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Nachtschatten (Solanum): Arten, Anbau und giftige Früchte

Chilenischer Kartoffelbaum, Bittersüßer und Schwarzer Nachtschatten, Jasminblütiger Nachtschatten und Aubergine – Beschreibung, Anbau und Düngen

Aubergine: wann säen, pflanzen und ernten

VorkulturMitte bis Ende März

Säen Sie Auberginen in Anzuchtschalen im Warmen aus, sie keimen bei 22–25 °C.

AuspflanzenMitte bis Ende Mai

Pflanzen Sie Auberginen erst nach den Eisheiligen an einen warmen, geschützten Platz ins Freie. Im Freiland nur in den wärmsten Lagen; in kühleren Gegenden ziehen Sie Auberginen im Folientunnel oder Gewächshaus.

ErnteMitte August bis September

Ernten Sie Auberginen, wenn sie voll ausgefärbt, glänzend und noch fest sind.

Nachtschatten: Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse

Zier- und Nutzpflanzen, einige mit giftigen Früchten

  • Standort: sonnig bis halbschattig; frischer, humusreicher Boden
  • Höhe: von 20 cm bis zu mehreren Metern
  • Blütezeit: Mai bis Oktober, je nach Art
  • Vermehrung: durch Aussaat oder Stecklinge

Unter den rund 1700 Arten der Gattung Solanum, die überwiegend in den Tropen und Subtropen verbreitet sind, gibt es nur wenige Ziergehölze.

Zu dieser vielgestaltigen Gattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) gehören so wichtige Nutzpflanzen wie z. B. Kartoffel, Tomate oder Aubergine, viele Kletterpflanzen und Bäume der Tropen und Subtropen, aber auch ein- oder mehrjährige Kräuter und Sträucher. Viele Arten sind sehr wärmebedürftig und zugleich sonnenhungrig, andere sind genügsamer und gedeihen auch im Schatten. Zahlreiche Arten zählen zu den Heilpflanzen und enthalten unter anderem meist giftige Alkaloide, die nur mit großer Vorsicht angewendet werden dürfen. Für den Garten eignen sich neben den genannten Nutzpflanzen bedingt auch wärmeliebende Kletterpflanzen, die im Freiland dann einjährig kultiviert werden. Darüber hinaus stehen noch einige dekorative Zimmerpflanzen zur Auswahl.

Die Arten von Solanum haben wechselständige, einfache oder zusammengesetzte Blätter. Die Blüten stehen einzeln oder in Trugdolden, haben eine radförmige bis fast glockige Krone und einen fünf- bis zehnteiligen, bleibenden Kelch. Die Früchte sind vielsamige, bei einigen Arten essbare Beeren.

Chilenischer Kartoffelbaum (Solanum crispum)

Chilenischer Kartoffelbaum (Solanum crispum) mit blauvioletten Blüten und gelben Staubbeuteln

Dieser 3–4 m hohe Kletterstrauch verholzt an den älteren Trieben, während die jungen häufig krautig bleiben. Die in milden Wintern immergrünen Blätter sind eiförmig bis lanzettlich, 7–12 cm lang, am Grund rund bis herzförmig und am Rand oft wellig gekraust. Die blaulila duftenden Blüten in endständigen, 7–10 cm breiten Trugdolden öffnen sich von Juni bis September. Die Früchte sind gelblich weiß und so groß wie Erbsen. Die Art ist in Chile heimisch; in England wird sie häufig an Mauern, vor allem am Spalier, gezogen. Die Auslese ‚Glasnevin‘ zeichnet sich durch eine besonders lange Blütezeit aus.

Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara): er ist giftig

Reife rote Beeren des Bittersüßen Nachtschattens (Solanum dulcamara) am Zweig

Er ist in ganz Europa und in Teilen Asiens heimisch, wächst gern feucht und möglichst schattig, in Wäldern und Gebüschen, an Ufern und auf Schotterhalden bis in Höhen von etwa 1700 m. Der Halbstrauch mit teilweise verholzenden Stängeln wächst überhängend oder niederliegend, mitunter klettert er an geeigneten Nachbarpflanzen bis 3 m hoch. Seine eiförmigen, zugespitzten Blätter tragen weiter oben Öhrchen. Ab Juni erscheinen in lockeren Blütenständen fünfzählige violette Blüten, in deren Mitte als Kontrast die zu einer Säule verwachsenen Staubbeutel stehen, umgeben von kleinen weißen Punkten. Die Zipfel der Kronblätter biegen sich nach hinten. Danach entwickelt sich die anfangs gelbe, später satt rote Beerenfrucht.

