Efeutute (Epipremnum aureum): Pothos, Goldene Efeutute und ihre Pflege
Pflegeleichte Kletterpflanze mit marmorierten Blättern — Standort, Gießen, Sorten, Stecklinge und Hydrokultur
Das Epipremnum, im Handel und unter Pflanzenfreunden besser bekannt als Efeutute oder englisch Pothos, ist eine der pflegeleichtesten Zimmerpflanzen überhaupt. Es wächst schnell, verzeiht unregelmäßiges Gießen und begnügt sich auch mit einem Platz weiter weg vom Fenster.

Kletternde und hängende Pflanze mit marmorierten Blättern
- Standort: vor direkter Sonne geschützt, bei Zimmertemperatur
- Länge: Triebe bis 3 m lang
- Vermehrung: Stecklinge im Frühjahr
Epipremnum aureum wird bis heute oft als „Scindapsus“ bezeichnet. Scindapsus pictus ist zwar eine sehr ähnliche Pflanze, doch beide werden heute nicht mehr derselben Gattung zugerechnet.
Epipremnum gehört zur Familie der Aronstabgewächse (Araceae) und stammt aus den Waldgebieten Asiens. Die sehr langen Triebe dieser Kletterpflanze mit grünweiß oder weißgrün marmorierten Blättern können in der Wohnung ganze Wände bedecken.
Efeutute, Pothos, Teufelsefeu: die vielen Namen der Pflanze

Eine Pflanze, viele Namen. Botanisch heißt sie Epipremnum aureum, im Deutschen sagt man Efeutute, Goldene Efeutute oder Teufelsefeu, in englischsprachigen Anleitungen begegnen Ihnen Pothos, Golden Pothos und Devil’s Ivy. Gemeint ist immer dieselbe Zimmerpflanze.
Die Verwirrung hat historische Gründe: Die Pflanze wurde nacheinander beschrieben als Pothos aureus, Scindapsus aureus und Rhaphidophora aurea, bevor sie in der Gattung Epipremnum landete. Die alten Namen blieben in den Gärtnereien hängen und wanderten von dort in die Online-Shops.
Efeutute oder Scindapsus?
Beide gehören zu den Aronstabgewächsen und werden gleich gepflegt, sind aber nicht dasselbe. Unterscheiden lassen sie sich am Blatt: Das Epipremnum hat ein symmetrisches, festes Blatt mit einer Zeichnung in Gelbgrüntönen, während die Gefleckte Efeutute (Scindapsus pictus) ein asymmetrisches, matt-samtiges Blatt mit silbriger Zeichnung hat. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie im Artikel über die Gattung Scindapsus.
Efeututen-Arten: Golden Pothos, Marble Queen, Neon und Epipremnum pinnatum
Im Handel begegnen Ihnen am häufigsten einige Sorten von Epipremnum aureum sowie die Art Epipremnum pinnatum. Sie unterscheiden sich vor allem in der Blattzeichnung; die Ansprüche in der Pflege sind praktisch gleich, es gilt nur eine einfache Regel — je mehr Weiß im Blatt, desto mehr Licht braucht die Pflanze, denn weißes Gewebe betreibt keine Photosynthese.




