halbstrauch. Sie kommt fast in ganz Europa an sonnigen und trockenen Stellen bis in Höhenlagen von 3000 m vor. Je nach Standort kann der Sand-Thymian runde oder vierkantige, behaarte oder kahle Stängel haben; die Blätter können eiförmig oder lanzettlich sein, die Blüten rosa oder lilafarben. In jedem Fall sind die Blütenstände eiförmig bis kugelig und die Blätter drüsig punktiert. Die ganze Pflanze duftet aromatisch und enthält Gerbstoff, Harz und ätherisches Öl. Ihre Wirkung ist mit der des echten Thymians vergleichbar, jedoch etwas schwächer.

Von den Sorten werden die weiß blühende ‚Albus‘ und ‚Coccineus‘ mit karminroten Blüten angeboten.

In der botanischen Nomenklatur trägt Thymus serpyllum den deutschen Namen Sand-Thymian; im Gartenhandel wird er auch als Feld-Thymian oder Quendel verkauft.

Echter Thymian/Gartenthymian (Thymus vulgaris)

Echter Thymian (Thymus vulgaris) mit kleinen lanzettlichen Blättern als Küchengewürz an einem sonnigen Platz
Echter Thymian (Thymus vulgaris) ist ein duftendes Gewürz für sonnige Plätze.

der Garten- beziehungsweise echte Thymian, auch Gartenthymian genannt, stammt aus dem Mittelmeerraum, wo er an warmen und sonnigen Hängen wächst. In Italien und Frankreich wird er häufig auf dem Feld angebaut und in Gärten als Küchengewürz gepflanzt. Im 11. Jahrhundert kam er mit den Benediktinermönchen nach Mitteleuropa.

Die stark verzweigte Staude verholzt sowohl in der kräftigen Pfahlwurzel als auch im unteren Teil des Stängels. Sie hat viele kleine lanzettliche Blätter, die auf der Unterseite weißfilzig und am Rand leicht eingerollt sind. Rosa oder weiße Blüten in Scheinquirlen erscheinen den ganzen Sommer über. Die Pflanze duftet würzig, und auch getrocknete Zweiglein verlieren fast nichts von ihrem Duft. Die Inhaltsstoffe ähneln denen von T. serpyllum, sind jedoch noch konzentrierter. Hervorzuheben ist der hohe Gehalt an Thymol, das unter anderem desinfizierend wirkt und Würmer austreibt. Thymiantee hilft beim Lösen von Schleim und gegen Krämpfe.

Normalerweise hat diese sonnengewohnte Pflanze bei uns im Winter etwas Mühe. Heute gibt es jedoch bereits eine Varietät, den sogenannten Winterthymian, der sich für sonniges und warmes Klima weniger eignet und dafür winterhart ist. Die Sorte ‚Compactus‘ für Steingärten mit dichtem graugrünem Laub und zarten lilafarbenen Blüten wird nur etwa 20 cm hoch.

Echter Thymian braucht im Garten stets einen sonnigen Platz, am besten in Verbindung mit Steinen, die Wärme speichern, und einen durchlässigen, mageren Boden, sonst ist er sehr genügsam.

Häufige Fragen

Wann blüht Thymian?

Von Mai bis September, je nach Art. Doerflers Thymian blüht schon im Mai auf, der Wollige Thymian ab Juni und der echte Thymian blüht den ganzen Sommer über durchgehend.

Wie baut man Thymian an?

In voller Sonne, in durchlässigem, sandigem und eher magerem Boden. Gegossen wird sparsam, gedüngt sehr maßvoll, und in kalten Lagen wird er im Winter abgedeckt. In nährstoffreicher und feuchter Erde leidet er und verliert seinen Duft.

Welcher Thymian ist ein Bodendecker?

Am besten deckt Doerflers Thymian (Thymus doerfleri) den Boden — kriechend, kompakt, geeignet für steinige Hänge. Einen noch niedrigeren, nur wenige Zentimeter hohen Teppich bildet der Wollige Thymian (Thymus pseudolanuginosus). Rasch breiten sich auch die fünfzehn Zentimeter hohen Sorten des Zitronenthymians ‚Golden Dwarf‘ und ‚Silver King‘ aus, die Flächen über Ausläufer besiedeln.

Wie vermehrt man Thymian?

Durch Aussaat, Teilung des Horstes oder Stecklinge. Teilung und Aussaat erfolgen im Frühjahr, Stecklinge werden im Sommer von nicht verholzten Trieben geschnitten.

Wie zieht man Thymian im Topf?

In einem Gefäß mit Abzugsloch, einer Drainageschicht am Boden und in einem mit Sand abgemagerten Kräutersubstrat. Der Topf gehört in die volle Sonne und wird erst gegossen, wenn die Oberfläche abgetrocknet ist — in dauerhaft feuchtem Substrat faulen die Wurzeln. Gedüngt wird sehr maßvoll, sonst verliert die Pflanze ihren Duft. Über den Winter kommt das Gefäß an einen geschützten Platz.

Kann man Thymian mähen oder schneiden?

Mit dem Rasenmäher nicht, aber ein Schnitt tut ihm gut. Die Horste werden nach der Blüte eingekürzt — beim Wolligen Thymian, der seinen Nachbarn über den Kopf zu wachsen neigt, ist der Schnitt geradezu notwendig, damit er in seinem Bereich bleibt.

Was ist der Unterschied zwischen Sand-Thymian und echtem Thymian?

Es handelt sich um Pflanzen derselben Gattung Thymus. In der Küche wird vor allem der echte Thymian (Thymus vulgaris) verwendet, während unser heimischer Sand-Thymian (Thymus serpyllum) auch als wilder Thymian oder Quendel bezeichnet wird. Die Wirkstoffe sind ähnlich, beim wilden Thymian jedoch weniger konzentriert.

Weitere duftende Kräuter für sonnige Standorte finden Sie in den Artikeln Lavendel, Rosmarin, Bohnenkraut, Salbei, Dost und Majoran. Den Anbau fasst der Artikel Kräuter zusammen, um die Nährstoffversorgung geht es in Kräuter düngen, und dem Gewürzthymian selbst widmet sich Thymian anbauen.