Rüben (Beta vulgaris): Rote Bete, Runkelrübe und Zuckerrübe
Rote Bete, Runkelrübe und Zuckerrübe: worin sich die Arten unterscheiden, wie man Rüben anbaut, womit man sie düngt und was man daraus kocht
Rübe – was ist das und welche Arten gibt es (Gemeine Rübe, Beta vulgaris)

Die Rübe ist ein Wurzelgemüse, das zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt zählt. Es gibt viele Rübensorten, am bekanntesten sind die Rote Bete und die Runkelrübe.
Rote Bete hat eine dunkelviolette bis rote Farbe und schmeckt süß. Die Runkelrübe ist rundlich, hat weißes bis hellgrünes Fleisch und einen leicht würzigen Geschmack. Beide Rübenarten sind eine ausgezeichnete Quelle für Ballaststoffe, Vitamin C und weitere Nährstoffe.
Rüben werden in der Küche oft für Salate, Suppen und Beilagen zu Fleisch verwendet. Rote Bete wird meist im Ganzen gekocht, danach geschält und in Scheiben oder Würfel geschnitten. Die Runkelrübe wird häufig für milchsauer eingelegte Gerichte genutzt, etwa als eingelegte Rübe oder eingelegtes Gemüse.
Aus der Zuckerrübe wird Zucker gewonnen. Rote Bete dient dagegen als Farbstoff in der Lebensmittelindustrie, zum Beispiel zum Färben von Teig oder Säften.
Rüben wirken sich auch spürbar auf die Gesundheit aus. Sie enthalten Antioxidantien, die den Körper vor schädlichen Stoffen schützen und eine gesunde Herztätigkeit unterstützen. Rote Bete gilt außerdem als blutdrucksenkend und verdauungsfördernd.
Zuckerrübe

Die Zuckerrübe ist eine Rübenart, die wegen ihres Zuckergehalts angebaut wird. Sie ist eine wichtige Kulturpflanze für die Herstellung von Zucker und Süßungsmitteln. Zuckerrüben werden in vielen Ländern angebaut, unter anderem in den USA, in Russland, Indien und China. Sie sind eine bedeutende Kulturpflanze, denn aus einer Tonne Zuckerrüben lassen sich etwa 150 kg Zucker gewinnen.
Zuckerrüben werden meist in den Wintermonaten geerntet und anschließend in der Zuckerfabrik verarbeitet. Dort werden die Rüben zunächst gereinigt und geschnitzelt, danach wird der Zucker aus ihnen herausgelöst. Die Extraktion erfolgt mit heißem Wasser, das den Zucker aus den Rüben löst; dabei entsteht der Rohsaft. Der gewonnene Rohsaft wird anschließend in spezielle Behälter geleitet, wo das Wasser verdampft und Zucker entsteht.
Die Zuckerrübe enthält viele Nährstoffe wie die Vitamine B und C, Kalium und Magnesium. Sie enthält außerdem einige Antioxidantien, die helfen, die Zellen vor Schäden durch freie Radikale zu schützen. Obwohl die Zuckerrübe Zucker enthält, der den Blutzuckerspiegel erhöhen könnte, hat sie einen niedrigeren glykämischen Index als üblicher Zucker und kann so eine geeignete Alternative für Diabetiker sein.
Rapsöl

Rapsöl, obwohl es kein Erzeugnis aus Rüben ist, wird aus Raps gewonnen, einer Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler. Raps wird weltweit als Quelle für Pflanzenöl angebaut. Rapsöl hat einen milden Geschmack, der sich hervorragend zum Kochen und Braten eignet, es wird aber auch für Salatdressings verwendet.
Rapsöl enthält einen hohen Anteil an lebenswichtigen ungesättigten Fettsäuren, wie Ölsäure und Linolsäure. Diese Fettsäuren sind für den menschlichen Organismus wichtig, denn sie unterstützen die Herzgesundheit, senken den Cholesterinspiegel und verbessern die Gehirnfunktion.
Rapsöl ist außerdem reich an Vitamin E, das hilft, den Körper vor freien Radikalen zu schützen, und die Gesundheit von Haut und Haaren unterstützt. Dank seiner hohen Hitzestabilität und seines neutralen Geschmacks ist Rapsöl ideal zum Braten und Garen bei hohen Temperaturen.
