Nachtkerze
Arten der Nachtkerze, Anbau, Wirkung und Nachtkerzenöl
Nachtkerze (Oenothera): was sie ist und welche Arten es gibt
Die Nachtkerze, botanisch Oenothera, ist eine Gattung blühender Pflanzen aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Sie umfasst rund 145 Arten: ausdauernde Stauden, zweijährige Pflanzen und Sommerblumen.
Zu den bekanntesten Arten gehört Oenothera biennis, die Gemeine Nachtkerze. Sie stammt aus Nordamerika, wurde aber eingeschleppt und hat sich in vielen weiteren Teilen der Welt eingebürgert. Die Gemeine Nachtkerze hat typisch gelbe Blüten, die sich abends öffnen.
Nachtkerzen werden für ihren Zierwert geschätzt, einige Arten kultiviert man im Garten. Die Blüten öffnen sich häufig am späten Nachmittag oder abends und duften angenehm. Die Pflanzen sind für ihre schönen Blüten bekannt und bringen Farbe und Charme in den Garten.
Nachtkerze pflanzen: Standort, Gießen und Düngen

Nachtkerzen (Oenothera) sind im Anbau recht anspruchslos. Hier einige Tipps für die Kultur:
Standortwahl: Nachtkerzen bevorzugen sonnige bis halbschattige Plätze. Wählen Sie eine Stelle mit mindestens 6 Stunden direkter Sonne pro Tag.
Bodenvorbereitung: Nachtkerzen mögen einen gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Arbeiten Sie vor dem Pflanzen Kompost oder anderes organisches Material ein, das Struktur und Nährstoffgehalt verbessert.
Gießen: Nachtkerzen mögen einen leicht feuchten Boden, Staunässe vertragen sie nicht. Gießen Sie regelmäßig, besonders in Trockenperioden — der Boden sollte zwischen den Gaben aber antrocknen, damit die Wurzeln nicht faulen.
Düngung: Nachtkerzen brauchen keine starke Düngung. Es genügt eine Gabe pro Jahr vor Vegetationsbeginn mit einem ausgewogenen Dünger, der Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält. Ein solcher Dünger ist DÜNGEE — Sie können ihn ins Gießwasser geben oder gleichmäßig um die Pflanze streuen.
Überwinterung: Die Ansprüche an den Winterschutz unterscheiden sich je nach Art. Manche sind frosthart, andere brauchen Schutz oder werden einjährig kultiviert. Prüfen Sie die Anforderungen der Art, die Sie anbauen.
Vermehrung: Nachtkerzen werden meist über Samen vermehrt. Sie lassen sich im Frühjahr oder Herbst direkt ins Beet säen oder vorher stratifizieren, also einige Wochen der Kälte aussetzen. Manche Arten kann man auch durch Teilen der Horste oder über Stecklinge vermehren.
Zu beachten ist, dass die konkreten Kulturhinweise je nach Art und Sorte abweichen können. Sehen Sie sich deshalb die Angaben zu der Art an, die Sie anbauen möchten.
Gemeine Nachtkerze – Oenothera biennis: Wirkung, Öl und Anbau
Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) ist eine Art aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae) und in Nordamerika verbreitet. Hier einige allgemeine Angaben:
Merkmale: Die Gemeine Nachtkerze ist zweijährig: Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten blüht sie und setzt Samen an. Sie wird etwa 1-2 Meter hoch, hat einen aufrechten Stängel und breite, wechselständige Blätter mit gekerbtem Rand.

- Blüten: Die Blüten sind auffällig und charakteristisch gelb. Sie öffnen sich abends und nachts und werden von Nachtfaltern und Bienen bestäubt. Bekannt ist die Art dafür, dass sich eine Blüte innerhalb weniger Minuten öffnet.
Früchte und Samen: Nach der Blüte bilden sich Kapseln mit Samen. Die Kapseln sind walzenförmig und enthalten viele feine Samen. Aus ihnen wird das Öl gewonnen, das medizinisch und kosmetisch verwendet wird.
Heilwirkung: Die Gemeine Nachtkerze ist für ihre Heilwirkung bekannt. Das Öl aus ihren Samen enthält Fettsäuren, vor allem Gamma-Linolensäure (GLA). Es wird als Nahrungsergänzung zur Unterstützung einer gesunden Haut, bei Entzündungen und bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt.
Anbau: Die Gemeine Nachtkerze ist recht anspruchslos und gedeiht auf verschiedenen Böden. Sie bevorzugt einen sonnigen oder leicht halbschattigen Platz und gut entwässerten Boden. Vermehrt wird sie meist über Samen, die im Herbst oder Frühjahr gesät werden. Wichtig sind ausreichendes Gießen und das Entfernen von Unkraut.
Rotkelchige Nachtkerze – Oenothera glazioviana: Merkmale, Anbau und Ausbreitung
Die Rotkelchige Nachtkerze (Oenothera glazioviana) ist eine Art aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Sie ist auch als Großblütige Nachtkerze bekannt. Sie stammt aus Südamerika, wurde aber in viele Teile der Welt eingeschleppt und hat sich dort eingebürgert.
Es ist eine ausdauernde Pflanze mit hohem, aufrechtem Stängel, der bis zu 1,5 Meter erreicht. Die Blätter stehen wechselständig, sind graugrün und am Rand gekerbt. Die Blüten sind gelb bis orange, recht groß und haben vier Kronblätter. Geblüht wird in der Regel im Sommer.
Wegen ihrer attraktiven Blüten und der erreichbaren Höhe wird sie häufig als Zierpflanze im Garten gesetzt. Sie gilt außerdem als Bienenweide und zieht Bienen und andere Bestäuber an.

