Zimmerpflanzen – der Ratgeber für ein grünes Zuhause: Arten, Standort und Pflege
Übersicht der Arten nach Lichtbedarf und nach Pflegeaufwand, pflegeleichte Zimmerpflanzen für Anfänger und die Grundlagen der Pflege: Gießen, Substrat, Düngen und Umtopfen.
Warum Zimmerpflanzen in der Wohnung?
Sie verbessern die Luftqualität, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und wirken beruhigend auf das Raumklima.
Eindrucksvolles Grün im Innenraum
Die Wahl der richtigen Art ist dabei wichtiger als die beste Pflege. Eine Pflanze, die den schattigen Boden des Tropenwaldes gewohnt ist, verbrennt am Südfenster, und umgekehrt gehört eine Sukkulente nicht vom Fenster weg in die Zimmerecke. Die folgende Übersicht ordnet Zimmerpflanzen deshalb zuerst nach dem Licht und danach, wie viel Pflege sie brauchen. Eine vollständige Übersicht der Zimmerpflanzenarten finden Sie in unserer Rubrik, in der jede Pflanze einen eigenen Artikel hat.
Zimmerpflanzen nach Lichtbedarf: welche Pflanze wohin gehört
Licht ist das Einzige, was sich in der Wohnung weder mit Dünger noch mit Gießen ausgleichen lässt. Als Faustregel gilt: ins Helle gehören Pflanzen bis zwei Meter vom Süd- oder Westfenster, in den Halbschatten Plätze am Ost- und Nordfenster oder weiter weg vom Südfenster und in den Schatten Zimmerecken, Flure und Treppenhäuser, in die nie direkte Sonne fällt.
Zimmerpflanzen für helle Standorte und direkte Sonne
Am meisten Licht vertragen Sukkulenten und Pflanzen aus trockenen Regionen. Auf der Fensterbank am Südfenster gedeihen sie am besten – gewöhnen Sie sie nach dem Winter aber langsam an die scharfe Frühjahrssonne, damit die Blätter keinen Sonnenbrand bekommen.
- Aloe vera – verträgt auch ganztägige Sonne, braucht durchlässiges Substrat und wenig Wasser.
- Dickblatt – der klassische „Glücksbaum“, im Hellen färben sich die Blattränder kräftig.
- Leuchterblume (Ceropegia woodii) – Sukkulente für die Blumenampel: je mehr Licht, desto deutlicher die Blattzeichnung.
- Yucca – übersteht auch Wochen ohne Gießen, verträgt aber keine Staunässe.
- Strelitzie – ohne volles Licht bildet sie keine Blüte.
- Buntnessel – je mehr Licht, desto kräftiger die Blattzeichnung.
- Wachsblume – blüht nur an einem hellen Standort, die Knospen vertragen aber kein Drehen des Topfes.
- Grünlilie – hält fast überall durch, im Hellen bildet sie die meisten Kindel.
Zimmerpflanzen für den Halbschatten

Der Halbschatten ist für die meisten tropischen Zimmerpflanzen ideal: genug Licht zum Wachsen, aber ohne direkte Strahlen, die die Blätter verbrennen. Dazu gehören Plätze am Ost- oder Nordfenster und der hintere Teil eines Zimmers mit Südfenster.
- Einblatt – blüht im Halbschatten am willigsten, in der direkten Sonne vergilbt es.
- Monstera – braucht diffuses Licht und eine Stütze, im Schatten bildet sie keine geschlitzten Blätter.
- Philodendron – verträgt auch schwächeres Licht, wächst dann aber langsamer.
- Efeutute – pflegeleichte Kletterpflanze, panaschierte Sorten wollen mehr Licht.
- Maranta – direkte Sonne verbrennt ihr die Blattzeichnung.
- Kaladie – die dünnen Blätter brauchen Halbschatten und hohe Luftfeuchtigkeit.
- Purpurtute und Kolbenfaden – beide kommen auch mit einer dunkleren Ecke zurecht.
- Pilea und Harfenstrauch – wachsen schnell und lassen sich leicht über Kindel vermehren.
Kletternde und hängende Arten für den Halbschatten haben wir ausführlicher im Artikel über Zimmerlianen zusammengestellt.
