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Wolfsmilch (Euphorbia): Arten, Anbau und Pflege

Euphorbia: Übersicht der Wolfsmilch-Arten für Garten, Steingarten und Wohnung

Die Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) ist mit 300 Gattungen und knapp 2000 Arten die viertgrößte Pflanzenfamilie. Ihre Vertreter sind vor allem im tropischen Amerika und im südlichen Afrika verbreitet; viele kommen auch in tropischen und subtropischen Gebieten anderer Erdteile vor. In den gemäßigten Zonen der Nord- und Südhalbkugel sind nur wenige Gattungen heimisch. Allen Wolfsmilchgewächsen ist gemeinsam, dass sie Milchsaft enthalten.

Nach ihren Ansprüchen an die Umgebung und nach der Kulturführung teilt man die Wolfsmilchgewächse in vier Gruppen ein:

  • einjährige Arten
  • winterharte, mehrjährige Arten
  • sukkulente Arten, die nicht winterhart sind
  • wärmeliebende Arten mit Bedeutung für den Erwerbsgartenbau

Wolfsmilch im Garten: Artenübersicht von A bis Z

Polster-Wolfsmilch (Euphorbia capitulata)

Polster-Wolfsmilch (Euphorbia capitulata)

ist eine nur 3–5 cm hohe Art aus Griechenland. Diese kriechend wachsende Staude bildet breite Polster. Aus dem Rhizom wachsen zahlreiche wurzelnde Triebe. Die Stängel sind niederliegend bis aufsteigend und dicht beblättert. Die Blätter sind verkehrt eiförmig, ganzrandig, blaugrün und schuppenartig angeordnet. An den Triebenden sitzt eine dichte Trugdolde mit kleinen Blüten und gelben Hochblättern. Die Blütezeit dauert von Mai bis Juli. Die Polster-Wolfsmilch braucht sonnige, aber nicht zu trockene Lagen und kalkhaltige, kiesige Böden. Sie eignet sich für die Pflanzung in Steingärten und in Felsspalten. Vermehrt wird sie durch Aussaat, Teilung und Ausläufer.

Palisaden-Wolfsmilch (Euphorbia characias ssp. wulfenii)

Palisaden-Wolfsmilch (Euphorbia characias ssp. wulfenii)

ist eine bis zu 120 cm hohe Pflanze mit aufrechtem Wuchs und zweijährigen Stängeln. Das ganze Jahr über zieren sie graugrüne Blätter, und im zeitigen Frühjahr erscheinen an den Triebenden große Trugdolden mit hellgelben Hochblättern. Die Blütezeit dauert von Mai bis Juni. Die Pflanze braucht einen warmen, sonnigen und windgeschützten Platz. Der Boden soll sehr locker, gut durchlässig und nicht zu nährstoffreich sein. Für den Winter empfiehlt sich eine Abdeckung. Unter günstigen Bedingungen und in windgeschützten Lagen wirkt die Pflanze sehr attraktiv, ist aber leider recht empfindlich. Im Handel ist sie nicht überall erhältlich.

Korallen-Wolfsmilch (Euphorbia corallioides)

stammt aus Italien und von Sizilien. Die schlanken, aufrecht wachsenden Stängel tragen graugrüne, rötlich getönte weiche Blätter von lanzettlicher Form. An den Triebenden bildet sich eine Dolde mit vielen kleinen Blüten. Da die Pflanze auch im Sommer nachblüht, ist die Blütezeit mit Mai bis August lang. Sie wächst ähnlich wie Euphorbia polychroma, nur etwas lockerer. Die Höhe liegt je nach Standortbedingungen zwischen 0,5 und 1 m. Vor allem im Herbst fallen die korallenrot leuchtenden Stängel schon von Weitem auf. Die Pflanze eignet sich für gemeinsame Pflanzungen mit anderen Stauden an sonnigen oder halbschattigen Plätzen. Am Standort breitet sie sich durch Selbstaussaat aus. Die Vermehrung ist durch Aussaat, Stecklinge und Teilung möglich.

