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Blaustern (Scilla)

Blaue Frühlingszwiebelblumen: Blaustern-Arten, Zwiebeln setzen und pflegen

Blaustern – Scilla: Standort, Blüte und Anbau

Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia) mit blauen sternförmigen Blüten

Meist blau blühende Zwiebelpflanzen mit sternförmigen oder glockigen Blüten.
Standort: sonnig bis halbschattig; normale Gartenerde.
Höhe: 8–30 cm.
Blütezeit: März–Mai/Juni.
Vermehrung: durch Selbstaussaat oder Tochterzwiebeln (Brutzwiebeln).

Blausterne aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae, Unterfamilie Scilloideae) gehören zu den beliebtesten Frühlingsblumen. Bekannt sind rund 90 Arten. Sie wachsen in Europa, in den gemäßigten Zonen Asiens und in den Ländern des Nahen Ostens. Je nach Art und Sorte blühen sie meist blau, seltener weiß oder rosa zwischen März und Mai. Die sternförmigen oder glockigen Einzelblüten stehen zu mehreren an langen Stielen. Blausterne haben grundständige, lineale, mehr oder weniger schmale Blätter.

Zwiebeln werden Ende September und im Oktober gesetzt, am besten an einem halbschattigen Standort; die Pflanzen vertragen aber auch Sonne. In der Natur wachsen sie im lichten Schatten von Sträuchern oder Bäumen. Der oberirdische Teil zieht bereits ein, bevor die Bäume voll belaubt sind. Zwiebeln mit einem Umfang von 7–9 cm kommen 10 cm tief in die Erde. Die kleinen Blüten wirken besonders gut in größeren Gruppen.

Die Bodenansprüche sind normal, der Boden sollte nicht zu trocken sein. Die meisten Arten bilden reichlich Tochterzwiebeln (Brutzwiebeln) und wachsen im Lauf der Jahre zu großen Horsten heran. Im Spätsommer lassen sie sich teilen. Viele Arten säen sich selbst aus, etwa Scilla hispanica, S. non-scripta und S. siberica — verwelkte Blüten schneiden wir deshalb nicht ab.

Krankheiten und Schädlinge treten selten auf. Die Zwiebeln werden gelegentlich von Stängelälchen befallen. Befallene Pflanzen müssen vernichtet werden.

Blaustern-Arten: Sibirischer, Zweiblättriger und Spanischer Blaustern

Von den bekannten Arten sind nur einige in Kultur und für Gärtner erhältlich. Empfohlen werden diese winterharten Arten:

Scilla bifolia (Zweiblättriger Blaustern)

Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia) mit himmelblauen Sternblüten
Zweiblättriger Blaustern (Scilla bifolia)

Scilla bifolia – der Zweiblättrige Blaustern blüht im März und April mit himmelblauen Sternchen in lockeren Trauben, wird 15 cm hoch und sät sich selbst aus. Es gibt auch die Sorte ‚Rosea‘ mit rosa Blüten.

Scilla hispanica (Spanisches Hasenglöckchen)

Scilla hispanica (Spanisches Hasenglöckchen) mit rosa Glockenblüten
Scilla hispanica

Scilla hispanica (syn. S. campanulata, Hyacinthoides hispanica) blüht von Mai bis Juni, hat hellblaue, glockige, pyramidal angeordnete Blüten und hellgrüne Blätter; sie bildet viele Tochterzwiebeln, die zu kräftigen Horsten heranwachsen. Heute wird für diese Art häufiger die Bezeichnung Hyacinthoides hispanica verwendet. Von dieser Art gibt es schöne Sorten wie ‚White Triumphator‘ (mit weißen Blüten), ‚Rosabella‘ (mit rosa Blüten), ‚Myosotis‘ (mit rein blauen Blüten), ‚Skyblue‘ (mit dunkelblauen Blüten), ‚Excelsior‘ (mit lavendelblauen Blüten), ‚La Gardesse‘ (mit weißen Blüten), ‚Queen of the Pinks‘ (mit dunkelrosa Blüten).

