Schusterpalme (Aspidistra elatior)
Schusterpalme – anspruchslose Zimmerpflanze für Schatten und dunkle Ecken

Zimmerpflanze mit aufrecht wachsenden Blättern
- Standort: halbschattig bis schattig
- Höhe: bis 1 m
- Blütezeit: Februar–April
- Vermehrung: durch Teilung
Die Schusterpalme schmückte einst schlecht beleuchtete Schusterwerkstätten und Metzgerläden – genau daher stammt ihr deutscher Name. Sie vertrug dunkle Ecken, Zugluft und schwankende Temperaturen. Botanisch wurde sie lange zu den Liliengewächsen (Liliaceae) gestellt.
Als Zimmerpflanze wird praktisch nur eine einzige Art kultiviert, die Schusterpalme (Aspidistra elatior) aus China. Ihre lanzettlichen Blätter werden über einen halben Meter lang und sitzen auf langen Stielen. Im Frühjahr erscheinen unscheinbare, bräunlich bis lila gefärbte Blüten. Aus der dunkelgrünblättrigen Art ging eine Sorte mit hellen Längsstreifen auf den Blättern hervor (‚Variegata‘). Sie ist dekorativer, braucht aber mehr Licht als die grünblättrige Pflanze.
Heute ist die Schusterpalme wenig gefragt und wird im Handel nur selten angeboten.
Schusterpalme pflegen: Standort, Gießen und Überwintern
Die Schusterpalme ist anspruchslos, wächst aber am besten im Halbschatten und bei kühler Überwinterung (sie kommt jedoch auch bei Zimmertemperatur in der beheizten Wohnung über den Winter).
Gegossen wird das ganze Jahr über mäßig. Wischt man die Blätter gelegentlich ab, bleiben sie glänzend. Von Ende April bis Ende August ist eine Düngung alle zwei Wochen sinnvoll, und zwar mit der halben Dosis, die auf der Verpackung des Düngers angegeben ist.
Umgetopft wird am besten im Frühjahr, und zwar erst dann, wenn die Erde im Topf vollständig durchwurzelt ist. Beim Umtopfen lässt sich die Pflanze problemlos durch Teilung vermehren. Krankheiten und Schädlinge treten an ihr nur selten auf. Bei zu kräftiger Düngung reißen die Blätter der Länge nach ein.
Standort: Die Schusterpalme verträgt auch die dunkle Ecke
Die Schusterpalme trägt die Beinamen Gusseisenpflanze oder eiserne Pflanze – und das sagt viel über ihre Zähigkeit. Sie wächst dort, wo andere Zimmerpflanzen aufgeben: im Flur ohne direktes Fenster, am Nordfenster, im Zug und dort, wo die Temperatur über den Tag schwankt.
- Am besten gedeiht sie im Halbschatten – im gestreuten Licht ein paar Meter vom Fenster entfernt oder am Nordfenster.
- Pralle Mittagssonne verträgt sie nicht. Die Blätter bleichen aus und bekommen trockene Ränder.
- An tiefen Schatten passt sie sich an, wächst dann nur langsamer und treibt weniger Blätter.
- Temperatur 15–22 °C im Sommer; im Winter tut ihr ein kühlerer Platz um 10 °C gut, in der beheizten Wohnung kommt sie aber ebenso zurecht.
- Im Sommer darf sie nach draußen auf eine schattige Terrasse. Frost verträgt sie nicht – holen Sie sie herein, bevor die Temperaturen gegen null gehen.
Sie suchen weitere Pflanzen für dunklere Plätze? Sehen Sie sich die Übersicht der Zimmerpflanzen an oder werfen Sie einen Blick auf Zamioculcas und Ficus.
Blüht die Schusterpalme? Die Blüte sitzt direkt über der Erde
Ja, sie blüht – nur bemerkt es kaum jemand. Die Blüte der Schusterpalme erscheint von Februar bis April unmittelbar am Rhizom, dicht über dem Substrat. Sie ist fleischig, braunviolett bis lila, kaum zwei bis drei Zentimeter groß und liegt unter den Blättern verborgen, sodass man sie leicht übersieht. Wer sie in der Natur bestäubt, ist unter Botanikern bis heute umstritten.
In der Wohnung blüht die Schusterpalme nur ausnahmsweise, am ehesten bei älteren, gut durchwurzelten Pflanzen, die lange nicht umgetopft wurden. Eine Pflanze ohne Blüten ist deshalb kein Zeichen dafür, dass ihr etwas fehlt.
Aspidistra ‚Variegata‘ und buntlaubige Sorten
Neben der grünblättrigen Grundform wird die panaschierte Sorte ‚Variegata‘ mit cremefarbenen Längsstreifen kultiviert. Die Panaschierung ist unbeständig: In einer zu dunklen Ecke oder bei kräftiger Düngung verliert die Sorte ihre Streifen und schlägt ins reine Grün zurück. Wer die Zeichnung erhalten will, stellt sie heller als die grünblättrige Pflanze und düngt zurückhaltender. Neuere botanische Systeme stellen die Gattung Aspidistra zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae).
Womit man die Schusterpalme düngt
Die Schusterpalme lässt sich leichter überdüngen als aushungern. Von Ende April bis Ende August genügt eine Gabe alle zwei Wochen, und zwar mit der halben Dosis der Packungsangabe. Von September bis zum Frühjahr wird gar nicht gedüngt – die Pflanze ruht, und die Nährstoffe blieben ungenutzt im Substrat liegen.
Eine zu kräftige Gabe erkennt man sofort: Die Blätter reißen der Länge nach ein und wachsen nicht wieder zusammen. Die allgemeinen Regeln und die Dosierung für Zimmerpflanzen finden Sie im Artikel Zimmerpflanzen düngen.
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Häufige Probleme und was dahintersteckt
| Was Sie sehen | Häufigste Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Braune, trockene Blattspitzen | Trockene Heizungsluft oder ausgetrockneter Wurzelballen | Weg vom Heizkörper, regelmäßiger und in kleineren Mengen gießen, Blätter gelegentlich übersprühen |
| Blasse, ausgebleichte Blätter | Zu grelle direkte Sonne | In den Halbschatten rücken, weg vom Südfenster |
| Längs eingerissene Blätter | Zu kräftige Düngung | Dosis auf die Hälfte der Empfehlung senken, im Winter nicht düngen |
| Weiche, faulende Blattbasen | Zu viel Wasser und Staunässe im Übertopf | Überschüssiges Wasser aus dem Übertopf gießen, die obere Substratschicht abtrocknen lassen |
| Die Pflanze wächst jahrelang nicht | Tiefer Schatten, zu enger Topf | Hellerer Platz; erst umtopfen, wenn die Erde vollständig durchwurzelt ist |
| Die Sorte ‚Variegata‘ verliert ihre Streifen | Zu wenig Licht oder zu kräftige Düngung | Hellerer Standort und zurückhaltendere Düngung |
Krankheiten und Schädlinge machen der Schusterpalme nur selten zu schaffen. Wenn doch, dann meist an Pflanzen, die zu trocken und zu warm stehen; eine Übersicht finden Sie im Artikel Zimmerpflanzen-Schädlinge.
Häufige Fragen zur Schusterpalme
Ist die Schusterpalme für Katzen und Hunde giftig?
Aspidistra elatior wird zu den ungiftigen Zimmerpflanzen gezählt, ein angeknabbertes Blatt schadet dem Tier also nicht. Der Pflanze schon – ein beschädigtes Blatt wächst nicht nach und bleibt ihr jahrelang erhalten.
Wie vermehrt man die Schusterpalme?
Durch Teilung des Rhizoms beim Umtopfen im Frühjahr. Jedes Teilstück braucht ein eigenes Stück Rhizom mit Wurzeln und mindestens zwei bis drei Blätter. Lassen Sie die Schnittflächen ein paar Stunden abtrocknen und gießen Sie den neuen Horst die ersten vierzehn Tage nur sparsam.
Wie oft muss man die Schusterpalme umtopfen?
In der Regel alle drei bis vier Jahre, und immer erst dann, wenn die Erde im Topf vollständig durchwurzelt ist. Die Schusterpalme blüht und wächst besser, wenn die Wurzeln etwas beengt stehen.
Warum wächst die Schusterpalme kaum?
So gehört es sich. Selbst unter guten Bedingungen treibt sie nur einige neue Blätter im Jahr. Das langsame Wachstum ist bei der Schusterpalme normal und kein Zeichen für ein Problem.
