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Buntnessel (Coleus blumei Hybriden): Pflege, Standort und Vermehrung

Zimmer- und Gartenpflanze mit auffallend bunten Blättern. Standort, Gießen, Schnitt, Stecklinge und Überwintern der Buntnessel.

Buntnessel pflegen: Standort, Wuchshöhe und Vermehrung

Beet mit Buntnesseln mit rosafarbenen, karminroten, dunkelweinroten und kupferfarbenen Blättern mit grünem Rand auf einem Gartenrasen

Zimmerpflanzen oder Gartenpflanzen mit auffallend bunten Blättern.

Standort: Vollsonnig; im Schatten färben sich die Blätter nicht gut aus.
Höhe: 30–60 cm.
Blütezeit: Juni bis September oder Januar; die Blütenstände werden meist entfernt.
Vermehrung: Durch Stecklinge oder Samen.

Die Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) stammt aus dem tropischen Afrika und Asien. Mit ihren bunt gefärbten Blättern zieht sie am Rand eines Gartenbeets ebenso die Blicke auf sich wie im Topf. In der Vielfalt an Farben und Blattzeichnungen kann es kaum eine andere Pflanze mit der Buntnessel aufnehmen. Die blauvioletten Blüten sind eher unscheinbar. Die Blütenstände sollten rechtzeitig entfernt werden, damit sich die Pflanze nicht unnötig erschöpft.

Buntnessel gießen, düngen, schneiden und überwintern

Detailaufnahme bunter, karminroter Blätter der Buntnessel (Coleus blumei) mit gelbgrünem Rand und gelbgrüner Blattaderung

Pflanzen in voller Sonne brauchen reichlich Wasser und eine Düngung einmal pro Woche von Frühjahr bis Herbst. Hinter Fensterglas ist es ratsam, sie ein wenig vor der Mittagshitze zu schützen. Ältere Pflanzen verkahlen von unten. Sie sehen besser aus, wenn man sie gelegentlich zurückschneidet, damit sie sich verzweigen. Häufiger zieht man jedes Jahr junge Pflanzen heran.

Buntnessel überwintern und Stecklinge schneiden

Wenn sie überwintern, ist eine Temperatur von 10–12 °C für sie am besten. Eine höhere Temperatur ist nur bei sehr hellem Standort möglich. Vorteilhafter ist die kühle Überwinterung der Pflanzen aus dem Vorjahr; sie dienen dann als Mutterpflanzen für die Gewinnung von Stecklingen. Junge Pflanzen werden entspitzt, damit sie sich besser verzweigen.

Buntnessel überwintern: wann reinholen und wie

Die Buntnessel ist mehrjährig, aber nicht winterhart. Schon Nächte unter 10 °C setzen ihr zu: Die Blätter werden schlaff, verfärben sich dunkel und fallen ab. Frost übersteht sie nicht. Holen Sie Pflanzen aus Beet, Balkonkasten oder Kübel deshalb ins Haus, sobald die Nachttemperaturen dauerhaft unter 10–12 °C sinken. In den meisten Regionen ist das Ende September oder Anfang Oktober der Fall – wer jetzt noch Buntnesseln draußen stehen hat, sollte nicht mehr lange warten.

  1. Ausgraben oder Kübel reinholen. Pflanzen aus dem Beet mit möglichst großem Wurzelballen in einen Topf mit frischer Erde setzen.
  2. Um etwa ein Drittel zurückschneiden. Das reduziert die Verdunstung, und die Pflanze verzweigt sich im Frühjahr besser. Die abgeschnittenen Triebspitzen eignen sich gleich als Stecklinge.
  3. Blätter und Blattunterseiten kontrollieren, damit keine ungebetenen Gäste von draußen mit ins Winterquartier kommen.
  4. Hell und kühl aufstellen, ideal bei 10–12 °C. Wärmer darf es nur sein, wenn der Platz sehr hell ist, sonst bildet die Pflanze lange, blasse Triebe.
  5. Sparsam gießen und nicht düngen. Die Erde soll leicht feucht bleiben, aber nie nass sein. Ab März gießen Sie wieder mehr und setzen die Pflanze in frische Erde.

