Fetthenne (Sedum): Arten, Standort, Pflege und Vermehrung
Die anspruchslose Sukkulente für Steingarten, Mauerkrone und Topf
Kräuter, Stauden, Halbsträucher oder Sträucher mit ganz unterschiedlichen Wuchsformen – in der Regel Blattsukkulenten.
Standort: Hell und sonnig
Wuchshöhe: Je nach Art bis 1 m; die für Hobbygärtner empfohlenen Arten etwa 20–40 cm
Blütezeit: Juni–Februar
Vermehrung: Kopf- oder Triebstecklinge
Sedum ist mit über 500 Arten die artenreichste Gattung der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Vertreter finden sich fast auf der ganzen Erde, der Verbreitungsschwerpunkt liegt aber auf der Nordhalbkugel. Die winterharten, teils auch bei uns heimischen Arten sind beliebte Steingartenpflanzen.
Fetthenne für den Steingarten – winterharte Arten: Mauerpfeffer, Weiße, Prächtige und Große Fetthenne
Sedum acre, Scharfer Mauerpfeffer

8–10 cm hoch, breitet sich in Mauerfugen und im Steingarten teppichartig aus. Er hat dicke kleine Blätter und zahlreiche gelbe Blüten in Trugdolden.
Sedum album, Weiße Fetthenne

Trägt ab Juli auf ihren kriechenden, dickblättrigen Trieben zierende weiße Blüten.
Sedum spectabile, Prächtige Fetthenne

Bis 40 cm hoch, bringt große zart rosa Blütenstände über fleischigen graugrünen Blättern hervor.
Sedum telephium, Große Fetthenne

Bis 60 cm hoch; sie hat aufrechte Triebe, purpurne Blüten in Trugdolden und dicke, sitzende Blätter ohne Stiel.
Fetthenne als Zimmerpflanze – Sukkulenten im Topf
Für die Zimmerkultur oder das Gewächshaus sind die attraktiven, stark sukkulenten Arten aus den Trockengebieten Mittelamerikas, vor allem aus Mexiko, interessant. Die Blätter sind oft lebhaft gefärbt, und zwar umso intensiver, je sonniger der Standort ist. Leider brechen sie bei vielen Arten leicht ab. Die Blüten sind klein, sternförmig und meist zu prächtigen großen Trugdolden vereint. Ihre Farbe ist häufig weiß oder gelb, es gibt aber auch rosa, purpurne oder sogar blassblaue Blüten.
In der Pflege sind diese Sedum-Arten anspruchslos. Sie haben keine ausgeprägte Wachstums- oder Ruhephase. Die Temperatur sollte nicht unter 10 °C fallen. Im Sommer wird reichlich gegossen, im Winter nur mäßig. Die Vermehrung durch Stecklinge gelingt in der Regel problemlos.
Fetthennen sind Sukkulenten und kommen mit wenig aus — im Frühjahr und Sommer tut ihnen eine schwache Düngung über das Gießwasser aber gut. Geeignet ist Universaldünger, die Mengen stehen in der Dosierung; das Vorgehen für Pflanzen am Fenster fasst Zimmerpflanzen düngen zusammen, eine Artenübersicht bieten die Zimmerpflanzen. Genauso anspruchslos sind Hauswurz und Geldbaum; ins selbe Regal gehören außerdem Echeverien, Agaven und Opuntien.
Fetthenne – Artenauswahl: Sukkulenten der Gattung Sedum für drinnen
Sedum adolphi, Goldsedum

Hat dicke, fleischige, aufsteigende Zweige mit etwa 3,5 cm langen, 0,6 cm dicken, lanzettlichen und stumpf zugespitzten gelblich grünen Blättern mit rotem Rand und weißen Blüten.
Sedum allantoides

30–40 cm hoch. Der Zwergstrauch ist locker belaubt. Die weißgrauen, bereiften Blätter sind fast rund, oberseits etwas abgeflacht, leicht nach oben gebogen und 2–3 cm lang. Grünlich weiße Blüten trägt er im Juni und Juli.
Sedum bellum (syn. S. farinosa)

Bildet Polster, eignet sich aber auch hervorragend als Ampelpflanze. Die hellgrünen, mehlig bereiften, 2–3,5 cm langen und bis 1 cm breiten Blätter stehen dicht, fast rosettenartig. Von Januar bis Februar erscheinen zahlreiche weiße Blüten in flachen, seichten Trugdolden.
Sedum caeruleum, Blaue Fetthenne

