Gurke (Cucumis sativus)
Wärmeliebendes Kürbisgewächs mit Ranken – Salatgurken, Einlegegurken und ihre Sorten
Wann Gurken säen und pflanzen
Ziehen Sie Gurken in Töpfen im Warmen vor, etwa 3–4 Wochen vor dem Auspflanzen.
Säen Sie Gurken direkt ins Beet in warmen Boden, je 2–3 Samen pro Pflanzloch.
Pflanzen Sie vorgezogene Gurken erst nach den Eisheiligen ins Freie.
Ernten Sie Gurken oft und regelmäßig, Einlegegurken jung.
Was ist die Gurke und woher stammt sie

Einjährige wärmeliebende Pflanze mit Ranken; sie bildet viele verschiedene Formen aus.
Standort: sehr warm; durchwärmte, humose Böden
Platzbedarf: je nach Sorte unterschiedlich
Kulturdauer: hängt von der Sorte ab
Ernte: ab einer bestimmten Mindestgröße und einem Mindestgewicht der Frucht
Vermehrung: durch Aussaat
Die Gurke gehört zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) und stammt aus Indien und vermutlich auch aus dem tropischen Afrika. Die Triebe der einjährigen Pflanze liegen auf dem Boden oder klettern nach oben und halten sich mit Ranken an einer Stütze fest. Wegen ihrer ursprünglichen Verbreitung in den Tropen stellt die Gurke hohe Ansprüche an Wärme. Bei starken Temperaturschwankungen und in kühlen Nächten geht der Fruchtansatz zurück, die Früchte werden bitter oder missgestaltet.
Ansprüche der Gurken an Temperatur und Boden
Gurken gedeihen am besten an windgeschützten Lagen und in durchwärmten, lockeren und humusreichen Böden. Die Mindesttemperatur für die Keimung liegt bei 10-12 °C, bei höherer Temperatur keimen die Samen schneller. Junge Pflanzen vertragen niedrigere Lufttemperaturen nur bei hoher Bodentemperatur, deshalb wirkt in den Boden eingearbeiteter Stallmist günstig. Für optimales Wachstum von Pflanzen und Früchten sind 20-24 °C nötig.
Der Nährstoff- und Wasserbedarf ist hoch, hohe Salzgehalte und Staunässe verträgt die Gurke jedoch nicht. Eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Gurkenanbau ist ausreichend Humus im Boden.
Gurkentypen nach Blüten und Anbauweise
Die Sorten haben unterschiedlich ausgebildete Blüten. Manche tragen ausschließlich weibliche Blüten, andere überwiegend weibliche Blüten und wieder andere zwittrige Blüten. Parthenokarpe Sorten bilden Früchte ohne vorherige Befruchtung. Bei Gurken sind zahlreiche Typen und Sorten entstanden.
Bei Gewächshausgurken sind die Früchte lang und schlank, bei Freiland- und Frühbeetgurken meist mittelgroß. Viele Freiland- und Frühbeetsorten lassen sich genauso wie Gewächshausgurken an Schnüren ziehen. Einlegegurken werden bei einer Fruchtgröße zwischen 3 und 15 cm geerntet.
Gurkenkrankheiten
Gurken leiden unter mehreren Krankheiten, etwa Echtem Mehltau, Falschem Mehltau, pilzlicher Welke und im Gewächshaus der Gurkenschwärze. Als Schädling tritt die Spinnmilbe auf.
Eigene Artikel zu den häufigsten Problemen: Falscher Mehltau an Gurken und Gurkenmosaikvirus.
Salatgurken anbauen

Salatgurken werden Mitte April ausgesät. In einen zur Hälfte mit Erde gefüllten Topf (8 cm) legt man 2-3 Samen. Nach dem Auflaufen bleibt nur die kräftigste Pflanze stehen und der Topf wird mit Erde aufgefüllt.
Durch Veredeln der Gurke auf den Kürbis, genauer auf den Feigenblattkürbis, sinkt nicht nur die Kälteempfindlichkeit, sondern auch die Anfälligkeit für Krankheiten. Die Jungpflanzen werden in der zweiten Maihälfte gepflanzt.
Beim Ziehen an Schnüren beträgt der günstige Pflanzabstand in der Reihe 50 cm, im Freiland und im Frühbeet 1 m. Durch einen besonderen Schnitt der an Schnüren gezogenen Gurken verbessert sich der Fruchtansatz.
Salatgurken werden im Sommer laufend geerntet; bleiben reife Früchte an der Pflanze, verschlechtert sich der weitere Fruchtansatz. Gewächshausgurken brauchen am meisten Wärme, unter Folie und im Frühbeet gezogene Gurken sind gegen Kälte weniger empfindlich.
Bei Gurken mit weißem Fruchtfleisch erntet man besonders große Früchte, die geschält zu Senfgurken verarbeitet werden.
