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Wassermelone (Citrullus lanatus)

Wärmeliebendes Kürbisgewächs mit Früchten von 5–20 kg. An einem warmen Standort oder im Folientunnel gelingt sie auch bei uns.

Die Wassermelone in Kürze

Wärmeliebendes Kürbisgewächs mit großen Früchten.

Standort: Warme Sandböden und sonniges Klima.
Pflanzabstand: 60 × 100 cm.
Anbaudauer: Aussaat ab April unter Glas.
Erntezeit: Bei voller Reife der Früchte.

Die Wassermelone gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und ist in den Trockengebieten des tropischen und subtropischen Afrikas beheimatet. Aus der ursprünglichen Art wurde durch Selektion eine Kulturform entwickelt, die heute im Mittelmeerraum, auf dem Balkan, in Ungarn, im südlichen Russland und in den USA angebaut wird.

Die einjährige, kriechend wachsende Pflanze bildet verzweigte Triebe mit tief eingeschnittenen Blättern. Aus den gelben Blüten an den Triebenden entwickeln sich große runde bis zylindrische Früchte mit einem Gewicht von 5–20 kg.

Ältere Gartenbauliteratur führt die angebaute Wassermelone unter dem Namen Citrullus lanatus var. caffer. Heute wird für die Kultur-Wassermelone einfach Citrullus lanatus verwendet; der Name var. citroides gehört zur verwandten Zitronenmelone mit hartem, nicht süßem Fruchtfleisch.

Früchte

Samenpackung MoravoSeed Wassermelone Crimson Sweet – Vorderseite mit gestreifter Frucht und rotem Fruchtfleisch, Rückseite mit mehrsprachigen Aussaathinweisen
Sorte Crimson Sweet — klassisch gestreifte Schale und kräftig rotes Fruchtfleisch (Saatgutpackung)
  • Die Schale ist glatt, hell- bis dunkelgrün, teilweise marmoriert.
  • Das Fruchtfleisch hat meist eine kräftig rote Farbe, selten gelblich oder weiß.
  • Die Samen sind im gesamten Fruchtfleisch verteilt, anders als bei der Zuckermelone.

Botanisch ist die Frucht eine Beere mit fester Schale, eine sogenannte Panzerbeere. Sie besteht zu über 90 % aus Wasser — daher der Name Wassermelone. Der Rest ist vor allem Zucker (5–9 %), der Farbstoff Lycopin sowie kleinere Mengen an B-Vitaminen, Vitamin C und Magnesium.

Wassermelone reif erkennen

Nach der Ernte reift die Wassermelone nicht mehr nach — anders als Tomaten oder Birnen. Die Reife muss man deshalb noch an der Pflanze oder am Marktstand erkennen:

  • Klopftest: Eine reife Frucht klingt beim Klopfen hohl und tief, eine unreife hell und hoch.
  • Gelber Fleck: Die Stelle, auf der die Melone am Boden lag, sollte cremig bis kräftig gelb sein. Ein weißer oder grünlicher Fleck bedeutet, dass die Frucht zu kurz ausgereift ist.
  • Ranke am Stielansatz: Die nächstgelegene Ranke über der Frucht vertrocknet bei einer reifen Melone und wird braun.
  • Glanz der Schale: Eine reife Frucht hat eine eher matte Schale. Starker Glanz spricht für eine unreife Melone.
  • Gewicht: Eine reife Wassermelone fühlt sich in der Hand schwerer an, als man nach ihrer Größe erwarten würde — sie ist voller Wasser.

Tipp: Volles Aroma und erfrischenden Geschmack haben nur gut gereifte Früchte – beim Klopfen klingen sie hohl.

Sorten für unser Klima

Entscheidend ist, wie lange eine Sorte von der Aussaat bis zur Ernte braucht. Im mitteleuropäischen Sommer lohnen sich zuverlässig Sorten bis 85 Tage; großfrüchtige späte Sorten aus dem Süden reifen bei uns oft nicht aus.

