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Granatapfel (Punica granatum)

Granatapfelbaum: Anbau, Überwintern und wie man die Früchte isst

Zier- und Obstbaum oder Strauch, bei uns eine Kübelpflanze

  • Standort: sehr warm
  • Höhe: als Strauch bis 1,5 m, als Baum 3–5 m
  • Blütezeit: Mai–Oktober
  • Vermehrung: durch Samen

Die Meinungen über die Heimat des Granatapfels gehen auseinander, denn er gehört zu den ältesten Heil- und Kulturpflanzen. Als seine Heimat gilt jedoch wahrscheinlich Westasien. Heute wird diese Pflanze aus der Familie der Granatapfelgewächse (Punicaceae) in subtropischen und warmen Ländern angebaut. Der Baum wird bereits im Sanskrit erwähnt, und die Ägypter kannten ihn schon im Jahr 2500 v. Chr. Bei vielen Völkern hatte der Granatapfel (Granatapfelbaum) eine religiöse Bedeutung.

Aufgeschnittener Granatapfel mit roten Kernen und eine reifende Frucht am Zweig

Aus der Fruchtschale gewinnt man einen gelben bis rotbraunen Farbstoff für Textilien und ein Gerbmittel zum Gerben von Leder, das Fruchtfleisch dient zur Herstellung von erfrischendem Saft oder sogar Wein. Die Rinde von Stamm und Wurzeln sowie die Blüten und die Fruchtschale sind heilkräftig, zum Beispiel als Mittel gegen Bandwürmer oder als Gurgelmittel und sogenanntes Adstringens mit zusammenziehender Wirkung. Im Mittelalter wurde er auch gegen Fieber eingesetzt.

Granatapfel: Baum oder Strauch?

Als Bäumchen im Kübel gezogener Granatapfel, übersät mit orangeroten Blüten

Er wächst als aufrechter, bis 1,5 m hoher Strauch oder als bis zu 3–5 m hoher Baum, dessen vierkantige Zweige oft besetzt sind mit Dornen. Die ganzrandigen, harten Blätter stehen meist gegenständig, sind laubabwerfend, oval oder lanzettlich und 3–8 cm lang. Die trichterförmigen Blüten sind 2–3 cm groß und sitzen zu 1–3 an den Zweigenden. Neben der rot blühenden Form werden auch Sträucher mit einfachen oder gefüllten weißen, einfachen gelben oder gestreiften Blüten kultiviert.

Die Frucht hat die Form eines kleinen Apfels, ist 1,6–12 cm groß und hat eine harte, rötlich braune Schale. Die Samen sind stumpfkantig und liegen in einem saftigen roten Samenmantel. Es gibt süße und säuerliche Früchte, Früchte mit weichen oder harten Kernen sowie kernlose Sorten. In unseren Breiten müssen Granatapfelsträucher an einem frostfreien und hellen Ort überwintern.

‚Nana‘ ist eine Zwergsorte mit kleinen, schmalen Blättern und kleineren Blüten und Früchten. Diese reich blühende Sorte wird gern als Kübelpflanze gezogen.

Ob aus der Pflanze ein Strauch oder ein Bäumchen wird, entscheidet vor allem der Schnitt. Ohne Eingriff treibt sie von unten aus und bleibt ein mehrstämmiger Strauch; entfernt man nach und nach die unteren Triebe und lässt nur einen einzigen Stamm stehen, erhält sie die Form eines kleinen Baumes. Ebenso wie beim Feigenbaum oder Olivenbaum handelt es sich um ein südländisches Gehölz, das bei uns im Kübel gezogen und über den Winter ins Haus geholt wird.

Granatapfel anbauen in unseren Breiten – im Garten und im Kübel

Der Granatapfel verlangt ein Maximum an Sonne und Wärme, um gut zu gedeihen und Blüten und Früchte anzusetzen. Am besten eignet sich ein geschützter Standort nach Süden oder Südwesten. Das Substrat muss durchlässig, nährstoffreich und leicht kalkhaltig sein, Staunässe bekommt der Pflanze nicht.

