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Holzasche als Dünger: wann sie dem Garten hilft und wann sie schadet

Asche aus dem Kamin enthält Kalium und viel Calcium. Wie viel Sie geben, wann Sie sie ausstreuen, zu welchen Pflanzen sie nicht passt und warum Kohleasche nicht in den Garten gehört.

Asche aus Ofen oder Kamin kostet nichts, und Hobbygärtner tragen sie seit jeher auf die Beete. Vernünftig eingesetzt liefert Holzasche dem Boden Kalium und Calcium und lockert schwere Erde. Sie ist aber stark alkalisch. In großer Menge hebt sie den pH-Wert, verätzt junge Wurzeln und schadet manchen Pflanzen regelrecht. Entscheidend ist, welche Asche Sie verwenden, wie viel und wann.

Was Holzasche enthält

Holzasche aus dem Ofen

Am wertvollsten ist Asche aus reinem Holz. Ihre Zusammensetzung schwankt je nach Holzart, danach, ob Stämme, Äste oder Rinde verbrannt wurden, und nach der Verbrennungstemperatur. Als Richtwert enthält sie:

NährstoffGehalt in der AscheWofür
Calcium (CaO)am meisten, etwa 25–40 %erhöht den pH-Wert, verbessert die Bodenstruktur
Kalium (K2O)etwa 5–10 %Qualität und Lagerfähigkeit der Früchte, Widerstandskraft
Phosphor (P2O5)wenige ProzentWurzeln, Blüte
Magnesium, Schwefel, Spurenelementekleinere Mengenergänzend
Stickstoffkeinerverbrennt beim Heizen

Asche aus Laubholz (Buche, Eiche, Esche) ist meist kaliumreicher als Asche aus Nadelholz. Das Kalium liegt in der Asche als Kaliumcarbonat vor, das stark alkalisch ist. Frisch kann es deshalb junge Wurzeln und keimende Samen schädigen. Feuchte Asche ist ätzend, tragen Sie bei der Arbeit Handschuhe.

Welche Asche in den Garten darf und welche nicht

Ja:

  • Asche aus reinem, unbehandeltem, nicht lackiertem und nicht imprägniertem Holz aus Ofen, Kamin oder Feuerstelle,
  • Asche aus Schnittholz und gesunden Pflanzenresten.

Nein:

  • Asche aus Kohle (Braun- und Steinkohle) und Koks. Sie enthält wenig Nährstoffe, dafür viel Schwefel und Schwermetalle,
  • Flugasche aus Kraftwerken, die den Boden mit Blei, Chrom, Arsen oder Quecksilber belasten kann,
  • Asche aus lackiertem, gebeiztem oder imprägniertem Holz, aus Spanplatten, Laminat und Sperrholz (Leime und Anstriche),
  • Asche aus bunten Zeitschriften, bedrucktem Karton und Kunststoffen,
  • Reste von Grillbriketts mit Anzünder und Asche aus Pelletöfen, wenn Sie nicht wissen, woraus die Pellets bestehen.

Wenn Sie im Ofen abwechselnd Holz und Kohle verbrennen, verwenden Sie die Asche gar nicht im Garten.

Wann und wie Sie Asche verwenden

Asche auf ein Beet streuen
  • Am besten im Herbst oder Winter auf umgegrabenen Boden. Bis zum Frühjahr lässt die Alkalität nach und das Kalium verteilt sich im Boden. Im Frühjahr die Asche flach mit Rechen oder Grubber einarbeiten.
  • Spätestens 14 Tage vor dem Säen oder Pflanzen. Frische Asche nicht in Saatrillen oder Pflanzlöcher streuen.
  • Gleichmäßig verteilen, in dünner Schicht und bei Windstille. Aschehäufchen an einer Stelle verbrennen die Wurzeln.
  • Asche liefert keinen Stickstoff. Den brauchen die Pflanzen aus einer anderen Quelle, etwa aus Kompost, Mist oder organischem Dünger.
  • Nicht gleichzeitig mit Mist oder mit Düngern mit Ammoniumstickstoff (Ammoniumsulfat, Harnstoff) ausbringen. Aus alkalischer Asche und Ammoniumstickstoff entweicht Ammoniak, genau wie bei Kalk. Ein Abstand von 2–3 Wochen genügt.
  • Asche trocken lagern, in einem Metallbehälter mit Deckel. Im Regen verliert Asche einen großen Teil des Kaliums, bevor Sie sie verwenden. Heiße Asche nie in Kunststoffbehälter oder auf den Kompost geben.

