Wasserspiele im Garten: den richtigen Standort wählen
Planen Sie einen Teich, einen Brunnen oder einen Wasserfall? Erfahren Sie, wie Sie Wasserspiele im Garten richtig platzieren – vom formalen Gartenteich über das Feuchtbiotop bis zur Teichpumpe.
Wasserspiele im Garten: den richtigen Standort wählen
Der Standort entscheidet über jedes Wasserspiel im Garten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den idealen Platz für Gartenteich, Brunnen, Wasserfall oder Feuchtbiotop finden – und was Sie besser vermeiden.
Warum der Standort eines Wasserspiels so wichtig ist

Bevor endgültig feststeht, wohin das Wasserspiel kommt, sollte man gründlich und aus allen Blickwinkeln abwägen, wie es an der gewählten Stelle wirkt. Das gilt unabhängig davon, ob der Garten mehrere tausend Quadratmeter misst oder nur ein paar. Ein Blumenbeet, das an der falschen Stelle liegt, lässt sich verhältnismäßig leicht versetzen. Den richtigen Platz für ein Wasserspiel zu finden – ob groß oder klein – verlangt dagegen deutlich mehr Umsicht, wenn man sich die schwerwiegenden Folgen ersparen will, mit denen man bei einer ungeeigneten Wahl zweifellos zu kämpfen hätte.
Wasser bildet meist den Blickfang des Gartens und prägt seine Atmosphäre stark. Die Zeit, die man in das sorgfältige Abwägen der verschiedenen Gesichtspunkte investiert, zahlt sich reichlich aus; ihre Bedeutung sollte man keinesfalls unterschätzen. Vor der endgültigen Entscheidung über die Lage lohnt es sich, auch alternative Gestaltungen für dieselbe Stelle durchzuspielen. Käme dort nicht ein Rosenbeet oder eine Rasenfläche besser zur Geltung? Erst wenn diese Alternativen abgewogen sind und feststeht, dass Wasser an diese Stelle wirklich passt, können wir mit der weiteren Planung fortfahren.
Vielleicht wünschen wir uns im Garten nur einen Teich mit Seerosen und Fischen. Vielleicht träumen wir von der beruhigenden Wirkung einer stillen Wasserfläche oder möchten dem Plätschern eines Brunnens oder dem Rauschen eines Wasserfalls lauschen. Wie unsere Vorstellungen vom einzelnen Wasserspiel oder von einer ganzen Anlage auch aussehen – jedes Wasserspiel stellt seine eigenen Ansprüche, wenn es gut funktionieren und schön aussehen soll.
Wenn der Teich fertig und rundum gelungen ist und uns dann auffällt, dass vom Wohnzimmerfenster aus alles besser wirken würde, läge der Brunnen nur ein paar Meter weiter rechts – oder dass wir den tiefen Schatten hätten bemerken müssen, den die Bäume auf das Wasser werfen, und den Teich ganz woandershin hätten legen sollen –, ist es zu spät. Unabhängig davon, welches Ziel wir verfolgen und wie gut die Anlage entworfen und ausgeführt ist: Steht sie am falschen Platz, wird sie kaum wirklich überzeugen.
Formaler Gartenteich: Blick, Spiegelung und Hintergrund

Ein formaler Gartenteich hat eine geometrische Form, liegt meist in einem gleichbleibend gestalteten Umfeld und ist mit Naturstein- oder Ziegelpflaster eingefasst. Er kann beliebige Maße haben, und ein Springbrunnen kann dazugehören. Oder wir möchten die Schönheit der Seerosen bewundern und zugleich die Bilder genießen, die die ruhige Wasserfläche spiegelt. In einem Teich dieser Art lassen sich auch Fische halten. Ein so gestalteter Teich wirkt ausgesprochen beruhigend – man kann einen Sessel danebenstellen und dort nach einem anstrengenden Arbeitstag mit einem Glas in der Hand ausruhen oder an einem heißen Sommernachmittag eine erfrischende Tasse Tee trinken.
Blickachse
Sobald feststeht, wo der formale Teich liegen soll, betrachten wir die Fläche von verschiedenen Punkten im Garten und im Haus aus. Wollen wir den Teich schon beim Betreten des Gartens sehen, oder soll er unauffälliger bleiben und erst auftauchen, wenn wir eine bestimmte Stelle erreichen? Wir schauen aus mehreren Winkeln und prägen uns alle Blicke ein. Dann gehen wir ins Haus zurück und setzen uns auf unseren Lieblingsplatz. Ist die Aussicht gut? Auch aus dem Küchenfenster sollten wir schauen – das ist das Fenster, aus dem wir am häufigsten blicken, zumal wenn die Spüle davorsteht. Der beste Blick nützt wenig, wenn man ihn nur vom Rasenmäher aus hat und sich ohnehin vor allem darauf konzentriert, geradeaus zu fahren.
