Hauswurz (Sempervivum): Anbau, Arten und Heilwirkung
Hauswurz (Sempervivum) ist eine robuste Sukkulente für Steingarten, Trockenmauer und Dachbegrünung. Arten, Pflege, Vermehren und Heilwirkung im Überblick.
Ausdauernde und winterharte Rosettenpflanzen für Steingärten.
- Standort: Freiland; für die Zimmerkultur weniger geeignet.
- Höhe: wenige Zentimeter.
- Blütezeit: Juli–September.
- Vermehrung: durch Samen oder Teilung.
Die Heimat dieser Gattung aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) mit rund 30 Arten sind die Gebirge des Mittelmeerraums und Vorderasiens. Die Pflanzen bilden meist dichte Polster aus Rosetten mit fleischigen grünen, rötlichen oder bläulichen Blättern. Die Blüten in aufrechten, gabelig verzweigten Blütenständen sind rot, gelb, seltener auch weiß. Viele Arten der Gattung Sempervivum wachsen auch bei uns im Freien auf Mauern, an Wegen und auf Dächern.
Hauswurz im Steingarten und im Topf pflanzen
In Zimmerkultur bewährt sich die Hauswurz kaum. Umgekehrt kommen Alpinum und Steingarten ohne sie kaum aus. Dort bildet sie dichte Polster und blüht im Sommer in endständigen Trugdolden mit sternförmigen Blütchen. Nach der Blüte stirbt die Blattrosette ab. Die Pflanzen überstehen auch lange Trockenperioden. Die äußeren Blätter der Rosette trocknen dabei ein und schützen angepresst den inneren Kern.
Die Hauswurz ist deshalb eine Pflanze für den Steingarten im Freien, für Tröge, Trockenmauern und begrünte Dächer — im Topf am Fenster fehlen ihr Licht und Frost, die sie braucht. Gepflanzt wird sie in ein mageres, gut durchlässiges Substrat mit einem Anteil groben Sandes oder Splitts; gedüngt werden muss sie kaum. Die übrigen Stauden rundherum freuen sich dagegen im Frühjahr über eine kleine Gabe organischen Düngers — DÜNGEE wird flach am Fuß der Pflanzen eingearbeitet, Dosierung steht beim Produkt. Ähnliche Ansprüche haben auch die verwandten Fetthennen a Opuntien.
Sempervivum tectorum, die Dach-Hauswurz: die bekannteste Art

Sempervivum tectorum, die Dach-Hauswurz, ist die bekannteste Art. Seit jeher gilt sie als Heilpflanze und wurde auf dem Land auf die Dächer gepflanzt, weil sie angeblich vor Blitzschlag schützte. Heute, wo die Dachbegrünung propagiert wird, kommt sie wieder zu Ehren. Diese ohnehin schon sehr variable Art wurde mit vielen weiteren Arten gekreuzt, sodass das Sortenangebot inzwischen kaum noch zu überblicken ist.
Viele Handelsformen unterscheiden sich in Form und Farbe der Blätter. Ob schmal oder breiter, grün, grau, rötlich, bläulich oder mit braunen Spitzen — alle sind attraktiv, dankbar und wenig anfällig für Krankheiten.
Hauswurz: Heilwirkung und Verwendung in der Volksmedizin

Die Hauswurz (Sempervivum) ist vor allem als Zierpflanze bekannt, doch einige Arten wurden auch wegen ihrer möglichen Heilwirkung genutzt. Wichtig ist dabei: Die Angaben zur Heilwirkung der Hauswurz beruhen vor allem auf traditioneller Anwendung und Volksmedizin und sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
Hier sind einige der möglichen Wirkungen, die der Hauswurz zugeschrieben werden:
Wundheilung: Die Blätter der Hauswurz enthalten Schleimstoffe, die traditionell bei Wunden, Schürfwunden und Verbrennungen eingesetzt werden. Einige Studien deuten darauf hin, dass Schleimstoffe die Heilung und die Regeneration von Gewebe unterstützen können.
Entzündungshemmende Wirkung: Hauswurz-Extrakt wurde auf seine mögliche entzündungshemmende Wirkung untersucht. Einige Studien deuten darauf hin, dass der Extrakt Entzündungsprozesse im Körper dämpfen kann.