Korallen-Wolfsmilch (Euphorbia corallioides)
Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)

Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)

Feuer-Wolfsmilch (Euphorbia griffithii)

Diese europäische Art zählt bei uns zu den häufigen Wildkräutern. Sie wächst vor allem auf leichten, lockeren und gut durchlässigen Böden. Über Wurzelausläufer breitet sie sich stark aus, füllt größere Flächen und kann lästig werden. Die Blätter sind länglich schmal, nadelförmig und blaugrün. Von Mai bis Juni erscheinen grüngelbe, oft rötlich überlaufene Dolden mit kleinen Blüten. Die Zypressen-Wolfsmilch wird 20–40 cm hoch und eignet sich gut zur Begrünung größerer Flächen und naturnaher Bereiche mit leichten, mageren Böden. Vermehrt wird sie durch Teilung, Stecklinge und Ausläufer. Größere Bedeutung haben die Kreuzungen dieser Art, z. B. Euphorbia cyparissias × Euphorbia waldsteinii ‚Betteni‘. Diese Hybride wird bis zu 60 cm hoch und hat gelbe Blüten.

Feuer-Wolfsmilch (Euphorbia griffithii)

stammt aus dem Himalaja, aus Bhutan und dem südlichen Tibet. Die ausdauernde Pflanze bildet Ausläufer, 50–80 cm hohe aufrechte Triebe und sitzende, lanzettliche Blätter mit roter Mittelrippe. Im Herbst färben sich die Blätter über lange Zeit gelb und rot. Sie blüht von Mai bis Juni und trägt dabei in endständigen Trugdolden Blüten mit orangefarbenen Hochblättern. Sie ist eine wertvolle Staude für die Pflanzung im lichten Schatten von Gehölzen oder an sonnigen Plätzen. Sie verlangt eine warme, geschützte Lage sowie einen nährstoffreichen, ausreichend feuchten Boden. Junge Pflanzen kommen in strengen Wintern und in ungeschützten Lagen ohne Winterabdeckung aus Laub nicht aus. Vermehrt wird sie durch Ausläufer oder Aussaat. Unter günstigen Bedingungen vermehrt sie sich durch Selbstaussaat.

Im Vergleich zur Art sind die gezüchteten Sorten für den Garten wertvoller:

  • ‚Dixter‘ hat Stängel in leuchtendem Orangerot,
  • ‚Fireglow‘ hat auffällige orangerote Hochblätter und eine schöne Herbstfärbung,
  • ‚Fireglow Dark Form‘ unterscheidet sich von ‚Fireglow‘ durch dunklere Blätter und Hochblätter.

Kreuzblättrige Wolfsmilch (Euphorbia lathyris)

Kreuzblättrige Wolfsmilch (Euphorbia lathyris)

(auch Springkraut oder Maulwurfskraut genannt) stammt vermutlich aus dem Mittelmeerraum und aus warmen Gebieten Asiens, gelangte aber über Mitteleuropa nach Nord- und Südamerika und ist dort verwildert. Die einjährige, überwinternde Pflanze bildet aufrecht wachsende Stängel mit bläulicher Bereifung. Junge Triebe sind dicht beblättert, ältere Stängel sind von unten her kahl. Die Höhe schwankt je nach Standort und Bodenqualität zwischen 40 und 100 cm. Auffällig sind die gegenständigen Blätter in kreuzweise angeordneten Paaren, die den Eindruck einer vierreihigen Stellung erwecken. Die Blätter sind lanzettlich und blaugrün gefärbt. Im mehrfach verzweigten Blütenstand sitzen Blüten mit breit lanzettlichen grünen Hochblättern. Die Kreuzblättrige Wolfsmilch wird seit der Antike als Heilpflanze verwendet und ist in Hausgärten recht häufig zu sehen, weil ihr im Volksglauben nachgesagt wird, sie „vertreibe“ Maulwürfe und Schermäuse — daher der Volksname Maulwurfskraut. Die Pflanze begnügt sich mit jedem Gartenboden. Vermehrt werden kann sie durch Aussaat im Juni bis Juli (ausgepflanzt wird zu Herbstbeginn), meist verwildert sie jedoch nach der Selbstaussaat.