Auch von einem häufig genutzten Weg oder vom Lieblingsplatz im Garten aus sollten wir den Teich sehen. Wäre der Blick von dort schlecht, wäre alle Mühe vergebens. Natürlich lassen sich unzählige Blickwinkel wählen, und jeder hat seine eigenen Vorzüge. In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass der Hintergrund eine sehr wichtige Rolle spielt. Er prägt das Endergebnis ganz wesentlich.
Spiegelung
Die Spiegelung ist eine Qualität, die nur Wasser in den Garten bringen kann. Je nach Lage des Teichs, Stellung der umliegenden Gebäude, Charakter der umgebenden Landschaft und Blickwinkel fällt sie gut oder schlecht aus. Ihre Qualität lässt sich vorab nur schwer beurteilen; wir stellen uns aber einen Spiegel vor und darin das Bild, das wir aus verschiedenen Winkeln sehen würden. Das Bild auf dem Wasser wird zwar nicht so klar sein, doch das Prinzip ist dasselbe, und auch hier zahlt sich die kurze Überlegung aus. Sonst spiegelt sich auf der Wasserfläche statt der harmonischen Gartenkulisse womöglich die Wäscheleine des Nachbarn. Wir denken auch an einen schönen Baum, eine Skulptur oder andere passende Blickpunkte. Von jedem Standort aus blicken wir zusätzlich zum Horizont: Alles, was wir dort sehen, kann sich im Teich spiegeln – seitenverkehrt.
Bäume am Gartenteich: welche helfen und welche schaden

Bäume
Angesichts der großen Vielfalt der Baumarten und ihrer Wirkungen lohnt der Hinweis, dass Bäume für manche Gärten ein Segen und für andere ein Fluch sind. Jeder Baum, ob groß oder klein, hat gute und schlechte Eigenschaften. Diese sollten wir genau kennen und die guten nutzen. Ein ausgewachsener Baum wird unseren Wünschen kaum entsprechen, und da sich daran nichts ändern lässt, müssen wir mit seinen unvermeidlichen Auswirkungen auf den Garten umgehen – das kann gut ausgehen, aber auch völlig misslingen. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen allen Vorteilen und unseren Vorlieben auf der einen und den unerwünschten Faktoren auf der anderen Seite zu finden.
In nördlicheren Breiten wird Schatten diesem Teichtyp kaum guttun, zumal wenn darin Seerosen wachsen sollen. Diese Pflanzen gedeihen nur bei guten Lichtverhältnissen; unter dem schattenden Blätterdach von Bäumen wachsen sie langsam und blühen spärlich. Durch die fehlende Sonne bleibt zudem das Wasser kühl, was das Wachstum weiter bremst. Wer den Wassergarten im Winter plant, wenn die Zweige kahl sind, muss sich klarmachen, dass die Verhältnisse im Frühsommer völlig andere sind und der Teich gerade in der für die Pflanzen kritischsten Zeit im tiefen Schatten liegt.
Sammeln sich im Wasser die Blätter bestimmter Arten – vor allem von Goldregen und Stechpalme –, entstehen beim Zersetzen giftige Stoffe. Es ist daher ratsam, alle laubabwerfenden und immergrünen Gehölze zu entfernen, deren Blätter höchstwahrscheinlich ins Wasser gelangen. Ein Netz kann das verhindern, es muss aber gespannt werden, bevor das Laub fällt – was ungünstig ist, solange manche Wasserpflanzen noch wachsen. Zur Erinnerung: Die Stechpalme wirft ihr Laub meist im späten Frühjahr ab, wenn sie am stärksten wächst.
Die Wurzeln vieler großer, kräftiger Bäume – etwa der Esche oder der Espe – reichen weit, um Halt und Wasser zu finden. Diese Wurzeln können einen Teich ernsthaft beschädigen. Mitunter durchbrechen sie Betonwände, heben das Pflaster an und drücken sogar Fertigteichbecken aus dem Boden.
Bäume mit schöner Form
Nicht alle Bäume schaden dem Teich, manche haben sogar Vorzüge, die sich nutzen lassen. Das gilt vor allem für Nadelgehölze. Die schlanke Form von Taxus baccata ‚Fastigiata‘, der Irischen Säuleneibe, ist ausgesprochen reizvoll und erinnert an die säulenförmigen Zypressen, die für italienische Gärten so typisch sind. Aufrechte Wacholder eignen sich ebenfalls, ebenso verschiedene Arten der Kiefer. Auch immergrüne Sträucher lassen sich pflanzen, etwa Prunus lusitanica, der Portugiesische Kirschlorbeer (der allerdings fast regelmäßig zurückfriert). Er lässt sich problemlos schneiden – selbst ältere Exemplare – und in eine Form bringen, die zum geplanten Gesamtbild passt. Die Liste ließe sich fortsetzen, doch wir dürfen nicht vergessen, alle weiteren Faktoren und ihre Wechselwirkungen zu prüfen und zu fragen, ob sie der Gartengestaltung wirklich nützen, ohne allzu viele der oben beschriebenen unerwünschten Nebenwirkungen mit sich zu bringen.
