Lauch (Porree, Allium porrum)
Porree von der Aussaat bis zur Ernte: wann pflanzen, wie anhäufeln, wann ernten und welche Sorten den Winter im Beet überstehen
Was ist Lauch (Porree) und woher stammt er
Ein Gemüse mit mildem Geschmack, das als Würze in vielen Gerichten unverzichtbar ist
- Standort: mittelschwere, durchlässige Böden mit ausreichend Wasser und Nährstoffen
- Anbauzeit: Direktsaat ins Beet im März und April oder Aussaat von Februar bis März in Saatkästen für die Pflanzung von April bis Juni
- Erntezeit: ab August, Überwinterung im Beet möglich
- Vermehrung: durch Aussaat
Als Heimat der Wildform des Sommer-Lauchs (Allium ampeloprasum) gilt der östliche Mittelmeerraum. Lauch ist eine alte Kulturpflanze – seine Geschichte lässt sich bis zu den alten Ägyptern, Griechen und Römern zurückverfolgen. Anders als die Küchenzwiebel bildet Lauch weder eine ausgeprägte Zwiebel noch einen scharfen Geschmack aus. Der Anbau von Porree ist heute weit verbreitet.
Genauso geläufig wie Lauch ist im Garten und im Handel der Name Porree. Gemeint ist dieselbe Pflanze, botanisch Allium porrum. Zur selben Gattung gehört auch der Knoblauch, der mit dem Lauch die Ansprüche an den Boden und die typische flache Blattstellung teilt. In der Küche werden der weiße Schaft und der hellgrüne Teil darüber verwendet; die dunkelgrünen Blattenden wandern meist in die Brühe.
Porree pflanzen: Aussaat, Setzen und Anhäufeln
Mit guten Erträgen ist auf mittelschweren, durchlässigen, nährstoff- und humusreichen Böden in Lagen mit mittleren Temperaturen zu rechnen. Lauch wird direkt ins Beet gesät (März bis April), oder es werden im Abstand von 30 × 15 cm vorgezogene Jungpflanzen aus Aussaaten ab Februar gesetzt. Gefragt ist Porree, dessen bodennaher Blattschaft weiß und lang ist. Erreichen lässt sich das mit der Wahl einer geeigneten Sorte und mit dem Anhäufeln von Erde an die Pflanzen während des Wachstums.
Praktisch ergeben sich daraus zwei mögliche Anfänge. Ab Februar vorgezogene Jungpflanzen werden von April bis Juni gesetzt, die Direktsaat ins Beet gehört in den März und April. Die Jungpflanzen kommen tiefer in den Boden, als sie im Saatkasten gestanden haben – je tiefer der Fuß der Pflanze sitzt, desto länger wächst der weiße Schaft. Wurzeln und Blattspitzen werden vor dem Pflanzen um etwa ein Drittel eingekürzt, damit die Jungpflanze schneller anwächst.
Das Anhäufeln ist die Hauptsache, die einen schönen Porree von einem kümmerlichen unterscheidet. Die Erde wird den Pflanzen über den ganzen Sommer nach und nach angehäufelt, immer nur so viel, dass sie nicht zwischen die Blätter rieselt. Der zweite Weg zum selben Ziel ist das Pflanzen in eine 10 bis 15 cm tiefe Rille, die während des Wachstums allmählich verfüllt wird. Lauch braucht zugleich viel Wasser – in einem trockenen Sommer wird durchdringend und lieber seltener gegossen. Eine Schicht Mulch zwischen den Reihen hält die Feuchtigkeit und spart einen Teil des Gießwassers.
Wann Lauch ernten und wie er überwintert
Lauch ist eine gute Vorfrucht, weil er den Boden mit seinen zahlreichen Wurzeln lockert. Lauchmotte und Zwiebelfliege machen dem Porree am häufigsten zu schaffen. Im Hausgarten wird Lauch nach Bedarf geerntet, nach der frühesten Pflanzung aber nicht vor August. Lauch, der bis Ende Juni gesetzt wird, kann im Freien überwintern, am besten unter einer luftigen Abdeckung und mit hoch angehäufelter Erde.
In den letzten Jahren ist die Lauchminierfliege dazugekommen, die im Blattschaft typische Gänge hinterlässt. Wie der Schaden aussieht und was dagegen hilft, beschreiben wir im eigenen Artikel Lauchminierfliege.