Rapsöl wird ebenso in der Kosmetik als Bestandteil von Gesichtscremes und Masken eingesetzt, weil es hilft, die Haut gesund und mit Feuchtigkeit versorgt zu halten. Verwendet wird es auch in der Aromatherapie wegen seiner entspannenden Wirkung.
Insgesamt lässt sich Rapsöl als gesunde Alternative zu verarbeiteten Pflanzenölen wie etwa Sonnenblumenöl betrachten. Rapsöl ist in Reformhäusern und Fachgeschäften leicht erhältlich.
Rüben anbauen: Rote Bete Schritt für Schritt pflanzen
Der Anbau von Rüben ist verhältnismäßig einfach, verlangt aber ausreichend Sonne, Feuchtigkeit und Nährstoffe im Boden.
Damit Sie gesunde Pflanzen mit schmackhaften Rüben ernten, gehen Sie nach unserer Anleitung vor:
- Wählen Sie den richtigen Standort: Rüben mögen einen sonnigen, gut durchlässigen Platz. Er sollte vor Wind geschützt sein, denn starker Wind kann die Pflanzen beschädigen.
- Bodenvorbereitung: Der Boden für Rüben sollte tief umgegraben werden, damit die Wurzeln genug Platz zum Wachsen haben. In den Boden können Sie Kompost oder Dünger einarbeiten, um den Nährstoffgehalt zu verbessern.
- Setzlinge oder Samen: Rüben lassen sich aus Samen oder Setzlingen ziehen. Die Samen werden in Reihen mit etwa 30 cm Abstand und rund 2 cm tief ausgesät. Aussäen können wir ab Mitte April. Setzlinge werden in vorbereitete Löcher mit etwa 20 cm Abstand gepflanzt. Abgehärtete Setzlinge pflanzen wir ab Mitte Mai.
- Gießen: Rüben brauchen regelmäßige Wassergaben, vor allem in Trockenperioden. Zu trockener Boden kann dazu führen, dass die Rüben weniger Zucker enthalten und geschmacklich schwächer ausfallen.
- Düngen: Rüben brauchen für gesundes Wachstum und gute Entwicklung ausreichend Nährstoffe im Boden. Vor der Pflanzung lässt sich organischer Dünger oder ein mineralischer Dünger mit viel Stickstoff, Phosphor und Kalium einarbeiten.
- Krankheiten und Schädlinge: Rüben neigen zu Pilzkrankheiten und werden gelegentlich von Blattläusen oder Schnecken heimgesucht. Bei den ersten Anzeichen einer Krankheit sollte man rasch handeln und ein geeignetes Mittel oder eine andere Methode wählen (Absammeln, mechanisches Entfernen und Ähnliches).
- Ernte: Rüben werden geerntet, wenn die Rübe etwa 5-10 cm Durchmesser hat. Rüben lassen sich im Kühlschrank oder an einem kühlen, trockenen Ort (Keller) mehrere Wochen lagern.
Rüben in der Küche: Rezepte mit Roter Bete
Man könnte meinen, eine Rübe sei nur eine Rübe und in der Küche kaum zu gebrauchen. Lässt man die Zuckerrübe beiseite, deren Zucker wir in fast alles geben, bleibt die Rote Bete – und aus ihr lassen sich wahre Leckerbissen zaubern. Wir stellen sie Ihnen unten vor.
Salz und Rote Bete

Salz und Rote Bete werden beim Kochen oft zusammen verwendet. Salz hilft, den natürlichen Geschmack der Roten Bete hervorzuheben, und kann auch ihre erdige Note abmildern. Es gibt viele Möglichkeiten, Salz bei Gerichten mit Roter Bete einzusetzen:
- Salzen des Kochwassers: Beim Kochen von Roter Bete können Sie etwas Salz ins Wasser geben. Das hebt ihren Geschmack hervor und mildert zugleich die erdige Note.
- Salzen beim Rösten: Beim Rösten können Sie die Rote Bete vor oder während des Garens salzen. So kommt ihr Geschmack besser zur Geltung und die erdige Note tritt zurück.
- Salz in Salatdressings: Bei Salaten mit Roter Bete können Sie Salz im Dressing verwenden. Das hebt den Geschmack der Roten Bete hervor und gibt dem Salat zugleich eine pikantere Note.
Wichtig ist allerdings: Zu viel Salz kann dem Organismus schaden. Es empfiehlt sich daher, die empfohlene Salzmenge einzuhalten und nur nach Bedarf nachzuwürzen. Besser sind Kräuter und Gewürze als Alternative zum Salz, denn sie erhalten den Geschmack auch bei geringerer Salzaufnahme.