Gebäude, Leitungen und Zufahrt zur Teichbaustelle

Gebäude
Ebenso wichtig ist die Frage, wie ein angrenzendes Gebäude auf den Teich wirkt – ob Gartenhaus oder Wohnhaus. Der Schatten eines Gebäudes wirkt anders als der eines Baumes. Ein Gebäude wirft stets denselben, scharf begrenzten Schatten, der sich nur mit dem Sonnenstand verschiebt, während der Schatten eines Baumes je nach Art und Jahreszeit unterschiedlich und veränderlich ausfällt. Den Schatten von Gebäuden und Mauern sollten wir meiden; ein schlecht belichteter Standort schmälert den gärtnerischen Erfolg spürbar. Da auf die dunkle, kühle Gebäudeseite kaum Sonne fällt, entsteht dort ein Umfeld, in dem Lebermoose und Moose bestens gedeihen. Wege, die damit zuwachsen, werden rutschig, gefährlich und unansehnlich.
Zwischen Gebäude und Teich sollte genügend Platz für einen Weg bleiben, vor allem wegen der Sicherheit von Kindern und älteren Menschen. Kinder, die mit dem Roller durch den Garten fahren, oder ältere Menschen mit Gehstock brauchen recht viel Raum; der Weg sollte also breit genug sein, dass sie sich unbesorgt bewegen können. Rund ums Haus sollte auch deshalb Platz sein, damit es sich leicht instand halten lässt: Fensterputzer, Fassaden- oder Maurerarbeiten brauchen Platz, besonders wenn Leitern zum Einsatz kommen.
Ein Gebäude im Hintergrund kann den Reiz des Teichs unterstreichen oder ihn erdrücken. Ob wir wollen, dass das Gebäude sichtbar ist und Aufmerksamkeit auf sich zieht, hängt von seiner Farbe und seinem Stil ab. Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Hier sei nur gesagt, dass sich das Erscheinungsbild eines Gebäudes mit Kletterpflanzen oder Sträuchern gut beeinflussen lässt.
Anschluss an Leitungen
Wie wichtig dieser Punkt ist, hängt davon ab, wie aufwendig die Teichanlage insgesamt wird. Am wichtigsten ist eine gesicherte Wasserversorgung. In den Sommermonaten muss der Teich mitunter nachgefüllt werden, und das ist mühsam, wenn nur ein Eimer zur Verfügung steht und der nächste Wasserhahn weit entfernt liegt. Naheliegend ist ein Gartenschlauch. Muss der Schlauch allerdings durch Beete mit empfindlichen Stauden führen, ist auch das keine optimale Lösung. Klug ist es daher, den Teich möglichst nah an einen unterirdischen Wasseranschluss zu legen. Das sollten wir gleich in der ersten Phase klären und uns so späteren Ärger ersparen.
Ebenso wichtig ist ein ordentlicher Ablauf mit Anschluss an die Kanalisation. Er ermöglicht das bequeme Entleeren des Teichs, wenn die regelmäßige Reinigung ansteht, und verhindert zugleich das peinliche Missgeschick, den Nachbargarten zu überschwemmen. Auch das lässt sich zwar erst in der Bauphase umsetzen, bedacht werden sollte es aber schon ganz am Anfang.
Gehören ein Springbrunnen oder eine Beleuchtung zum Entwurf, brauchen wir außerdem einen Stromanschluss. Der Teich sollte so liegen, dass er sich leicht anschließen lässt – über eine sichere Außensteckdose, am besten vom Haus aus. In dieser Phase legen wir fest, wo die Leitung verlaufen soll, und prüfen, ob sich ein rund 60 cm tiefer Graben ausheben lässt, wenn der Strom direkt aus dem Netz kommt. Eine über einen Transformator geführte Kleinspannungsleitung muss nicht so tief liegen.
Wer größere Aushubarbeiten oder den Einsatz eines Baggers plant, sollte wissen, dass im Boden unangenehme Überraschungen warten können, besonders in der Nähe älterer Gebäude. Wahrscheinlich stoßen wir auf Leitungen, vor allem Wasser- und Stromleitungen, und deshalb ist es wichtig zu wissen, wo sie verlaufen. Achten sollte man auch auf die Kanalisation, und wer eine Kleinkläranlage nutzt, darf die Überlaufrohre nicht vergessen, die meist V-förmig aus dem Haupttank herausgeführt sind.