Wolfsmilch (Euphorbia × martinii)

ist eine natürliche Hybride aus der Kreuzung der Arten Euphorbia amygdaloides und Euphorbia characias. Die Pflanze ist kräftig, verzweigt stark und wächst horstig bis zu einer Höhe von 40–50 cm. Die immergrünen Blätter sind rötlich überlaufen. Die aufrechten Blütenstände sind verlängert und locker, die Hochblätter hellgrün. Die Pflanze blüht von April bis Juni. Standortansprüche und Verwendung entsprechen der Art Euphorbia amygdaloides.

Wolfsmilch (Euphorbia × martinii)
Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites)

Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites)

Nizza-Wolfsmilch (Euphorbia nicaeensis)

ist im Mittelmeerraum heimisch. Die 20–25 cm hohe Pflanze hat niederliegende Stängel, die rundherum dicht mit immergrünen Blättern besetzt sind; diese sind fleischig und blaugrün. Von Mai bis Juli zeigen sich an den Enden der vorjährigen Triebe die Blütenstände mit grünen bis kräftig gelben Hochblättern. Die Walzen-Wolfsmilch braucht einen sonnigen Standort mit lockerem, durchlässigem und kalkhaltigem Boden. Diese attraktive Art eignet sich gut für Trockenmauern und Steingärten. In schneelosen Wintern ist eine Abdeckung nützlich, denn aus den alten Trieben entwickeln sich im Folgejahr die Blütenstände. Vermehrt wird sie über Samen.

Nizza-Wolfsmilch (Euphorbia nicaeensis)

ist eine langlebige, wertvolle Art, die jedoch selten in Gärten gepflanzt wird. Sie stammt aus Südeuropa. Die bis zu 50 cm hohe Pflanze wächst gedrängt und rundlich. Die immergrünen Blätter ähneln denen der Walzen-Wolfsmilch, sind aber nicht so fleischig. Die gelbgrünen Hochblätter halten sich sehr lange.

Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris)

Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris)

wächst in Europa und in Sibirien. Sie kommt an feuchten Stellen und in Flachwasserzonen vor. Die Pflanze wächst aufrecht und kräftig aus einem kriechenden Rhizom. Die 1–1,5 m hohen Stängel sind blau bereift, am Grund oft rot und färben sich im Herbst purpurrot. Die Blätter sind wechselständig, schmal lanzettlich und lebhaft grün. Im Blütenstand mit bis zu 12 Strahlen fallen die gelbgrünen Hochblätter und die wachsgelben Nektardrüsen (später bräunlich) auf. Die Blütezeit liegt im Mai und Juni. Am besten gedeiht die Sumpf-Wolfsmilch an feuchten bis nassen Stellen, sie begnügt sich aber auch mit einem trockenen Platz. Empfohlen wird sie zur Bepflanzung von Ufern und Flachwasserzonen. Vermehrt wird sie durch Aussaat und Teilung.

Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma)

Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma)

ist in Süddeutschland, in Italien und in Osteuropa verbreitet. Diese ausdauernde Pflanze mit mehrköpfigem Rhizom und aufrechten, weich behaarten Stängeln wächst zu einem 30–50 cm hohen, dichten Horst von halbkugeliger Form heran. Die behaarten Blätter sind sitzend, eiförmig länglich und an der Spitze abgerundet. Im April und Mai entfalten sich die Blütenstände mit 5–6 Strahlen. Die späte Verzweigung bleibt blütenlos. Die leuchtend goldgelben Hochblätter sitzen dicht an aufrechten Stielen und halten lange. Die Gold-Wolfsmilch ist eine strahlende Frühlingsblume, die im Beet in Gesellschaft anderer Frühlingsblüher gut wirkt. An sonnigen Plätzen lässt sie sich aber auch als naturnahe Staude am offenen Gehölzrand verwenden. Zwar begnügt sie sich mit jedem Gartenboden, am besten wächst sie jedoch in kalkhaltigem, magerem und nicht zu feuchtem Boden. Zuchtformen vermehrt man durch Teilung und Stecklinge, die Art durch Aussaat von Dezember bis Mai. Zum Keimen ist eine niedrige Temperatur (0–5 °C) nötig.

Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana)

Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana)

Die in Europa verbreitete Staude wächst horstig bis zu einer Höhe von 60 cm. Die linealischen bis eiförmigen, bläulichen Blätter sind 35 mm lang und 2–8 mm breit. Der Blütenstand ist zwei- bis vierfach geteilt und hat bis zu 30 Strahlen.

Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana ssp. niciciana)

Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana ssp. niciciana)

Die horstige Staude mit vielen Trieben wird bis zu 40 cm hoch. Sie hat schmale, lanzettliche Blätter und einen vielstrahligen Blütenstand mit gelbgrünen Hochblättern.

Sikkim-Wolfsmilch (Euphorbia sikkimensis)

Sikkim-Wolfsmilch (Euphorbia sikkimensis)

Ursprünglich aus dem Himalaja, wächst sie aufrecht und kräftig bis zu einer Höhe von 60–80 cm. Die zahlreichen lanzettlichen Blätter sind beim Austrieb rubinrot, später rot. Die Trugdolden mit gelben Hochblättern erscheinen im Juli und August. Die Pflanze, die nur begeisterte Staudenliebhaber zu schätzen wissen, braucht einen nährstoffreichen und feuchten Boden.

Dornige Wolfsmilch (Euphorbia spinosa)

Dornige Wolfsmilch (Euphorbia spinosa)

ist von Frankreich bis nach Jugoslawien und Albanien verbreitet. Die nur 20 cm hohe Pflanze wächst kompakt, verzweigt sich dicht und bildet Polster. Auffällig sind die unregelmäßig wachsenden Triebe mit Dornen an den Enden. Die immergrünen Blätter sind sehr klein und haben rote Blattstiele. Die kurz gestielten Blüten mit gelben Hochblättern sind klein und nicht sehr zahlreich.

Einjährige Wolfsmilch-Arten

Standort: überwiegend sonnig; Boden locker, durchlässig und kalkhaltig
Höhe: 50–60 cm
Blütezeit: Juli–Oktober
Vermehrung: Aussaat unter Glas (Februar–März) und Aussaat im Freien (April–Mai)

Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata)

Weißrand-Wolfsmilch (Euphorbia marginata)

Die einjährige Sommerblume aus Nordamerika wächst in Prärien und Steppen zwischen Minnesota und Missouri, westlich und südlich bis Montana, Texas und New Mexico. Die Pflanze wächst aufrecht und bildet weißliche Stängel, die dicht beblättert und oben gabelig geteilt sind. Die Blätter sind eirund oder länglich, im unteren Teil der Pflanze grün und nach oben hin zunehmend weiß gerandet und geadert. Die Hochblätter sind ganz weiß. Diese interessante und anspruchslose Sommerblume ist bislang wenig bekannt. Sie eignet sich auch als Schnittblume und als Dekorationsgrün.

Sorten von Euphorbia marginata

Sorte Höhe (cm) Blüten / Hochblätter
Eiszapfen 60 große, gut ausgefärbte Hochblätter
Bergkristall 50 grünweiße Hochblätter
Schnee am Berg 60 grünweiße Hochblätter
White Top 60 intensive Zeichnung

Bunte Wolfsmilch (Euphorbia heterophylla)

Bunte Wolfsmilch (Euphorbia heterophylla)

stammt aus den Steppengebieten des tropischen und subtropischen Amerika. Diese einjährige Pflanze wird bis zu 90 cm hoch und blüht von Juli bis September. Die gestielten Blätter stehen wechselständig und nur im oberen Teil der Stängel gegenständig. Die oberen Blätter und die Hochblätter sind am Grund lachsfarben bis purpurrot gefärbt. In Amerika, wo auch weiße und gelbe Formen entstanden sind, ist die Pflanze als „Annual Poinsettia“ (einjähriger Weihnachtsstern) bekannt. Kultiviert wird sie wie Euphorbia marginata. Ebenso ist die Direktsaat im Freien von April bis Mai möglich.