Zimmerpflanzen für wenig Licht: Schatten und dunkle Ecken

Ganz ohne Licht wächst keine Pflanze – auch die robusteste braucht so viel Helligkeit, dass man im Raum tagsüber ohne Lampe lesen kann. Für Ecken, Flure und Treppenhäuser gibt es aber Arten, denen schwaches diffuses Licht genügt und die deshalb keine dünnen, vergeilten Triebe bilden.
- Aspidistra – die robusteste der ganzen Gruppe, langlebig und nachsichtig bei vernachlässigter Pflege.
- Zamioculcas – hält Schatten und Trockenheit aus, nur zu viel Wasser verträgt er nicht.
- Bogenhanf – verträgt wenig Licht, trockene Luft und unregelmäßiges Gießen.
- Streifenfarn und Schwertfarn – Farne für das schattige, feuchte Badezimmer.
- Efeu – kletternd, im Schatten verliert er die Panaschierung und wird grün.
- Drachenbaum – grünblättrige Sorten kommen mit Schatten besser zurecht als bunte.
- Dieffenbachie – verträgt Halbschatten bis leichten Schatten, mag aber keine Zugluft.
Im Schatten verbrauchen Pflanzen weniger Wasser und weniger Nährstoffe – schränken Sie Gießen und Düngen gegenüber einem hellen Standort deshalb deutlich ein, sonst bleibt das Substrat nass und die Wurzeln beginnen zu faulen.
Zimmerpflanzen fürs Schlafzimmer für bessere Luft

Ins Schlafzimmer passen Arten, die mit schwächerem Licht zurechtkommen, nicht duften und keine tägliche Aufmerksamkeit brauchen. Bogenhanf und Aloe vera gehören außerdem zu den Sukkulenten mit einer besonderen Form der Photosynthese (CAM), sie öffnen ihre Spaltöffnungen also vor allem nachts.
- Bogenhanf – wohl die am häufigsten empfohlene Pflanze fürs Schlafzimmer.
- Aloe vera – pflegeleicht und dekorativ auf dem Nachttisch.
- Grünlilie – wächst schnell, erhöht die Luftfeuchtigkeit und ist für Katzen ungefährlich.
- Efeutute – hängende Triebe vom Schrank oder vom Regal.
- Einblatt – blüht auch bei gedämpftem Licht, braucht nur regelmäßiges Gießen.
Im Schlafzimmer gilt doppelt, dass weniger manchmal mehr ist: ein paar große gesunde Pflanzen tun für die Wirkung des Raumes viel mehr als zehn überfüllte Töpfe, um die Sie sich nicht kümmern können.
Zimmerpflanzen nach Pflegeaufwand
Der Pflegeaufwand hängt weder von der Größe noch vom Preis der Pflanze ab, sondern davon, wie eng ihre Ansprüche sind. Pflegeleichte Arten verzeihen ein vergessenes Gießen, Trockenheit und auch eine Weile am falschen Standort. Anspruchsvolle brauchen eine gleichmäßige Temperatur, hohe Luftfeuchtigkeit oder eine genau eingehaltene Ruhezeit – und ein Fehler zeigt sich bei ihnen binnen weniger Tage.