Platz für einen großen Topf auf der hellen Fensterbank hat nicht jeder. Dann ist es einfacher, statt der ganzen Pflanze nur ein paar Stecklinge zu überwintern: Ein Wasserglas mit drei, vier bewurzelten Trieben braucht kaum Platz und liefert im Frühjahr kräftige Jungpflanzen.

Ist die Buntnessel winterhart?

Nein. Die Buntnessel stammt aus den Tropen und ist in Deutschland nicht winterhart – auch nicht mit Winterschutz im Freiland. Sie ist zwar eine mehrjährige Pflanze, wird aber im Garten meist wie eine einjährige Sommerblume behandelt. Mehrjährig bleibt sie nur, wenn sie den Winter im Haus verbringt. Sorten, die als „winterhart“ angeboten werden, gibt es bei der Buntnessel nicht; gemeint ist dann meist eine andere Pflanze.

Buntnessel vermehren: Stecklinge im Wasserglas oder Samen

Stecklinge sind der schnellste Weg und haben einen Vorteil: Die Jungpflanze hat genau dieselbe Blattfärbung wie die Mutterpflanze. Bei Samen fällt die Zeichnung oft anders aus.

  1. Eine 8–10 cm lange Triebspitze ohne Blüte direkt unter einem Blattknoten abschneiden.
  2. Die unteren Blätter entfernen, sodass nur zwei bis vier Blätter an der Spitze bleiben.
  3. Den Steckling in ein Glas mit Wasser stellen, hell, aber ohne pralle Sonne. Das Wasser alle paar Tage wechseln.
  4. Nach ein bis zwei Wochen zeigen sich die ersten Wurzeln. Sind sie 2–3 cm lang, den Steckling in einen kleinen Topf mit Erde setzen.

Stecklinge bewurzeln sich auch direkt in feuchter Anzuchterde. Im Spätsommer und Herbst geschnittene Stecklinge sind die bequemste Art, die Buntnessel über den Winter zu bringen.

Aussaat: Von Februar bis März auf der Fensterbank. Buntnesseln sind Lichtkeimer, die Samen also nur andrücken und nicht mit Erde bedecken. Bei 20–24 °C keimen sie nach etwa zwei bis drei Wochen. Ins Freie dürfen die Jungpflanzen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai.

Buntnessel schneiden und entspitzen

Ohne Schnitt wächst die Buntnessel schnell in die Höhe und verkahlt von unten. Drei Schnitte halten sie buschig:

  • Entspitzen: Bei jungen Pflanzen die Triebspitze über dem zweiten oder dritten Blattpaar auskneifen. Aus den Blattachseln wachsen dann zwei neue Triebe.
  • Blüten entfernen: Die Blütenähren gleich beim Erscheinen ausbrechen. Sonst steckt die Pflanze ihre Kraft in die Samen, und die neuen Blätter bleiben kleiner.
  • Rückschnitt im Frühjahr: Überwinterte Pflanzen im März um bis zur Hälfte einkürzen. Die Schnittstücke lassen sich wieder als Stecklinge verwenden.

Standort und Blattfarbe

Wie kräftig die Blätter gefärbt sind, hängt vor allem vom Licht ab. An einem zu dunklen Platz verblassen Rot- und Gelbtöne, die Blätter werden grünlicher und die Triebe lang und dünn. Die meisten Sorten färben sich in der Sonne am schönsten aus. Hellgrüne und gelbliche Sorten bekommen in praller Mittagssonne aber leichter Sonnenbrand als dunkelrote. Auf dem Südbalkon oder hinter Fensterglas ist für sie ein Platz mit Schatten über Mittag besser.