Winterharte, mehrjährige Wolfsmilch-Arten für den Garten

Immergrüne blühende Stauden mit auffällig gefärbten Hochblättern

  • Standort: sonnig bis halbschattig; magere, kalkhaltige, gut durchlässige Böden
  • Höhe: je nach Art 20–120 cm
  • Blütezeit: je nach Art von Mai bis August
  • Vermehrung: Aussaat, Stecklinge und Teilung

Es gibt mehr geeignete winterharte Arten für den Garten, als bisher angenommen wurde. Die einzelnen Arten unterscheiden sich im Wuchs, in der Blattform und nicht zuletzt in der Färbung der Hochblätter. Alle enthalten Milchsaft und sind giftig. Augen und Haut sind vor dem ätzenden Milchsaft zu schützen. Winterharte Wolfsmilch-Arten brauchen einen sonnigen Standort, nur einige bevorzugen Halbschatten. Sie eignen sich gut für naturnahe Staudenpflanzungen. Die Blüten selbst sind stark vereinfacht und unscheinbar. Zierend wirken die auffällig gefärbten Hochblätter unter den Blüten und die immergrünen Blätter, die sich bei manchen Arten im Herbst bunt färben.

Die Vermehrungsart richtet sich nach der Art; möglich sind Samen, Stecklinge, Teilung und Ausläufer. Frisch geschnittene Stecklinge stellt man 10–15 Minuten in lauwarmes Wasser (bis kein Milchsaft mehr austritt). So wird das Verstopfen der Schnittwunde verhindert, und die gesteckten Stecklinge können weiter Wasser aufnehmen und bewurzeln.

Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides)

ist in Europa (auch bei uns) bis nach Südrussland und in den Kaukasus verbreitet. Die immergrüne, halbstrauchige Pflanze wird 30–50 cm hoch. Die Blätter sind länglich verkehrt eiförmig, stumpf, dunkel olivgrün, unterseits rostrot und im Winter rötlich purpurn. Die endständigen Blütenstände entfalten sich an den vorjährigen Trieben von April bis Juni. Es sind walzenförmige, grünlich gelbe Trugdolden mit verwachsenen, rundlichen Hochblättern. Diese Art wächst bei uns gut an halbschattigen bis schattigen Plätzen mit kalkhaltigem Boden und eignet sich für die Pflanzung an Gehölzränder. Vermehrt wird sie durch Stecklinge, Wurzeltriebe oder Aussaat. Sehr interessant ist die Sorte ‚Purpurea‘ mit gelbpurpurnen Blüten.

Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides)
Robbs Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides var. robbiae)

Robbs Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides var. robbiae)

ist eine botanische Varietät aus dem Nordwesten Kleinasiens. Im Unterschied zur Ausgangsart Euphorbia amygdaloides breitet sie sich über Wurzeltriebe aus und trägt an den Stängelenden gehäufte, breitere, glänzend dunkelgrüne Blätter. Die immergrünen Blätter an den 30–50 cm hohen Stängeln fallen im Winter besonders auf. Die locker gebauten Blütenstände können bis zu 60 cm hoch werden. Sie erscheinen von April bis Juni an den vorjährigen Trieben und haben hellgrüne Hochblätter. Diese wüchsige Staude eignet sich vor allem zur Unterpflanzung von Gehölzen in geschützten Lagen und an Plätzen mit kalkhaltigem, trockenem Boden. In ungeschützten Lagen werden die überwinternden Blätter von strengem Frost geschädigt. Am Standort breitet sich die Pflanze durch Selbstaussaat und Wurzeltriebe aus. Am besten vermehrt man sie durch Stecklinge.

Sukkulente, nicht winterharte Arten: Wolfsmilch als Zimmerpflanze

Von den insgesamt rund 2000 Wolfsmilch-Arten zählen etwa 500 zu den Sukkulenten. Ihr Formenreichtum ist enorm. Viele ähneln im nicht blühenden Zustand den Kakteen so sehr, dass Laien sie meist für Kakteen halten und als „Kakteen der Alten Welt“ bezeichnen.

