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Trollblume (Trollius)

Staude feuchter Wiesen mit kugeligen gelben Blüten. Achtung: Die Europäische Trollblume ist in Deutschland besonders geschützt.

Trollblume: Staude feuchter Wiesen mit kugeligen gelben Blüten

Drei weiß blühende Trollblumen (Trollius) mit gelben Staubblättern über handförmig geteilten Blättern

(Trollius)

Die Trollblume (Trollius) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die Gattung umfasst rund drei Dutzend Arten, die vor allem in den gemäßigten und kühlen Zonen der Nordhalbkugel wachsen, besonders in Europa und Asien. Einige Trollblumen-Arten kommen außerdem in den Gebirgen Nordamerikas vor.

Das Aussehen unterscheidet sich je nach Art, meist handelt es sich um Stauden mit Blüten in verschiedenen Gelb- bis Orangetönen, selten auch in Weiß. Die Blüten sind auffällig und bestehen aus vielen Blütenhüllblättern, was ihnen das volle, kugelige Aussehen gibt. Die Blätter sind handförmig geteilt und tief gelappt, die Grundblätter lang gestielt. Trollblumen wachsen in Feuchtgebieten, auf Nasswiesen oder an Bachufern, also immer an Standorten mit ausreichender Feuchtigkeit.

Die Trollblume gilt als attraktive Staude für den Garten und wird wegen ihrer Blüten gepflanzt. Trollblumen sind giftig — wie alle Hahnenfußgewächse enthalten sie Protoanemonin, das Haut und Schleimhäute reizt und beim Verzehr Erbrechen und Durchfall auslöst. Tödlich giftig ist die Pflanze nicht, aber gegessen wird sie nicht und Tees werden aus ihr nicht zubereitet. Waschen Sie sich nach dem Umgang mit der Pflanze die Hände, vor allem bei empfindlicher Haut.

Trollblume pflanzen und pflegen

Die Trollblume (Trollius) lässt sich gut im Garten kultivieren. Entscheidend ist, ihren natürlichen Standort nachzubilden: dauerhaft feuchter, humoser Boden ohne stehende Nässe. Wenn Sie sich an die folgenden Punkte halten, wird die Trollblume zur Zierde Ihres feuchten Beetes oder Teichrands.

  1. Standort wählen: Die Trollblume bevorzugt halbschattige bis sonnige Plätze. In sehr warmen Lagen gehört sie in den lichten Schatten, damit Blätter und Blüten nicht verbrennen.

  2. Boden vorbereiten: Sorgen Sie für humusreichen, lehmigen Boden, der Wasser hält. Die Trollblume braucht dauerhaft feuchte Erde

  3. Pflanzen: Setzen Sie die Trollblume im Frühjahr oder im Herbst. Heben Sie ein Loch aus, das für den Wurzelballen tief und breit genug ist, setzen Sie die Pflanze so ein, dass die Wurzeln vollständig bedeckt sind, und füllen Sie mit Erde auf.

  4. Gießen: Die Trollblume braucht regelmäßige Wassergaben, besonders in trockenen Phasen. Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, vermeiden Sie aber stehende Nässe.

  5. Düngen: Die Trollblume ist beim Düngen anspruchslos, in der Wachstumszeit genügt einmal im Monat ein Dünger für Blühpflanzen. Am besten funktioniert ein organischer Dünger in maßvoller Dosis — bei einer Pflanze, die dauerhaft feuchte Erde will, darf das Substrat nicht versalzen, was bei starken mineralischen Lösungen leicht passiert.

  6. Vermehren: Die Trollblume wird über Samen oder durch Teilung des Horstes vermehrt. Samen säen Sie nach der Reife im Herbst oder im Frühjahr aus. Geteilt wird im Frühjahr oder im Herbst.

  7. Verblühtes entfernen: Nach der Blüte können Sie Verblühtes ausschneiden, das regt manchmal eine zweite Blüte an. Vertrocknete Blätter schneiden Sie ebenfalls zurück.

  8. Überwintern: Die Trollblume ist in der Regel frosthart, in sehr rauen Lagen deckt man die Pflanzen über den Winter mit Mulch ab.

Mit diesen Schritten gedeiht die Trollblume zuverlässig im Garten. Wichtig ist außerdem, die Art zu wählen, die zu Ihrem Standort und Ihrem Klima passt. Für mitteleuropäische Gärten kommen vor allem die beiden folgenden Arten und ihre Sorten infrage.

Hohe Trollblume (Trollius altissimus)

Zwei kugelig geschlossene, leuchtend gelbe Blüten der Trollblume (Trollius) auf einer feuchten Wiese

Die Hohe Trollblume (Trollius altissimus) ist eine Art aus der Gattung der Trollblumen (Trollius) und gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Damit Sie sie sicher erkennen und richtig kultivieren, finden Sie unten Angaben zu Aussehen und natürlichen Standorten.