In Nordafrika heimisch und nur 5–10 cm hoch. An den vielfach verzweigten Stängeln sitzen kleine, 1,2–1,8 cm lange, fast runde Blätter. Die Blüten sind blassblau.
Sedum compactum

Eine zierende, polsterbildende Art. Die kleinen, nur 3 mm langen, verkehrt eiförmigen, dicht dachziegelartig gestellten graugrünen Blätter bilden kurze, kaum verlängerte Rosetten. Die weißen Blütchen duften stark.
Sedum compressum

Etwa 20 cm hoch und blüht besonders willig. Die fleischigen graugrünen, etwa 2 cm langen, 1 cm breiten, stumpf lanzettlichen Blätter stehen in einer lockeren Rosette. Die Blüten sind goldgelb.
Sedum hintonii

In Kultur eine Rarität, leider etwas heikel. Die eiförmigen, unterseits stark gerundeten blassgrünen Blätter sind dicht mit 3–4 mm langen Haaren besetzt und sitzen dicht gedrängt an kurzen Trieben. Die weißlichen Blüten öffnen sich im Sommer.
Sedum morganianum, Affenschaukel

Wirkt als Ampelpflanze besonders schön. Die dünnen Triebe verzweigen sich gleich von der Basis an und sind dicht belaubt. Die dicken, fleischigen, etwa 2 cm langen und 0,8 cm breiten, spitzen, länglich lanzettlichen Blätter sind hellgrün, bläulich bereift und leicht nach oben gebogen. Die Blüten sind lang gestielt, hellrosa bis scharlachpurpurn.
Sedum nussbaumerianum

Bis 40 cm hoch, mit fleischigen bräunlichen Trieben, an denen locker – am Triebende rosettenartig – gelblich grüne Blätter sitzen. Bei intensiver Sonneneinstrahlung werden sie bräunlich und rot gerandet. Die Blätter sind bis 5 cm lang, fleischig, lanzettlich und unterseits leicht gekielt. Diese Art ist in jeder Sammlung auch ohne die weißen Blüten ein Farbtupfer und wird deshalb häufig kultiviert.
Sedum pachyphyllum

Im Volksmund „Rote Nase“ genannt – der Name kommt von den satt rot gefärbten Blattspitzen. Die Blätter sind bis 4 cm lang, schwach keulenförmig, rund und leicht graugrün. Die Blüten sind gelb.
Sedum palmeri

Ein kleiner, bis 25 cm hoher Halbstrauch mit kleinen spateligen, an der Spitze runden, blaugrünen, wachsig bereiften Blättern in lockeren Rosetten. Die Blüten sind gelb bis orange und erscheinen im Winter.
Sedum rubrotinctum

Auffällig durch die walzenförmigen Blätter, die bei voller Sonne herrlich rot werden, aber leicht abbrechen.
Sedum sieboldii

In Japan heimisch und gut für Ampeln geeignet. Die Pflanze ist nahezu winterhart, die oberirdischen Teile sterben im Herbst jedoch ab. Im Frühjahr bilden sich neue Triebe mit fast runden, sitzenden, blaugrauen, rot gerandeten Blättern, die im oberen Teil stumpf gezähnt sind. Die Blüten sind rosa. Die Sorte S. sieboldii var. variegatis bort. hat gelbbunte Blätter.
Sedum stahlii

Wächst spärlich mit auseinanderfallenden Trieben, die braun und leicht behaart sind. Auch die eiförmig runden dunkelgrünen Blätter mit rötlichem Schimmer sind fein behaart und fallen sehr leicht ab. Die Blüten sind gelb.
Sedum treleasei

