🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

Adernschwärze (bakterielle Schwarzfäule) an Kohlgewächsen

Die Adernschwärze der Kohlgewächse verursacht das Bakterium Xanthomonas campestris. Sie befällt Weißkohl, Wirsing, Blumenkohl und Brokkoli – Symptome, Ausbreitung und Vorbeugung.

Inhalt

Adernschwärze der Kohlgewächse (Xanthomonas campestris)

V-förmige gelbbraune Nekrose am Rand eines Kohlblattes mit geschwärzten Blattadern

(Xanthomonas campestris)

Die Adernschwärze der Kohlgewächse, auch bakterielle Schwarzfäule genannt, ist eine Krankheit, die das Bakterium Xanthomonas campestris verursacht. Sie befällt Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler, also Weißkohl, Radieschen, Wirsing, Brokkoli und Blumenkohl.

Die Adernschwärze zeigt sich als schwarze, nekrotische Blattadern oder Streifen an Blättern und Stängeln. Auf der Blattoberfläche sind sie als schwarze Linien entlang der Leitbündel zu erkennen; typisch ist außerdem ein keilförmiger, gelbbrauner Fleck, der vom Blattrand nach innen wandert. Befallene Pflanzen bilden braune, nekrotische Flecken, die sich allmählich ausbreiten und zusammenfließen. Bei starkem Befall welkt die Pflanze und trocknet ein.

Die Adernschwärze verbreitet sich vor allem über Wasser, Regen, Wind und verseuchtes Saatgut. Die Bakterien dringen über Verletzungen an Blättern und Blüten sowie über Wunden in die Pflanze ein. Feuchtwarme Witterung fördert die Ausbreitung des Erregers und den Verlauf der Krankheit erheblich.

Vorbeugung und Eindämmung der Adernschwärze umfassen Maßnahmen wie die Wahl widerstandsfähiger Sorten, die Behandlung des Saatguts, eine konsequente Fruchtfolge, das Entfernen und Vernichten befallener Pflanzen, sorgfältige Gartenhygiene sowie das Vermeiden von Blattnässe und verunreinigtem Gießwasser.

Da die Adernschwärze von einem Bakterium verursacht wird, wirken Fungizide dagegen nicht. Umso wichtiger sind vorbeugende Maßnahmen und eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen, damit ein Befall früh auffällt und sich nicht weiter ausbreitet.

Wie die Adernschwärze in die Pflanze eindringt

Holzschalen mit verschiedenen Samen und Körnern – gesundes Saatgut ist die beste Vorbeugung

Das Bakterium Xanthomonas campestris, der Erreger der Adernschwärze an Kreuzblütlern, gelangt über verschiedene Eintrittspforten in die Pflanze: Verletzungen, Schnittstellen, frühe Wachstumsstadien oder natürliche Öffnungen.

Für den Erreger gibt es mehrere Wege in die Pflanze:

  1. Blattverletzungen: Das Bakterium dringt durch Verletzungen am Blatt ein, die etwa durch mechanische Beschädigung oder durch Insektenfraß entstehen.

  2. Schnittstellen und frühe Wachstumsstadien: Das Bakterium kann beim Pflanzen oder beim Umgang mit jungen Setzlingen eindringen, wenn die Pflanzen empfindlich sind und kleine Verletzungen oder Öffnungen aufweisen.

  3. Natürliche Öffnungen: Das Bakterium gelangt auch über natürliche Öffnungen in die Pflanze – vor allem über die Wasserspalten (Hydathoden) am Blattrand und über die Spaltöffnungen.

Sobald das Bakterium in der Pflanze ist, vermehrt es sich und breitet sich über die Leitbündel aus, wodurch die typischen Symptome der Adernschwärze an Blättern, Stängeln und weiteren Pflanzenteilen entstehen.

Wichtig ist es, alles zu vermeiden, was die Pflanzen verletzt und den Bakterien damit den Weg ins Innere öffnet. Sorgfältiger Umgang mit den Pflanzen, saubere Werkzeuge und der Verzicht auf Arbeiten im nassen Bestand senken das Infektionsrisiko deutlich.

Wie übertragbar der Erreger ist, zeigt ein Richtwert aus dem Saatgutbau: schon ein einziges infiziertes Korn auf 10.000 Samen gilt als kritisch.

Adernschwärze vorbeugen: Saatgut, Fruchtfolge, Bewässerung

Die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen sind:

  • gesundes, geprüftes Saatgut von seriösen Anbietern kaufen,
  • Pflanzenreste nach der Ernte entfernen,
  • Kreuzblütler-Unkräuter konsequent beseitigen,
  • nicht über das Laub gießen, sondern nur an die Wurzel,
  • eine konsequente Fruchtfolge einhalten (mindestens vier Jahre Anbaupause).

Kreuzblütler-Unkräuter gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Am häufigsten sind im Garten diese beiden:

  1. Senf (Sinapis spp.): Senf ist ein typisches Kreuzblütler-Unkraut. Dazu zählen mehrere Arten mit gelben Blüten, die sehr viele Samen bilden. Problematisch wird er vor allem in Gegenden, in denen Raps oder Getreide angebaut werden.

  2. Rübsen (Brassica rapa): Rübsen ist ein Kreuzblütler-Unkraut, das häufig auf Getreide- und Hülsenfruchtfeldern auftritt. Er hat gelbe Blüten und harte Samen, bildet dichte Bestände und konkurriert mit der Kultur um Wasser und Nährstoffe.