Wespenfalle: wann aufhängen, womit füllen und wie Sie Obst schützen
Im Frühjahr jagen Wespen schädliche Insekten, im Spätsommer machen sie sich über Birnen, Aprikosen und Trauben her. So bauen Sie eine Falle, die Wespen fängt und Bienen in Ruhe lässt, und so gehen Sie mit einem Nest um.
Eine Wespenfalle ist nur zur richtigen Zeit und mit dem passenden Köder sinnvoll. Im Mai aufgehängt fängt sie Wespen, die Ihnen im Garten helfen würden, und mit süßem Sirup lockt sie auch Bienen an. Eine gut getimte Falle in den Baumkronen im August und September verringert aber spürbar die Schäden am reifenden Obst. Fallen sind nur ein Teil des Schutzes. Genauso wichtig ist es, kein angefaultes Fallobst im Garten liegen zu lassen.
Wespen im Garten: Nutzen und Schaden

Im Garten begegnen Sie meist der Gemeinen Wespe und der Deutschen Wespe. Ihr Volk lebt nur eine Saison. Den Winter überstehen nur junge, begattete Königinnen, die im Frühjahr ein neues Nest gründen.
Frühjahr und Frühsommer: Die Arbeiterinnen füttern die Larven im Nest mit tierischer Nahrung. Sie jagen Raupen, Fliegen, Blattläuse und andere Insekten, in dieser Zeit sind Wespen im Garten also nützlich.
Spätsommer und Herbst: Im Nest kommen keine Larven mehr hinzu, die Arbeiterinnen haben niemanden mehr zu füttern und suchen selbst Zucker. Genau dann entstehen die Schäden:
- sie fressen und saugen das Fruchtfleisch von reifendem Obst aus, am meisten bei Aprikosen, Birnen, Zwetschgen, Pfirsichen und Weintrauben,
- verletzte Früchte faulen anschließend, und die Wespen tragen die Sporen der Monilia-Fruchtfäule von Frucht zu Frucht,
- sie stören am Tisch, an Getränken und bei der Ernte.
An aufgeplatzte und angefressene Früchte kommen dann weitere Besucher wie Fliegen und Ohrwürmer.
Wann Sie die Wespenfalle aufhängen
- Erst bei Schäden im Spätsommer. Hängen Sie Fallen auf, wenn das Obst zu reifen beginnt und Wespen daran auftauchen, meist von Ende Juli bis September.
- Nicht vorbeugend ab dem Frühjahr. Frühjahrsfallen fangen vor allem nützliche Wespen und andere Insekten, denen Sie nicht schaden sollten.
- In die Baumkronen und an die Reben. Fallen sollen die Wespen vom Ort des Schadens weglocken. Hängen Sie sie daher an eine schattigere Stelle in der Krone oder an den Rand der Rebzeile, etwa auf Höhe der Früchte.
- Abseits vom Sitzplatz. Eine Falle an der Terrasse lockt Wespen erst recht dorthin. Hängen Sie sie mindestens einige Meter von Ihrem Sitzplatz entfernt auf.
- Köder alle 1–2 Wochen wechseln, oder früher, wenn die Falle voll ist oder Regen den Köder verdünnt hat.
Ein Köder, der keine Bienen lockt

Wespen suchen gärendes Obst, Fleisch und Bier. Bienen fliegen auf Nektar und reinen Zucker. Auf diesem Unterschied beruht ein guter Köder.
| Füllung | Wespen | Bienen | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bier mit etwas Zucker | attraktiv | kaum | bewährter Klassiker |
| Fruchtsaft oder Most mit Essig | attraktiv | der Essig hält sie ab | auf 0,5 l Saft genügen ein paar Löffel Essig |
| Gärende Obstreste mit Wasser | attraktiv | kaum | Obst aus dem Garten, kostet nichts |
| Verdünnter Sirup, Honig, Zuckerlösung | attraktiv | attraktiv | ungeeignet, fängt Bienen |
Ein Tropfen Spülmittel im Köder senkt die Oberflächenspannung, sodass die Wespen schneller untergehen. Machen Sie den Köder nicht zu süß. Je süßer, desto mehr lockt er auch Bienen.
Wespenfalle aus der PET-Flasche
- Nehmen Sie eine leere PET-Flasche mit 1,5–2 l und schneiden Sie das obere Drittel ab.
- Das Oberteil mit dem Hals nach unten umdrehen und in das Unterteil stecken, so entsteht ein Trichter. Die Ränder mit Tacker oder Klebeband verbinden.
- Den Köder etwa 3–5 cm hoch einfüllen, sodass er nicht bis an den Flaschenhals reicht.
- Durch zwei Löcher am oberen Rand Draht oder Schnur ziehen und die Falle aufhängen.
Die Wespe fliegt durch den Hals hinein und findet durch die enge Öffnung nicht wieder heraus.
Genauso gut eignet sich eine Flasche mit engem Hals. Es gibt auch fertige Fallen mit Deckel, die sich leicht leeren und mehrfach verwenden lassen.