Tatsächlich kommen sukkulente Wolfsmilch-Arten in der Neuen Welt nur vereinzelt vor, gehören aber zu den charakteristischen Bestandteilen der Vegetation vom Südzipfel Afrikas über Arabien bis nach Indien.

Die Wissenschaft ordnet die sukkulenten Wolfsmilch-Arten in 12 oder 19 Sektionen ein. Zu jeder Sektion finden sich interessante, für die Kultur geeignete Arten. Zur Auswahl stehen baumförmige, strauchige, säulenförmige oder kugelige Sukkulenten. Manche besonderen Typen haben sogar medusenartige Formen. Neben dornenlosen Arten gibt es solche mit Dornen an den Blättern oder am Stamm. Viele Arten bilden Warzen, die die gesamte Oberfläche bedecken. Den Kakteen am ähnlichsten sind jedoch die Arten mit gerippten Trieben.

Alle Wolfsmilch-Arten enthalten weißen Milchsaft, der in den meisten Fällen giftig ist. Das zweite gemeinsame Merkmal ist der sehr komplizierte Blütenbau. Die scheinbar große Blüte ist in Wirklichkeit keine einzelne Blüte, sondern setzt sich — ähnlich wie bei den Korbblütlern — aus vielen Einzelblüten zusammen (männliche Blüten aus nur einem Staubblatt umgeben die weiblichen Blüten, die ebenfalls keine Hülle haben). Was bei manchen Arten (Gruppe Euphorbia milii) wie farbige Blütenblätter aussieht, sind Hochblätter, die passende Bestäuber anlocken sollen.

Sukkulente Wolfsmilch-Arten wachsen am besten in durchlässigem, nährstoffreichem, sandig-lehmigem Substrat. In den Sommermonaten brauchen sie regelmäßige Wassergaben, blattlose Arten dabei weniger als beblätterte. Fast alle Arten überstehen längere Trockenheit ohne Schaden, deshalb gießt man besser zu wenig als zu viel. Das gilt vor allem dann, wenn das Lichtangebot nicht optimal ist. Nässe an den Wurzeln führt schnell zu Fäulnis.

Wolfsmilch-Arten sind nicht krankheitsanfällig und werden nicht häufig von Schädlingen befallen. Eine Ausnahme sind Nematoden; werden sie festgestellt, müssen alle befallenen Wurzeln abgeschnitten werden und die Pflanze muss in nicht verseuchtem Substrat neu bewurzeln. Bei hoher Luftfeuchtigkeit tritt an blattlosen Arten Mehltau auf; an beblätterten Arten schaden häufiger Spinnmilben.

Vermehrt werden Wolfsmilch-Arten durch Stecklinge oder Samen. Beim Schneiden der Stecklinge ist Schutz vor dem giftigen Milchsaft nötig. Damit die Schnittwunde nicht durch eingetrockneten Milchsaft verstopft, taucht man den Steckling zuerst in Wasser und anschließend in Holzkohlepulver. Nach einigen Tagen steckt man die Stecklinge in eine Mischung aus Torf und Sand. Leider wachsen die bewurzelten Stecklinge nicht immer so wie die Mutterpflanze. Arten, die sich nicht verzweigen, lassen sich nur über Samen vermehren.

Aus der großen Zahl sukkulenter Wolfsmilch-Arten stellen wir die für die Zimmerkultur geeigneten vor:

Kuhhorn-Wolfsmilch (Euphorbia grandicornis)

Kuhhorn-Wolfsmilch (Euphorbia grandicornis)

gehört zu den sogenannten zweidornigen Wolfsmilch-Arten, die am Blattstiel ein Paar Nebenblätter tragen; nach dem Abfallen der Blattspreite bleiben diese als Dornen erhalten. Die Dornen sind sehr hart, 7–10 cm lang, an der Spitze hellbraun und im Alter grau. Die kleinen Blätter fallen früh ab. Heimat dieser Art sind die Küstenwälder von Kenia bis Zululand und Portugiesisch-Ostafrika. Der unregelmäßig verzweigte Strauch wird dort 1–2 m hoch. In Kultur sind vor allem die Sämlinge interessant, und zwar nicht nur wegen der bizarren kräftigen Dornen, sondern auch wegen der graugrünen Streifung der Triebe. Die Kultur entspricht der von Euphorbia milii.

