Gespinstmotte am Apfelbaum
Die Apfelbaumgespinstmotte (Yponomeuta malinellus) spinnt ihre Raupen in dichte Nester ein, in denen sie das Laub von Apfelbäumen kahl fressen. So erkennen Sie den Befall und entfernen die Gespinste.
Inhalt
Gespinstmotte am Apfelbaum – welche Bäume sie befällt
(Yponomeuta malinellus)
Die Apfelbaumgespinstmotte (Yponomeuta malinellus) ist ein Kleinschmetterling, dessen Raupen in dichten Gespinsten leben – in einem Nest sitzen oft mehrere Hundert Tiere. Im Schutz des Gespinstes fressen sie die Blattspreiten auf und lassen nur die Hauptrippe stehen.
Ihrem Namen entsprechend befällt sie vor allem Apfelbäume; nah verwandte Gespinstmotten-Arten leben auch an Birnbäumen, Weißdorn, Apfelbeere (Schwarze Eberesche) oder anderen Laubgehölzen.
Am häufigsten trifft man die Nester in vernachlässigten Streuobstwiesen und Alleen entlang von Straßen an, die niemand pflegt. Wenn Ihr Garten an eine solche Obstwiese oder Allee grenzt, lohnt im Frühjahr ein genauerer Blick auf die jungen Triebe.
Raupen im Apfelbaum: So entwickelt sich die Gespinstmotte

Das Weibchen legt seine Eier im Sommer ab, aus ihnen schlüpfen die Raupen noch vor dem Winter und überwintern in diesem Stadium bis zum Frühjahr. Im Frühling spinnen sie dichte Nester, in denen Dutzende bis Hunderte Raupen sitzen können. Sie fressen die Blätter – genauer deren Blattspreiten – und verpuppen sich im Gespinst. Das Puppenstadium dauert nur kurz, meist ein bis zwei Wochen; im Sommer fliegen dann die kleinen, weiß gepunkteten Falter. Pro Jahr entwickelt sich nur eine Generation.
Gespinstmotte bekämpfen – Raupennester entfernen

Gegen einen starken Befall richtet man mit der Hand allein wenig aus, und die fertigen Falter lassen sich praktisch nicht erfassen.
Bei geringem Befall können Sie die Raupennester mechanisch entfernen – tragen Sie Handschuhe, sammeln Sie die Gespinste in einen Sack, den Sie sofort zubinden und in den Restmüll geben, damit die Raupen nicht an den Baum zurückkehren. Beachten Sie außerdem, dass die Raupen sich bei Störung zu Boden fallen lassen, breiten Sie deshalb Planen unter der Krone aus, fangen Sie die Tiere darin auf und entsorgen Sie sie auf dieselbe Weise.
Spritzmittel gegen die Gespinstmotte

Gegen die Raupen wirken insektizide Spritzungen. Wählen Sie möglichst Präparate auf biologischer Basis statt breit wirkender Chemie, um die Umgebung nicht unnötig zu belasten. Chemische Spritzmittel sind beim Einatmen für den Menschen aggressiv, ebenso für Haustiere und für die Tierwelt im Garten; einzelne Wirkstoffe können außerdem in Oberflächengewässer gelangen.
Im Haus- und Kleingarten sind vor allem Präparate mit Bacillus thuringiensis gebräuchlich – einem Bodenbakterium, das gezielt auf Schmetterlingsraupen wirkt und Bienen und Vögel verschont. Neonicotinoide wie Acetamiprid wirken dagegen breit und gelten für Bestäuber und Gewässer als heikel. Welche Mittel derzeit zugelassen sind, steht im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL – halten Sie sich immer an die Gebrauchsanleitung.
Wann eingreifen: Nester im Anfangsstadium und biologische Spritzung
Bei der Gespinstmotte entscheidet der richtige Zeitpunkt. Je kleiner die Gespinste, desto einfacher und schonender der Eingriff.
- Kontrolle ab dem Austrieb. Gehen Sie ab April die Triebspitzen durch. Die ersten Gespinste sind klein, nur ein paar zusammengesponnene Blätter am Ende eines Zweigs.
- Früh abschneiden. Solange es nur wenige, gut erreichbare Nester gibt, schneiden Sie sie mit einem Stück Trieb ab und entsorgen sie in einem verschlossenen Beutel. Das ist der günstigste und schonendste Weg.
- Bacillus-thuringiensis-Präparat gegen junge Raupen. Es wirkt nur, wenn die Raupen fressen, deshalb spritzt man bei beständigem Wetter über 15 °C, solange die Raupen noch klein sind. In dichte Gespinste dringt die Spritzbrühe schlecht ein, spritzen Sie daher mit kräftigerem Strahl direkt auf die Nester.
- Kontrolle im Winter. Auf der Rinde der Äste überwintern winzige Räupchen unter flachen Eischilden. An kleinen Bäumen können Sie sie beim Winterschnitt abkratzen, eine Austriebsspritzung mit Öl vernichtet sie ebenfalls teilweise.
Gespinstmotten haben zahlreiche natürliche Feinde, vor allem Schlupfwespen und Vögel. Meisen und anderen Singvögeln hilft ein Nistkasten im Obstgarten. Weitere Raupen an Obstgehölzen finden Sie im Artikel Raupen am Baum.
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Gespinstmotten an anderen Gehölzen

Yponomeuta spp.
Wirtsgehölze: Süß- und Sauerkirschen, Traubenkirschen, Weißdorn und weitere Laubgehölze.
Schadbild: Fraß an den Blättern, später halten sich die Raupen in einem Gespinst auf, das bei starkem Befall mehrere Schichten hat und den ganzen befallenen Baum oder Strauch einhüllen kann. Bei solchem Befall kommt es oft bis zum Kahlfraß.
Schädling: kleine Falter mit etwa 20 mm Flügelspannweite. Die Grundfarbe ist weiß mit kleinen schwarzen Punkten. Die gemeinsam im Gespinst lebenden Raupen sind gelb bis grau, ebenfalls mit dunklen Punkten. Die Falter fliegen im Juni und Juli und legen die Eier in Häufchen an Stämme und Äste. Je nach Witterung wandern die Raupen des ersten Stadiums auf die Knospen oder die ersten Blättchen, später beginnen sie sich einzuspinnen. Sie verpuppen sich Ende Juni und im Juli entweder direkt in den Gespinsten am Fraßort oder im unteren Teil des befallenen Strauchs oder Baums.
Verwechslungsgefahr: keine, allenfalls mit dem Goldafter.
Schadwirkung: Blattverlust, oft vollständiger Kahlfraß. Die Pflanzen treiben aber in der Regel noch im selben Jahr wieder aus.
Bekämpfung: Behandlung mit einem zugelassenen Insektizid in den frühen Entwicklungsstadien der Raupen. Wirksam sind auch Präparate auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis.