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Gazanie (Gazania): Pflege, Überwintern und Arten

Leuchtende südafrikanische Sommerblumen für sonnige Beete, Balkonkästen und den Steingarten — wie Sie das Mittagsgold aus Samen ziehen, womit Sie es düngen und wie Sie es ins nächste Jahr bringen

Gazanie: Pflanzenbeschreibung und Herkunft

Gazanie (Gazania-Hybride 'Mini Star Tangerine') mit leuchtend gelben Zungenblüten und dunkler Mitte
Gazania-Hybride ‚Mini Star Tangerine‘ mit leuchtend gelben Blüten.

Halbsträucher oder einjährige Pflanzen für Sommerblumenbeete und für Steingärten; auch als Zimmer- und Balkonpflanzen

  • Standort: voll sonniger Platz mit nährstoffreichem Boden
  • Höhe: je nach Art 15–50 cm
  • Blütezeit: je nach Art vom Frühjahr bis zum Herbst
  • Vermehrung: Stecklinge und Aussaat

Gazanien aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) sind mit 24 Arten in Südafrika verbreitet. Manche Arten sind Halbsträucher oder ausdauernde Kräuter. Die einjährigen Arten haben aufrecht wachsende unverzweigte oder verzweigte Stängel, niederliegende Stängel oder nur verkümmerte Stängel. Die ganzrandigen oder gelappt eingeschnittenen Blätter mit ausgeprägter Mittelrippe sind auf der Oberseite meist grün, auf der Unterseite silbrig weiß und behaart. Blüten von 2,5–8 cm Größe sind unterschiedlich gefärbt, von Weiß über Goldgelb bis zu feurigem Orange, und tragen am Grund oft schwärzliche Flecken. Durch Kreuzung sind schöne, reich blühende Formen entstanden.

Gazanie anbauen: Aussaat, Gießen und Düngen

Aufgeblühte gelbe Gazanie in einem sonnigen Beet im Garten

Gazanien brauchen volle Sonne, nährstoffreiche Böden, im Sommer ausreichend Wasser und gelegentliche Düngergaben.

Gedüngt wird etwa alle zwei bis drei Wochen während der gesamten Blütezeit. Ein langsam wirkender organischer Universaldünger ist für Gazanien besser geeignet als schnelle Stickstoffgaben, nach denen die Pflanze Blätter auf Kosten der Blüten treibt. Im Gefäß und im Balkonkasten ist der Nährstoffvorrat früher erschöpft als im Beet, deshalb ist dort häufigeres Düngen nötig.

Werden die Pflanzen überwintert, eignet sich ein Kalthaus oder ein anderer kühler und heller Raum.

Die Samen werden im März ausgesät und die Jungpflanzen im Mai gepflanzt. Weil die Samen nicht immer keimfähig sind, werden Gazanien auch im Spätsommer über Stecklinge vermehrt und die Jungpflanzen im Mai des Folgejahres gepflanzt.

Geäugte Gazanie (Gazania rigens), die am häufigsten angebaute Art

Geäugte Gazanie (Gazania rigens) mit gelben Blüten und dunklem Fleck am Grund der Zungenblüten

Von allen Arten wird in Gärtnereien praktisch nur die Geäugte Gazanie (Gazania rigens) verkauft, gegebenenfalls ihre Kreuzungen unter dem Namen Gazania × hybrida. Sie erkennen sie am teilweise niederliegenden Wuchs, an der Höhe von 15 bis 50 cm und an den großen, acht bis zehn Zentimeter breiten Blüten in feurigem Orange, Gelb, Rosa oder Rot mit dunklem Fleck am Grund der Zungenblüten.

Sortenserien wie ‚New Day‘, ‚Daybreak‘ oder ‚Big Kiss‘ werden als Sommerblumen aus einer Aussaat im Februar oder März gezogen und blühen von Juni bis zu den ersten Frösten. Die Blüten öffnen sich nur bei direkter Sonne — an einem bedeckten Tag, abends oder im Schatten bleiben sie geschlossen. Das ist weder eine Krankheit noch ein Fehler des Gärtners, sondern eine natürliche Eigenschaft der Pflanze, die man bei der Wahl des Standorts einplanen muss.

Gazanien im Garten, im Balkonkasten und im Steingarten

Gazanien sind die ideale Wahl für die Pflanzung in sonnige Beete, Gefäße und Steingärten, wo ihre leuchtende Farbigkeit zur Geltung kommt. Dank ihrer Trockenheitsverträglichkeit und ihrer Fähigkeit, den ganzen Sommer zu blühen, sind sie nicht nur zur Zierde beliebt, sondern auch bei Gärtnern, die es unkompliziert mögen.

An der Südseite des Hauses, in einer aufgeheizten Trockenmauer oder in einem Trog vertragen sie sich mit anderen trockenheitsliebenden Steingartenpflanzen; im Balkonkasten vertragen sie auch die Nachbarschaft anderer Sommerblumen, die keine gleichbleibende Feuchtigkeit brauchen. Für den Schatten, für schweren nassen Boden und für Pflanzen mit hohem Wasserbedarf sind sie dagegen nicht geeignet.

