Gallenläuse und Blattläuse am Baum: Gallen an der Fichte, weiße Flocken an Tanne und Lärche
Gallen wie kleine Zapfen an der Fichte, weiße Wachsflocken auf den Nadeln, eingerollte Blätter an Ulme und Buche. So erkennen Sie Gallenläuse und weitere Blattläuse an Bäumen.
Gallenläuse und andere Blattläuse saugen an Nadeln, Trieben und Blättern von Bäumen. Viele Arten verraten sich durch typische Gallen oder durch weiße Wachsflocken. Die Fichtenblattlaus Liosomaphis abietina beschreiben wir gesondert.
Gallenläuse an der Fichte

Sacchiphantes spp., Adelges spp.
Wirtsgehölze: Gemeine Fichte, seltener auch andere Fichtenarten.
Symptome: charakteristische ananasförmige Gallen, die zunächst grün sind und etwa ab Juni braun werden, wenn die neue Blattlausgeneration sie verlassen hat. Die Gallen sitzen entweder an der Basis der Jahrestriebe (Sacchiphantes) oder am oberen Ende der Jahrestriebe (Adelges). Durch die Gallenbildung vergilben die Nadeln, Jahrestriebe trocknen ein, Zweige verkrümmen sich und es kommt zu weiteren Wuchsanomalien.
Schädling: Blattläuse, die im Frühjahr durch ihr Saugen an den Jahrestrieben die Gallenbildung auslösen. Diese Arten wechseln den Wirt; Zwischenwirt ist die Lärche, an der das Saugen der Läuse Nadeldeformationen verursacht.
Verwechslungsmöglichkeiten: keine.
Schadwirkung: optische Beeinträchtigung; infolge von Sekundärinfektionen sterben die Jahrestriebe häufig ab.
Schutz: Abschneiden befallener Teile, gegebenenfalls ganzer Jungbäume, solange die Gallen noch grün sind, das heißt, solange die nächste Blattlausgeneration sie noch nicht verlassen hat. Chemischer Schutz – „Winterspritzung“ ab Ende September, Frühjahrsbehandlung mit spezifischen Aphiziden oder Präparate auf Basis von Paraffinöl.
Gallenläuse an der Lärche

Adelges geniculatus
Wirtsgehölze: Lärche. (Bei vielen verwandten Arten ist die Fichte der Hauptwirt.)
Symptome: braune Nadelspitzen, durch das Saugen der Läuse geknickte Nadeln, Läuse mit weißer Wachs-„Watte“ an Nadeln und Zweigen.
Schädling: die Blattlaus Adelges geniculatus ist die gefährlichste Art an den Nadeln der Lärche. Meist tritt sie massenhaft auf und richtet deutliche Schäden an. Bei den Arten Adelges laricis und Sacchiphantes viridis ist die Fichte der Hauptwirt; dort rufen diese Läuse die charakteristischen zitronen- oder ananasförmigen Gallen hervor.
Verwechslungsmöglichkeiten: die einzelnen Blattlausarten lassen sich anhand ihrer Lebensweise relativ leicht unterscheiden.
Schadwirkung: bei dieser Art kann ein starker und wiederholter Befall zu deutlichen Zuwachsverlusten und zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands führen. Häufig folgen Infektionen durch Pilzkrankheiten, und das Risiko von Frostschäden steigt.
Schutz: im Frühjahr und im Herbst Behandlung mit spezifischen Aphiziden. Möglich sind auch mehrfach wiederholte Behandlungen mit Kaliseife während der Vegetationszeit.
Gallenläuse und Weißtannentrieblaus an Tannen

Dreyfusia spp., Mindarus abietis (syn. abietinus)
Wirtsgehölze: Tannen.
Symptome: Krümmung der Nadeln. Die Nadeln krümmen sich nach unten – Dreyfusia, die Nadeln krümmen sich nach oben, sodass von oben die weißen Wachsstreifen sichtbar sind – Mindarus. Später welken die befallenen Nadeln, bei stärkerem Befall werden sie braun. Die Jahrestriebe bleiben infolge des Saugens der Läuse an Zweigen, Ästen oder Stämmen verkürzt. An Ästen und Stämmen findet sich Wachswatte, an Nadeln und Zweigen sitzen dichte Blattlauskolonien.
Schädling: kleine schwarze Blattläuse mit kompliziertem Wechsel von Generationen und Entwicklungsformen. Manche Arten befallen bevorzugt Bäume an sonnigen Standorten sowie frei stehende Solitärbäume im Siedlungsbereich. Das Saugen der Läuse ist ab dem Frühjahr feststellbar; zur auffälligen Nadelkrümmung und zu Zweigschäden kommt es ab Ende Juni.
Verwechslungsmöglichkeiten: Grünrüssler und Glanzrüssler (mehr).
Schadwirkung: junge Bäume sind vor allem beim Befall durch die an Nadeln und Zweigen saugenden Stadien außerordentlich gefährdet. Folge des Befalls kann das Absterben von Zweigen sein, bei außergewöhnlich starkem Befall auch das Absterben ganzer Bäume.
Schutz: Winterbehandlung mit paraffinölhaltigen Insektiziden, während der Vegetationszeit zweimalige Behandlung mit spezifischen Aphiziden.
Ulmenblasenlaus an Ulmen