Pflegeleichte Zimmerpflanzen für Anfänger
| Name der Pflanze | Warum sie pflegeleicht ist |
|---|---|
| Grünlilie | Verträgt Trockenheit und zu viel Wasser, wächst bei unterschiedlichem Licht, verzeiht Pflegefehler |
| Bogenhanf | Kommt mit wenig Licht, trockener Luft und unregelmäßigem Gießen aus |
| Zamioculcas | Toleriert Schatten und Trockenheit, braucht weder häufiges Düngen noch Umtopfen |
| Aspidistra | Für den Schatten geeignet, verträgt vernachlässigte Pflege, langlebig |
| Bromelie | Einfaches Gießen, tolerant beim Licht, kaum anfällig |
| Banyanbaum | Passt sich den Bedingungen an, leicht zu vermehren, verträgt Halbschatten |
| Yucca | Verträgt keine Staunässe, eine längere Trockenzeit macht ihr nichts aus |
| Harfenstrauch | Anpassungsfähig, wächst schnell, leicht zu vermehren |
| Pilea | Schnelles Wachstum, verträgt Halbschatten, leicht über Kindel zu vermehren |
| Drachenbaum | Verträgt Trockenheit und häufige Fehler beim Gießen, robust |
| Dieffenbachie | Lässt sich gut über Stecklinge vermehren, toleriert normale Wohnbedingungen |
Zimmerpflanzen für erfahrene Pflanzenfreunde
| Name der Pflanze | Warum sie anspruchsvoll ist |
|---|---|
| Monstera | Braucht regelmäßiges Umtopfen, Gießen, Licht und eine Stütze |
| Kaladie | Braucht hohe Luftfeuchtigkeit, Wärme und maßvolles Gießen |
| Fittonie | Braucht dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit, Wärme und gleichmäßiges Gießen |
| Maranta | Empfindlich beim Gießen, braucht erhöhte Luftfeuchtigkeit und gleichmäßige Temperatur |
| Cymbidium (Orchidee) | Spezielles Substrat, sorgfältiges Gießen und Düngen, Ruhezeit |
| Cattleya (Orchidee) | Braucht viel Licht, wechselnde Wassergaben, eine Ruhezeit |
| Miltonia (Orchidee) | Anspruchsvoll bei Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Licht |
| Dendrobium (Orchidee) | Je nach Art besondere Bedingungen, Ruhezeit |
| Wachsblume | Fehler beim Gießen führen zum Abwerfen der Blüten, sie braucht wechselndes Licht |
| Buntnessel | Braucht genaues Düngen, Gießen und wechselndes Licht |
| Strelitzie | Hohe Ansprüche an Licht und Wassergaben, kühle Überwinterung |
| Begonie | Empfindlich gegen Staunässe, maßvolles Düngen und Gießen |
| Purpurtute | Empfindlich bei der Temperatur, hohe Luftfeuchtigkeit, wechselndes Licht |
| Einblatt | Anspruchslos beim Licht, aber empfindlich beim Gießen und bei der Luftfeuchtigkeit |
| Kolbenfaden | Braucht ausgeglichene Bedingungen, höhere Luftfeuchtigkeit |
| Schwertfarn | Braucht regelmäßig feuchtes Substrat und Luftfeuchtigkeit |
| Streifenfarn | Empfindlich gegen Austrocknen, muss an einem leicht schattigen, feuchten Platz stehen |
| Efeu | Empfindlich beim Gießen und Düngen, höherer Platzbedarf |
Zimmerpflanzen pflegen: Gießen, Substrat, Düngen und Umtopfen
Gießen
Richtiges Gießen ist der wichtigste Teil der Pflege jeder Zimmerpflanze. Meistens gilt: lieber weniger als mehr Wasser! Achten Sie nicht nur auf die oberste Erdschicht, sondern auch auf das Gewicht des Topfes. Vorsicht vor Staunässe, sie führt zum Faulen der Wurzeln. Viele Arten bevorzugen weiches, abgestandenes Wasser und regelmäßiges Besprühen der Blätter.
Im Winter, wenn weniger Licht da ist und die Pflanzen ruhen, gießen Sie etwa um die Hälfte reduziert. Die häufigste Todesursache einer Zimmerpflanze ist nämlich nicht Trockenheit, sondern dauerhaft nasses Substrat und Luftmangel an den Wurzeln.
Substrat
Die Wahl des richtigen Substrats beeinflusst Wachstum, Gesundheit und Blüte der Pflanzen. Universalsubstrate eignen sich für die meisten gängigen Arten, exotische und blühende Pflanzen brauchen aber oft spezielle Mischungen (zum Beispiel mit Perlit, Sand oder Torf). Das Substrat sollte alle ein bis zwei Jahre gewechselt werden, meist im Frühjahr.
Sukkulenten und Kakteen brauchen eine deutlich durchlässigere Mischung mit grobem Sand, Orchideen wachsen dagegen in Rindensubstrat, das kaum Erde enthält. Auf den Topfboden gehört immer eine Drainageschicht, und der Topf muss ein Abzugsloch haben.