Aussehen der Hohen Trollblume:

  • Die Hohe Trollblume ist eine ausdauernde Staude und erreicht 50 bis 100 cm Höhe.
  • Die Blätter der Hohen Trollblume sind handförmig geteilt, das heißt in mehrere grob gezähnte Abschnitte gegliedert, die strahlig vom Blattgrund ausgehen.
  • Die Blüten der Hohen Trollblume sind groß, sie erreichen bis zu 5 cm Durchmesser. Ihre leuchtend gelben Hüllblätter öffnen sich etwas weiter als bei der Europäischen Trollblume.
  • Die Früchte sind Balgfrüchte , die die schwarzen Samen enthalten.

Natürlicher Lebensraum:

  1. Die Hohe Trollblume ist heimisch in den Gebirgen Mittel- und Osteuropas, vor allem in den Karpaten und den Ostalpen.
  2. Diese Art wächst auf Feuchtwiesen, an Waldrändern und entlang von Bachläufen, also an Standorten mit ausreichender Feuchtigkeit.
  3. Die Hohe Trollblume ist eine Charakterart der montanen und subalpinen Feuchtwiesen.
  4. Im Garten gedeiht sie dort, wo Sie diese Bedingungen nachbilden — zum Beispiel am Gartenteich.

Der Anbau der Hohen Trollblume verlangt also dieselben Bedingungen wie ihr natürlicher Standort: feuchten, humosen Boden, der nicht austrocknet, und einen sonnigen bis halbschattigen Platz. 

Europäische Trollblume (Trollius europaeus)

Kugelige gelbe Blüte der Europäischen Trollblume (Trollius europaeus) mit einer Knospe am Stiel

Die Europäische Trollblume (Trollius europaeus) ist die zweite gut geeignete Art aus der Gattung der Trollblumen (Trollius) und zugleich die bekannteste Art dieser Gattung.

Aussehen der Europäischen Trollblume:

  • Die Europäische Trollblume ist eine ausdauernde Staude und wird meist 30 bis 60 cm hoch.
  • Die Blätter der Europäischen Trollblume sind tief handförmig gelappt und grob gezähnt. Sie ähneln denen der übrigen Trollblumen-Arten.
  • Die Blüten der Europäischen Trollblume sind groß und auffällig. Ihre leuchtend gelben Hüllblätter überdecken sich und bleiben kugelig geschlossen — daher der Name Trollblume.
  • Die Blüten der Europäischen Trollblume sitzen einzeln auf langen Stielen und stehen deutlich über dem Laub, was sie besonders auffällig macht.

Natürlicher Lebensraum:

  1. Die Europäische Trollblume ist heimisch in weiten Teilen Europas, auch in Deutschland — von den Alpen und den Mittelgebirgen bis in die norddeutschen Feuchtwiesen.
  2. Diese Art wächst vor allem auf Feuchtwiesen, in Niedermooren, an Bachufern und an Waldrändern. Sie bevorzugt Standorte mit dauerhaft feuchtem Boden.
  3. Die Europäische Trollblume ist eine Charakterart nasser und feuchter Lebensräume.

Anbau der Europäischen Trollblume im Garten:

  • Wenn Sie die Europäische Trollblume im Garten kultivieren möchten, wählen Sie einen Platz mit humosem, wasserhaltendem Boden ohne Staunässe und halbschattiger bis sonniger Lage.
  • Gepflanzt wird im Frühjahr oder im Herbst.
  • Die Europäische Trollblume braucht regelmäßige Wassergaben, vor allem in trockeneren Perioden.
  • Diese Art ist ein auffälliger Blickfang im Garten, und ihre Blüten machen das Beet zusätzlich bienenfreundlich.

Weil die Europäische Trollblume in der Natur an feuchten Stellen wächst, kommt es darauf an, ihr im Garten dieselben Bedingungen zu bieten wie am Naturstandort.

Düngung von Außen- und Zierpflanzen

  • Sie können ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen ausstreuen.
  • Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.

🚨 Die Europäische Trollblume ist besonders geschützt

Das ist die wichtigste Information zur Trollblume, und in den meisten Artikeln fehlt sie: die Europäische Trollblume (Trollius europaeus) ist in Deutschland eine besonders geschützte Art nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV); § 44 BNatSchG verbietet, sie der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.

Praktisch heißt das: Sie dürfen die Pflanze in der Natur weder ausgraben noch umsetzen oder pflücken — auch nicht „die eine fürs Beet“. Das Verbot gilt ebenso für das Sammeln von Samen in der freien Natur. Der Grund ist klar: Die Trollblume verschwindet mit den Feuchtwiesen, die entweder entwässert oder nicht mehr gemäht werden und verbuschen. In den meisten Bundesländern steht sie deshalb auf der Roten Liste.

  • Kaufen Sie die Trollblume für den Garten in einer Staudengärtnerei oder ziehen Sie sie aus gekauftem Saatgut — das Angebot ist gut und es gibt einiges zur Auswahl.
  • Holen Sie sie nicht von der Wiese, auch nicht, wenn es „nur eine Pflanze“ ist und „die Wiese ohnehin gemäht wurde“. Neben dem Verbot ist es praktisch aussichtslos: Die Trollblume wurzelt tief und übersteht das Umsetzen aus der Natur nur selten.
  • Der Hohen Trollblume (Trollius altissimus) geht es ähnlich: In Deutschland kommt sie so gut wie nicht vor, in den Karpatenländern gilt sie als gefährdet.
  • Das Beste, was Sie für die Trollblume tun können, ist, sie im Garten zu pflanzen und aussamen zu lassen. Die feuchte Ecke am Teich ist genau der Lebensraum, der in der Landschaft am stärksten verschwindet.