Zufahrt zur Baustelle
Ob wir einen großen oder kleinen Teich bauen wollen – stets ist zu prüfen, ob sich das Baumaterial an die vorgesehene Stelle bringen lässt. Mindestens sollte so viel Platz sein, dass man dort mit der Schubkarre wenden kann. Wer ein Fertigteichbecken kaufen will, misst dessen Gesamtmaße sorgfältig aus und erspart sich so eine bittere Enttäuschung. Zwischen den Häusern moderner Siedlungen ist oft sehr wenig Platz, und große Betonplatten durchs Wohnzimmer zu tragen oder gar den Mischer dort aufzustellen, ist gewiss keine gute Lösung. Bei größeren Bauvorhaben kann sich ein gemieteter Bagger lohnen. Die Zufahrt sollten wir mit der Firma besprechen, die wir für die Aushubarbeiten beauftragen. Ein erfahrener Baggerfahrer kann viel besser als wir beurteilen, wie viel Platz die Arbeiten brauchen. Wir geben ihm möglichst viele Informationen, gerade wenn wir vermuten, dass durch den Bereich Kabel oder Rohre verlaufen. Eine beschädigte Leitung kann nicht nur gefährlich sein, sondern auch den Nachbarn erheblichen Ärger bereiten – und wenn durch unsere Nachlässigkeit die ganze Straße ohne Wasser und Strom dasteht, ist das der Nachbarschaft wenig zuträglich. In jedem Fall sollte man klären, ob der Baggerfahrer für Schadensfälle versichert ist.
Naturteich: wie er sich natürlich in den Garten einfügt

Der Naturteich
So bezeichnen wir einen künstlich angelegten Teich, der jedoch so gestaltet ist, dass er als natürlicher Teil des Gartens wirkt. Er hat eine asymmetrische Form und meist keinen Springbrunnen, dafür kann ein Wasserfall dazugehören, und ein Feuchtbiotop kann sich anschließen. Ein solcher Teich hat gewöhnlich einen unregelmäßigen Umriss und wird von einigen Seerosen geschmückt. An den Rändern stehen Pflanzen, die im Flachwasser gedeihen, und direkt daneben feuchtigkeitsliebende Stauden. Ein Steingarten kann das Bild abrunden.
Blickachse
Ein Naturteich liegt meist am Fuß eines Hügels oder unterhalb eines Hangs. Damit er im Garten natürlich wirkt, sollten wir von oben auf ihn blicken können. Fällt der Garten vom Haus aus ab, ist das ideal, und die naheliegendste Stelle ist leicht zu finden. Liegt er eben, müssen wir die übrigen Gartenelemente einbeziehen und den Teich so platzieren, dass das Gleichgewicht des Gartens gewahrt bleibt. Lässt sich der Teich nur in den Hang legen, ist das bautechnisch etwas heikel, und ohne einen Wasserfall bleibt der Gesamteindruck unbefriedigend.
Eine vorhandene feuchte Stelle zu nutzen, lohnt sich fast immer. Zuerst müssen wir aber herausfinden, warum sich dort Wasser hält und ob sich die Menge regulieren lässt. Im Winter kann es zu Überschwemmungen kommen, und mit dem Wasser können Düngerreste von Feldern oder Weiden in den Teich gelangen, was Pflanzen und Fische ernsthaft schädigen oder sogar töten kann. Ebenso kann das Grundwasser ein festes Teichbecken anheben, sodass eine Sanierung unvermeidlich wird.
Bäume und Gebäude
Allgemein lässt sich sagen, dass ein Naturteich im Umfeld von Bäumen ideal liegt; manche Arten eignen sich allerdings besser als andere und müssen genau platziert werden. Es gelten dieselben Empfehlungen wie im Abschnitt über den formalen Teich.
Kleinere Teiche sind empfindlicher als große, weil die Konzentration giftiger Stoffe aus faulendem Laub dort schneller steigt; Fehler kann man sich hier also nicht leisten. Anders als dem formalen Teich kann dem Naturteich Schatten sogar guttun, wenn sich ein Feuchtbiotop anschließt – es sollte aber der Schatten einer Eiche oder Birke sein, deren Krone nicht zu dicht ist und genügend Licht durchlässt (siehe Standort des Feuchtbiotops).
Gut möglich, dass mit der geplanten Teichlage nicht das eigene Haus oder die eigene Garage in Konflikt gerät, sondern die Nachbargebäude – denn der Naturteich liegt gewöhnlich weiter vom eigenen Haus entfernt (Näheres im vorigen Abschnitt über formale Teiche).
