🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

Apfeltriebsucht (Phytoplasma-Proliferation des Apfelbaums)

Die Apfeltriebsucht wird von Phytoplasmen verursacht und befällt ausschließlich Apfelbäume. Einige Sorten sind anfälliger. Sie erkennen sie an vergrößerten Nebenblättern und besenartigem Wuchs.

Inhalt

Apfeltriebsucht – einige Sorten sind anfälliger

Zahlreiche dünne Triebe am Stammfuß eines Apfelbaums – Symptom der Apfeltriebsucht

(Candidatus Phytoplasma mali)

Die Apfeltriebsucht ist eine von Phytoplasmen verursachte Krankheit, die ausschließlich Apfelbäume befällt. Dabei sind einige Sorten anfälliger – zum Beispiel Golden Delicious, Jonathan, James Grieve oder Elstar, ebenso die Unterlage M4.

Dass Ihr Apfelbaum genau von dieser Krankheit befallen ist, erkennen Sie an mehreren Symptomen:

  • auffällig vergrößerte Nebenblätter,
  • besenartiger Wuchs der Triebe, die dann stärker von Mehltau befallen werden,
  • Vermehrung der Triebe am Stammfuß,
  • kleine, weniger hochwertige Früchte,
  • bis zu 70 % geringere Erträge.

Das Phytoplasma wird auf vegetativem Weg übertragen – durch Pfropfen, Okulieren oder über Unterlagen, es kann jedoch auch von bestimmten Insektenarten (Blattsauger oder Zikaden) übertragen werden.

Der Schutz vor dieser Krankheit besteht vor allem in der Verhinderung vegetativer Vermehrung, der konsequenten Beseitigung befallener Bäume und in Maßnahmen gegen die Insektenvektoren.

Phytoplasma – Apfeltriebsucht

Vergrößerte Nebenblätter an einem Apfelblatt – Symptom der Apfeltriebsucht

Phytoplasmen sind spezialisierte Bakterien, die als obligate Parasiten im Leitgewebe von Pflanzen leben und in der Regel von Insekten übertragen werden. Es handelt sich um Organismen mit einem Durchmesser von weniger als 1 Mikrometer. Die von einem Phytoplasma verursachte Krankheit wird als Phytoplasmose bezeichnet. Zu den Phytoplasmosen zählen beispielsweise Stolbur, die Phytoplasma-Vergilbung oder die Apfeltriebsucht.

Phytoplasmen gehören zur Klasse der Mollicutes, also zu den Bakterien ohne Zellwand. Übertragen werden sie von saugenden Insekten, vor allem von Zikaden und Blattsaugern. Infektionen mit Phytoplasmen können sehr unterschiedliche Pflanzenkrankheiten auslösen, die sich zum Beispiel durch Vergilbung, Zwergwuchs, Verformung oder Welke der Pflanzen äußern.

Phytoplasmen befallen das Leitgewebe der Pflanzen und gelangen von einer Pflanze zur anderen über Insekten, die sich von Pflanzensaft ernähren. Anschließend vermehrt sich das Phytoplasma im Pflanzengewebe und beeinflusst dessen Entwicklung und Funktion.

Diese Bakterien haben ein sehr kleines Genom und können nur innerhalb von Wirtspflanzen oder Insekten überleben. Phytoplasmen sind auf bestimmte Pflanzen oder Insektenarten spezialisiert und werden deshalb mit ganz unterschiedlichen Krankheiten in Landwirtschaft und Gartenbau in Verbindung gebracht.

Es ist wichtig, Phytoplasma-Infektionen früh zu erkennen und zu behandeln, denn sie können erhebliche Schäden an Ernte und Pflanzenbestand verursachen. Zu den Maßnahmen gehören die Eindämmung der Überträger, die Verwendung wenig anfälliger Sorten, zugelassene Pflanzenschutzmittel und weitere Bausteine des integrierten Pflanzenschutzes.