Düngen
Zimmerpflanzen brauchen regelmäßig Nährstoffe, vor allem während der Wachstumszeit (Frühjahr bis Herbst). Empfehlenswert sind natürliche Dünger oder ein spezieller Dünger für Zimmerpflanzen (zum Beispiel DÜNGEE als organischer Volldünger). Gedüngt wird über das Gießwasser oder als leichte Streugabe auf das Substrat. Beim Umtopfen lohnt es sich, etwas natürlichen Universaldünger ins Substrat einzuarbeiten.
Von November bis Februar, wenn wenig Licht da ist und die Pflanzen nicht wachsen, wird gar nicht gedüngt – Nährstoffe, die die Pflanze nicht verbraucht, bleiben im Substrat und versalzen es. Eine ausführliche Anleitung, wie oft und wie viel zu dosieren ist, finden Sie im Artikel Zimmerpflanzen düngen.
Umtopfen
Regelmäßiges Umtopfen erneuert die Nährstoffe im Substrat, verhindert einen verfilzten Wurzelballen und steigert die Vitalität der Pflanze. Umgetopft wird ein- bis zweimal jährlich, immer in einen etwas größeren Topf und in frisches Substrat, idealerweise mit einer Beimischung von DÜNGEE oder einem anderen natürlichen Universaldünger (1–2 % des Erdvolumens). Am besten topfen Sie im Frühjahr um, bevor der neue Austrieb beginnt.
Dass es Zeit ist, erkennen Sie an Wurzeln, die aus dem Abzugsloch wachsen, an Wasser, das fast sofort durch den Topf läuft, oder an einer Pflanze, die das ganze Frühjahr über nicht zugelegt hat. Wählen Sie den neuen Topf nur zwei bis drei Zentimeter breiter – in einem zu großen bleibt das Substrat lange nass.
Häufige Fragen zu Zimmerpflanzen
Welche Zimmerpflanzen sind am pflegeleichtesten?
Für Anfänger sind Grünlilie, Bogenhanf, Zamioculcas und Aspidistra am sichersten. Alle vier vertragen unregelmäßiges Gießen, schwächeres Licht und trockene Wohnungsluft und stecken einen Pflegefehler ohne Folgen weg.
Welche Zimmerpflanzen vertragen Schatten oder Dunkelheit?
Am besten Aspidistra, Zamioculcas und Bogenhanf, in einer feuchteren schattigen Ecke dann die Farne Streifenfarn und Schwertfarn. Ganz ohne Licht überlebt aber keine Pflanze – sie braucht so viel Helligkeit, dass man im Raum tagsüber ohne Lampe lesen kann.
Wie oft gießt man Zimmerpflanzen?
Je nach Art und Jahreszeit, nicht nach dem Kalender. Zuverlässiger als ein fester Rhythmus ist die Fingerprobe zwei bis drei Zentimeter tief und das Gewicht des Topfes. Im Winter gießen Sie etwa um die Hälfte reduziert.
Wann und womit düngt man Zimmerpflanzen?
Vom Frühjahr bis zum Herbst; in der Ruhezeit von November bis Februar wird nicht gedüngt. Ein langsam wirkender organischer Dünger wird ins Substrat eingearbeitet oder als Auszug zum Gießen angesetzt. Einzelheiten finden Sie im Artikel Zimmerpflanzen düngen.
Wie oft topft man Zimmerpflanzen um?
Die meisten Arten alle ein bis zwei Jahre, im Frühjahr vor dem Austrieb. Langsam wachsende wie Zamioculcas oder Aspidistra halten auch länger durch. Wählen Sie den Topf nur zwei bis drei Zentimeter breiter als den bisherigen.
Welche Zimmerpflanzen sind giftig?
Am häufigsten Vertreter der Aronstabgewächse – Dieffenbachie, Monstera, Philodendron, Efeutute, Einblatt und Purpurtute. Ihr Saft enthält Kristalle aus Calciumoxalat, die die Schleimhäute reizen. Giftig ist auch Efeu. In einem Haushalt mit kleinen Kindern oder Katzen greifen Sie deshalb besser zu Grünlilie, Bogenhanf (nur in größerer Menge reizend) oder zu Farnen.