Obst und Trauben schützen
- Sammeln Sie Fallobst und angefaultes Obst täglich oder jeden zweiten Tag auf. Gärende Früchte unter dem Baum locken Wespen stärker in den Garten als alles andere.
- Laufend ernten. Überreife Früchte am Baum sind für Wespen das leichteste Ziel.
- Trauben in Beuteln. Ziehen Sie wertvollen Rebsorten vor der Reife Beutel aus Organza oder feinem Netzstoff über. Sie schützen vor Wespen und Vögeln.
- Netz über Sträucher und kleine Bäume. Ein feines Netz über den ganzen Strauch oder Buschbaum wirkt ähnlich.
- Aufgeplatzte Früchte entfernen. Platzen lässt sich durch regelmäßiges Gießen während des Fruchtwachstums verringern.
- Kompostieren Sie faules Obst nicht offen, solange die Wespen am aktivsten sind. Decken Sie es mit einer Schicht Grasschnitt oder Erde ab.
Zum süßen Obst kommen neben Wespen auch Ameisen, die Pilzsporen genauso verbreiten wie Wespen. Schonende Methoden finden Sie im Artikel Ameisen im Garten loswerden.
Wespennest und Hornissen
Wenn das Nest niemanden gefährdet, etwa in einer abgelegenen Gartenecke, in einer Baumhöhle oder unter dem Dach eines Schuppens, den Sie nicht betreten, lassen Sie es in Ruhe. Das Volk stirbt im Herbst von selbst ab, und dasselbe Nest wird im nächsten Jahr nicht wieder bezogen.
- Das Nest nicht herunterreißen oder übergießen. Gestörte Wespen greifen in Massen an, und viele Stiche sind auch für Menschen ohne Allergie gefährlich.
- Erdnester nicht verstopfen und keine Mittel hineingießen. Die Wespen graben sich einen neuen Ausgang, und Sie verseuchen den Boden.
- Ein Nest am Eingang, Fenster, Spielplatz oder bei Allergikern überlassen Sie einem Fachmann, einem Schädlingsbekämpfer oder einem Spezialisten für Nestumsiedlungen.
Die Hornisse ist unsere größte Wespe. Sie ist weniger angriffslustig, als ihr Ruf vermuten lässt, und stört meist nicht, solange man ihrem Nest nicht zu nahe kommt. Sie jagt große Mengen Insekten, darunter Wespen und Fliegen. Ihr Stich ist aber schmerzhaft, und ihr Nest verteidigt sie sehr energisch. Hornissen sind in Deutschland besonders geschützt, ihr Nest darf nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde entfernt oder umgesiedelt werden. Fassen Sie es daher nicht selbst an. Wenn es stört, wenden Sie sich an einen Fachmann.
Bei einem Stich in Mund oder Hals, bei Schwellungen im Gesicht, Atemnot oder Schwäche rufen Sie den Notruf 112.
Häufige Fehler
- Fallen schon ab dem Frühjahr. Wespen sind in dieser Zeit nützliche Schädlingsjäger. Hängen Sie Fallen erst auf, wenn Schäden am Obst auftreten.
- Sirup oder Honig als Köder. Lockt Bienen. Verwenden Sie Bier oder Saft mit Essig.
- Falle neben dem Tisch. Sie lockt die Wespen direkt zu Ihnen.
- Fallobst unter den Bäumen. Keine Falle fängt die Wespen weg, die im Garten ein Festmahl aus faulen Birnen haben.
- Nester auf eigene Faust entfernen. Gefahr vieler Stiche. Wenn das Nest stört, rufen Sie einen Fachmann.
Häufige Fragen
Womit füllt man eine Wespenfalle?
Mit Bier und etwas Zucker oder mit Fruchtsaft bzw. Most und ein paar Löffeln Essig. Essig hält Bienen fern, Wespen stört er nicht. Geben Sie einen Tropfen Spülmittel dazu. Sirup, Honig und reine Zuckerlösung nicht verwenden, sie locken Bienen.
Wann hängt man Wespenfallen auf?
Erst im Spätsommer, wenn das Obst zu reifen beginnt und Wespen daran auftauchen, in der Regel von Ende Juli bis September. Im Frühjahr und Frühsommer jagen Wespen schädliche Insekten, und Fallen würden nützliche Arbeiterinnen fangen.
Wo hängt man eine Wespenfalle auf?
In die Baumkrone oder an die Reben, auf Höhe der Früchte und lieber im Halbschatten. Von Terrasse und Sitzplatz mindestens einige Meter entfernt, sonst lockt sie die Wespen erst recht zu Ihnen.
Was tun mit einem Wespennest im Garten?
Wenn es niemanden gefährdet, lassen Sie es in Ruhe, das Volk stirbt im Herbst ab. Ein Nest am Eingang, am Fenster oder bei Allergikern überlassen Sie einem Fachmann. Nicht herunterreißen, nicht übergießen und nicht verstopfen.