Gartenbrunnen: Blick, Licht und Wind

Gartenbrunnen
Hier geht es um Brunnen als eigenständige Elemente, nicht um Springbrunnen als Teil eines Teichs. Einen Brunnen gut zu platzieren ist so wichtig wie die richtige Aufstellung der Lautsprecher einer Stereoanlage. Steht der Brunnen so, dass man das Plätschern und Blubbern des Wassers hört, gewinnt der Garten eine ganz eigene Dimension.
Am Markt gibt es Brunnen in den unterschiedlichsten Formen, und jeder verlangt ein passendes Umfeld. Vor allem müssen wir abwägen, ob es ein großer, kräftig sprudelnder Brunnen sein soll oder ein kleiner mit nur einem zarten Wasserstrahl. Einen Brunnen zu finden, der wirklich in den Garten passt, ist nicht leicht. Es fällt nämlich schwer, sich genau vorzustellen, wie sich die Atmosphäre des Gartens durch ihn verändert. Zu bedenken ist vieles; wir nennen hier nur das Allgemeinste.
Blickachse
Allgemein sollte ein Brunnen abseits von Objekten und außer Reichweite von Pflanzen stehen, die stören könnten. Umstehende Bäume und große Sträucher sollten gut gepflegt sein und nicht in den Raum über dem Brunnen hineinragen.
Sie würden die Aufmerksamkeit von der Form des Brunnens ablenken und auch seine übrige Wirkung beeinträchtigen; im Becken und auf dem angrenzenden Weg würden Moose und Flechten wachsen. Der Weg wäre dann rutschig und gefährlich.
Jeder Brunnen bildet, welche Form er auch hat, den Blickfang des ganzen Gartens. Überaus wichtig ist der Hintergrund. Man muss bedenken, dass ein Brunnen teilweise durchsichtig ist: Zwar bleibt der Blick zuerst am sprühenden Wasser hängen, doch bald nehmen wir auch den Raum dahinter wahr. Alles, was sich rund um den Brunnen befindet, kann den Gesamteindruck grundlegend beeinflussen. Große Brunnen in einem Garten in freier Landschaft lassen uns aufblicken, sodass wir die Umgebung wahrnehmen. In kleineren Städten oder auf dem Land wollen wir die Nachbarhäuser dagegen nicht sehen und richten den Blick lieber nach unten, etwa auf eine schöne Pflanzengruppe.
Ist das Grundstück noch kleiner, etwa ein Stadtgarten oder ein kleiner Hof, ist ein Sprudelbrunnen die beste Wahl, den man gut mit bunten Steinen einfassen kann. Das gibt dem Ort etwas Besonderes und zieht die Blicke der Besucher an. Ideal für Sprudelbrunnen ist die Terrasse. Wir können sie in ein eingelassenes Becken setzen oder sogar in einen Kübel oder ein Fass. Weil sie niedrig bauen, lassen sie sich auch an windigen Stellen aufstellen oder im Gewächshaus und im Wintergarten. Der Brunnen bringt dort nicht nur Bewegung, sondern befeuchtet auch die Luft, was den Pflanzen im Innenraum guttut. Eine wesentliche Rolle spielt zudem das Licht. Der Brunnen sollte an einer Stelle stehen, an der er schön beleuchtet ist. Wer in einer Gegend mit Frost im Winter wohnt, sollte einen Brunnen wählen, der sich für den Winter entleeren lässt.
Lichtbrechung
Besonders bei einem Brunnen mit mehreren Düsen, die einen glitzernden Sprühnebel erzeugen, ist der Lichtdurchgang durch das Wasser sehr wirkungsvoll; mitunter zeigt sich ein Regenbogen. Steht der Brunnen an einer Stelle, die den größten Teil des Tages direkt besonnt ist, lässt sich das Spiel des Lichts von vielen Standorten aus beobachten.
Wind
Der größte Feind eines Brunnens ist wohl der Wind. Deshalb sollten wir ihn nicht an zugigen Stellen aufstellen. Wenn möglich, wählen wir einen windgeschützten Platz. In manchen Regionen unterscheiden sich die vorherrschenden Sommer- und Winterwinde. Da wir den Brunnen wegen möglicher Fröste im Winter vermutlich entleeren, sollten wir vor allem die vorherrschende Sommerwindrichtung berücksichtigen. Der Wind verweht nicht nur das Wasser rund um den Brunnen, er trägt auch viel Staub heran. Der sammelt sich mit der Zeit an, das Wasser wird schmutzig, und der Schmutz setzt schließlich Filter und Düsen zu.
