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Apfelschorf: Symptome, Spritzung und robuste Sorten

Die häufigste Pilzkrankheit an Apfel- und Birnbäumen. Wie Sie olivbraune Flecken auf den Blättern und Schorf auf den Äpfeln erkennen, wann gespritzt wird, welche Sorten robust sind und was die Krankheit dauerhaft zurückdrängt.

Apfelschorf ist die verbreitetste Pilzkrankheit an Apfelbäumen in Deutschland und weltweit. In der älteren Literatur läuft sie unter dem Namen Apfelfusicladium, Hobbygärtner sagen schlicht Schorf auf den Äpfeln. Sie zeigt sich an Blättern, Früchten und Trieben und kehrt ohne Eingriff jedes Jahr aus dem Falllaub zurück.

Apfelschorf und Birnenschorf (Venturia inaequalis)

(Ventura inaequalis, Ventura pyrina)

Die korrekten wissenschaftlichen Namen der beiden Pilze lauten Venturia inaequalis am Apfel und Venturia pyrina an der Birne; die Form „Ventura“ ist eine eingebürgerte Schreibweise ohne das zweite „i“.

Apfelblatt mit zahlreichen dunkelbraunen Flecken mit hellen Zentren, das Blattgewebe vergilbt
Apfelschorf – Blattoberseite

Apfelschorf, auch bekannt als Venturia inaequalis, ist eine Krankheit des Apfelbaums, die von einem Pilz gleichen Namens verursacht wird. Er ist die häufigste und schädlichste Krankheit an Apfelbäumen weltweit. Neben Äpfeln befällt er auch Birnbäume, es gibt jedoch robuste Sorten – bei den Äpfeln zum Beispiel Florina, Rebella, Reglindis, Remo, Resi, Retina, Rewena, Santana, Topaz und weitere.

Die Symptome des Apfelschorfs zeigen sich meist an Blättern, Früchten und Zweigen. Auf der Blattunterseite erscheinen dunkle Flecken, die sich allmählich ausdehnen und zu größeren Bereichen zusammenfließen können. Auf der Blattoberseite bilden sich die charakteristischen grauen bis schwarzen Schorfflecken, die im Grunde die Fruchtkörper des Pilzes sind.

Befallene Früchte sind mit braunen oder schwarzen Flecken bedeckt, die zu Verkrümmung, Verformung und Fruchtfall führen. Auch Zweige können befallen werden, erkennbar an dunklen Flecken auf der Rinde.

Venturia inaequalis überwintert im befallenen Falllaub. Im Frühjahr werden die Sporen von Wind oder Wasser verbreitet und infizieren neue Pflanzen.

Vorbeugung und Bekämpfung des Apfelschorfs umfassen den Einsatz robuster Sorten, eine gute gärtnerische und landwirtschaftliche Praxis wie das Entfernen von befallenem Material, den Rückschnitt betroffener Zweige, ausreichende Pflanzabstände sowie den Einsatz von Fungiziden bei Bedarf.

Die erste Infektion des Jahres geht vom Laub aus, das über den Winter unter dem Baum liegen geblieben ist. Die reifen Sporen werden bei Regen vom Austrieb bis Ende Mai freigesetzt, und für eine Infektion genügen wenige Stunden, in denen das Blatt nass bleibt — deshalb bedeuten feuchte Frühjahre immer ein starkes Schorfjahr. Genau hier liegt auch die günstigste Maßnahme des ganzen Jahres: das Falllaub zusammenrechen und entsorgen, denn ohne es hat der Pilz kein Winterquartier.

Apfelschorf an Früchten: Schorf auf den Äpfeln und Lagerung

Gelber Apfel mit zahlreichen kleinen schwarzen Punkten und Flecken auf der Schale
Apfelschorf – befallene Frucht bei der Lagerung

An den Früchten beginnt der Apfelschorf mit einem kleinen olivbraunen Fleck, der verhärtet, nachdunkelt und zu Schorf wird. Die Schale darunter dehnt sich nicht mit, und während die Frucht wächst, reißt sie auf — durch die Risse dringen dann weitere Pilze in den Apfel ein und er fault.

Befallene Früchte sind gesundheitlich unbedenklich, lassen sich normal essen und verarbeiten, sie sind nur schlechter zu schälen und kürzer lagerfähig. In den Keller gehören deshalb nur Äpfel ohne Risse; die mit Schorf werden gleich zu Saft, Mus oder Trockenobst verarbeitet. Späte Infektionen zeigen sich zudem oft erst während der Lagerung, wie auf dem Bild.