Geröstete Rote Bete
Geröstete Rote Bete ist eine köstliche Art, dieses Wurzelgemüse zuzubereiten. Beim Rösten entfalten sich ihre natürliche Süße und ihr Aroma – so entsteht eine hervorragende Zutat für Salate oder ein eigenständiges Gericht. Hier ist ein Rezept für geröstete Rote Bete:
Zutaten:
4-6 mittelgroße Rote Bete, 2-3 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer nach Geschmack, 2-3 Zweige frischer Thymian (oder andere Kräuter zum Garnieren).
Zubereitung:
- Heizen Sie den Backofen auf 200 °C vor.
- Schälen Sie die Rote Bete und schneiden Sie sie in gleichmäßige Stücke.
- Vermengen Sie die Rote Bete in einer Schüssel mit Olivenöl, Salz und Pfeffer.
- Geben Sie die Rote Bete in eine Auflaufform und verteilen Sie sie so, dass sie sich nicht überlappt.
- Legen Sie Thymianzweige oder andere Kräuter zum Garnieren dazu.
- Schieben Sie die Form in den Ofen und rösten Sie die Rote Bete etwa 25-30 Minuten, bis sie weich ist und goldbraun wird.
- Lassen Sie die Rote Bete nach dem Herausnehmen einige Minuten abkühlen und servieren Sie sie dann mit weiteren Zutaten nach Wahl.
Servieren können Sie sie als Beilage zu Fleisch oder als Hauptgericht zusammen mit anderem Gemüse.
Aufstrich aus Roter Bete

Der Aufstrich aus Roter Bete ist eine köstliche und gesunde Alternative zu gewöhnlichen Brotaufstrichen. Er eignet sich als Vorspeise oder als Bestandteil verschiedener Gerichte.
Zutaten:
- 2-3 mittelgroße Rote Bete,
- 1/2 Zwiebel,
- 2-3 Zehen Knoblauch,
- 2-3 EL Olivenöl,
- 1-2 EL Balsamicoessig,
- 1-2 EL Honig,
- Salz und Pfeffer nach Geschmack,
- Ziegenkäse oder gehackte Nüsse zum Garnieren (optional).
Zubereitung:
- Schälen Sie die Rote Bete und schneiden Sie sie in kleinere Stücke. Wenn Sie keine Reibe für Rote Bete haben, können Sie sie klein würfeln.
- Schälen und schneiden Sie die Zwiebel in kleinere Stücke und den Knoblauch fein.
- Geben Sie die geschnittene Rote Bete, die Zwiebel und den Knoblauch in einen Mixer oder Mixbecher.
- Fügen Sie Olivenöl, Balsamicoessig, Honig, Salz und Pfeffer hinzu. Mixen Sie alle Zutaten zu einer glatten, cremigen Masse.
- Probieren Sie den Aufstrich und geben Sie bei Bedarf Salz und Pfeffer hinzu.
- Vor dem Servieren können Sie den Aufstrich mit Ziegenkäse oder gehackten Nüssen garnieren.
Dieser Aufstrich aus Roter Bete ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, vor allem an Vitamin C und Eisen. Er eignet sich für Vegetarier und Veganer und ebenso für Menschen, die auf einen niedrigen Fettanteil in der Ernährung achten.
Rote-Bete-Salat

Rote-Bete-Salat ist ein köstliches und gesundes Gericht, das sich leicht zubereiten lässt und als Vorspeise oder Beilage zu Hauptgerichten passt. Hier ist ein einfaches Rezept für Rote-Bete-Salat:
Zutaten:
- 2-3 mittelgroße Rote Bete,
- 1 kleinere Karotte,
- 1/2 Zwiebel,
- 2-3 Zehen Knoblauch,
- 1-2 EL Olivenöl,
- 1-2 EL Balsamicoessig,
- 1-2 EL Honig,
- Salz und Pfeffer nach Geschmack.
Zubereitung:
- Schälen Sie die Rote Bete und schneiden Sie sie in dünne Scheiben. Wenn Sie keine Reibe für Rote Bete haben, können Sie sie in dünne Streifen schneiden.
- Schälen Sie die Karotte und raspeln Sie sie grob.
- Schälen Sie die Zwiebel und schneiden Sie sie in dünne Scheiben, den Knoblauch fein.