Ein Halbstrauch mit dicken sukkulenten, später verholzenden Zweigen. Die Blätter sind länglich eiförmig, blaugrün, grau bereift, etwa 3 cm lang, 1,5 cm breit und 1 cm dick. Unterseits sind sie verdickt; an den Zweigspitzen stehen sie etwas dichter gedrängt und sind nach oben gebogen. Die Blüten sind hellgelb.
Diese Auswahl zeigt, wie vielfältig die Arten der Gattung Sedum sein können. Sie eignen sich nicht nur für den Garten, sondern auch für Innenräume und Spezialsammlungen.
Felsen-Fetthenne (Sedum reflexum): die Tripmadam
Eine ausdauernde Pflanze mit fleischigen Blättern; eine Alpine.
Standort: Sonnig und warm; sandiger Boden
Wuchshöhe: Triebe kriechend, Blütenstiele bis etwa 30 cm
Blütezeit: Juni–August
Vermehrung: Aussaat, Stecklinge oder Teilung des Horstes
Die überaus genügsame, ausdauernde Felsen-Fetthenne, auch Tripmadam genannt, ist in ganz Mitteleuropa heimisch. An sonnigen und trockenen Stellen findet man sie auf Sandflächen, an Wegrändern, in Mauerfugen und Felsspalten. Angebaut wird sie vor allem in Frankreich und stellenweise auch in Süddeutschland. Hier und da wächst ein Exemplar als Würzkraut in einer Gartenecke.
Sedum reflexum gehört zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceae). Es hat dünne faserige Wurzeln und fleischige, kriechend wachsende Triebe von rotbrauner bis grüner Farbe. Die Stängel tragen ebenfalls fleischige, pfriemlich zugespitzte Blätter. Im Juni erscheinen hübsche gelbe Blüten in Büscheln an locker beblätterten, aufsteigenden Blütentrieben. Bienen besuchen sie gern.

In der Küche verwendet man die frischen Blätter, die sich leicht von den Stängeln abstreifen lassen, und die Triebspitzen. Sie schmecken erfrischend säuerlich und enthalten Schleim- und Gerbstoffe. Geerntet werden kann zu jeder Jahreszeit, wenn möglich auch im Winter. Zum Trocknen eignen sich die saftigen Blätter nicht. Sie passen zu Salaten, Kräutersaucen und neuen Kartoffeln.
Die anspruchslose Pflanze begnügt sich mit dem bescheidensten Platz im Garten. Sie mag Wärme und Trockenheit und wächst am liebsten in der Nähe von Steinen oder Wegplatten. Vermehren lässt sie sich sehr einfach: Man trennt Stängelstücke ab und lässt sie bewurzeln, was sehr schnell geht.
Häufige Fragen zur Fetthenne
Wie pflegt man eine Fetthenne?
Die Fetthenne braucht vor allem Sonne und durchlässigen Boden. Winterharte Arten kommen im Steingarten, auf der Mauerkrone und in Pflasterfugen zurecht und brauchen praktisch kein Gießwasser. Die mexikanischen Zimmerarten wollen so viel Licht wie möglich, im Sommer reichlich Wasser, im Winter nur wenig und Temperaturen über 10 °C.
Wie vermehrt man die Fetthenne?
Am einfachsten über Kopf- oder Triebstecklinge — ein Stängelstück wird in das Substrat gesteckt und bewurzelt sehr schnell. Die Felsen-Fetthenne lässt sich auch durch Aussaat oder Teilung des Horstes vermehren.
Wann blüht die Fetthenne?
Je nach Art praktisch das ganze Jahr: bei der Gattung Sedum reicht die Blütezeit von Juni bis Februar. Gartenarten blühen im Sommer und Herbst, die Felsen-Fetthenne von Juni bis August, manche Zimmerarten dagegen im Winter.
Was ist der Unterschied zwischen Fetthenne und Sedum?
Keiner — Sedum ist der lateinische Gattungsname, Fetthenne der deutsche. Die Gattung umfasst über 500 Arten und gehört zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceae).
Welche Fetthennen eignen sich für den Steingarten?
Die winterharten Arten: Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre), Weiße Fetthenne (Sedum album), Prächtige Fetthenne (Sedum spectabile), Große Fetthenne (Sedum telephium) und Felsen-Fetthenne (Sedum reflexum).
Womit düngt man die Fetthenne?
Sukkulenten sind wenig anspruchsvoll — eine schwache Düngung über das Gießwasser während der Wachstumszeit, also im Frühjahr und Sommer, genügt. Im Winter wird gar nicht gedüngt. Die Mengen für das Gießwasser stehen in der Dosierung, geeignet ist Universaldünger.
Ist die Fetthenne winterhart?
Die winterharten Arten ja, sie stehen ganzjährig draußen; bei Sedum sieboldii stirbt der oberirdische Teil im Herbst ab und treibt im Frühjahr wieder aus. Die im Zimmer kultivierten mexikanischen Arten vertragen keinen Frost, bei ihnen sollte die Temperatur nicht unter 10 °C fallen.