Einlegegurken anbauen

Einlegegurken bilden kleinere Früchte, die ungeschält im Essigsud konserviert werden.
Bei Direktsaat ab Mitte Mai legt man 3-4 Samen an eine Stelle; die Saatstellen stehen in der Reihe 30 cm auseinander. Eine Bodenabdeckung mit schwarzer Folie wirkt sich günstig auf Auflaufen und Wachstum der Gurken aus. Je nach Witterung und Sorte werden die Früchte (3-15 cm groß) zwei- bis dreimal pro Woche geerntet.
Gurken im Freiland säen und pflanzen
Gurken brauchen vom ersten Tag an Wärme. Sinkt die Temperatur auf 5–7 °C, stockt das Wachstum und es treten Schäden auf, bei etwa −1 °C sterben die Pflanzen ab. Ins Freie gehören sie deshalb erst nach den Eisheiligen (12.–15. 5.). In warmen Gegenden können Sie ein bis zwei Wochen früher beginnen, im Bergland später.
- Standort: Sonne und Windschutz. Wo er fehlt, hilft ein Schirm aus höheren Pflanzen auf der Windseite des Beets, etwa aus Mais, Tomaten oder Rosenkohl. In warmer, geschützter Lage können Gurken auch an einem Drahtzaun ranken.
- Boden: warm, humos, nicht zu schwer. Gurken gehören in die erste Tracht, also auf ein Beet, das mit gut verrottetem Mist oder Kompost versorgt wurde. An dieselbe Stelle kommen sie frühestens nach 2–3 Jahren zurück. Auf kaltem, feuchtem Boden pflanzen Sie sie auf Hügel oder Dämme.
- Vorkeimen: Die Samen in einem feuchten Tuch bei 20–25 °C vorkeimen lassen und säen, wenn die Keime etwa 1 cm lang sind.
- Direktsaat: Mitte Mai 2–3 cm tief, auf einem 120 cm breiten Beet in einer Reihe in der Mitte. Nach dem ersten echten Blatt auf 20 cm vereinzeln.
- Jungpflanzen: am besten getopfte, mit mindestens einem voll entwickelten, sattgrünen echten Blatt und durchwurzeltem Ballen. Jungpflanzen mit gelben Blättern oder ohne Ballen wachsen schlecht an. Zu zweit auf 30–50 cm in der Reihe und nicht zu tief pflanzen. Eine überständige Jungpflanze mit langem kahlem Stängel schräg legen und den Stängel mit Erde anhäufeln, sie bildet weitere Wurzeln.
- Kälteschutz: Bei Abkühlung die Pflanzen mit einer Haube aus Kunststoff oder Papier oder mit Vlies abdecken.
Hybriden, die von Anfang an weibliche Blüten bilden, bringen den höchsten Ertrag. Damit sie bestäubt werden, säen Sie 10–20 % Pflanzen einer klassischen Sorte dazu, die auch männliche Blüten bildet. Parthenokarpe Sorten tragen ohne Bestäubung und brauchen keinen Bestäuber.
So ernten Sie Gurken früher
Mehr als warme Luft hilft Gurken warmer Boden. Bewährt hat sich deshalb, ihnen unter die Wurzeln eine Wärmequelle zu geben oder sie abzudecken:
- Warmbeet mit Graben: In der Mitte des Beets einen etwa 30 cm tiefen und 40 cm breiten Graben ausheben, mit Pferde-, Schaf- oder wenigstens Rindermist füllen und darüber ein Beet aus der ausgehobenen Erde mit Kompost aufschütten. Eignet sich vor allem für schwere Böden.
- Gras statt Mist: Frisch gemähtes, fest angetretenes Gras, mit Kompost bedeckt, erhitzt sich innerhalb weniger Tage und wärmt den Boden ebenfalls.
- Pflanzgruben: Im Abstand von 120 × 120 cm Gruben von 40 × 40 × 40 cm ausheben, mit Mist oder Gras füllen, oben Erde mit erhöhtem Rand aufbringen und in jede 2–3 getopfte Jungpflanzen setzen. Anfangs mit einer Glasscheibe oder einem Rahmen mit Folie abdecken.
- Folie: Auf einem mit Folie gemulchten Beet, unter einem Tunnel oder einem mobilen Frühbeetrahmen sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit höher. Die Gurken tragen dann früher und meist auch mehr. Details im Artikel Folien und Vlies im Garten.
- Frühbeet: Mitte März mit Radieschen besäen oder mit Salat bepflanzen und im April nach der Radieschenernte bzw. in die Lücken zwischen dem Salat getopfte Gurken setzen. Ins kalte Frühbeet kommen Gurken erst Anfang Mai. Die Jungpflanzen werden 4–6 Wochen bei 18–20 °C, höchstens 25 °C vorgezogen.