Die Pflanze enthält in allen Teilen ein schwach giftiges Alkaloid, die Beeren dürfen auf keinen Fall gegessen werden. Früher hatte der Bittersüße Nachtschatten sicher große Bedeutung als Heilpflanze, doch noch heute schätzt man zumindest in der Homöopathie seine blutreinigende sowie harn- und schweißtreibende Wirkung.

Jasminblütiger Nachtschatten (Solanum jasminoides)

Jasminblütiger Nachtschatten (Solanum jasminoides) mit weißen Blüten und gelber Mitte

Eine strauchige Pflanze mit dünnen, rutenförmigen Trieben von 50 cm bis 2 m Länge, kletternd oder niederliegend. Die immergrünen Blätter sind einfach und ganzrandig, manchmal auch drei- bis fünfteilig. Die dekorativen weißblauen Blüten sind etwa 2 cm breit, tief fünfzählig und stehen in rispigen, end- wie seitenständigen Trauben. Heimisch ist die Art in Südamerika und Brasilien. In frostfreien Klimazonen ein sehr schöner Kletterstrauch. Bei uns wird sie häufig als blühende Topfpflanze angeboten.

Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum): giftige Beeren

Dolde schwarzer reifer Beeren des Schwarzen Nachtschattens (Solanum nigrum)

Eine einjährige Pflanze von höchstens 80 cm Höhe, die meist auf schotterigen Flächen, Brachen und Äckern wächst. Im Garten kann sie ein lästiges Unkraut sein. Sie ist in zahlreichen Varietäten und Formen verbreitet. Sie trägt dunkelgrüne, eiförmige und ausgebuchtete Blätter, kleine weiße Blüten und Beeren, die im grünen, unreifen Zustand sehr giftig sind; die ausgereiften blauschwarzen Früchte sind nur noch schwach giftig. Dennoch ist bei dieser Pflanze Vorsicht geboten.

Aubergine (Eierfrucht) – Solanum melongena

Auberginenpflanze mit dunkelvioletten Früchten in einem Terrakotta-Topf auf der Terrasse

Gemüse aus der Verwandtschaft von Tomate und Paprika; mit Früchten in vielfältigen Formen und Farben

  • Standort: Anbau unter Glas auf humosem, lockerem Boden
  • Standraum: 70 x 50 cm
  • Kulturzeit: Jungpflanzenanzucht (Aussaat März bis April); Auspflanzen im Mai ins Gewächshaus
  • Erntezeit: ausgewachsene und gut ausgefärbte Früchte
  • Vermehrung: durch Samen

Die Aubergine aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) stammt aus dem tropischen Ostindien und kam erst im Mittelalter nach Europa. Sie wird etwa 1 m hoch und verzweigt sich. Ihre Stängel und Blätter sind behaart und tragen Stacheln.

Auberginen im Gewächshaus anbauen

Lange violette Früchte der Sorte Long Purple an den Pflanzen im Beet

In kühlerem Klima gelingt der Anbau nur unter Glas oder Folie. Die Aussaat erfolgt im März bis April bei Temperaturen über 20 °C. Nach etwa 2 Wochen werden die Sämlinge pikiert und im Mai im Abstand von 70 x 50 cm ins Gewächshaus gepflanzt. Die Pflanzen werden an Schnüren oder Stäben aufgeleitet. Bei 6–7 Seitentrieben wird der Haupttrieb gegebenenfalls entfernt.

Die Pflanzen werden leicht von Blattläusen und Weißen Fliegen befallen. Auberginen werden unreif geerntet, wenn sie ausgewachsen sind, glänzen und die typische Sortenfarbe zeigen. Die Samen sind zu diesem Zeitpunkt noch weiß. Roh lassen sich Auberginen nicht essen.

Die Früchte dürfen nicht unter 8 °C gelagert werden. Bei niedrigeren Temperaturen zeigen sich braune, eingesunkene Flecken und sie faulen rasch.

Topfjungpflanzen aus der Januaraussaat

Im beheizten Gewächshaus wird die Aubergine in vielem genauso kultiviert wie Paprika. Die besten Ergebnisse liefern Topfjungpflanzen aus einer Aussaat im Januar. Die Pflanzen kommen gut entwickelt ins Gewächshaus, stocken nach dem Pflanzen nicht und tragen früher die ersten Früchte. Im unbeheizten Gewächshaus oder Folientunnel gelten die Termine aus dem vorigen Abschnitt: Aussaat im März bis April und Pflanzung im Mai.