Antioxidantien: Hauswurz enthält Antioxidantien, die Zellen vor oxidativem Stress durch freie Radikale schützen. Antioxidantien werden mit der Vorbeugung von Alterungsprozessen und dem Schutz vor verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht.
Verdauungsbeschwerden: In der Volksmedizin wird die Hauswurz zur Linderung von Verdauungsbeschwerden wie Magengeschwüren, Blähungen und Durchfall verwendet. Für diese Wirkungen gibt es jedoch keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege.
Wichtig: Wenn Sie gesundheitliche Beschwerden haben, sollten Sie Ihren Arzt oder eine Fachperson fragen, bevor Sie Hauswurz oder andere Kräuterzubereitungen anwenden. Die Hauswurz gilt allgemein als unbedenklich, kann aber allergische Reaktionen auslösen.
Ist Hauswurz giftig – stimmt das?
Nein, die Hauswurz (Sempervivum) gilt allgemein nicht als giftig. Sie wird gewöhnlich als Zierpflanze kultiviert, und es sind keine toxischen Wirkungen auf den Menschen bekannt. Die Blätter sind fleischig und enthalten in der Regel keine giftigen Stoffe.
Wie bei allen Pflanzen ist dennoch Vorsicht angebracht. Manche Menschen reagieren empfindlich auf bestimmte Pflanzen und können eine allergische Reaktion zeigen, wenn sie mit den Blättern der Hauswurz in Berührung kommen. Bei empfindlicher Haut oder Allergien gegen andere Pflanzen sollten Sie beim Umgang mit der Hauswurz Handschuhe tragen.
Zu bedenken ist außerdem, dass es andere Pflanzen gibt, die mit der Hauswurz verwechselt werden können und giftig sind. Wenn Sie sich bei der Bestimmung einer Pflanze nicht sicher sind, fragen Sie eine Fachperson oder ziehen Sie verlässliche Quellen heran.
Insgesamt gilt die Hauswurz als unbedenkliche Pflanze, und es sind keine nennenswerten toxischen Wirkungen auf den Menschen bekannt.
Hauswurz fürs Ohr: Tropfen und Salben
In der traditionellen Medizin wird die Hauswurz als Bestandteil von Zubereitungen für die Ohrenpflege verwendet. Dabei kommen Extrakte oder Öle aus der Hauswurz zur Herstellung von Ohrentropfen zum Einsatz.
Die Hauswurz enthält Schleimstoffe, die als beruhigend und heilungsfördernd gelten. Diese Stoffe können Reizungen und Entzündungen im Ohr lindern helfen. Einige Naturprodukte mit Hauswurz-Extrakt werden als Ohrentropfen oder Salben für die Ohrenpflege angeboten.
Wichtig ist, bei Präparaten mit Hauswurz für das Ohr unbedingt die Herstellerangaben zu beachten. Bedenken Sie, dass jeder Mensch anders ist und die Reaktionen auf Naturpräparate unterschiedlich ausfallen können.
Am besten fragen Sie immer Ihren Arzt oder eine Fachperson, wenn Sie Beschwerden an den Ohren haben oder Präparate auf Hauswurz-Basis für die Ohrenpflege in Betracht ziehen.
Häufige Fragen
Kann man Hauswurz im Topf oder in der Wohnung halten?
In Zimmerkultur bewährt sich die Hauswurz kaum. Im Topf lässt man sie besser draußen — auf der Terrasse, im Trog oder im Balkonkasten mit durchlässigem Substrat, wo sie den Winter durchläuft. Drinnen am Fenster fehlen ihr Licht und die kalte Ruhephase.
Wann blüht die Hauswurz?
Von Juli bis September. Die Blüten stehen in aufrechten, gabelig verzweigten Blütenständen und sind rot, gelb, seltener auch weiß. Die Rosette, die geblüht hat, stirbt nach der Blüte ab.
Wie vermehrt man Hauswurz?
Durch Samen oder Teilung. Die Teilung ist einfacher und schneller — die Tochterrosetten kommen direkt an den Standort in durchlässigen Boden.
Weitere Sukkulenten und Steingartenpflanzen finden Sie in den Artikeln Fetthenne a Opuntien. Pflanzung und Pflege einer Steinanlage fassen Steingartenpflanzen a Steingartenpflanzen: Anbau, Pflanzung und Vermehrung zusammen.