Im Frühbeet 18–22 °C halten. Über 25 °C lüften, unter 15 °C nachts abdecken und bei starker Sonne schattieren. Seitentriebe mit Haken am Boden fixieren, damit sie das Glas nicht berühren und verbrennen. Mit temperiertem Wasser gießen, anfangs nicht direkt an den Wurzelhals.
Pflege während der Saison und Ernte
- Lockern: nur flach, die Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche. Erde an die Pflanze anhäufeln, so wurzelt sie besser und der Wurzelhals fault nicht. Gut eignet sich Mulch aus verrottetem Mist oder Kompost.
- Entspitzen: Bei klassischen Sorten die Spitze nach dem 4.–5. echten Blatt auskneifen. Die Seitentriebe tragen dann mehr weibliche Blüten. Bei Hybriden ist das nicht nötig. Lange Triebe abwechselnd auf beide Seiten der Reihe legen.
- Gießen: regelmäßig mit abgestandenem, lauwarmem Wasser, am meisten zur ersten Ernte. Bei Kühle vorsichtig gießen, kalter nasser Boden bremst die Wurzeln. Sinkt die mittlere Tagestemperatur unter 11 °C, gar nicht gießen.
- Nachdüngen: mehrmals pro Saison mit einer schwachen Düngerlösung. Zu viel Stickstoff verzögert die Früchte und verschlechtert ihre Qualität.
- Ernte: alle 2–3 Tage. Einlegegurken jung ernten, Salatgurken, sobald sich die Rippen der Frucht abrunden. Überreife Früchte an der Pflanze bremsen den weiteren Ansatz. Früchte lieber mit dem Messer abschneiden als abreißen, damit Sie weder den Trieb noch die daran gebildeten Wurzeln beschädigen.
Warum Früchte bitter werden und wie man dem vorbeugt, erklärt der eigene Artikel Bittere Gurken.
Eigenes Gurkensaatgut
Saatgut lässt sich nur von klassischen Sorten gewinnen. Aus F1-Hybriden wachsen Pflanzen mit anderen, meist schlechteren Eigenschaften.
- Wählen Sie eine gesunde, ertragreiche Pflanze mit typischen Früchten: kleines Kerngehäuse, knackiges Fruchtfleisch, süßlicher, nicht bitterer Geschmack, dunkelgrüne Schale.
- Für Saatgut lassen Sie bei Salatgurken 3–4, bei Einlegegurken 6–8 der frühesten gesunden Früchte hängen. Die übrigen Früchte dieser Pflanze entfernen.
- Mitte September, wenn die Früchte vergilbt sind, pflücken und in der Sonne weich werden lassen.
- Die Früchte aufschneiden, die Samen samt gallertiger Hülle in ein Glas schaben und etwa eine Woche gären lassen, gelegentlich umrühren.
- Die Samen im Sieb mit klarem Wasser abspülen und langsam trocknen.
Die Gurke ist ein Fremdbefruchter. Damit sich die Sorte nicht verkreuzt, sollten im Umkreis von etwa 500 m keine anderen Gurkensorten blühen. Im Garten lässt sich das meist nicht sicherstellen, deshalb isoliert man die Blüten mit einem Beutel und bestäubt die weibliche Blüte mit einem Pinsel oder einer abgepflückten männlichen Blüte derselben Sorte. Eine Handbestäubung brauchen auch Gewächshausgurken, die sonst ohne Bestäubung tragen.
Gurkensorten im Überblick
Salatgurken
- Für beheizte Gewächshäuser: Sandra, Bella, Birgit, Alcor, Corona, Valore, Santo
- Für das Frühbeet: Hoffmanns Produkta, Saturn, Heike, Cresta, Tanja-Auslese
- Für das Freiland: Hoffmanns Giganta, Moneta, Sprint, Chinesische Schlangen, Highmark II, Tanja, Marketmore
Schälgurken: Riesen Schäl, Hawo, Obi, Fatum, Carnimus
Einlegegurken
- Überwiegend mit weiblichen Blüten: Osiris, Olympia, Bingo, Favola, Ilonca, Fanto, Mempram
- Parthenokarp (ausschließlich mit weiblichen Blüten): Melanie, Christine, Wilma, Accordia
- Mit zwittrigen Blüten: Mainstolz, Nimbus, Mervita
Gurken sind anspruchsvoll bei Nährstoffen und Wasser — die Mengen für das regelmäßige Gießen finden Sie unter Dosierung, einen Überblick über die Nährstoffe gibt der Universaldünger und die allgemeine Vorgehensweise der Artikel Gartenpflanzen düngen. Eine ausführliche Anleitung zu Aussaat, Rankhilfen und Anbau im Gewächshaus finden Sie im Artikel Gurken; von den verwandten Kürbisgewächsen haben ähnliche Ansprüche Zucchini, Kürbis oder Melonen. Zum Verarbeiten der Ernte eignet sich Gurkensalat.