SorteFruchtgewichtZeit bis zur ErnteMerkmale
Sugar Baby3–5 kg75–80 Tagedunkle Schale, süßes rotes Fruchtfleisch, der Klassiker für unsere Gärten
Crimson Sweet6–10 kg80–85 Tagemarmorierte Schale, sehr süß, transportverträglich
Lajko II F16–9 kg75–80 Tagefrüher Hybrid, festes Fruchtfleisch, auch für den Folientunnel geeignet
Mini Love1,5–2,5 kg70–75 TageMini-Wassermelone für kleine Gärten und Balkonkästen
Golden Midget1–2 kg70 Tagedie Schale wird bei Reife gelb — das sicherste Erkennungsmerkmal

Saatgut der Wassermelone Lajko II F1 und Crimson Sweet finden Sie in unserem Saatgut-Shop.

Wassermelone anbauen

Wassermelonen benötigen viel Sonne und warme Sandböden. Unter unseren Bedingungen ist ihr Anbau in warmen Weinbaulagen oder im Folientunnel möglich. Die Früchte vertragen den Transport gut und lassen sich auch auf entfernten Märkten verkaufen.

  • Aussaat: ab April in Anzuchttöpfe unter Glas, bei 22–25 °C. Die Samen keimen in 5–8 Tagen.
  • Pflanzung: ins Freie erst nach den letzten Nachtfrösten, also ab Mitte Mai, im Abstand von 60 × 100 cm. Junge Pflanzen kollabieren leicht in der Kälte — ein weißes Gartenvlies hilft.
  • Boden: leicht, gut durchwärmt und durchlässig, mit einem pH-Wert von 6,0–6,8. Schwere, staunasse Erde bekommt der Melone nicht.
  • Mulch: schwarze Folie oder Stroh. Die Folie erwärmt den Boden um einige Grad, das Stroh hält die Früchte trocken und sauber.
  • Bewässerung: reichlich während des Fruchtwachstums, aber an die Wurzeln und nicht auf die Blätter. Zwei bis drei Wochen vor der Ernte weniger gießen — das Fruchtfleisch wird dann süßer.
  • Anzahl der Früchte: Lassen Sie 2–4 Früchte je Pflanze stehen. Mehr bringt die Pflanze nicht bis zur vollen Süße aus.

Eine ausführliche Anleitung von der Aussaat bis zur Ernte finden Sie im Artikel Melonen anbauen.

Ernte und Lagerung

Samenpackung MoravoSeed Wassermelone Lajko II F1 – dunkelgrüne runde Frucht und roter Anschnitt auf der Vorderseite
Der frühe Hybrid Lajko II F1 reift auch bei uns aus (Saatgutpackung)

Geerntet wird bei voller Reife der Früchte, meist von Ende August bis September. Schneiden Sie die Frucht mit 3–5 cm Stiel ab — eine abgerissene Melone ohne Stiel fault schneller.

Eine ganze, unbeschädigte Melone hält sich in einem kühlen Raum (10–15 °C) zwei bis drei Wochen, im Kühlschrank kürzer, weil dort das Aroma verloren geht. Eine angeschnittene Melone gehört eingewickelt in den Kühlschrank und sollte innerhalb von zwei Tagen gegessen werden.

Nährwerte und Verwendung

100 g Fruchtfleisch haben rund 30 kcal, womit die Wassermelone zu den leichtesten Obstarten gehört. Der rote Farbstoff Lycopin ist in der Melone in größerer Menge enthalten als in Tomaten.

  • Gut gekühltes Fruchtfleisch in Würfeln, gern mit Feta, Minze und Olivenöl.
  • Saft und Limonaden — das Fruchtfleisch wird püriert und durch ein Sieb passiert.
  • Eingelegter weißer Teil der Schale, traditionell in der südlichen Küche.
  • Die Kerne sind essbar und werden geröstet und gesalzen als Knabberei gereicht.

Nahe Verwandte: Zuckermelone und Zitronenmelone

Zitronenmelonen mit grün-cremefarben marmorierter Schale, zwei davon halbiert mit hartem hellem Fruchtfleisch und braunen Kernen
Die Zitronenmelone (Citrullus lanatus var. citroides) hat hartes, nicht süßes Fruchtfleisch

Die Zuckermelone (Cucumis melo) gehört einer anderen Gattung an — Sie erkennen sie an den Samen, die in einem Hohlraum in der Mitte der Frucht sitzen, während sie bei der Wassermelone im ganzen Fruchtfleisch verteilt sind. Zu ihr zählen die gelb-orangen Cantaloupe-Melonen ebenso wie die genetzten Galia-Melonen.