- Verrühren Sie in einer Schüssel Olivenöl, Balsamicoessig und Honig. Geben Sie Zwiebel und Knoblauch dazu und lassen Sie alles etwa 5 Minuten marinieren.
- Geben Sie die geschnittene Rote Bete und die Karotte in die Marinade und mischen Sie alles, damit das Gemüse gut mit der Marinade überzogen ist.
- Probieren Sie den Salat und geben Sie bei Bedarf Salz und Pfeffer hinzu.
- Lassen Sie den Salat mindestens 30 Minuten im Kühlschrank durchziehen, damit der Geschmack der Marinade in die Rote Bete übergeht.
Gemüse düngen: womit Rote Bete gedüngt wird
Rüben bilden einen großen Rübenkörper und viel Blattmasse, entziehen dem Boden also reichlich Nährstoffe – am meisten Kalium, dazu Stickstoff und Bor. Die Grundlage liefert reifer Kompost, der im Herbst eingearbeitet wird; über die Saison wird dann laufend in kleineren Gaben nachgedüngt. Gute Dienste leistet ein universeller organischer Dünger, der die Nährstoffe nach und nach freisetzt und dem Boden zugleich organische Substanz zurückgibt. Genauso wird auch das übrige Wurzelgemüse gedüngt, zum Beispiel Karotten.
DÜNGEE lässt sich bei Gemüse auf drei Arten anwenden:
- Sie können ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen ausstreuen.
- Beim Pflanzen können Sie einen Teelöffel DÜNGEE unter jeden Setzling geben.
- Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug (Sie können ihn auch ungesiebt mit der Gießkanne über die Blätter geben).
Häufige Fragen zu Rüben
Wann wird Rote Bete geerntet?
Sobald die Rübe etwa 5 bis 10 cm Durchmesser hat – bei Frühjahrsaussaat ist das ab Juli, bei späterer Aussaat ab September. Rüben für die Lagerung werden vor den ersten stärkeren Frösten geerntet; das Laub wird nicht mit dem Messer abgeschnitten, sondern etwa einen Zentimeter über der Rübe abgedreht, damit die Rübe keinen Saft verliert.
Wie lange hält sich Rote Bete und wie lagert man sie?
Im Kühlschrank einige Wochen, im Keller bei etwa 2 bis 4 °C und höherer Luftfeuchte auch den ganzen Winter. Am besten lagert sie eingegraben in feuchtem Sand. Geschnittene und vorgekochte Rote Bete lässt sich auch einfrieren.
Wie kocht man Rote Bete, damit sie nicht ausblutet?
Kochen Sie sie im Ganzen und ungeschält, mit abgedrehtem Laub, in Salzwasser etwa 40 bis 60 Minuten je nach Größe. Die Schale lässt sich nach dem Abkühlen von selbst abziehen. Ein Löffel Essig oder Zitronensaft im Wasser hält die Farbe kräftiger.
Womit düngt man Rote Bete?
Rüben brauchen vor allem Kalium und ausreichend Bor; bei Bormangel bekommen sie die Herzfäule und die Rübe wird innen schwarz. Im Herbst wird reifer Kompost ins Beet eingearbeitet, im Sommer wird laufend in kleineren Gaben nachgedüngt. Frischer Mist gehört nicht unter Rüben – die Wurzeln verzweigen sich sonst. Es hilft auch ein universeller organischer Dünger, der die Nährstoffe nach und nach freisetzt.
Was ist der Unterschied zwischen Roter Bete, Runkelrübe und Zuckerrübe?
Alle sind Kulturformen einer einzigen Art, der Gemeinen Rübe (Beta vulgaris). Rote Bete wird als Salatrübe angebaut, die Runkel- und Futterrübe als voluminöses Viehfutter und die Zuckerrübe wegen ihres Zuckergehalts – aus einer Tonne Rüben werden etwa 150 kg Zucker gewonnen.
Nach was und vor was pflanzt man Rüben ins Beet?
Rüben sind nährstoffhungrig, sie passen daher als Mittelzehrer nach einer gedüngten Kultur. Sie werden nicht nach sich selbst und auch nicht direkt nach Spinat und Mangold gepflanzt, die zur selben Familie gehören. Den Boden bereitet vor ihnen eine Gründüngung gut vor – dafür wird oft Weißer Senf verwendet, der schnell wächst und mit seinen Wurzeln den Boden lockert.