Gazanien überwintern: Staude oder Sommerblume?

In Südafrika ist die Gazanie eine ausdauernde Pflanze, in unserem Klima wird sie aber als Sommerblume kultiviert — draußen vernichten sie die ersten stärkeren Fröste zuverlässig. Überwintern lässt sie sich dennoch, und bei schön gefärbten Sorten lohnt es sich, weil eine überwinterte Pflanze früher blüht als eine neue Aussaat.

Gazanien sind nicht winterhart, deshalb müssen sie vor den ersten Frösten an einen geschützten Ort gebracht werden. Am besten überwintern sie in einem kühlen, hellen Gewächshaus oder auf der Veranda. Pflanzen, die überwintert werden sollen, schneidet man zurück und gießt sie sparsamer, damit sie den Winter in guter Verfassung überstehen.

Ideal sind eine Temperatur um 5 bis 10 °C und ein heller Platz; im warmen Wohnzimmer treibt die Pflanze weiche Triebe und schwächt sich bis zum Frühjahr ab. Gegossen wird nur so viel, dass der Wurzelballen nicht völlig austrocknet, und gedüngt wird erst im Frühjahr, wenn der neue Zuwachs erscheint.

Interessante Gazanien-Arten: Blütenfarben und -größen im Überblick

Die folgende Übersicht fasst die in der botanischen Literatur beschriebenen Arten zusammen. In Gärtnereien begegnet Ihnen davon praktisch nur die Geäugte Gazanie mit ihren Kreuzungen, die übrigen Arten sind eher etwas für Sammler.

Art Wuchsform / Höhe (cm) Blütenfarbe Blütengröße (cm)
Hochblatt-Gazanie (Gazania bracteata) 20–25 weiß mit dunkelgelber Scheibe 5–6
Langstielige Gazanie (Gazania longiscapa) niederliegend, 16–18 goldgelb, am Grund mit brauner und weißer Zeichnung, gelbe Scheibe 6–7
Pfauen-Gazanie (Gazania pavonia) aufsteigend bis niederliegend, fast stängellos feurig orange, am Grund dunkel gefleckt 6–8
Fiederblättrige Gazanie (Gazania pinnata) aufrecht, bis 20 gelb, am Grund braunrot oder dunkel gefleckt 5–7
Geäugte Gazanie (Gazania rigens) teilweise niederliegend, 15–50 feurig orange, am Grund dunkel mit hellem Fleck 8–10
Schöne Gazanie (Gazania speciosa) stark verzweigt gelb, am Grund schwarz gefleckt 5–7
Prächtige Gazanie (Gazania splendens) starkwüchsig orangerot, mit dreieckigem Fleck am Grund, mit weißem Auge 7–8
Einblütige Gazanie (Gazania uniflora) aufrecht, 15–50 goldgelb 5–6

Häufige Fragen zu Gazanien

Ist die Gazanie eine Staude oder eine Sommerblume?

Botanisch ist sie eine ausdauernde Pflanze, unter unseren Bedingungen wird sie aber als Sommerblume kultiviert — draußen übersteht sie den Frost nicht. In einem hellen kühlen Raum oder im Kalthaus lässt sie sich überwintern und blüht im nächsten Jahr früher als Pflanzen aus einer neuen Aussaat.

Wann sät man Gazanien aus Samen aus?

Im Februar und März in einen warmen Raum oder ins Gewächshaus, ins Beet kommen die Jungpflanzen erst im Mai, wenn die Fröste vorbei sind. Die Keimfähigkeit der Samen schwankt, deshalb lohnt es sich, mit Reserve auszusäen oder die Pflanzen über Stecklinge zu vermehren.

Warum öffnet die Gazanie ihre Blüten nicht?

Die Blüten öffnen sich nur bei direkter Sonne. Bei bedecktem Wetter, im Schatten und gegen Abend schließen sie sich — das ist eine natürliche Eigenschaft, keine Krankheit. Dauerhaft geschlossene Blüten bedeuten meist einen zu schattigen Standort.

Wie oft muss man Gazanien gießen?

Maßvoll und erst, wenn die Bodenoberfläche abgetrocknet ist. Die Gazanie verträgt Trockenheit gut, aber keine Vernässung und kein stehendes Wasser im Untersetzer. Im Balkonkasten und im Gefäß in voller Sonne wird im Sommer häufiger gegossen als im Beet.

Womit düngt man Gazanien?

Mit einem langsam wirkenden organischen Universaldünger etwa alle zwei bis drei Wochen während der Blüte. Eine Überdüngung mit Stickstoff führt zu üppigen Blättern und weniger Blüten.

Wohin pflanzt man die Gazanie?

In die volle Sonne und in durchlässigen Boden — ins Südbeet, in den Steingarten, in eine Trockenmauer, in den Balkonkasten oder in einen Trog. Halbschatten und schwerer nasser Boden bekommen ihr nicht.