Birnenschorf: Symptome an Birnbäumen und robuste Birnensorten

Geschädigter Birnenzweig mit Schorf — aufgerissene Rinde mit dunklen Schorfstellen
Apfel- und Birnenschorf – geschädigter Birnenzweig

Birnbäume leiden ebenso unter Schorf wie Apfelbäume, und auch hier gibt es robuste Sorten – zum Beispiel Alexander Lucas, Concorde, Condo, Conference, Harrow Sweet, Hortensia, Uta.

An Birnen finden wir dieselben Symptome auf den Blättern – auf beiden Blattseiten entstehen dunkle, verstreute Flecken. Auch auf den Früchten bilden sich kleine Flecken, die sich später in Schorf verwandeln. Werden Birnen sehr früh im Frühjahr befallen, reißen die Früchte zusätzlich auf. Bei Birnbäumen werden außerdem die Zweige geschädigt. Den Birnenschorf verursacht überwiegend Ventura pyrina.

Die Schädigung der Zweige ist bei Birnen der wesentliche Unterschied zum Apfel: Der Schorf auf der Rinde reißt auf und der Pilz überwintert darin direkt am Baum, sodass das Zusammenrechen des Laubs allein nicht genügt und ein Winterschnitt nötig ist. Dunkle Flecken auf Birnenblättern haben aber auch andere Ursachen — eine Übersicht finden Sie im Artikel über Birnbäume.

Apfelschorf spritzen: wann und womit

Gegen Apfelschorf können Sie zugelassene Spritzmittel – Fungizide – einsetzen. Wichtig ist, dass Sie zum ersten Mal im sogenannten Mausohrstadium spritzen, dann kurz vor der Blüte und anschließend je nach Bedarf noch 2 bis 3 weitere Male.

Für den Haus- und Kleingarten kommen infrage:

  • Netzschwefel (Schwefel) – im Hausgarten und im Bioanbau zugelassen,
  • Kupferpräparate (z. B. Kupferoktanoat) – vor allem für die Austriebsspritzung,
  • Difenoconazol – in Kombipräparaten gegen Schorf und Mehltau,
  • Kaliumhydrogencarbonat – Kontaktmittel mit kurzer Wartezeit.

Was das Mausohrstadium istDer Moment, in dem sich die ersten Blättchen aus der Knospe schieben und in Größe und Form an ein Mausohr erinnern — je nach Witterung ist das Ende März bis Anfang April. Die Zulassungen ändern sich von Jahr zu Jahr, prüfen Sie deshalb vor dem Kauf immer in der Liste des BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit), ob das Mittel für Apfelbäume im Haus- und Kleingarten noch zugelassen ist, und halten Sie die Wartezeit laut Etikett ein.

Denken Sie bei der Anwendung immer daran, dass Spritzmittel für Menschen, Tiere und die Natur, insbesondere für Wasserorganismen, giftig sein können. Spritzen Sie außerdem nur bei windstillem Wetter und tragen Sie Schutzausrüstung wie Schutzhandschuhe, Schutzkleidung und Schutzbrille. Essen und trinken Sie während der Anwendung nicht und rauchen Sie auf keinen Fall. Waschen Sie sich nach der Anwendung die Hände.

Besser als jede Spritzung ist auf jeden Fall die Vorbeugung:

  • robuste Sorten kaufen,
  • Bäume an luftigen Standorten pflanzen,
  • die Kronen durch fachgerechten Schnitt licht und luftig halten,
  • im Herbst das Laub gründlich zusammenrechen und entfernen,
  • die Bäume mit organischem Dünger versorgen.

Braune Flecken auf Apfelblättern: Schorf oder eine andere Krankheit?

Dunkle Flecken auf Apfelblättern gehen am häufigsten auf den Schorf zurück — Sie erkennen ihn an einem olivgrünen bis schwarzbraunen Belag mit unscharfem Rand, der auf der Blattoberfläche sitzt und sich mit dem Fingernagel abkratzen lässt. Andere Apfelbaumkrankheiten sehen anders aus:

Was Sie am Apfelbaum sehenWahrscheinlichste Ursache
Olivgrüne bis schwarzbraune Flecken mit unscharfem Rand auf den Blättern, später harte, aufreißende Schorfstellen auf den FrüchtenApfelschorf (Venturia inaequalis)
Weißer mehliger Belag auf Blättern, Trieben und Blüten, die Blätter rollen sich ein und verkümmernApfelmehltau
Braun werdende Frucht mit Ringen weißlicher Polster, mumifizierte Früchte, die über den Winter am Baum hängenMonilia-Fruchtfäule (Monilinia fructigena)
Hellgrüne bis gelbliche Mosaikmuster und Streifen auf den Blättern, kein SchorfApfelmosaikvirus
Besenartige Büschel dünner Triebe, kleine geschmacklose Früchte, vorzeitige Rotfärbung der BlätterApfeltriebsucht

Die Unterscheidung hat einen praktischen Grund: Gegen Schorf wird gleich im Frühjahr ab dem Austrieb vorgegangen, während Mehltau vor allem durch das Herausschneiden befallener Triebe und die Monilia-Fruchtfäule durch das Absammeln mumifizierter Früchte in den Griff zu bekommen ist. Eine Übersicht weiterer Arten, die im Obstgarten wachsen, finden Sie im Artikel über Obstpflanzen im Garten.