Anschluss an die Infrastruktur
Wie beim Teich müssen wir auch hier einen Ablauf vorsehen, damit sich der Brunnen entleeren und reinigen lässt. Der Brunnen, genauer gesagt seine Pumpe, braucht Strom. Gehört der Brunnen zu einem Teich, ist das vermutlich schon gelöst. Andernfalls müssen wir prüfen, ob sich der Strom über einen Transformator heranführen lässt. Bei einer stärkeren Pumpe am Netzanschluss bedeutet das, ein Kabel zu vergraben: Liegt zwischen dem gewählten Brunnenplatz und der Stromquelle unser kostbarer Rasen, ist das gewiss eine Überlegung wert.
Wasserfall im Garten: Standort und Betrieb

Wasserfall
Ein Wasserfall oder eine Kaskade kann formal oder naturnah gestaltet sein. Er kann sehr flach sein und den Wasserstand kaum verändern oder als mächtiger, rauschender Wasserfall mit hohem Durchfluss auftreten. Er kann in einen Teich übergehen oder einfach Teil eines Laufs sein. Wie der Brunnen ist der Wasserfall ein markantes Gartenelement, und seine Platzierung ist außerordentlich wichtig.
Blickachse
Verändert der Wasserfall den Wasserlauf deutlich, zieht er die Aufmerksamkeit leicht auf sich und sollte deshalb eine herausgehobene Position einnehmen. Er wird fester Bestandteil eines Bachlaufs oder Teichs sein, und wer ihn voll genießen will, sollte bei der Standortwahl an die zuvor genannten Kriterien denken. Es gelten nämlich dieselben Grundsätze.
Der Garten eines Hauses an einem sanften Hang ist der ideale Ort für einen Wasserfall an einem Bachlauf, der den Teich speist. Gerade hier zeigt sich besonders anschaulich, wie wichtig die Lage des Wasserfalls ist.
Ein Abend im Freien bleibt je nach Wetter oft seltenen Sommerabenden vorbehalten; deshalb betrachten wir den Wasserfall häufig nur vom Haus aus. Daran sollten wir immer denken, wenn wir ein neues Element im Garten planen.
Spiegelung und Licht
Bewegtes Wasser spiegelt weniger. Wie stark die Bewegung ist, hängt vom Verhältnis zwischen Teichgröße und Wucht des Wasserfalls ab. Die entstehenden Wellen können recht weit laufen, und stürzt ein kräftiger Wasserfall in einen kleinen Teich, verschwindet die Spiegelung auf der Oberfläche.
Tiefer Schatten schadet dem Wasserfall funktional zwar nicht ernsthaft, nimmt uns aber den Genuss der tanzenden Sonnenstrahlen, die sich im Sprühnebel brechen.
Praktische Fragen
Wer einen naturnahen Wasserfall anlegen will, muss sich ernsthaft mit der Wasserquelle befassen. Das Wasser kann an jeder geeigneten Stelle austreten, die Quelle sollte aber nicht künstlich wirken. Kleine Sträucher oder Steine können den Ursprung verbergen. Die Wasserquelle lässt sich zum Beispiel unter einer Laube unterbringen. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Bevor wir die Gestalt des Wasserfalls planen, sollten wir prüfen, ob die gewählte Stelle den praktischen Anforderungen genügt – etwa, ob sich das Wasser dorthin führen lässt.
Möglicherweise müssen große Steine an den Ort gebracht werden, und wir müssen abwägen, ob das machbar ist. Auch ein Platz zum Abladen der Steine muss vorhanden sein. Fahrer freuen sich selten, wenn sie warten müssen, bis irgendwo in aller Eile Platz für das angelieferte Material geschaffen wird.
Das Wasser muss nahezu ununterbrochen zirkulieren, wir brauchen also wieder eine Stromquelle. Sie zu sichern ist ebenso wichtig wie die Wahl des richtigen Standorts. Bei Zweifeln sollten wir uns lieber von einer Elektrofachkraft beraten lassen.
Bachlauf und Wasserrad als lebendiges Gartenelement

Bachlauf und Rinnsal
Ein Wasserlauf kann ein bescheidener, eigenständiger Bachlauf sein, Teil einer größeren Anlage mit Wasserfall oder die Verbindung zwischen getrennten Teichen. Die Anforderungen unterscheiden sich etwas von denen bei Teichen und Wasserfällen, und daran sollten wir bei der Wahl des Verlaufs denken. Praktisch nötig sind natürlich ein Gefälle sowie ein behutsam gestalteter Anfang und Abschluss des Laufs. Das Wasser kann etwa aus einem Wasserspeier austreten oder aus einem Kübel überlaufen, nach unten in den Teich fließen und von dort zurückgepumpt werden. Wer die Ufer des Bachlaufs bepflanzen möchte, sollte die Arten sorgfältig auswählen. Das gilt besonders für Bäume – sie werfen mit der Zeit deutlichen Schatten.
