Passionsblume (Maracuja, Passiflora edulis)
Passiflora edulis: Anbau im Kübel und im Freiland, Überwintern und Artenübersicht
Schnell wachsende Liane mit dekorativen Blüten und aromatischen Früchten, die Sie als Maracuja (Passionsfrucht) kennen.
- Standort: sonnig, geschützt, warm
- Höhe: bis zu 5 Meter mit Rankhilfe
- Blütezeit: Juni bis September
- Frucht: eiförmig, essbar, reift vom Spätsommer bis in den Herbst
- Vermehrung: durch Aussaat oder Stecklinge
- Verwendung: Nutz- und Zierpflanze, geeignet für Kübel und Wintergärten
Die Passionsblumen bilden die umfangreiche Gattung Passiflora mit mehr als 500 Arten aus dem tropischen und subtropischen Amerika. Am bekanntesten und am häufigsten kultiviert ist die essbare Passionsblume (Passiflora edulis), die man wegen der köstlichen Früchte und des attraktiven Aussehens pflanzt. Typische Merkmale sind tief gelappte Blätter, Ranken und auffällige Blüten mit einem Strahlenkranz und duftender Mitte. Sie wächst schnell und braucht eine feste Rankhilfe.
Passionsblume im Kübel und im Freiland: Gießen, Düngen und Überwintern
Die Passionsblume braucht einen sonnigen, windgeschützten Platz mit möglichst hoher Temperatur. Kultiviert wird sie in einem geräumigen Kübel mit durchlässiger, nährstoffreicher lehmig-sandiger Erde. In der Wachstumszeit verlangt sie regelmäßiges Gießen, Nachdüngen alle 10 bis 14 Tage und Platz, damit sich die Triebe entfalten können.
Wegen ihres Wärmebedarfs wird die Passionsblume bei uns als Kübelpflanze gezogen. Vom Frühjahr bis zum Herbst kann sie ins Freie, für den Winter muss sie in einen hellen, frostfreien Raum mit etwa 8 bis 12 °C, wo sie in die Ruhephase übergeht.
Für die Bestäubung sorgen im Freien Bienen und andere Bestäuber. Im Innenraum oder im Gewächshaus kann es nötig sein, die Blüten von Hand zu bestäuben. Die Früchte reifen mehrere Wochen und sind erntereif, sobald sie weich werden oder abfallen.
Ausgewählte Arten und Formen der Passionsblume
Von den fünfhundert Arten der Gattung Passiflora werden bei uns vor allem drei kultiviert. Sie unterscheiden sich in der Fruchtgröße, im Wärmebedarf und darin, ob Sie sie wegen der Ernte oder wegen der Blüten pflanzen.
Maracuja – essbare Passionsblume (Passiflora edulis)

Die am häufigsten kultivierte Art mit violetten oder gelben Früchten von 4 bis 8 cm. Sie zeichnet sich durch schnelles Wachstum, lange Fruchtbarkeit und einen hohen Zuckergehalt des Fruchtfleischs aus. Es gibt Sorten mit unterschiedlichem Grad der Selbstfruchtbarkeit und unterschiedlichem Geschmack.
Riesengranadilla (Passiflora quadrangularis)

Eine mächtige Liane mit vierkantigen Trieben und bis zu 20 cm langen Früchten. Geeignet für Gewächshäuser, wo sie eine beachtliche Höhe erreicht. Sie verlangt eine höhere Luftfeuchtigkeit und stabile Temperaturen.
Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea)

Eine dekorative, frosthärtere Art mit blau-weißen Blüten. Die Früchte sind zwar essbar, aber wenig schmackhaft. Die Pflanze verträgt sinkende Temperaturen gut und lässt sich in wärmeren Lagen auch ins Freiland pflanzen.
Häufige Fragen zur Passionsblume
Sind Passionsblume und Maracuja dasselbe?
Im Grunde ja. Maracuja (englisch passion fruit) ist der Handelsname für die Frucht der essbaren Passionsblume, Passiflora edulis. Die Passionsblume ist also die Pflanze, die Maracuja ihre Frucht — und im Laden begegnen Ihnen beide Bezeichnungen für dieselbe Sache.
Wie isst man eine Maracuja und wie schmeckt sie?
Die reife Frucht ist eingefallen und runzelig, das ist meist das einzige verlässliche Reifezeichen. Man halbiert sie und löffelt das gelierte Fruchtfleisch samt Kernen heraus — die sind essbar und knacken angenehm. Der Geschmack ist ausgeprägt süßsauer und stark aromatisch, irgendwo zwischen Ananas und Zitrusfrucht.
Ist die Passionsblume giftig?
Das reife Fruchtfleisch der essbaren Passionsblume ist bedenkenlos genießbar. Unreife Früchte und die grünen Pflanzenteile enthalten dagegen cyanogene Glykoside und werden deshalb nicht gegessen. Bei der blauen Zierpassionsblume sind die Früchte ebenfalls essbar, geschmacklich aber uninteressant.
Welche Passionsblume ist winterhart?
Die blaue Passionsblume (Passiflora caerulea). In wärmeren Lagen lässt sie sich ins Freiland pflanzen — der oberirdische Teil friert zwar meist zurück, treibt bei gutem Wurzelschutz durch Mulch aber wieder aus. Die essbare Passionsblume verträgt keinen Frost und muss für den Winter hinein, zu 8 bis 12 °C.
Wie zieht man eine Passionsblume aus Samen?
Wenn Sie Samen aus einer frischen Frucht aussäen, spülen Sie sie vom Fruchtfleisch frei und säen Sie sofort — getrocknete keimen deutlich schlechter. Sie brauchen Wärme um 20 bis 25 °C und Geduld, denn sie keimen unregelmäßig über mehrere Wochen. Ein Sämling blüht in der Regel im zweiten bis dritten Jahr; der schnellere Weg zu Früchten sind Stecklinge.
Womit düngt man die Passionsblume?
In der Wachstumszeit alle 10 bis 14 Tage kräftig, über den Winter gar nicht. Bewährt hat sich ein schonender organischer Dünger — DÜNGEE lässt sich als Auszug ins Gießwasser geben (1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser) und verbrennt die Wurzeln im Kübel nicht. Genauso düngt man im Kübel weitere wärmeliebende Pflanzen, zum Beispiel Avocado oder Feigenbaum.