Apfelbäume düngen als Teil der Baumpflege

Der letzte Punkt der Vorbeugungsliste — die Bäume mit organischem Dünger zu versorgen — wird oft übersehen. Düngen stoppt keine Pilzkrankheit und ersetzt keine Spritzung; was es beeinflusst, ist der Zustand des Baums. Ein ausgewogen ernährter Apfelbaum bildet festeres Holz, einen gleichmäßigeren Fruchtansatz und übersteht ein Jahr besser, in dem er einen Teil seiner Blätter verliert. Eine einseitige Stickstoffgabe treibt den Baum dagegen in weiche Triebe und verdichtet die Krone, die nach Regen dann lange braucht, um abzutrocknen.

Für Obstbäume eignet sich ein organischer Universaldünger, im Frühjahr im Kronenbereich in den Boden eingearbeitet; die Nährstoffe werden nach und nach frei und kommen nicht auf einen Schlag. Die empfohlene Menge finden Sie in der Übersicht zur Dosierung, die Dünger selbst im Shop.

Häufige Fragen zum Apfelschorf

Wie erkenne ich Apfelschorf?

An olivgrünen bis schwarzbraunen Flecken mit unscharfem Rand, die zuerst auf der Blattunterseite erscheinen und sich später auf der Oberseite in graue bis schwarze Schorfstellen verwandeln. Auf den Früchten entstehen harte Schorfstellen, unter denen die Schale aufreißt. Befallene Blätter fallen vorzeitig ab.

Was bedeuten braune Flecken auf Apfelblättern?

Am häufigsten Schorf. Ein weißer mehliger Belag würde auf Apfelmehltau hindeuten, helle Mosaikmuster ohne Schorf auf das Apfelmosaikvirus und besenartige Triebbüschel auf die Apfeltriebsucht. Der Unterschied ist wesentlich, denn jede dieser Krankheiten wird anders behandelt.

Wann spritzt man Apfelbäume gegen Schorf?

Zum ersten Mal im sogenannten Mausohrstadium, also wenn sich die ersten Blättchen aus den Knospen schieben, zum zweiten Mal kurz vor der Blüte und danach je nach Bedarf noch zwei- bis dreimal. Entscheidend ist feuchtes Wetter: Je länger die Blätter nass bleiben, desto höher ist das Infektionsrisiko.

Welche Apfelsorten sind robust gegen Schorf?

Bei Äpfeln zum Beispiel Florina, Rebella, Reglindis, Remo, Resi, Retina, Rewena, Santana oder Topaz. Bei Birnen sind es Alexander Lucas, Concorde, Condo, Conference, Harrow Sweet, Hortensia und Uta. Eine robuste Sorte zu pflanzen ist die sicherste Vorbeugung, weil damit die meisten Spritzungen überflüssig werden.

Kann man Äpfel mit Schorf essen?

Ja, Schorf ist eine Krankheit der Schale und die Frucht bleibt gesundheitlich unbedenklich. Sie lässt sich nur schlechter schälen, und durch die aufgerissene Schale dringen Fäulnispilze ein, sodass sie sich nicht zum Einlagern eignet. Befallene Äpfel werden deshalb gleich verarbeitet — zu Saft, Mus oder Trockenobst.

Was ist Apfelfusicladium?

Ein älterer Name derselben Krankheit, dem Sie in der Literatur und unter Hobbygärtnern begegnen. Gemeint ist der Apfelschorf, verursacht vom Pilz Venturia inaequalis; beide Bezeichnungen meinen dasselbe.

Befällt Schorf auch Birnbäume?

Ja, an Birnbäumen verursacht ihn der verwandte Pilz Venturia pyrina. Die Symptome an Blättern und Früchten sind dieselben, zusätzlich werden aber die Zweige geschädigt — der Schorf auf der Rinde reißt auf und der Pilz überwintert darin direkt am Baum. Neben dem Zusammenrechen des Laubs ist bei Birnen deshalb auch ein Schnitt nötig.

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