Wie viel Asche Sie geben

Mit Asche sollte man sparsam sein. Als Richtwert genügen 50–100 g/m² pro Jahr, auf alkalischen Böden weniger oder gar nichts. Ein Liter Holzasche wiegt etwa 0,5–0,7 kg, ein normaler Becher (250 ml) reicht also für ungefähr 1,5–3 m².

Asche wirkt ähnlich wie Kalken, nur schwächer. Wenn Sie sie regelmäßig geben, messen Sie alle paar Jahre den pH-Wert des Bodens. Sobald er sich dem neutralen Wert nähert oder ihn überschreitet, hören Sie mit der Asche auf. Wie Sie den pH-Wert messen und welche Werte Pflanzen brauchen, beschreibt der Artikel pH-Wert des Bodens.

Welchen Pflanzen Asche guttut und welchen nicht

Pflanzen, denen Asche guttut
Asche in kleiner Menge tut gutKeine Asche verwenden
Kohlgemüse (Weißkohl, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli)säureliebende Pflanzen: Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Heide, Lavendelheide, Kamelien
Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbisseblaue Hortensien (werden rosa)
Zwiebeln, Knoblauch, LauchKartoffeln: alkalischer Boden fördert Schorf an den Knollen
Obstbäume und -sträucher auf saurerem BodenBeete und Rasen auf Kalkboden mit pH über 7
Hülsenfrüchte, Lavendel und andere kalkliebende PflanzenAussaaten und frische Pflanzungen

Bei säureliebenden Pflanzen hebt Asche den pH-Wert und führt zu gelben Blättern durch Eisenmangel, siehe Eisenmangel bei Pflanzen. Warum Sie bei Kartoffeln lieber auf Asche verzichten, erklärt der Artikel Kartoffelschorf. Eine Liste der Pflanzen, die sauren Boden brauchen, finden Sie im Artikel Säureliebende Pflanzen.

Asche im Kompost und auf schwerem Boden

In den Kompost geben Sie Asche nur in dünnen Schichten, nie einen ganzen Eimer auf einmal. Sie gleicht die Säure von Materialien wie Laub oder Nadeln aus und reichert den Kompost mit Kalium an. Mehr zum Kompostieren im Artikel Komposter.

Auf schwerem Lehmboden hilft Asche beim Umgraben im Herbst, die Erde zu lockern, denn Calcium fördert eine krümelige Struktur. Schweren Boden verbessert aber vor allem organisches Material, Asche ist nur eine Ergänzung. Details im Artikel Lehmboden.

Häufige Fehler

  • Die Asche eines ganzen Winters auf ein Beet. Der pH-Wert steigt so stark, dass die Pflanzen kein Eisen, Mangan und Phosphor mehr aufnehmen.
  • Asche aus Kohle oder Spanplatten. So gelangen Schwermetalle in den Boden, die Sie nicht mehr herausbekommen.
  • Asche ins Pflanzloch. Junge Wurzeln verbrennen.
  • Asche statt Dünger. Asche enthält keinen Stickstoff, allein davon wachsen Pflanzen nicht.
  • Asche an säureliebende Pflanzen und Kartoffeln.

Wenn Sie Kalium und andere Nährstoffe ohne Risiko für den pH-Wert zuführen möchten, eignen sich Kompost oder ein organischer Dünger.

Häufige Fragen

Ist Kaminasche ein guter Dünger?

Ja, wenn es Asche aus reinem, unbehandeltem Holz ist. Sie liefert Kalium und Calcium, aber keinen Stickstoff. Verwenden Sie sie sparsam, als Richtwert 50–100 g/m² pro Jahr, und nicht bei säureliebenden Pflanzen.

Kann ich Asche an Tomaten geben?

Ja, in kleiner Menge. Streuen Sie sie im Herbst oder spätestens 14 Tage vor dem Pflanzen aufs Beet und arbeiten Sie sie flach ein. Nicht ins Pflanzloch frisch gesetzter Tomaten geben.

Gehört Asche auf den Rasen?

Nur auf saurem Boden, in dünner Schicht und im Herbst oder Winter. Auf neutralen und kalkhaltigen Böden hilft sie dem Rasen nicht. Moos im Rasen beseitigt Asche nicht, die Ursache sind eher Schatten, Verdichtung und Nässe.

Warum keine Kohleasche verwenden?

Sie enthält wenig Nährstoffe und viel Schwefel und Schwermetalle, die sich im Boden anreichern und ins Gemüse übergehen. Sie gehört weder in den Garten noch in den Kompost.

Wann gibt man Asche in den Garten?

Am besten im Herbst oder Winter auf umgegrabenen Boden und im Frühjahr flach einarbeiten. Spätestens 14 Tage vor dem Säen oder Pflanzen.