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Macadamia: Baum, Anbau und Nüsse

Macadamianüsse wachsen an einem immergrünen australischen Baum. Wie Sie die Macadamia aus einer frischen Nuss heranziehen, wie Sie sie im Kübel überwintern und wann Sie mit den ersten Früchten rechnen können.

Macadamianüsse (macadamia) gehören zu den teuersten Nüssen auf dem Markt. Sie wachsen an einem immergrünen Baum aus Australien, der bei uns im Freien nicht winterhart ist, im Kübel jedoch eine schöne Pflanze für ein helles Zimmer, einen Wintergarten oder ein Gewächshaus darstellt. Auf Früchte müssen Sie Geduld mitbringen. Ein Sämling beginnt erst im siebten Jahr zu tragen.

Macadamia: australischer Nussbaum für den Kübel

Die Macadamia gehört zur Familie der Silberbaumgewächse (Proteaceae), zu der auch Proteas und Banksias zählen. Mit dem Walnussbaum ist sie nicht verwandt – die Nuss steckt lediglich ähnlich in einer grünen Hülle. Sie stammt aus den Regenwäldern im Nordosten Australiens, aus dem südöstlichen Queensland und dem angrenzenden Teil von New South Wales. Daher auch der ältere deutsche Name Queensland-Nuss.

Die Gattung wurde vom Botaniker Ferdinand von Mueller nach seinem Freund John Macadam, einem australischen Arzt und Chemiker schottischer Herkunft, benannt. Heute wird die Macadamia neben Australien vor allem in Südafrika, Kenia, Hawaii, China und Lateinamerika angebaut.

So sieht der Baum aus:

  • Wuchs. In der Heimat wird der Baum gewöhnlich etwa 10 m hoch, manche Arten noch mehr. Im Kübel bleibt er deutlich kleiner und lässt sich durch Schnitt in Form halten.
  • Blätter sind steif, lederartig, etwa 15 cm lang, oft mit welligem oder stachelig gezähntem Rand. Sie wachsen in Quirlen zu je drei oder vier. Junge Blätter sind oft rötlich.
  • Blüten sind klein, weiß oder rosa, in langen hängenden Trauben von bis zu etwa 20 cm Länge.
  • Früchte sind rund, etwa 2,5 cm groß. Die grüne ledrige Hülle platzt beim Reifen auf und gibt eine braune, glänzende Nuss mit außerordentlich harter Schale frei. Innen befindet sich meist ein rundes, cremefarbenes Kernstück.

Die kompakte Krone und die glänzenden Blätter machen die Macadamia auch ohne Früchte zu einer dekorativen Pflanze. Sie verträgt auch eine Umgebung mit Zentralheizung.

Welche Macadamias haben essbare Nüsse

Hier ist Vorsicht geboten, da in der älteren Literatur die Artnamen häufig verwechselt wurden.

Art Nüsse Anmerkung
Macadamia integrifolia essbar Hauptanbauart, glatte Schale
Macadamia tetraphylla essbar Blätter zu viert, stacheliger Rand, rauere Schale
Kreuzungen beider Arten essbar zahlreiche Kultursorten
Macadamia ternifolia nicht essbar, bitter kleiner Baum, früher wurden so auch essbare Arten bezeichnet
Macadamia jansenii nicht essbar seltene Art

Ältere deutschsprachige Handbücher beschreiben M. ternifolia als die angebaute Macadamia. Damals wurden jedoch auch die heutigen essbaren Arten so bezeichnet. Nach der modernen Botanik sind nur M. integrifolia, M. tetraphylla und ihre Kreuzungen essbar. Kaufen Sie daher eine Pflanze oder Nüsse mit dem richtigen Namen.

Temperatur und Überwinterung

Ausgewachsene Bäume in der Heimat vertragen leichten, kurzen Frost. Junge Pflanzen sind jedoch empfindlich und haben im Kübel keinerlei Reserve. Setzen Sie die Macadamia keinem Frost aus.

