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Nachtschatten (Solanum)

Zier- und Nutzpflanzen, einige mit giftigen Früchten

  • Standort: sonnig bis halbschattig; frischer, humusreicher Boden
  • Höhe: von 20 cm bis zu mehreren Metern
  • Blütezeit: Mai–Oktober, je nach Art
  • Vermehrung: durch Aussaat oder Stecklinge

Unter den rund 1700 Arten der Gattung Solanum, die überwiegend in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet sind, gibt es nur wenige Ziergehölze.

Zu dieser vielgestaltigen Gattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) gehören so wichtige Nutzpflanzen wie z. B. Kartoffel, Tomate oder Aubergine, viele Kletterpflanzen und Bäume der Tropen und Subtropen, aber auch ein- oder mehrjährige Kräuter und Sträucher. Viele Arten sind sehr wärmeliebend und zugleich sonnenhungrig, andere sind anspruchsloser und gedeihen auch im Schatten. Zahlreiche Arten zählen zu den Heilpflanzen und enthalten u. a. meist giftige Alkaloide, die sehr vorsichtig angewendet werden müssen. Für den Garten eignen sich neben den genannten Nutzpflanzen bedingt auch wärmeliebende Kletterpflanzen, die dann im Freiland als einjährige kultiviert werden. Darüber hinaus gibt es noch einige Zierpflanzen für das Zimmer.

Die Arten der Gattung Solanum haben wechselständige einfache oder zusammengesetzte Blätter. Die Blüten stehen einzeln oder in Trugdolden, haben eine rad- bis fast glockenförmige Krone und einen fünf- bis zehnzähligen, bleibenden Kelch. Die Früchte sind vielsamige, bei einigen Arten essbare Beeren.

Krausblättriger Nachtschatten (Solanum crispum)

Dieser 3–4 m hohe Kletterstrauch hat ältere Äste, die verholzen, während junge häufig krautig bleiben. Die Blätter, in milden Wintern immergrün, sind eiförmig bis lanzettlich, 7–12 cm lang, an der Basis gerundet bis herzförmig und am Rand oft wellig gekräuselt. Blaue, lila, duftende Blüten in endständigen, 7–10 cm breiten Trugdolden entfalten sich von Juni bis September. Die Früchte sind gelblich-weiß, von der Größe einer Erbse. Die Art ist in Chile heimisch; sie wird auch häufig in England an Mauern, insbesondere an Spalieren, kultiviert. Die Selektion ‚Glasnevin‘ zeichnet sich durch eine besonders lange Blütezeit aus.

Strauchsolanum (Solanum crispum)​
Kletterstrauch Strauchsolanum (Solanum crispum)​, Selektion Glasnevin

Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara)

Er ist in ganz Europa und in Teilen Asiens heimisch, wächst gerne in feuchter Umgebung und möglichst im Schatten, in Wäldern und Gebüschen, an Ufern und auf Schutthalden bis etwa 1700 m Höhe. Der Halbstrauch mit teilweise verholzenden Stängeln wächst entweder hängend oder niederliegend, oder klettert an geeigneten Nachbarpflanzen bis zu 3 m hoch. Seine eiförmigen, zugespitzten Blätter sind weiter oben mit Öhrchen versehen. Ab Juni erscheinen in lockeren Blütenständen fünfzählige violette Blüten, in deren Mitte die zu einer Säule vereinigten Staubbeutel als Kontrast stehen, umgeben von kleinen weißen Punkten. Die Zipfel der Kronblätter biegen sich nach hinten. Dann entwickelt sich eine anfangs gelbe, später leuchtend rote beerenförmige Frucht.

Die Pflanze enthält in allen ihren Teilen ein leicht giftiges Alkaloid, die Beeren dürfen auf keinen Fall gegessen werden. Früher hatte der Bittersüße Nachtschatten sicherlich eine große Bedeutung als Heilpflanze, aber auch heute noch wird zumindest in der Homöopathie seine blutreinigend, harntreibend und schweißtreibende Wirkung geschätzt.

Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara)​
Beeren des Bittersüßen Nachtschattens (Solanum dulcamara)​

Jasmin-Nachtschatten

(Solanum jasminoides)

Strauchige Pflanze mit dünnen rutенförmigen Trieben von 50 cm bis 2 m Länge, kletternd oder niederliegend. Die immergrünen Blätter sind einfach und ganzrandig, manchmal auch drei- bis fünfteilig. Die zierlichen weißblauen Blüten sind etwa 2 cm breit, tief fünfzählig, in rispigen, end- und seitenständigen Trauben. Sie ist in Südamerika und Brasilien beheimatet. In frostfreien Klimazonen ein sehr schöner Kletterstrauch. Bei uns wird sie häufig als blühende Topfpflanze angeboten.

Jasmin-Nachtschatten (Solanum jasminoides)​
Sorte des Jasmin-Nachtschattens (Solanum jasminoides 'Album')

Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)

Einjährige Pflanze, höchstens 80 cm hoch, wächst meistens auf Schotterflächen, Brachland und auf Feldern. Im Garten kann sie ein lästiges Unkraut sein. Sie ist in vielen Varietäten und Formen verbreitet. Sie trägt dunkelgrüne, eiförmige und ausgebuchtete Blätter, kleine weiße Blüten und Beeren, die im grünen unreifen Zustand sehr giftig sind; die ausgereiften blauschwarzen Früchte sind nur noch leicht giftig. Dennoch ist bei dieser Pflanze Vorsicht geboten.

Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)​
Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)​

Aubergine (Eierfrucht)

Solanum melongena

Gemüse aus der Verwandtschaft von Tomate und Paprika; trägt Früchte in verschiedenen Formen und Farben

  • Standort: Anbau unter Glas auf humosem, lockerem Boden
  • Wachstumsabstand: 70 x 50 cm
  • Anbauzeit: Voranzucht junger Pflanzen (Aussaat März bis April); Auspflanzung im Mai ins Gewächshaus
  • Erntezeit: ausgewachsene und gut ausgefärbte Früchte
  • Vermehrung: durch Samen

Die Eierpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) stammt aus dem tropischen Ostindien und gelangte erst im Mittelalter nach Europa. Sie wird etwa 1 m hoch und verzweigt sich. Ihre Stängel und Blätter sind behaart und mit Dornen besetzt.

Aubergine (Eierfrucht)​
Aubergine (Solanum melongena) gedeiht in Blumentöpfen
Aubergine (Eierfrucht)​

In kälteren Klimazonen ist der Anbau nur unter Glas oder Folie erfolgreich. Die Aussaat erfolgt von März bis April bei Temperaturen über 20 °C. Nach etwa 2 Wochen werden die Sämlinge vereinzelt und im Mai im Abstand von 70 x 50 cm ins Gewächshaus gepflanzt. Die Pflanzen werden an Schnüren oder Stäben befestigt. Bei 6–7 Seitentrieben wird gegebenenfalls der Haupttrieb entfernt.

Die Pflanzen sind anfällig für Befall durch Blattläuse und weiße Fliegen. Auberginen werden unreif geerntet, wenn sie ausgewachsen sind, glänzen und ihre sortenspezifische Farbe aufweisen. Die Samen sind zu diesem Zeitpunkt noch weiß. Eierpflanzen können nicht roh gegessen werden.

Die Früchte dürfen nicht unter 8 °C gelagert werden. Bei niedrigeren Temperaturen entstehen braune, eingesunkene Flecken und sie faulen schnell.

Empfohlene Auberginensorten

  • ‚Bonica‘
  • ‚Black King‘
  • ‚Tania‘
  • ‚Adona‘
  • ‚Lange Violette‘