Während der Vegetationszeit ist regelmäßiges, aber maßvolles Gießen angebracht. Im Kübel düngt man den Granatapfel mit schwächeren Gaben Dünger nach, vor allem in der Wachstums- und Blütezeit. Im Herbst wird das Gießen eingeschränkt und die Pflanze auf die Ruhephase vorbereitet.

Im Kübel ist ein organischer Dünger mit langsamer Nährstofffreisetzung am sichersten für die Pflanze. Einen Teelöffel DÜNGEE arbeitet man zu Frühjahrsbeginn in die obere Substratschicht ein und dann noch einmal vor der Blüte; wie man ihn im restlichen Garten dosiert, beschreibt der Artikel Universaldünger. Für Pflanzung und Umtopfen gelten dieselben Grundsätze wie bei den übrigen Obstpflanzen im Garten.

Granatapfel überwintern: ist der Granatapfelbaum winterhart?

Unter unseren klimatischen Bedingungen ist der Granatapfel nicht voll winterhart, deshalb wird er vor allem als Kübelpflanze gezogen. Für den Winter wird er in einen hellen Raum mit etwa 5–10 °C gestellt. Während der Überwinterung wirft er die Blätter ab, was ein natürlicher Vorgang ist und keine Schädigung der Pflanze bedeutet.

Als winterharter Granatapfel werden Sorten angeboten, die von der Wildform aus Transkaukasien abstammen, zum Beispiel ‚Salavatski‘ oder ‚Kazake‘. Kurzfristig vertragen sie auch −15 °C, aber nur an einem sonnigen und trockenen Platz an einer Mauer, mit einer Mulchschicht über den Wurzeln und einem Stammschutz. In den wärmsten Lagen am Oberrhein überwintern sie so im Freien, anderswo ist der Kübel sicherer. Auch eine winterharte Sorte bringt bei uns die Früchte meist nicht zur Reife – sie wird vor allem wegen der Blüten gezogen.

Häufige Fragen zum Granatapfel

Welche gesundheitlichen Vorteile hat der Verzehr dieser Frucht?

Der Granatapfel ist für eine breite Palette von Wirkungen bekannt – von der Unterstützung von Herz und Gefäßen bis hin zur Hautpflege. Er enthält die Vitamine A, C, E sowie Mineralstoffe wie Zink, Eisen und Kalium.

Wie isst man einen Granatapfel – wie wird diese Frucht richtig gegessen und entkernt?

Zum richtigen Entkernen eines Granatapfels gehören das Bereitlegen der Werkzeuge, das Zerteilen der Frucht und das anschließende Lösen der Kerne von den weißen Innenhäuten. In der Praxis heißt das: den Deckel mit dem Stielansatz abschneiden, die Schale entlang der weißen Scheidewände in sechs Teile einritzen und die Frucht mit den Händen auseinanderbrechen. Halten Sie die Teile dann über eine Schüssel mit Wasser, klopfen Sie die Kerne mit dem Löffelrücken heraus und gießen Sie die weißen Häutchen ab – sie sind leichter und schwimmen oben. Gegessen werden die ganzen Kerne samt Samen; sie sind knackig und enthalten Ballaststoffe.

Der Granatapfel als Baum – wie zieht man einen Granatapfelbaum richtig?

Der Granatapfelbaum gedeiht vor allem im mediterranen Klima, er braucht gut durchlässigen Boden und volle Sonne für optimales Wachstum und guten Ertrag.

Wo wächst der Granatapfel?

Als Heimat gilt Westasien, von wo aus sich der Granatapfel im gesamten Mittelmeerraum verbreitete. Heute wird er in den Subtropen und in warmen Regionen angebaut – in Spanien, der Türkei, im Iran, in Indien und in Kalifornien. In Deutschland wächst er im Freien nur ausnahmsweise in den wärmsten Lagen; üblicherweise wird er im Kübel gezogen und überwintert in einem hellen, kühlen Raum.

Welche Rezepte mit Granatapfel sind die besten?

Granatäpfel lassen sich in der Küche vielseitig verwenden; von erfrischenden Salaten und Beilagen bis hin zu süßen Desserts und Säften.