  • Sommer. Warmes Gewächshaus, Wohnung oder an warmen Tagen draußen an einem geschützten, hellen Platz. Sinkt die Temperatur nachts auf unter etwa 10 °C, bringen Sie die Pflanze wieder herein.
  • Winter. Heller, kühlerer Raum mit einer Temperatur von etwa 8–10 °C und reduzierter Bewässerung. Geeignet ist ein Wintergarten oder eine verglaste Veranda, wo die Temperatur nicht auf null sinkt. Die Überwinterung in einer warmen Wohnung ist ebenfalls möglich, die Pflanze benötigt aber viel Licht.
Bedingung Sommer Winter
Standort warmes Gewächshaus, Wohnung, an warmen Tagen draußen heller, kühlerer Raum, Wintergarten
Temperatur normale Sommertemperaturen, nachts nicht unter 10 °C etwa 8–10 °C, niemals Frost
Licht hell, direkte Sonne langsam gewöhnen so viel Licht wie möglich
Bewässerung regelmäßig, nicht austrocknen lassen reduziert
Düngung schwach, organisch keine Düngung

Aussaat nur mit frischen Nüssen

Die Samen der Macadamia verlieren schnell ihre Keimfähigkeit. Nach etwa sechs Monaten nach der Ernte keimen sie praktisch nicht mehr. Gewöhnliche Nüsse aus dem Laden sind geschält und häufig geröstet, sodass daraus keine Pflanze wächst. Für die Aussaat benötigen Sie frische Nüsse in der Schale, am besten von einem Züchter oder Samenhändler.

  1. Die Nüsse nicht stratifizieren. Weichen Sie sie einen Tag in lauwarmem Wasser ein.
  2. Säen Sie sie in eine Mischung aus Torf und Sand oder in Aussaatsubstrat mit Sand, etwa in der Tiefe einer Nuss.
  3. Halten Sie eine Temperatur von 25–27 °C und leichte Feuchtigkeit. Ein Mini-Frühbeet mit Heizmatte eignet sich gut.
  4. Seien Sie geduldig. Die Nüsse keimen üblicherweise nach 6–10 Wochen, manche erst nach vier Monaten. Die harte Schale öffnet sich von selbst.

Sämlinge haben sehr feine Wurzeln. Die Macadamia bildet wie andere Proteaceen dichte Büschel feiner Wurzeln, die leicht beschädigt werden können. Säen Sie daher gleich in einen tieferen Topf und verpflanzen Sie erst nach dem ersten Jahr, und zwar behutsam mit dem gesamten Wurzelballen.

Die Macadamia lässt sich auch durch Stecklinge (im Juli oder von Januar bis Februar bei 20–25 °C) oder durch Ableger vermehren. Stecklinge und Ableger benötigen jedoch gleichmäßige Wärme, Feuchtigkeit und Geduld.

Veredelung und wann sie Früchte trägt

Eine unveredelte Macadamia beginnt erst im siebten Jahr zu tragen. Die Früchte von Sämlingen können sich zudem von der Mutterpflanze unterscheiden. Auf Plantagen werden daher überwiegend veredelte Bäume bekannter Sorten gepflanzt, die früher tragen, niedriger wachsen und qualitativ bessere Nüsse liefern. Als Unterlage dient üblicherweise ein Macadamia-Sämling. Eine allgemeine Anleitung finden Sie im Artikel über die Veredelung von Obstbäumen.

Die Blüten sind zwittrig. Viele Sorten sind jedoch nur teilweise selbstfruchtbar und setzen besser an, wenn in der Nähe eine andere Sorte blüht. Den Pollen übertragen Bestäuber; im Zimmer hilft es daher, die Pflanze zur Blütezeit nach draußen zu stellen oder die Blüten von Hand mit einem Pinsel zu bestäuben.

Pflege: Bewässerung, Substrat und Schnitt

Bewässerung. Halten Sie das Substrat leicht feucht. Bei Wassermangel wirft die Macadamia Blätter ab – das ist der häufigste Fehler bei der Kübelkultur. Staunässe schadet jedoch ebenfalls, daher muss der Kübel einen Abzug haben. Im Winter bei Kühle die Bewässerung reduzieren.

Substrat. Die Macadamia ist ansonsten anspruchslos, gedeiht aber am besten in einem nährstoffreichen, eher lehmigen und durchlässigen Boden. Bewährt hat sich ein hochwertiges Kübelpflanzensubstrat mit einem Zusatz von Sand.