PhaseWannTemperatur / Pflanzabstand
AussaatJanuar20–25 °C
weiteres Wachstum der Jungpflanzen und der Pflanzen nach dem Pflanzennach dem Auflaufen18–22 °C
Pflanzung der Topfjungpflanzenje nach Beheizung des GewächshausesAbstand 30–40 × 40 cm
erste Ernteetwa 1,5–2 Monate nach dem Pflanzen–

Das Gewächshaus-Handbuch nennt einen engeren Abstand von 30–40 × 40 cm. Ein weiterer Abstand von 70 × 50 cm gibt den Pflanzen mehr Platz zum Verzweigen und eine bessere Durchlüftung. Halten Sie die Temperatur nach der Aussaat höher und senken Sie sie für das weitere Wachstum leicht ab.

Ernten Sie die Früchte rechtzeitig und lassen Sie sie nicht an der Pflanze überreifen, denn überreife Früchte verlieren an Geschmack. Wann Sie weiteres Gewächshausgemüse säen und pflanzen, finden Sie im Artikel Gewächshauskalender.

Auberginen im Freiland und im Frühbeet

Die Aubergine hat ähnliche Wärmeansprüche wie Paprika. Im Freien gedeiht sie nur in warmen, geschützten Lagen, am besten an einer Südwand, auf leichterem, warmem, humosem und tiefgründigem Boden. Schwerer, nasser und kalter Boden eignet sich nicht. In weniger günstigen Lagen helfen ein Frühbeet, ein mobiler Frühbeetrahmen, ein Tunnel oder Mulchfolie.

  • Jungpflanzen: Aussaat Anfang März in Schalen oder Kästen im Gewächshaus oder Frühbeet, pikieren auf 8–10 cm oder in Töpfe mit 8–10 cm Durchmesser. Die Temperatur bei der Anzucht soll nicht unter 18 °C sinken.
  • Pflanzung: ins halbwarme oder kalte Frühbeet Ende April, ins Beet Ende Mai bis Anfang Juni. Abstand 40 × 40 bis 50 × 50 cm. Den Boden wie für Tomaten vorbereiten, Auberginen können auch nach abgeernteten Radieschen folgen. Bei Kälte die Pflanzen abdecken.
  • Erziehung: für große Früchte nur die 4 stärksten Triebe mit 5–7 Früchten lassen, übrige Triebe und kleine Früchte ausknipsen.
  • Gießen: während der Fruchtbildung braucht die Aubergine viel Wasser.
  • Ernte: vor der vollen Reife, wenn das Fruchtfleisch fester und schmackhafter ist. Früchte mit Stiel abschneiden.

Empfohlene Auberginensorten: Bonica, Black King, Tania, Adona und Lange Violette

  • ‚Bonica‘
  • ‚Black King‘
  • ‚Tania‘
  • ‚Adona‘
  • ‚Lange Violette‘

Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii) kompakt

Der Enzianstrauch mit blauvioletten Blüten ist eine Kübelpflanze, die im Sommer draußen steht und im Winter eingeräumt wird.

ArtStandortHöhe (cm)BodenSchnittHinweis, Überwinterung
Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii, früher Solanum rantonnetii)Sonne–Halbschatten150–200eher feuchtNovember–Dezember, um bis zur Hälfte einkürzenrankend; wirft im Winter Laub ab

Die Höhe gilt für Pflanzen im Kübel, der Schnitttermin betrifft vor allem Pflanzen, die drinnen überwintern.

Auberginen düngen: womit Nachtschattengewächse gedüngt werden

Die Aubergine ist beim Nährstoffbedarf ebenso anspruchsvoll wie ihre Verwandten Tomate und Paprika – während der gesamten Zeit des Fruchtansatzes und der Fruchtentwicklung braucht sie eine ausgewogene Versorgung mit Stickstoff, Phosphor und Kalium. Der natürliche organische Dünger Düngee gibt die Nährstoffe nach und nach ab, sodass die Pflanze im Gewächshaus keine Stoßdüngung erhält und nicht nur ins Laub wächst.

Das Vorgehen bei den verwandten Kulturen beschreiben Tomaten düngen und Dünger für Paprika, die ganze Gruppe dann Gemüse düngen. Wie Sie einen Dünger für den ganzen Garten wählen, erklärt der Universaldünger, die Nährstoffverhältnisse erläutert der NPK-Dünger. Konkrete Mengen finden Sie unter Dosierung.

Dünger für Auberginen: im Shop kaufen

Weitere interessante Artikel

Über die Aubergine in der Küche und im Beet schreiben wir ausführlich im Artikel Aubergine. Weitere Nachtschattengewächse für den Garten: Tomatenanbau, Dünger für Paprika und Kartoffel. Eine zierende, aber giftige Verwandte ist der Stechapfel. Die ganze Gruppe fassen Fruchtgemüse und Gemüseanbau im Garten zusammen.

Aubergine — Fotos unserer Gärtner

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Foto aus der Gartengalerie