Wasserrad
Ein Wasserrad erzeugt ein ungewöhnliches Geräusch und bereichert so die Atmosphäre des Gartens. Mit etwas Erfindergeist lässt sich damit sogar eigener Strom für die Pumpe erzeugen. Soll das Wasserrad diese Aufgabe wirklich erfüllen, muss es womöglich am Fuß des Wasserfalls oder an einer engen Stelle des Bachlaufs sitzen. Dort ist die Strömung am stärksten, sodass sich eine höhere Effizienz erreichen lässt.
Hochteich und Miniteich: Lösungen für kleine Gärten

Hochteiche
Jedes Gefäß, das Wasser hält, ist im Grunde ein möglicher Miniteich. Es sollte ein schönes, dekoratives Gefäß sein. Verwenden lässt sich etwa ein kleineres Wein- oder Whiskyfass oder ein dekoratives Kunststoffbecken, ähnlich den großen Pflanzkübeln in öffentlichen Gebäuden. Aufstellen kann man es praktisch überall, auch an einer dunkleren Stelle, die dadurch aufgehellt wird; gut geeignet ist auch die Terrasse. Sie sind eine ideale Alternative zu Kübeln mit einjährigen Pflanzen oder Nadelgehölzen. Der wichtigste Faktor ist das Licht, besonders wenn Sie Seerosen kultivieren möchten. Wer verschiedene Arten pflegen will, stellt am besten mehrere Gefäße nebeneinander. Sie lassen sich zwischen Kübel mit anderen Pflanzen stellen oder zu eigenen Gruppen zusammenfassen. Abgesehen davon, dass gelegentlich Wasser nachgefüllt werden muss, brauchen sie praktisch keine Pflege.
Teichpumpen: Auswahl, Geräusche und Winterpflege

Teichpumpen
Die meisten Pumpen für den normalen Garten sind Tauchpumpen und stehen im Teich. Wer eine stärkere Pumpe braucht, sollte ein trocken aufgestelltes Modell erwägen. Unbedingt berücksichtigen sollte man auch die Geräuschentwicklung. Pumpen sind zwar verhältnismäßig leise, doch wer an einem ruhigen Sonntagnachmittag dem sanften Plätschern lauschen möchte, stellt womöglich mit Schrecken fest, dass vor allem das beharrliche Brummen der Pumpe zu hören ist. Sie sollte so platziert sein, dass ihr Geräusch nicht in den Garten dringt, sie aber zugleich leicht zugänglich bleibt. Sie braucht nämlich Wartung, und vor dem Winter muss sie entleert werden, sonst beschädigt der Frost sie.
Feuchtbiotop im Garten: natürlich oder angelegt

Feuchtbiotop
Streng genommen bezeichnet der Begriff Feuchtbiotop eine Stelle, an der Pflanzen wachsen, denen nasser oder dauerhaft feuchter Boden zusagt. Am natürlichsten wirkt es im tiefsten Bereich des Gartens oder wenn es an einen Naturteich anschließt oder mit ihm verbunden ist. Vielleicht haben wir das Glück, dass sich im Garten ohnehin Wasser hält. Bevor wir uns also mit dem besten Platz für ein angelegtes Feuchtbiotop befassen, ein paar Worte dazu, wie sich die Qualität einer natürlichen Feuchtstelle erkennen lässt.
Natürliche Feuchtstelle
Bevor wir planen, was wir alles pflanzen, sollten wir wissen, wie sich die Bedingungen im Garten übers Jahr verändern. Wichtig ist, alle Schwankungen der Feuchtigkeit an der vorgesehenen Stelle zu erfassen. Vielen Pflanzen sagt ein dauerhaft feuchtes Umfeld zwar zu, doch wenn sie im Winter für einige Wochen unter Wasser stehen, gehen sie ein. Ebenso kann während der Wachstumszeit, vor allem im späten Frühjahr und im Frühsommer, unregelmäßiger Regen den Grundwasserstand senken, sodass die Pflanzen vertrocknen – gerade dann brauchen sie am meisten Wasser. Ideal ist also eine Stelle, die im Sommer beständig feucht ist und im Winter nicht über längere Zeiträume überschwemmt wird.
Regulierbares Feuchtbiotop
Schwankt der Grundwasserstand häufig, müssen wir ihn regulieren. Auch mögliche Veränderungen der Wasserverfügbarkeit sollte man berücksichtigen. Die landwirtschaftlichen Verfahren werden zwar immer schonender, doch in manchen Regionen wird der Boden weiterhin stark entwässert. Auch Neubauten oder eine Autobahn können den Grundwasserstand in einem recht großen Gebiet drastisch verändern.