Apfeltriebsucht vorbeugen

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gegen diese Krankheit gehören:

  • keine Weitergabe durch vegetative Vermehrung, also kein Veredeln oder Okulieren von kranken Bäumen und Verzicht auf die Unterlage M4,
  • konsequente Beseitigung befallener Bäume,
  • wirksame Maßnahmen gegen die Insektenüberträger.

Ein befallener Baum lässt sich nicht mehr heilen – das Phytoplasma sitzt im Siebteil und durchzieht den ganzen Baum, sodass es weder durch Schnitt noch durch Düngung verschwindet. Entscheidend sind daher gesundes Pflanzgut aus einer anerkannten Baumschule und das rechtzeitige Roden kranker Bäume.

Die Nährstoffversorgung planen Sie unabhängig von der Krankheit: Bodenprobe nehmen, organische Substanz ergänzen und je nach Baumalter ausgewogen mit Stickstoff und Kalium düngen. Welche Mittel gegen die Überträger zugelassen sind, steht im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL.

Wie Sie die Apfeltriebsucht im Lauf des Jahres erkennen

  • Im Frühjahr: Kranke Bäume treiben früher aus als gesunde, und ihre Knospen sind oft rötlich. Die Nebenblätter am Grund des Blattstiels sind auffällig vergrößert, blattartig und am Rand gezähnt.
  • Im Sommer: Knospen, die normalerweise bis zum nächsten Jahr ruhen würden, treiben vorzeitig aus. An den Astenden entstehen Büschel dünner Triebe, sodass die Äste eine besenartige Form bekommen. Diese Triebe sind oft stark von Mehltau befallen.
  • Blattfarbe: Die Blätter werden blass, haben einen silbrigen Schimmer und färben sich im Herbst vorzeitig rot oder bronzefarben.
  • Früchte: klein, an auffällig langen Stielen, mit weniger Zucker und Säure, geschmacklos und schlecht lagerfähig.

Die Symptome sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausgeprägt und können zeitweise fast verschwinden, das Phytoplasma bleibt aber im Baum. Ein ähnliches Kümmern tritt auch bei Birnbäumen auf (Birnenverfall), es wird aber von einem anderen Phytoplasma verursacht.

Was tun mit einem befallenen Apfelbaum

Bringt der Baum nur noch kleine, unbrauchbare Früchte, graben Sie ihn am besten mit einem möglichst großen Teil der Wurzeln und den Wurzelausläufern aus und ersetzen ihn durch einen gesunden, zertifizierten Jungbaum.

Zwischen den Bäumen verbreiten das Phytoplasma Blattsauger, vor allem der Sommerapfelblattsauger (Cacopsylla picta) und der Weißdornblattsauger (Cacopsylla melanoneura). Wer Blattsauger und andere saugende Insekten in Grenzen hält, senkt das Risiko, dass sich weitere Bäume anstecken. Verwenden Sie nur für Apfelbäume zugelassene Mittel nach Etikett oder setzen Sie auf die natürlichen Gegenspieler der Insekten. Das allgemeine Vorgehen bei Viruskrankheiten und ähnlichen Krankheiten der Obstbäume beschreibt der Artikel Viruskrankheiten der Obstbäume.

Apfelbaum — Fotos unserer Gärtner

Echte Fotos — Apfelbaum von Düngee-Kunden:

Apfelbaum – Kundenfoto
Apfelbaum – Kundenfoto
Apfelbaum – Kundenfoto: Pflanze: Apfelbaum
Wo ich anbaue: Im Obstgarten
Wie ich dünge: Ich dünge nicht.
Pflanze: Apfelbaum Wo ich anbaue: Im Obstgarten Wie ich dünge: Ich dünge nicht.
Apfelbaum – Kundenfoto
Apfelbaum – Kundenfoto
Apfelbaum – Kundenfoto
Apfelbaum – Kundenfoto
Apfelbaum – Kundenfoto

Mehr Fotos von Gärtnern →

Foto aus der Gartengalerie

Bildquellen: Foto: Darijanus, CC BY-SA 4.0