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Lotusblume (Nelumbo)

Lotusblume im Kübel und im Gartenteich: Rhizome pflanzen, düngen, überwintern und aus Samen ziehen

Was die Lotusblume ist und wie sie aussieht

Ausdauernde Wasser- und Sumpfpflanzen für beheizte Außenbecken oder für den Kübel; sie sind nicht winterhart.

  • Standort: sonnig, warm und geschützt
  • Höhe: bis 2 m
  • Blütezeit: Juli–August
  • Vermehrung: durch Samen oder Teilung der reichlich gebildeten Rhizome

Die Pflanze, die ältere Literatur zu den Seerosengewächsen (Nymphaeaceae) zählte, bildet heute die eigene Familie der Lotosgewächse (Nelumbonaceae) und kommt nur in zwei Arten vor:

Amerikanische Lotusblume (Nelumbo lutea)

Amerikanische Lotusblume (Nelumbo lutea) mit hell schwefelgelber Blüte über der Wasseroberfläche

verbreitet in Nordamerika bis nach Kolumbien in Südamerika.

Indische Lotusblume (Nelumbo nucifera), auch Heiliger Lotos

verbreitet in Indien, Japan und Australien.

Die Indische Lotusblume hat 30–60 cm breite, schirmförmige Blätter an 1–2 m langen Blattstielen. Ebenfalls an langen Stielen öffnen sich bis zu 35 cm breite Blüten, die von einem gelben Grund ins Rosarote übergehen, sie können aber auch rein weiß sein. Es gibt eine ganze Reihe von Sorten, die bei uns allerdings selten erhältlich sind.

Die Amerikanische Lotusblume bleibt in allen Teilen kleiner, hat eine rot gepunktete Blattunterseite und duftende, bis zu 35 cm breite, hell schwefelgelbe Blüten.

Im Deutschen begegnet Ihnen dieselbe Art außerdem in der Schreibweise Lotosblume und unter dem Namen Indischer Lotos. Gemeint ist immer dieselbe Pflanze, der Artname verweist auf das lateinische nucifera, also nusstragend. Genau diese Art ist der heilige Lotos Indiens und Chinas, geerntet werden von ihr Rhizome und Samen, und ihre Blätter haben dem sogenannten Lotuseffekt den Namen gegeben, bei dem Wasser in Tropfen über die Blattoberfläche abläuft und dabei den Staub mitnimmt.

Lotusblume pflegen: zu Hause und im Garten

Weil in Hausgärten nur selten beheizte Becken zur Verfügung stehen, empfiehlt es sich, die Pflanzen im Kübel zu halten und sie darin in einem frostfreien Raum überwintern zu lassen.

  • Gefäß: es sollte einen Durchmesser und eine Höhe von mindestens 60 cm haben.
  • Substrat: geeignet ist lehmige Erde mit einem Zusatz von Hornspänen und Knochenmehl.
  • Pflanzung: die Rhizome werden schräg etwa 10 cm tief gesetzt und mit Sand abgedeckt. Danach wird so viel Wasser eingefüllt, dass es etwa 10 cm über dem Substrat steht.

Die beste Pflanzzeit ist der April. Die ersten Blüten können wir im August des folgenden Jahres erwarten, in der Regel müssen wir aber noch ein weiteres Jahr warten. Um die Entwicklung zu beschleunigen, sollten wir schon ab dem Austrieb der ersten Blätter einmal wöchentlich mit einem Volldünger düngen.

Nachdem sich die Blätter im Herbst gelb gefärbt haben, beginnt die Ruhephase an einem frostfreien Platz, an dem die Temperatur 6 °C nicht überschreiten sollte. Das Wasser wird vorher abgelassen, die Erde sollte über den Winter feucht, aber nicht nass gehalten werden. Ab Mai kommt der Kübel wieder an einen sonnigen Platz im Garten, wird mit Wasser aufgefüllt, und sobald sich die ersten Blätter zeigen, beginnen wir erneut mit dem wöchentlichen Düngen.

Fachleute empfehlen, alle drei Jahre die Erde vollständig zu erneuern und die Rhizome in frisches Substrat zu setzen. Möglich ist auch die Aussaat selbst geernteter Samen, sofern wir künstlich bestäubt haben; diese etwas anspruchsvollere Methode ist Laien allerdings nicht zu empfehlen, solange genügend Rhizomstücke für die vegetative Vermehrung zur Verfügung stehen.

Für die Haltung zu Hause gilt dasselbe mit einer einzigen Anpassung: Das Gefäß steht von Mai bis September draußen in der vollen Sonne und über den Winter in einem kühlen, aber frostfreien Raum. Eine Lotusblume, die ganzjährig im warmen Zimmer steht, blüht nicht – ohne kühle Ruhephase legt sie keine Blütenknospen an. Das Gefäß darf kein Abzugsloch haben, und das Substrat kommt ohne Torf und ohne Perlit hinein, beides schwimmt sonst an der Oberfläche auf.

Lotusblume aus Samen: Lotus-Samen keimen lassen

Lotussamen haben eine außergewöhnlich harte Samenschale, die von allein kein Wasser aufnimmt. Ohne verletzte Hülle liegen sie wochenlang unverändert im warmen Wasser, angeritzt keimen sie innerhalb weniger Tage. Das Vorgehen ist immer gleich:

  • Den Samen mit einer Feile oder Schmirgelpapier an der gewölbten Seite abschleifen, bis die hellere Schicht durchschimmert. Der Keimling am gegenüberliegenden, flachen Ende darf nicht beschädigt werden.
  • In lauwarmes Wasser (etwa 25 °C) in einem durchsichtigen Glas legen. Das Wasser täglich wechseln, sonst fault es.
  • Nach zwei bis fünf Tagen quillt der Samen auf und treibt das erste eingerollte Blättchen. Im Glas bleibt er, bis er zwei bis drei Blättchen und sichtbare Wurzeln hat.
  • Die bewurzelten Sämlinge einzeln in lehmige Erde in ein Gefäß ohne Abfluss setzen und nur wenige Zentimeter über dem Substrat mit Wasser auffüllen. Mit wachsenden Blättern wird der Wasserstand nach und nach erhöht.