Feuchtigkeit ist bei der Trollblume wichtiger als alles andere

Die Trollblume wird oft zu den Steingartenpflanzen gezählt, und daher rühren die meisten Misserfolge — im normalen trockenen Steingarten geht sie ein. In der Natur wächst sie auf Feuchtwiesen, in Niedermooren und an Bachufern, also an Stellen, die nie ganz austrocknen.

  • Ideal ist der Teichrand, eine feuchte Ecke an der Nordseite oder ein Beet, das sich regelmäßig gießen lässt. In den Steingarten gehört sie nur dann, wenn dieser einen Teich oder dauerhaft feuchte Zonen hat.
  • Humoser, lehmiger, eher schwerer Boden hält das Wasser. Sandboden ist für die Trollblume ein Problem.
  • Halbschatten bis Sonne, aber es gilt ein direkter Zusammenhang: je mehr Sonne, desto mehr Feuchtigkeit. In voller Sonne und trockener Erde verbrennen die Blätter.
  • Austrocknen ist nicht umkehrbar. Ist die Trollblume einmal vertrocknet, treibt sie meist nicht wieder aus — anders als Stauden, die eine Trockenphase mit einer Sommerruhe überstehen.
  • Mulch aus Kompost ist bei der Trollblume die beste Investition: Er hält die Feuchtigkeit und liefert zugleich Nährstoffe.
  • Teilen Sie den Horst nicht ohne Not. Die Trollblume wird mit den Jahren schöner und braucht nach dem Teilen zwei Jahre, bis sie wieder in Form ist. Geteilt wird nur im Frühjahr und nur dann, wenn Sie sie vermehren wollen.

Häufige Fragen

Darf ich eine Trollblume von der Wiese in den Garten holen?

Nein. Die Europäische Trollblume ist nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, und § 44 BNatSchG verbietet, sie auszugraben, zu pflücken oder ihre Samen in der freien Natur zu sammeln. Abgesehen vom Verbot bringt es praktisch nichts — die Trollblume wurzelt tief und übersteht das Umsetzen aus der Natur nur selten. Kaufen Sie sie in einer Staudengärtnerei.

Ist die Trollblume giftig?

Ja. Wie alle Hahnenfußgewächse enthält sie Protoanemonin, das Haut und Schleimhäute reizt und beim Verzehr Erbrechen und Durchfall auslöst. Tödlich giftig ist sie nicht, aber gegessen wird sie nicht und Tees werden aus ihr nicht zubereitet. Waschen Sie sich nach dem Umgang mit ihr die Hände.

Passt die Trollblume in den Steingarten?

Nur in einen feuchten. Die Trollblume ist eine Pflanze der Feuchtwiesen und Niedermoore, die im normalen trockenen Steingarten eingeht. Pflanzen Sie sie an den Teich, in eine feuchte Ecke oder in ein Beet, das Sie gießen. Das ist der häufigste Grund, warum die Trollblume im Garten nicht durchhält.

Wann blüht die Trollblume?

Im Mai und Juni, die Hohe Trollblume manchmal bis in den Juli. Nach der Blüte lohnt es sich, Verblühtes zu entfernen — manchmal folgt eine zweite, schwächere Welle. Wenn Sie Samen ernten wollen, lassen Sie die Früchte dagegen ausreifen.

Was ist der Unterschied zwischen der Europäischen und der Hohen Trollblume?

Vor allem Höhe und Standort. Die Europäische Trollblume wird 30–60 cm hoch und hat eine fast geschlossene, kugelige Blüte. Die Hohe Trollblume erreicht 50–100 cm, hat größere, etwas offenere Blüten und ist typisch für die Feuchtwiesen der Karpaten und der Ostalpen — in Deutschland kommt sie so gut wie nicht vor.

Wie vermehrt man die Trollblume?

Durch Aussaat oder Teilung des Horstes. Die Samen brauchen eine Kältephase, deshalb sät man im Herbst aus oder stratifiziert sie vor der Frühjahrsaussaat einige Wochen in feuchtem Sand. Sie keimen langsam und unregelmäßig, darauf sollten Sie sich einstellen. Geteilt wird im Frühjahr — aber nur, wenn es nötig ist, denn die Trollblume verträgt das Teilen schlecht.

Muss ich die Trollblume im Winter schützen?

Meistens nicht — sie ist eine Gebirgspflanze, und Frost macht ihr nichts aus. Sie überwintert problemlos. Nützlicher als ein Winterschutz ist Mulch, der die Feuchtigkeit am Wurzelhals hält, und zwar ganzjährig. Im Kübel ist es anders: Dort braucht die Trollblume Schutz davor, dass der ganze Wurzelballen durchfriert.