Schnitt. Ein Erziehungsschnitt genügt, um Form und Größe zu erhalten – vor allem bei der Zimmerpflanzenhaltung. Schneiden Sie im Frühjahr, vor Beginn des Austriebs.

Schädlinge und Krankheiten. Mit dem Anbau in Deutschland gibt es bisher wenig Erfahrung. Kontrollieren Sie die Pflanze bei trockener Zimmerluft ebenso wie andere Zimmerpflanzen.

Ernte und Knacken

Die Nüsse werden geerntet, sobald die grüne Hülle zu platzen beginnt. Auf Plantagen lässt man die reifen Nüsse abfallen und sammelt sie vom Boden auf.

  • Entfernen Sie die Hülle sofort, damit die Nüsse nicht schimmeln.
  • Lassen Sie die Nüsse in der Schale mehrere Wochen an einem luftigen Ort nachtrocknen. Der Kern zieht sich dabei leicht zusammen und lässt sich leichter herauslösen.
  • Die Schale ist extrem hart. Zum Knacken benötigen Sie einen speziellen Macadamia-Nussknacker – ein gewöhnlicher Walnussknacker reicht nicht aus.
  • Die geschälten Kerne enthalten viel Fett und werden bei Wärme ranzig. Bewahren Sie sie kühl in einem verschlossenen Behälter auf.

Die Kerne werden roh, geröstet, gesalzen oder in Schokolade gegessen und für Backwaren verwendet. Achtung bei Haustieren: Macadamianüsse sind für Hunde giftig – schon kleine Mengen können ihnen schaden.

Womit düngen

Proteaceen haben feine Wurzeln und vertragen hohe Gaben von Mineraldüngern, insbesondere mit hohem Phosphorgehalt, schlecht. Bei der Macadamia gilt daher: sparsam düngen und lieber häufiger in kleineren Dosen.

Von Frühjahr bis Ende Sommer empfiehlt sich ein organischer Dünger, der Nährstoffe langsam freisetzt und die feinen Wurzeln nicht durch eine konzentrierte Gabe schädigt. Arbeiten Sie ihn in die obere Substratschicht ein. Die Mengenangaben je nach Kübelgröße finden Sie in der Dosierungsübersicht – bei der Macadamia wählen Sie eher die niedrigere Dosierung. Im Winter nicht düngen.

Weitere Nüsse und Früchte aus wärmeren Ländern finden Sie in den Artikeln über die Pistazie und den Mandelbaum sowie in der Übersicht zum Anbau exotischer Früchte zu Hause.

Häufige Fragen

An welchem Baum wachsen Macadamianüsse?

An dem immergrünen Macadamia-Baum aus der Familie der Silberbaumgewächse (Proteaceae). Er stammt aus dem Nordosten Australiens, wird in der Heimat etwa 10 m hoch und trägt die Nüsse in grünen Hüllen, die beim Reifen aufplatzen.

Kann man die Macadamia aus einer Nuss aus dem Laden ziehen?

Meistens nicht. Die im Handel erhältlichen Kerne sind geschält und häufig geröstet. Sie benötigen eine frische Nuss in der Schale, die nicht älter als etwa sechs Monate ist.

Wie lange keimt die Macadamia?

Bei 25–27 °C üblicherweise 6–10 Wochen, manche Nüsse erst nach vier Monaten.

Übersteht die Macadamia den Winter im Freien?

In Deutschland nicht. Im Kübel überwintert sie in einem hellen Raum bei etwa 8–10 °C; Frost schadet ihr.

Wann trägt die Macadamia Früchte?

Ein Sämling erst im siebten Jahr, veredelte Pflanzen früher. Ein weiteres Exemplar einer anderen Sorte in der Nähe verbessert den Fruchtansatz.

Warum wirft die Macadamia Blätter ab?

Meistens wegen Trockenheit. Halten Sie das Substrat leicht feucht, aber ohne Staunässe. Ursache kann auch ein plötzlicher Kälteeinbruch oder zu wenig Licht sein.

Sind Macadamianüsse gefährlich für Hunde?

Ja. Sie sind für Hunde auch in kleinen Mengen giftig – bewahren Sie sie daher außer Reichweite auf.