Die Zitronenmelone ist dagegen die nächste Verwandte der Wassermelone. Ihr hartes weißes Fruchtfleisch lässt sich roh nicht essen und wird zu Kompott und kandierten Früchten verarbeitet; oft wird sie auch als Unterlage oder Futterpflanze angebaut.

Wassermelonen düngen

Die Wassermelone ist eine anspruchsvolle Kultur — in wenigen Monaten muss sie mehrere Kilogramm Frucht bilden. Die Grundlage ist ein organischer Dünger, der vor der Pflanzung in den Boden eingearbeitet wird, damit die Nährstoffe über die gesamte Wachstumszeit nach und nach zur Verfügung stehen.

Den natürlichen Dünger DÜNGEE streuen Sie vor der Pflanzung aufs Beet und arbeiten ihn in den Boden ein, oder Sie geben eine Handvoll ins Pflanzloch. Die Nährstoffe werden nach und nach frei, sodass eine Gabe für die ganze Saison reicht. Wie viel Sie brauchen, steht in der Dosierungstabelle; wie Sie Melonen während des Wachstums nachdüngen, behandelt der Artikel über den Melonenanbau.

Häufige Fragen

Ist die Wassermelone Obst oder Gemüse?

Botanisch ist die Wassermelone die Frucht einer einjährigen Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) — also derselben Familie wie Gurke oder Kürbis. Gärtnerisch zählt sie deshalb zum Fruchtgemüse, in der Küche wird sie dank des süßen, saftigen Fruchtfleischs dagegen als Obst verwendet.

Woran erkenne ich, dass eine Wassermelone reif ist?

Eine reife Frucht klingt beim Klopfen hohl, hat einen cremig gelben Fleck an der Stelle, auf der sie am Boden lag, eine vertrocknete Ranke über dem Stielansatz und eine eher matte Schale. In der Hand ist sie auffallend schwer.

Reift eine Wassermelone zu Hause auf der Fensterbank nach?

Nein. Nach dem Abschneiden von der Pflanze legt die Melone keinen Zucker mehr zu — sie verliert nur Wasser und verändert die Struktur des Fruchtfleischs. Deshalb wird erst bei voller Reife geerntet.

Kann man Wassermelonen in Deutschland anbauen?

Ja, in warmen Lagen sogar im normalen Beet, sonst im Folientunnel oder unter Gartenvlies. Wählen Sie frühe Sorten bis 85 Tage, ziehen Sie die Jungpflanzen ab April vor und mulchen Sie den Boden mit schwarzer Folie.

Wie viele Früchte lässt man an einer Pflanze?

Zwei bis vier. Bei mehr Früchten bleiben diese kleiner und weniger süß.

Warum sind meine Wassermelonen nicht süß?

Meist wegen eines kühlen Sommers, zu wenig Sonne, zu vieler Früchte an der Pflanze oder reichlichen Gießens bis zur Ernte. In den letzten zwei bis drei Wochen vor der Ernte wird weniger gegossen.

Was ist der Unterschied zwischen Wassermelone und Zuckermelone?

Es sind Pflanzen zweier verschiedener Gattungen. Die Wassermelone (Citrullus lanatus) hat die Samen im ganzen Fruchtfleisch verteilt, die Zuckermelone (Cucumis melo) hat sie in einem Hohlraum in der Mitte der Frucht gesammelt.

Womit düngt man Wassermelonen?

Wassermelonen brauchen während des gesamten Wachstums und des Fruchtansatzes viele Nährstoffe. Verwenden Sie den natürlichen Dünger DÜNGEE als Auszug zum Gießen (1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser, 4 Stunden ziehen lassen) oder streuen Sie ihn rund um die Pflanzen — er verbrennt die Wurzeln nicht und lässt sich deshalb auch dann einsetzen, wenn die Früchte bereits reifen.

Sind die Kerne der Wassermelone essbar?

Ja. Sie lassen sich zusammen mit dem Fruchtfleisch essen oder rösten und salzen als Knabberei.