Tetraneura ulmi
Wirtsgehölze: Ulmen.
Symptome: im Frühjahr erscheinen auf der Blattoberseite entlang der Hauptader bis zu 15 mm lange, kurz gestielte, glattwandige, aufgetriebene Gallen. Ihre Farbe ist anfangs grün bis rot, später cremefarben bis braun.
Schädling: olivgrüne, etwa 3–4 mm große Blattläuse, die die Gallen an Ulmenblättern verursachen. In den Gallen entwickeln sich hellgelbe bis gelbe Läuse. Die orangerot gefärbte Sommergeneration lebt später an Graswurzeln. Im September kehren die Läuse auf den Primärwirt zurück, also auf die Ulmen. Massenvermehrungen werden durch warme Witterung am Ende des Winters begünstigt.
Verwechslungsmöglichkeiten: dank der charakteristischen Form der Gallen ist eine Verwechslung mit anderen gallbildenden Insekten und Milben unwahrscheinlich.
Schadwirkung: selbst massenhafte Gallenbildung verursacht keine Schäden.
Schutz: nicht erforderlich.
Buchenwollaus

Phyllaphis fagi
Wirtsgehölze: Buche.
Symptome: auf der Unterseite junger Blätter, seltener auch auf der Rinde der jüngsten Zweige von Buchen sitzen kleine Blattlauslarven unter einer dichten weißen Wachswatte.
Schädling: 1–3 mm große, gelbgrüne Blattlaus mit braunen Querbändern oder Flecken auf den Flügeln. Die Larven sind von einer dichten weißen Wachs-„Watte“ bedeckt.
Verwechslungsmöglichkeiten: eine Verwechslung ist unwahrscheinlich.
Schadwirkung: bei starkem Befall kann sie das Einrollen bis hin zum Vertrocknen sowohl der jüngsten Blätter als auch der Triebe verursachen. Sie schadet nur an den jüngsten Bäumchen (Sämlinge und Jungpflanzen), sonst ist sie bedeutungslos.
Schutz: meist nicht erforderlich; in Baumschulen oder an neu gepflanzten Bäumchen gegebenenfalls eines der spezifischen Aphizide einsetzen.
Gedrehte Pappelblattstiel-Gallenlaus an Pappeln

Pemphigus spyrothecae
Wirtsgehölze: Pappeln, besonders die Schwarz-Pappel, vor allem die Form Pyramidenpappel.
Symptome: spiralförmige Gallen an den Blattstielen.
Schädling: das Auftreten der Blattläuse im Frühjahr ruft spiralförmige Gallen an den Blattstielen hervor. Die Gallen sind zunächst grün, später rotbraun. Im August verlassen ungeflügelte Läuse massenhaft die Gallen und bewegen sich über die Rinde.
Verwechslungsmöglichkeiten: andere gallbildende Blattläuse – achten Sie auf die Form der Gallen.
Schadwirkung: diese Art verursacht keine nennenswerten Schäden.
Schutz: nicht erforderlich.
Bildnachweise
- Gallenläuse und Blattläuse am Baum: Magne Flåten, CC BY-SA 3.0, Quelle
- Gallenlaus: hedera.baltica, CC BY-SA 2.0, Quelle
- Gallenlaus: unbekannter Autor, CC BY-SA 3.0, Quelle
- Gallenlaus, Weißtannentrieblaus: Jerzy Opioła, CC BY-SA 4.0, Quelle
- Ulmenblasenlaus: This image is created by user B. Schoenmakers at waarneming.nl, a source of nature observations in the Netherlands., CC BY 3.0, Quelle
- Buchenwollaus: Sarefo, CC BY-SA 3.0, Quelle
- Gedrehte Pappelblattstiel-Gallenlaus: AfroBrazilian, CC BY-SA 3.0, Quelle