Pflanzen aus Samen blühen frühestens im zweiten, eher aber im dritten Jahr und müssen der Sorte nicht treu bleiben. Wer bei der Blütenfarbe sicher sein will, vermehrt die Lotusblume durch Teilung der Rhizome – so wächst sie schneller und blüht früher.

Seerose und Lotusblume: worin der Unterschied liegt

Beide Pflanzen werden in Katalogen häufig verwechselt, an den Blättern erkennt man sie aber auf den ersten Blick. Die Seerose hat Blätter, die direkt auf der Wasseroberfläche schwimmen und bis zum Stiel eingeschnitten sind, und ihre Blüte liegt auf dem Wasser. Die Lotusblume hebt ihre runden, ganzrandigen Blätter an langen Blattstielen hoch über die Wasseroberfläche und trägt die Blüte an einem eigenen Stiel noch darüber.

  • Blätter: Seerose auf der Wasseroberfläche und eingeschnitten, Lotusblume darüber und ganzrandig
  • Wasser auf dem Blatt: auf dem Lotusblatt perlt es zu Tropfen ab und läuft herunter, das Seerosenblatt bleibt nass
  • Winterhärte: die Weiße Seerose überwintert bei uns im Teich, die Lotusblume nicht
  • Einordnung: ältere Literatur stellt die Lotusblume zu den Seerosengewächsen (Nymphaeaceae), neuere Systeme führen für sie die eigene Familie der Lotosgewächse (Nelumbonaceae)

Für den Gartenteich ist die Seerose unter unseren Bedingungen deshalb die praktischere Wahl. Die Lotusblume bleibt eine Pflanze für das Gefäß, das sich über den Winter hereinholen lässt. Einen Überblick über weitere Arten für das Wasser und den Uferbereich finden Sie im Artikel Wasserpflanzen für den Gartenteich.

Womit die Lotusblume düngen

Die Lotusblume bildet in einer einzigen Saison mehrere Quadratmeter Blattfläche und meterlange Rhizome, entsprechend hoch ist ihr Nährstoffbedarf. Gedüngt wird vom Austrieb der ersten Blätter bis Ende August, danach nicht mehr – eine späte Gabe verlängert nur das Blattwachstum, und die Pflanze verträgt die Ruhephase schlechter.

Bewährt hat sich das regelmäßige Nachdüngen mit einer schwächeren Lösung aus organischem Universaldünger, der die Nährstoffe nach und nach freisetzt. Im Gefäß ohne Abfluss wird der Dünger nicht wie im Beet ausgewaschen, deshalb dosiert man lieber schwach und häufig als stark und einmalig. Eine überdüngte Lotusblume erkennt man an der grünen Trübung des Wassers – sie bedeutet, dass die Nährstoffe im Wasser geblieben sind statt im Substrat.

  • Vom ersten Blattaustrieb bis Ende August einmal wöchentlich düngen.
  • Die Lösung an das Substrat geben, nicht auf die Blätter.
  • Beim Substratwechsel alle drei Jahre Hornspäne und Knochenmehl einarbeiten.
  • In der winterlichen Ruhephase wird überhaupt nicht gedüngt.

Häufige Fragen zur Pflege der Lotusblume

Wie pflegt man eine Lotusblume zu Hause?

In einem Gefäß mit mindestens 60 cm Durchmesser und Höhe ohne Abzugsloch, in lehmiger Erde, die etwa 10 cm hoch mit Wasser überstaut ist. Von Mai bis September steht das Gefäß draußen in der vollen Sonne, über den Winter in einem Raum, in dem es frostfrei bleibt und die Temperatur 6 °C nicht überschreitet.

Wie lange dauert es, bis die Lotusblume zum ersten Mal blüht?

Bei einem im April gesetzten Rhizom sind die ersten Blüten im August des folgenden Jahres zu erwarten, meist aber erst ein Jahr später. Aus Samen gezogene Pflanzen blühen im zweiten bis dritten Jahr.

Keimen Lotussamen im Wasser?

Ja, aber erst nach dem Anritzen oder Abschleifen der harten Samenschale. Der angeritzte Samen kommt in lauwarmes Wasser, das täglich gewechselt wird, und treibt nach zwei bis fünf Tagen das erste Blättchen.

Was ist der Unterschied zwischen Lotusblume und Seerose?

Die Seerose hat Blätter und Blüte auf der Wasseroberfläche, die Lotusblume hebt beides an langen Stielen über das Wasser. Die Weiße Seerose überwintert bei uns im Teich, die Lotusblume ist frostempfindlich und verbringt den Winter im Gefäß in einem frostfreien Raum.

Überwintert die Lotusblume draußen im Teich?

Unter unseren Bedingungen nicht. Beide Arten sind nicht winterhart, deshalb werden sie in einem tragbaren Gefäß kultiviert. Das Wasser wird vor dem Winter abgelassen, das Substrat feucht, aber nicht nass gehalten.

Womit düngt man die Lotusblume im Kübel?

Mit einer schwächeren Lösung aus organischem Universaldünger einmal wöchentlich vom Austrieb der ersten Blätter bis Ende August. Die Lösung gehört an das Substrat, nicht auf die Blätter, und in der winterlichen Ruhephase wird überhaupt nicht gedüngt.