Scilla mischtschenkoana (Mischtschenkos Blaustern)

Scilla mischtschenkoana (Mischtschenkos Blaustern) mit hellblauen Blüten und dunkleren Streifen
Scilla mischtschenkoana blüht schon früh im Jahr blassblau

Scilla mischtschenkoana (syn. S. tubergeniana) blüht von März bis April. Die zierlichen Blüten sind hellblau mit dunkleren Streifen. Die Pflanze wird nur 15 cm hoch und verträgt auch einen sonnigen Standort.

Scilla non-scripta (Atlantisches Hasenglöckchen)

Scilla non-scripta, das Atlantische Hasenglöckchen, mit überhängenden blauen Glocken
Atlantisches Hasenglöckchen – Scilla non-scripta neigt zum Verwildern

Scilla non-scripta (syn. S. nutans), auch bezeichnet als Hyacinthoides non-scripta, im Volksmund „Hasenglöckchen“. Die himmelblauen Glockenblüten erscheinen von April bis Mai, sitzen an etwa 20 cm langen Stielen und bilden überhängende Trauben. Die Art verwildert gern.

Scilla pratensis (Wiesen-Blaustern)

Scilla pratensis (Wiesen-Blaustern) mit dunkelblauen Blüten in dichter Traube

Scilla pratensis blüht von April bis Juni und hat duftende dunkelblaue Blüten, die in dichten Trauben an bis zu 30 cm langen Stielen sitzen.

Scilla siberica (Sibirischer Blaustern)

Scilla siberica (Sibirischer Blaustern) mit leuchtend blauen sternförmigen Blüten
Scilla siberica für sonnige und schattige Plätze

Scilla siberica ist das satt blaue Sternchen, dem die ganze Gattung ihren deutschen Namen Blausternchen verdankt. Die leuchtend blauen Blüten gehören im März zu den ersten Frühlingsblumen. Die Pflanzen werden 10–20 cm hoch und gedeihen gut in der Sonne wie im Halbschatten, sie halten sogar an einem schattigen Standort durch. Im Handel sind auch die Sorten ‚Alba‘ (mit weißen Blüten), ‚Spring Beauty‘ (mit intensiv blauen Blüten) und ‚Rosea‘ (mit weißrosa Blüten).

Scilla peruviana (Portugiesischer Blaustern)

Scilla peruviana (Portugiesischer Blaustern) mit blauen sternförmigen Blüten in breiter Traube
Scilla peruviana braucht einen warmen Platz und eine Winterabdeckung

Scilla peruviana ist nicht völlig winterhart. Sie braucht einen feuchteren Boden. Ihre blauen sternförmigen Blüten bilden an 25 cm hohen Stielen breite Trauben mit bis zu 15 cm Durchmesser. Sie blüht von Mai bis Juni. Die Zwiebeln brauchen den wärmsten Platz im Garten und im Winter eine dicke Laubdecke.

Blaustern düngen: womit man Blausterne versorgt

Blausterne sind anspruchslose Zwiebelblumen und kommen mit normaler Gartenerde aus. Damit die Zwiebeln im Horst kräftiger werden und jedes Frühjahr wieder reich blühen, lohnt sich eine Düngung gleich nach der Blüte — dann arbeiten die Blätter noch und legen in der Zwiebel den Vorrat für die nächste Saison an. Die Blätter mähen oder entfernen wir deshalb nicht, bevor sie von selbst vergilben.

Gute Dienste leistet ein organischer Universaldünger, der die Nährstoffe langsam freisetzt: Er wird im Frühjahr einfach rund um den Horst verteilt und leicht in den Boden eingearbeitet. Der zweite passende Zeitpunkt ist das Setzen der Zwiebeln im Herbst — der Dünger wird ins Beet eingearbeitet, bevor die Zwiebeln in die Erde kommen.

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