Buntnessel lässt die Blätter hängen – Ursachen

  • Trockene Erde: Die häufigste Ursache, vor allem im Sommer in der Sonne. Nach dem Gießen richten sich die Blätter innerhalb weniger Stunden wieder auf.
  • Nasse Erde und trotzdem schlaffe Blätter: Staunässe, die Wurzeln faulen. Erde abtrocknen lassen, Wasser aus dem Untersetzer gießen, bei matschigen Wurzeln in frische Erde umtopfen.
  • Kalte Nächte: Unter 10 °C hängen die Blätter, werden dunkel und fallen ab. Pflanze rechtzeitig reinholen.
  • Umzug ins Haus: Nach dem Reinholen wirft die Buntnessel oft einige Blätter ab, weil im Zimmer weniger Licht ankommt. Mit einem hellen Platz erholt sie sich.

Ist die Buntnessel giftig für Katzen und Hunde?

Die Buntnessel enthält ätherische Öle. Für Menschen gilt sie als nicht oder nur schwach giftig. Katzen und Hunde, die größere Mengen Blätter fressen, können mit Erbrechen und Durchfall reagieren. Stellen Sie Topfpflanzen deshalb dort auf, wo Haustiere nicht daran knabbern.

Buntnessel düngen

Buntnesseln wachsen schnell und brauchen von Mai bis September einmal pro Woche Dünger, im Winter gar keinen. Gut geeignet ist Düngee, unser organischer Dünger: Er ist geruchlos und seine Nährstoffe nach und nach abgibt. Für Topfpflanzen setzen Sie einen Aufguss an: 1 Teelöffel (5 ml) auf 1 Liter Wasser, 4 Stunden ziehen lassen und statt normalem Wasser gießen. Mengen für andere Pflanzen finden Sie unter Dosierung.

Häufige Fragen: Buntnessel überwintern und pflegen

Kann man Buntnesseln überwintern?

Ja. Die Buntnessel stammt aus den Tropen, lässt sich aber im Haus überwintern. Am besten ist ein heller Platz bei 10–12 °C; wärmer sollte es nur an einem sehr hellen Standort sein.

Wie überwintert man eine Buntnessel im Topf?

Stellen Sie den Topf im Herbst, bevor es kalt wird, an einen hellen, kühlen Platz mit 10–12 °C. Die überwinterten Vorjahrespflanzen dienen im Frühjahr als Mutterpflanzen für Stecklinge.

Welche Temperatur braucht die Buntnessel im Winter?

Ideal sind 10–12 °C. Höhere Temperaturen verträgt sie im Winter nur an einem sehr hellen Standort.

Muss man die Buntnessel zurückschneiden?

Ältere Pflanzen verkahlen von unten. Ein gelegentlicher Rückschnitt regt die Verzweigung an, junge Pflanzen werden entspitzt. Die Blütenstände entfernt man rechtzeitig, damit sich die Pflanze nicht unnötig erschöpft.

Wie vermehrt man Buntnesseln?

Durch Stecklinge oder Samen. Stecklinge schneidet man von überwinterten Mutterpflanzen; häufig zieht man so jedes Jahr junge Pflanzen heran.

Welchen Standort braucht die Buntnessel?

Einen vollsonnigen – im Schatten färben sich die Blätter nicht gut aus. Hinter Fensterglas sollte man sie etwas vor der Mittagshitze schützen.

Wie oft gießt und düngt man Buntnesseln?

Pflanzen in voller Sonne brauchen reichlich Wasser und von Frühjahr bis Herbst einmal pro Woche Dünger. Geeignet ist ein organischer Dünger wie Düngee als Aufguss: 1 Teelöffel (5 ml) auf 1 Liter Wasser, 4 Stunden ziehen lassen.

Die genaue Dosierung für einzelne Pflanzen finden Sie auf der Seite Dosierung von Düngee.

Bildquellen: Foto: George Chernilevsky, CC BY 4.0