Pflege: Licht, Gießen, Temperatur und Umtopfen

Die Efeutute braucht einen hellen bis halbschattigen Standort, ganzjährig Zimmertemperatur und Wärme an den Wurzeln. Im Sommer muss regelmäßig gegossen werden, im Winter etwas weniger. „Kalte Füße“ und Nässe an den Wurzeln verträgt die Pflanze nicht. Vom Austrieb im Frühjahr bis August empfiehlt sich einmal wöchentlich eine Düngergabe. Umgetopft wird jedes oder jedes zweite Jahr — das gilt allerdings nicht für die Hydrokultur, die sich bei der Efeutute sehr gut bewährt.
Kurz gefasst
- Licht: diffus, ideal ein bis zwei Meter vom Fenster entfernt. Direkte Mittagssonne verbrennt die Blätter, im tiefen Schatten verschwindet die Zeichnung.
- Gießen: erst wenn die oberen zwei Zentimeter Substrat abgetrocknet sind. Zu viel Wasser ist bei der Efeutute die häufigste Todesursache.
- Temperatur: 18–26 °C ganzjährig, nie unter 12 °C. Zugluft vom Fenster und der Luftstrom einer Klimaanlage bekommen ihr nicht.
- Luftfeuchtigkeit: normale Wohnraumluft genügt, höhere Feuchtigkeit nimmt sie gerne an. Besprühen ist nicht nötig.
- Substrat: durchlässig, mit einem Anteil Perlit oder Rindenstücken. Der Topf muss ein Abzugsloch haben.
- Schnitt: im Frühjahr lange kahle Triebe einkürzen — die Pflanze verzweigt sich und wird dichter.
Efeutute vermehren über Stecklinge
Die Efeutute gehört zu den am leichtesten zu vermehrenden Zimmerpflanzen. Schneiden Sie im Frühjahr einen Trieb so ab, dass er zwei bis drei Blätter und mindestens einen Nodus hat — die verdickte Stelle am Trieb, aus der ein Blatt und eine kleine Luftwurzel wachsen. Entfernen Sie das unterste Blatt und stellen Sie den Steckling in ein Glas Wasser oder stecken Sie ihn direkt in feuchtes Substrat.
Im Wasser zeigen sich die Wurzeln meist nach zwei bis drei Wochen; umgetopft wird am besten, sobald sie drei bis fünf Zentimeter lang sind — später gewöhnt sich die Pflanze schlechter an Erde. Damit der neue Topf von Anfang an dicht wirkt, setzen Sie gleich fünf bis sieben Stecklinge zusammen hinein.
Efeutute im Wasser und in Hydrokultur
Hydrokultur bewährt sich bei der Efeutute besser als bei den meisten Zimmerpflanzen — die Praxis bestätigt das immer wieder. Die Pflanze hält es dauerhaft sogar in einem einfachen Glas Wasser auf der Fensterbank aus; dort fehlen ihr allerdings die Nährstoffe, sodass sie nach einigen Monaten blasser wird und kleinere Blätter ansetzt.
- In reinem Wasser: wechseln Sie das Wasser alle ein bis zwei Wochen und spülen Sie das Gefäß gelegentlich aus, damit sich an den Wänden keine Algen bilden.
- In Hydrokultur: Blähton, Wasserstand im unteren Drittel und einmal im Monat eine schwache Nährlösung.
- Umstellung von Erde auf Wasser: die Wurzeln vorsichtig mit lauwarmem Wasser abwaschen; rechnen Sie damit, dass ein Teil der „Erdwurzeln“ abstirbt und die Pflanze neue Wasserwurzeln bildet.
Häufige Probleme: gelbe Blätter, blasse Zeichnung, braune Ränder

- Ganze Blätter werden gelb, vor allem unten: meist zu viel Wasser. Lassen Sie das Substrat abtrocknen und prüfen Sie, ob das Wasser aus dem Topf ablaufen kann.
- Die Zeichnung verschwindet, die Blätter werden ganz grün: zu wenig Licht. Rücken Sie die Pflanze näher ans Fenster; bei weiß panaschierten Sorten gilt das doppelt.
- Braune, trockene Blattränder: trockene Luft über der Heizung oder ein ausgetrockneter Wurzelballen.
- Lange Triebe mit kleinen, weit auseinanderstehenden Blättern: die Pflanze vergeilt aus Lichtmangel. Kürzen Sie die Triebe ein und stellen Sie sie heller.
- Die Pflanze steht und wächst nicht: erschöpftes Substrat. Im Frühjahr umtopfen und mit dem Düngen beginnen.
Efeutute düngen: womit und wie oft
Die Efeutute wächst schnell und verbraucht den Nährstoffvorrat im Topf in einer einzigen Saison. Gedüngt wird am besten von Frühjahr bis Ende August, im Winter nur ausnahmsweise — in der Ruhephase blieben ungenutzte Nährstoffe im Substrat zurück.
Düngee ist ein granulierter organischer Dünger, der die Nährstoffe allmählich freisetzt, sodass sich die Pflanze damit nicht so leicht überdüngen lässt wie mit einer Lösung aus dem Fläschchen.
So wenden Sie Düngee bei der Efeutute an
- Beim Umtopfen: in einer Konzentration von etwa 1 % des Erdvolumens einarbeiten und untermischen.
- Während der Saison: die Substratoberfläche rund um den Trieb leicht bestäuben und angießen.
- Auszug zum Gießen: ein Teelöffel auf einen Liter Wasser, von Frühjahr bis August 1- bis 2-mal im Monat gießen.
- In Hydrokultur: ein schwächerer Auszug (ein halber Teelöffel auf einen Liter) einmal im Monat.
Die Dosierung für die einzelnen Pflanzenarten finden Sie auf der Seite Dosierung, über Zusammensetzung und Wirkprinzip schreiben wir beim Universaldünger. Das Vorgehen für die ganze Fensterbank fasst der Artikel Zimmerpflanzen düngen zusammen.
Warum sich Düngee für Zimmerpflanzen eignet