Wintersorten halten bis zum Frühjahr im Beet aus und werden laufend geerntet, sobald der Frost nachlässt. Ausgegrabener Porree hält sich im Keller mehrere Wochen, wenn man ihn in feuchten Sand steckt; geschnitten verträgt er auch das Einfrieren. Im Beet bewährt sich die Nachbarschaft von Lauch und Karotten; der nach dem Lauch gelockerte Boden ist anschließend ein guter Platz für Sellerie.
Lauchsorten für Sommer, Herbst und Winter

Die Lauchsorten werden nach der Erntezeit eingeteilt. Sommer- und Herbstsorten haben einen längeren, helleren Schaft und wachsen schneller, Wintersorten bleiben niedriger und fester, ihre Blätter gehen eher ins Blaugrüne und sie vertragen Frost direkt im Beet. Danach richtet sich auch der Aussaattermin: für die Sommerernte wird am frühesten gesät, Wintersorten vertragen eine spätere Pflanzung, weil ihnen zum Ausreifen der ganze Herbst bleibt. Neben dem Lauch selbst wird in Gärten auch seine Verwandte angebaut, die Winterzwiebel — anders als Lauch bildet sie büschelig gehäufte Zwiebeln und wird vor allem wegen des hohlen Laubs geerntet.
Für die Ernte im Sommer und Herbst eignen sich die Sorten:
- ‚Titan‘
- ‚Hilari‘
- ‚Alma‘
- ‚Bavaria‘
- ‚Elefant‘
- ‚Herbstriesen‘
Ausgesprochene Wintersorten sind:
- ‚Blaugrüner Winter‘
- ‚Winterriesen Alaska‘
- ‚Carentan‘.
Womit Lauch düngen
Porree steht lange im Beet – vom Frühjahr bis in den Winter – und bildet die ganze Zeit über Blattmasse. Er gehört deshalb zu den Gemüsen mit höherem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff und Kalium. Die Grundlage liefert gut verrotteter Kompost, der im Herbst oder zeitig im Frühjahr eingearbeitet wird. Über den Sommer wird Lauch laufend nachgedüngt, am besten in kleineren Gaben nach jedem Anhäufeln – so kommen die Nährstoffe dorthin, wo die Pflanze gerade neue Wurzeln bildet.
Für die regelmäßige Nachdüngung eignet sich auch ein organischer Universaldünger, der die Nährstoffe nach und nach freisetzt und zugleich organische Substanz liefert. Die letzte Gabe gehört spätestens an die Wende von August und September: zu spät gedüngter Lauch bleibt weich und übersteht den Winter schlechter. Bei den Wintersorten ist für die Frosthärte Kalium wichtiger als Stickstoff.
Häufige Fragen zum Anbau von Porree
Wann Lauch pflanzen?
Vorgezogene Jungpflanzen werden von April bis Juni gesetzt, die Direktsaat ins Beet gehört in den März und April. Die Samen für die Jungpflanzen werden ab Februar in Saatkästen gesät. Je früher der Lauch im Beet steht, desto länger ist das Erntefenster.
Wann Lauch ernten?
Frühestens im August, und das auch nach der frühesten Pflanzung. Sommer- und Herbstsorten werden bis zu den ersten stärkeren Frösten geerntet, Wintersorten bleiben im Beet und werden bis zum Frühjahr nach Bedarf herausgezogen.
Wie bekommt man einen langen weißen Schaft?
Mit zwei Dingen: mit der Wahl einer Sorte mit langem Schaft und mit dem Anhäufeln von Erde während des Wachstums. Es hilft auch, tiefer zu pflanzen oder in eine 10 bis 15 cm tiefe Rille zu setzen, die Sie über den Sommer allmählich verfüllen.
Ist Lauch dasselbe wie Porree?
Ja. Lauch und Porree sind zwei Namen für dieselbe Pflanze, botanisch Allium porrum. Welcher Name gebräuchlicher ist, hängt von der Region ab; gemeint ist im Garten wie in der Küche immer derselbe Schaft mit weißem Fuß und flachen grünen Blättern.
Wächst Lauch aus dem Strunk nach?
Aus dem abgeschnittenen Fuß mit Wurzeln, den man ins Wasser stellt, treiben neue Blätter, und das Grün lässt sich ernten. Ein vollwertiger weißer Schaft wächst aus dem Strunk nicht mehr nach – dafür braucht es eine aus Samen gezogene Pflanze.
Verträgt Lauch Frost?
Wintersorten ja, sie überwintern direkt im Beet. Es hilft, die Erde hoch anzuhäufeln und luftig abzudecken, zum Beispiel mit Reisig. Sommersorten werden vor dem Winter geerntet und eingelagert.