Nun wird deutlich, dass die zunächst instinktive und naheliegende Wahl – das Feuchtbiotop in die tiefste Lage des Gartens zu setzen – nicht so passend sein muss, wie es anfangs schien. Das Feuchtbiotop sollte an einer Stelle liegen, die sich im Ernstfall entwässern lässt, oder an einer, die von winterlichen Überschwemmungen höchstwahrscheinlich verschont bleibt.
Blickachse
Anders als ein Brunnen muss ein Feuchtbiotop nicht sofort die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sofern darin keine auffällige Pflanze wächst. Da es einen ausgesprochen natürlichen Charakter hat, lässt es sich leicht hinter anderen Pflanzen verbergen oder in einen versteckten, schattigen Winkel legen. Zahlreiche feuchtigkeitsliebende Arten gedeihen dort gut und sehen prächtig aus. Dieses Verstecken verleiht dem Garten etwas Geheimnisvolles und wirkt am stärksten in kleinen Gärten, wo es Weite vortäuscht und zugleich einen Überraschungsmoment verspricht. Es spricht allerdings nichts dagegen, das Feuchtbiotop direkt neben dem Haus anzulegen, wenn keine anderen wichtigen Umstände dagegensprechen.
Bäume und Licht
Die Art des Baumschattens ist für die Gesamtwirkung des Feuchtbiotops sehr wichtig. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Sumpfpflanzen Stauden sind und ihre Schönheit ganz von einer einzigen Vegetationsperiode abhängt. Die meisten treiben große, empfindliche Blätter im Frühjahr und Frühsommer aus – also in einer Zeit, in der noch Spätfröste auftreten können und unmittelbar danach heiße Tage folgen. Vor diesen Extremen müssen wir die Pflanzen schützen, sonst bleiben sie für den Rest des Jahres verbrannt und entstellt.
Idealen Schutz bietet der wechselnde Schatten bestimmter Baumarten. In vielen Pflanzenbüchern bezeichnet der Begriff Halbschatten genau dieses wechselnde Licht, also den beweglichen Schatten, den etwa belaubte, im Wind schwingende Zweige werfen.
Boden
Welche Pflanzen wir auch kultivieren – wir sollten nie vergessen, dass gesundes Wachstum und damit auch das Aussehen der Pflanze weitgehend von der Bodenqualität abhängen. Die Zusammensetzung des Bodens spielt eine entscheidende Rolle, ganz gleich, ob das Feuchtbiotop natürlich oder angelegt ist.
Auf die Qualität des Unterbodens kommt es ebenso an wie auf die des Oberbodens, in dem die Pflanzen wurzeln. Wie gut der Unterboden überschüssiges Wasser hält oder ableitet, ist ein wichtiges Kriterium bei der Standortwahl. Die Qualität des Unterbodens kann schon auf kleiner Fläche schwanken, deshalb empfiehlt sich vor den Hauptaushubarbeiten eine Probegrube. Sobald wir den Unterboden erreicht haben, gießen wir Wasser in das Loch. Versickert es sofort, ist eine Bodenverbesserung nötig. Hält sich das Wasser längere Zeit im Loch, sind womöglich ebenfalls Maßnahmen erforderlich, nur anderer Art. Stoßen wir auf festes Felsgestein, ist vielleicht eine andere Stelle besser. Treffen wir auf Wurzeln umstehender Bäume, lohnt sich ebenfalls ein anderer Platz, denn die Wurzeln entziehen dem Feuchtbiotop die nötigen Nährstoffe.
An dieser Stelle sei daran erinnert, dass wir auch hier – wie bei der Standortwahl für den Teich – die unterirdische Infrastruktur nicht vergessen dürfen: Kabel, Rohre und den Ablauf der Kleinkläranlage. Ihnen schon jetzt auszuweichen ist einfacher, als sie später entfernen und umverlegen zu müssen. Wir sollten auch prüfen, ob sich Wasser für ein unterirdisches Bewässerungssystem heranführen lässt, und wenn ja, überlegen, wo die Leitungen verlaufen sollen.
Wer eine Feuchtstelle durch Aufstauen eines vorhandenen Laufs schaffen will, sollte den Damm nicht dort bauen, wo ältere, ausgewachsene Bäume stehen. Ändern wir den Grundwasserstand, an den sie gewöhnt sind, können wir ihr Leben gefährden. Bei verändertem Grundwasserstand sterben viele Wurzeln ab, die die nötigen Nährstoffe aufnehmen – sie liegen dann plötzlich unter dem neuen Wasserspiegel. Über einige Jahre zeigen sich dann allmählich die Folgen der Wurzelschäden, besonders wenn der Baum sich nicht anpassen kann, seine Wurzeln also nicht in einen anderen, nährstoffreichen Bereich vordringen. Der Baum kümmert dann und stirbt schließlich ab.