- Geruchlos, also auch in der Wohnung verwendbar.
- Allmähliche Freisetzung der Nährstoffe — eine Gabe hält wochenlang.
- Sicher für Kinder und Haustiere.
- Zugelassen für die Verwendung in der ökologischen Produktion (ÚKZÚZ Nr. 5778).
- Haltbarkeit mindestens 3 Jahre.
Ein Teelöffel auf einen Liter Wasser reicht bei der Efeutute für mehrere Monate Gießen, sodass selbst die kleinste Packung die ganze Saison hält. Das gesamte Sortiment finden Sie im Düngee-Katalog.
Häufige Fragen zur Efeutute
Ist die Efeutute für Katzen und Hunde giftig?
Ja. Wie alle Aronstabgewächse enthält sie Calciumoxalat, das beim Zerkauen die Schleimhaut von Maul und Speiseröhre reizt und Speicheln und Erbrechen auslösen kann. Hängen Sie die Pflanze deshalb außer Reichweite von Tieren und kleinen Kindern auf. Lebensgefährlich ist sie nicht, bei größeren Mengen ist ein Besuch beim Tierarzt aber angebracht.
Was ist der Unterschied zwischen Efeutute und Scindapsus?
Das Epipremnum (Pothos) hat ein symmetrisches, glänzendes Blatt mit gelbgrüner Zeichnung. Scindapsus pictus, die Gefleckte Efeutute, hat ein asymmetrisches, matt-samtiges und silbrig geflecktes Blatt. Früher wurden beide Gattungen zusammengefasst, heute nicht mehr — gepflegt werden sie aber gleich.
Warum bekommt die Efeutute gelbe Blätter?
Meist wird zu häufig gegossen: Die Wurzeln stehen im Wasser und beginnen zu faulen. Lassen Sie die obere Substratschicht abtrocknen und prüfen Sie das Abzugsloch. Wenn dagegen einzelne untere Blätter einer älteren Pflanze vergilben, ist das natürliches Altern.
Lässt sich die Efeutute allein im Wasser kultivieren?
Ja, sie hält es dauerhaft sogar in einem einfachen Glas Wasser aus. Wechseln Sie das Wasser alle ein bis zwei Wochen. Damit sie keinen Nährstoffmangel bekommt, geben Sie einmal im Monat eine schwache Lösung dazu — einen halben Teelöffel Düngee auf einen Liter Wasser.
Wie schnell wächst die Efeutute und wie lang wird sie?
Pro Saison legt sie etwa einen halben bis einen Meter zu. Die Triebe können bis zu drei Meter lang werden, sie eignet sich also für die Ampel ebenso wie für den Moosstab. Ein Rückschnitt im Frühjahr hält die Pflanze dicht.
Wie oft sollte man die Efeutute düngen?
Vom Austrieb im Frühjahr bis August etwa einmal pro Woche mit schwacher Lösung oder einmal im Monat mit einem stärkeren Auszug. Von September bis Februar braucht die Pflanze keinen Dünger.
Weitere kletternde und hängende Zimmerpflanzen
Die Efeutute wird ähnlich gepflegt wie die meisten kletternden Aronstabgewächse. Wenn Sie einen Begleiter für dieselbe Fensterbank suchen, schauen Sie sich Monstera, Philodendron, Syngonium oder Efeu an. Einen Überblick über die ganze Gruppe finden Sie im Artikel Kletterpflanzen.
