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Helmkraut

Helmkraut (Scutellaria) – anspruchslose Stauden mit lippenförmigen Blüten. Alpen-, Sumpf- und Baikal-Helmkraut passen in Steingärten und an feuchte Standorte.

Anspruchslose Zierstauden.

Standort: Sonnige Lagen; gute bis sandige Gartenerde; liebt Kalk
Höhe: 10–80 cm
Blütezeit: Juni–September
Vermehrung: Durch Aussaat oder Teilung

Aus der artenreichen Gattung Scutellaria aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) sind in Mitteleuropa nur wenige Arten heimisch. Die meist wüchsigen und anspruchslosen Pflanzen gedeihen an sumpfigen bis feuchten Stellen, aber ebenso auf sandig-steinigem Untergrund. Die Stängel sind meist vierkantig, die Blätter gegenständig, die schönen Lippenblüten stehen in lockeren bis dichten endständigen Scheinähren. Beim Anbau im Garten muss man auf die unterschiedlichen Ansprüche der einzelnen Arten achten.

Scutellaria alpina, Alpen-Helmkraut

Alpen-Helmkraut (Scutellaria alpina) mit violettblauen Lippenblüten

Eine kalkliebende Art, die in Gebirgslagen von der Iberischen Halbinsel bis nach Russland und Sibirien wächst. Die an magere, steinige Böden angepasste Staude hat ein verholztes Rhizom und strauchig gebogene Triebe. Die ovalen Blätter sind schwach behaart; die recht großen, violettblauen Blüten bilden eine kurze, vierkantige Scheinähre. Die Pflanzen werden 30 cm hoch.

Scutellaria galericulata, Sumpf-Helmkraut (Gewöhnliches Helmkraut)

Diese Art wächst an Bachufern und in Gräben und wird bis zu 70 cm hoch. Sie ist teilweise weich behaart, hat lanzettliche, leicht gesägte Blätter, und die blauvioletten Blüten stehen meist zu zweit in den Achseln der oberen Blätter.

Wildstauden für den Garten

Baikal-Helmkraut – Scutellaria baicalensis

Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis) mit dunkelblauen Blüten

Es stammt aus den felsigen Steppen Sibiriens und eignet sich vor allem für sonnige Steinterrassen; der Boden sollte kalkhaltig und gut durchlässig sein. Die Pflanzen werden etwa 50 cm hoch, haben lanzettliche Blätter und dunkelblaue bis violette Blüten mit hellerer Unterlippe.

Graues Helmkraut – Scutellaria incana

Graues Helmkraut (Scutellaria incana) mit silbrig graugrünem Laub

Eine etwas höhere Art (80 cm) mit silbrig graugrünen Blättern und hellblauen Blüten, die erst im August bis September erscheinen. Sie eignet sich gut zum Schnitt und verlangt einen trockenen Standort.

Östliches Helmkraut – Scutellaria orientalis

Östliches Helmkraut (Scutellaria orientalis) mit gelben Blütenähren

Es ist in Spanien und in Osteuropa heimisch. Mit seinen silbrig grauen Blättern und den dichten gelben Blütenähren passt es gut in Steingärten, auf Flächen mit Kalkschotter und auf Mauerkronen.

Baikal-Helmkraut als Tinktur

Eine Tinktur aus dem Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis) lässt sich zu Hause ansetzen, wobei Sauberkeit und hygienisches Arbeiten entscheidend sind. Die Tinktur ist ein alkoholischer Pflanzenauszug, der in der traditionellen Kräuterkunde verwendet wird. Im folgenden Ablauf zeigen wir Ihnen, wie Sie sie zu Hause herstellen.

Was Sie dafür brauchen:

  • getrocknete Wurzeln des Baikal-Helmkrauts,
  • hochprozentigen Alkohol (zum Beispiel 80 % oder mehr),
  • ein Glasgefäß mit Deckel (etwa ein Glasfläschchen oder ein Schraubglas),
  • ein Sieb oder ein Tuch zum Filtern,
  • Glasfläschchen zur Aufbewahrung der fertigen Tinktur.

So gehen Sie vor:

  1. Wurzeln vorbereiten: Die getrockneten Wurzeln des Baikal-Helmkrauts sollten sauber und von guter Qualität sein. Zerkleinern oder zerstoßen Sie die Wurzeln, damit die Inhaltsstoffe schneller übergehen.

  2. Wurzeln ins Glasgefäß geben: Füllen Sie die getrockneten Wurzeln in das Glasgefäß. Sie sollten etwa die Hälfte des Gefäßvolumens einnehmen.

  3. Alkohol zugeben: Gießen Sie den Alkohol so in das Gefäß, dass die Wurzeln vollständig bedeckt sind. Der Alkohol muss die Wurzeln überdecken und hochprozentig genug sein, um die Inhaltsstoffe zu lösen. Verschließen Sie das Gefäß mit dem Deckel.

  4. Ausziehen lassen: Stellen Sie das Gefäß an einen dunklen, kühlen Ort und lassen Sie die Wurzeln mindestens 2 bis 4 Wochen im Alkohol ziehen. In dieser Zeit gehen die Inhaltsstoffe in den Alkohol über.

  5. Abfiltern: Filtern Sie den Auszug nach dem Ansetzen vorsichtig durch ein Sieb oder ein Tuch, um die festen Wurzelteile zu entfernen.

  6. Fertige Tinktur aufbewahren: Füllen Sie die fertige Tinktur in ein Glasfläschchen mit Verschluss. Aufbewahren lässt sie sich an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort.

Dosierung und Anwendung: Wie viel Tinktur aus Baikal-Helmkraut angebracht ist, hängt vom jeweiligen Zweck ab. Fragen Sie dazu Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder eine Fachperson aus der Kräuterkunde, denn Baikal-Helmkraut kann Wechselwirkungen mit Medikamenten haben und sollte mit Vorsicht verwendet werden.

ACHTUNG: Die Tinktur ist nichts für Kinder sowie für Schwangere und Stillende, denn sie enthält Alkohol!