Christusdorn (Euphorbia milii)

Christusdorn (Euphorbia milii) - dornige sukkulente Wolfsmilch mit roten Hochblättern

eine anspruchslose, dornige Sukkulente aus Madagaskar. Sie gedeiht an einem hellen bis sonnigen Platz und kann im Sommer auch im Freien stehen. Sie wird 30 bis 100 cm hoch und blüht fast das ganze Jahr, am reichsten jedoch vom Frühjahr bis in den Sommer. Ihre kleinen Blüten sind von auffälligen bunten Hochblättern umgeben – roten, rosafarbenen oder gelben. Vermehren lässt sie sich leicht durch Stecklinge. Sie verträgt Trockenheit und trockene Zimmerluft gut. Bei Verletzungen tritt giftiger Milchsaft aus, gehen Sie deshalb vorsichtig mit ihr um. Sie zählt zu den dankbarsten Zimmerpflanzen.

Weitere zweidornige Wolfsmilch-Arten sind:

Kaktus-Wolfsmilch (Euphorbia pseudocactus)

Kaktus-Wolfsmilch (Euphorbia pseudocactus)

hat lebhaft grüne, gelbgrün marmorierte Triebe mit 4–5 Rippen und bis zu 1,5 cm langen Dornen. Die Pflanze wächst schnell und lässt sich leicht vermehren.

Kandelaber-Wolfsmilch (Euphorbia candelabrum)

Kandelaber-Wolfsmilch (Euphorbia candelabrum)

ist als junge Pflanze mit ihren grünweiß gestreiften Trieben sehr attraktiv.

Wolfsmilch (Euphorbia tortirama)

Wolfsmilch (Euphorbia tortirama)

hat spiralig gedrehte, dreikantige Seitenzweige. Die zahlreichen Seitenzweige wachsen aus dem Kopf einer rübenförmigen Wurzel und tragen entlang der Kanten lange warzige Auswüchse. Die Dornen sind etwa 2 cm lang. Die Pflanze lässt sich leicht über Stecklinge vermehren, wobei der spiralige Wuchs der Zweige erhalten bleibt.

Warzen-Wolfsmilch (Euphorbia submammillaris)

gehört zu den Zwerg-Wolfsmilch-Arten mit dornigem Blütenstand. Bei Sammlern ist sie sehr beliebt. Die dunkelgrünen Triebe mit 7–12 Rippen verdicken sich nach oben. Im Blütenstand sitzen zahlreiche, bis zu 2 cm lange, schlanke Dornen, die zunächst rot und später braun sind.

Warzen-Wolfsmilch (Euphorbia submammillaris)
Melonen-Wolfsmilch (Euphorbia obesa)

Melonen-Wolfsmilch (Euphorbia obesa)

zählt zu den „melonenförmigen“ Wolfsmilch-Arten von ganz eigenem Aussehen und ist ein anschauliches Beispiel botanischer Konvergenz. Sie ähnelt dem Kaktus Astrophytum asterias. Die dunkel gebänderten Kugeln haben einen Durchmesser von rund 10 cm und werden im Alter bis zu 20 cm hoch. Heimat dieser schönen Art ist das Kapland. Die Einfuhr von Pflanzen nach Europa ist verboten, die Art muss bei uns aus Samen gezogen werden.

Wärmeliebende Arten mit Bedeutung für den Erwerbsgartenbau

Korallenranke (Euphorbia fulgens)

Schnittblume oder blühende Topfpflanze

  • Standort: sonnig, hell, warm
  • Höhe: 30–120 cm
  • Blütezeit: im Herbst und Winter oder ganzjährig
  • Vermehrung: Kopfstecklinge

Diese aus Mexiko stammende Wolfsmilch-Art kommt in den Herbst- und Wintermonaten vor allem als Schnittblume in den Handel. Sie lässt sich auch als niedrige Topfpflanze kultivieren. Sie braucht viel Licht und Wärme (18–22 °C), verträgt keine Zugluft und kein zu kaltes Gießwasser. Gelb werdende und abfallende Blätter können von zu nassem Substrat, kaltem Gießwasser oder zu hohen Düngergaben herrühren. Die Pflanze verträgt Gaben von ½–1 g Mehrnährstoffdünger auf 1 Liter Wasser gut.

