Hexenringe im Rasen
Hexenringe im Rasen sind kreisförmige oder elliptische Muster im Gras. Lesen Sie, wie sie entstehen, welche Pilze sie bilden und was Sie im Rasen dagegen tun können.
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Wie Hexenringe im Rasen entstehen

Hexenringe im Rasen, auch als Feenringe oder Hexenkreise bezeichnet, sind ein natürliches Phänomen: Im Gras erscheinen kreisförmige oder elliptische Muster. Sie heben sich in Farbe und Wuchshöhe deutlich vom übrigen Bestand ab und können sehr unterschiedlich groß sein – von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern.
Die Ursache ist dabei bekannt und keineswegs rätselhaft: Die Ringe entstehen durch das Myzel von Bodenpilzen, das sich von einem Punkt aus nach allen Seiten gleich schnell ausbreitet. Im Gras zeigt sich das auf vier Arten:
Stickstofffreisetzung: Das Myzel zersetzt abgestorbene Wurzeln, Rasenfilz und liegen gebliebenes Schnittgut und setzt daraus Stickstoff frei. Das Gras über dem aktiven Rand des Myzels bekommt ihn früher als der restliche Rasen und wächst deshalb dunkelgrün und schneller.
Hydrophober Boden: Dichtes Myzel umhüllt die Bodenteilchen, und der Boden nimmt kaum noch Wasser auf. Regen und Gießwasser laufen seitlich ab, das Gras in diesem Streifen trocknet aus, und es entsteht ein heller bis kahler Ring.
Fruchtkörper im Kreis: Bei feuchter, warmer Witterung wächst entlang des Myzelrandes ein Kranz aus Hutpilzen. Genau dieser Kranz hat dem Phänomen seinen Namen gegeben.
Wachstum nach außen: In der Mitte stirbt das Myzel ab, lebendig bleibt nur der äußere Rand. Der Ring wird deshalb jedes Jahr um etwa zehn bis dreißig Zentimeter größer, und seine Mitte erholt sich nach und nach.
Pilze im Rasen als Ursache der Hexenringe

Hexenringe entstehen durch Bodenpilze, die abgestorbene organische Substanz zersetzen – sogenannte Saprobionten. Es handelt sich also nicht um Mykorrhizapilze, die in Symbiose mit Gehölzwurzeln leben; diese bilden im Rasen keine Ringe.
Die Entstehung eines Hexenrings läuft ungefähr so ab:
Spore und Anfang: Alles beginnt mit einer einzigen Spore oder einem Myzelstückchen. Daraus wächst ein Geflecht, das sich nach allen Seiten gleich schnell ausdehnt und deshalb kreisrund wird.
Wachstum des Myzels: Der Pilz bildet im Boden ein dichtes Netz aus Hyphen. Es breitet sich dicht unter der Oberfläche aus und kann als unterirdische Struktur mehrere Jahrzehnte alt werden.
Zersetzung der Reste: Die Pilze bauen abgestorbene Wurzeln, Rasenfilz und Pflanzenreste ab. Dabei setzen sie Nährstoffe frei, vor allem Stickstoff und Phosphor.
Stickstoffschub: Das Gras über dem Myzelrand bekommt den Stickstoff früher als die übrige Fläche. Genau dort ist es dunkelgrün und höher – der Ring ist also auch dann sichtbar, wenn kein einziger Pilz wächst.
Wirkung auf das Gras: Im Bereich mit dem dichtesten Myzel nimmt der Boden kaum noch Wasser auf, und das Gras wird dort im Gegenteil schwach oder vertrocknet. Ein Ring kann so zwei Zonen zugleich zeigen – eine dunkelgrüne und eine helle.
Entstehung der Hexenringe: Der Unterschied bei Stickstoff und Wasser zeigt sich an der Oberfläche als kreisförmiger oder elliptischer Fleck mit anderer Farbe und Wuchshöhe. Das sind die Hexenringe.
- Auf diesen Ringen können Fruchtkörper essbarer Pilze wachsen, die Sammler schätzen, etwa der Nelkenschwindling, Ritterlinge, Riesenschirmlinge oder Boviste. Sammeln Sie sie aber nie allein nach der Ringform – im Gras wachsen auch giftige Arten.
Welche Pilze bilden Hexenringe
Ein Hexenring kann auch aus Röhrlingen entstehen, das ist jedoch deutlich seltener als Ringe aus kleinen Hutpilzen, von denen oben die Rede war. Wenn manche Röhrlingsarten im Gras wachsen, können sie auf der Rasenfläche eine kreisförmige oder elliptische Gruppe von Fruchtkörpern bilden.
Einige Röhrlingsarten wachsen in Gruppen oder klonalen Kolonien, das heißt, sie breiten sich von einer Stelle aus über ein unterirdisches Hyphennetz aus, ähnlich wie andere Bodenpilze. Das Graswachstum in der Umgebung beeinflussen sie allerdings viel weniger, sodass der Ring eher an den Fruchtkörpern selbst als an der Farbe des Grases zu erkennen ist.
Neben Röhrlingen bildet zum Beispiel der Hallimasch der Gattung Armillaria große Ringe. Sein Myzel breitet sich über schwarze Stränge aus, die man Rhizomorphe nennt, und eine einzige Kolonie kann mehrere Hektar einnehmen – sie zählt damit zu den größten bekannten Lebewesen überhaupt. Anders als die Rasenpilze ist der Hallimasch ein Parasit: Er befällt lebende Gehölze und kann sie im Obstgarten wie im Wald zum Absterben bringen.
Wir müssen jedoch betonen, dass nicht alle Pilze Hexenringe bilden, solche Fälle sind also seltener als Ringe kleiner Bodenpilze. Wenn Sie im Rasen oder in der Natur auffällige kreisförmige Muster sehen, können sie durch verschiedene Naturphänomene oder Wechselwirkungen zwischen Organismen verursacht sein, und meist muss man sie genau untersuchen, um ihren Ursprung richtig zu bestimmen.