Korallenranke (Euphorbia fulgens)
Euphorbia fulgens hat unter den Wolfsmilch-Arten eine besondere Verwendung als Schnittblume

Die abgeblühte Pflanze lässt sich weiterkultivieren. Überwintert wird warm bei eingeschränkter Wassergabe; im Frühjahr schneidet man sie auf 10–15 cm zurück und topft sie in ein lockeres, gut durchlässiges Substrat um. Euphorbia fulgens gehört zu den Kurztagspflanzen (ebenso wie Euphorbia pulcherrima), bei denen die Blüte von der Tageslänge abhängt. Die Blühinduktion erfolgt bei uns Anfang Oktober, wenn für die Pflanze Kurztagsbedingungen eintreten. Vom Beginn des Kurztags bis zum Aufblühen sind 11–12 Wochen nötig; in dieser Zeit dürfen Blütenanlage und -entwicklung jedoch nicht durch eine Tagverlängerung mit störendem Kunstlicht verhindert werden (schon relativ schwaches Licht wirkt sich nachteilig aus).

Die Vermehrung durch Kopfstecklinge oder Stängelstecklinge ohne Spitze gelingt nur, wenn für die Bewurzelung hohe Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur von 22–24 °C gesichert sind.

Geschnittene Blütenstiele halten sich lange in der Vase (3 Wochen) und sind vor allem zu Weihnachten beliebt. Die Behandlung entspricht der von geschnittenen Weihnachtssternen in der Vase. Gezüchtet wurden Sorten mit orangefarbenen, roten, rosa, lachsfarbenen, gelben und weißen Hochblättern. Die Hochblätter weißer Sorten lassen sich beliebig einfärben, indem man die geschnittenen Stiele in Wasser mit passendem Farbstoff stellt.

Für eine frühe Blüte muss bereits im Februar bis März unter Glas ausgesät werden. Die Samen keimen bei 18 °C in 10 Tagen. Weitere 3 Wochen später werden die Sämlinge pikiert, und ab Mitte Mai pflanzt man die Jungpflanzen im Abstand von 25 cm ins Freie. Möglich ist auch die Direktsaat ins Freilandbeet ab Ende April; die Sämlinge müssen vereinzelt werden. Der Boden muss locker, humos und gut durchlässig sein. In schweren, nassen und kalten Böden gedeihen die Pflanzen nicht. Eine stärkere Düngung ist nicht nötig.

Die Pflanzen blühen von Juli bis Oktober. Nach dem Schnitt sollen die Stielenden so lange in lauwarmem Wasser stehen, bis kein Milchsaft mehr austritt. So behandelte Schnittstiele bleiben länger frisch. Der Milchsaft kann mitunter eine Allergie auslösen. Am Standort sät sich die Pflanze oft selbst aus. Die Samen bleiben 3 Jahre keimfähig.

Wolfsmilch düngen: womit man Wolfsmilch im Garten und im Topf düngt

  • Sie können ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen ausstreuen.
  • Setzen Sie DÜNGEE in Wasser an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.

Wolfsmilch-Arten sind genügsam — die meisten stammen von mageren, durchlässigen und kalkhaltigen Böden, deshalb schadet ihnen eine kräftige Düngung eher: Die Pflanze treibt ins Kraut und die Hochblätter verlieren an Farbe. Gartenarten genügt eine einzige Düngergabe im Frühjahr zum Austrieb, bei Steingartenpflanzen und trockenheitsliebenden Arten fällt sie noch kleiner aus. Sukkulente Wolfsmilch-Arten im Zimmer düngen Sie nur während des Sommerwachstums und im Winter gar nicht — ausführlicher behandeln wir das im Artikel Zimmerpflanzen düngen. Wie Sie einen Dünger wählen, der Stauden und Zimmerpflanzen zugleich abdeckt, lesen Sie im Artikel Universaldünger.

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