In manchen Regionen gilt sie zugleich als invasiv, vor allem in Nordamerika und Australien. Ihr schnelles Wachstum und ihre Ausbreitungsfähigkeit können sich negativ auf heimische Ökosysteme auswirken. Dort empfiehlt sich eine Kontrolle und Begrenzung der Ausbreitung.
Wichtig: Die Rotkelchige Nachtkerze unterscheidet sich von der Gemeinen Nachtkerze (Oenothera biennis), die oben beschrieben ist. Beide haben eigene Eigenschaften und Merkmale.
Missouri-Nachtkerze – Oenothera macrocarpa: Früchte, Blüten und Standort

Die Missouri-Nachtkerze (Oenothera macrocarpa) gehört ebenfalls zu den Nachtkerzengewächsen (Onagraceae) und wird auch Ozark-Nachtkerze genannt. Sie stammt aus Nordamerika und wächst dort natürlich in Prärien, Wäldern und an felsigen Hängen.
Es ist eine ausdauernde Pflanze mit niedrigem, niederliegendem Wuchs. Die Blätter stehen wechselständig und sind schmal, die Blüten kräftig gelb mit vier Kronblättern. Besonders sind bei dieser Art die Früchte: Sie bildet große, rundliche Kapseln von bis zu 4 cm Durchmesser mit den Samen. Die Früchte wirken oft zierend und sind dunkelbraun bis rotbraun.
In Gärten und in der Landschaftsgestaltung ist sie wegen der attraktiven Blüten und dekorativen Früchte beliebt. Sie wächst auf unterschiedlichen Böden, bevorzugt aber gut entwässerten Boden und einen sonnigen Standort.
Geschätzt wird sie außerdem für ihre Trockenheitsverträglichkeit und eignet sich für Gartengestaltungen, die auf Wassersparen ausgelegt sind.
Zu bedenken ist allerdings, dass die Missouri-Nachtkerze in manchen Regionen invasiv werden kann, besonders wenn sie in die freie Natur gelangt. Deshalb sollte die Kultur nicht über den vorgesehenen Standort hinaus ausgreifen und die Pflanze nicht in die Natur entlassen werden, wo sie heimische Ökosysteme gefährden könnte.
Nachtkerze: Wirkung und Anwendung
Die Wirkungen der Nachtkerze (Oenothera) betreffen vor allem das aus den Samen gewonnene Öl. Die bekannteste Art ist die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis). Hier einige der möglichen Wirkungen:
Gesunde Haut: Nachtkerzenöl enthält Gamma-Linolensäure (GLA), eine Omega-6-Fettsäure. GLA wirkt entzündungshemmend und kann bei Hautproblemen wie Ekzem, Akne, trockener Haut, Schuppenflechte und Dermatitis hilfreich sein. In der Hautpflege kann Nachtkerzenöl dazu beitragen, die Haut gesund und versorgt zu halten.
Menstruationsbeschwerden: Traditionell wird Nachtkerzenöl bei Beschwerden rund um die Menstruation eingesetzt — schmerzhafte Regel, Spannen in der Brust, Stimmungsschwankungen und prämenstruelles Syndrom (PMS). Das GLA im Öl kann helfen, hormonelle Schwankungen auszugleichen und einzelne unangenehme Symptome zu mildern.
Rheumatische und entzündliche Erkrankungen: Wegen seiner entzündungshemmenden Eigenschaften wird Nachtkerzenöl auch bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthritis verwendet. GLA kann Entzündung und Schmerz mindern und die Beweglichkeit der Gelenke verbessern.
Hormonelles Gleichgewicht: Die Nachtkerze kann das hormonelle Gleichgewicht unterstützen. Die Gamma-Linolensäure (GLA) im Öl kann die Hormonbildung mitregulieren, besonders die der Östrogene — hilfreich für Frauen in den Wechseljahren oder mit hormonellen Schwankungen.

Zu beachten ist, dass die Wirkungen der Nachtkerze und ihres Öls nicht in allen Punkten wissenschaftlich belegt sind und jeder Mensch individuell reagieren kann. Bevor Sie die Nachtkerze als Heilmittel verwenden, sprechen Sie mit Arzt oder Fachperson für Pflanzenheilkunde — besonders bei bestehenden Erkrankungen oder wenn Sie Medikamente einnehmen, die mit der Nachtkerze interagieren könnten. Nachtkerzenöl ersetzt keine vom Arzt verordnete Behandlung. Holen Sie sich vor jeder neuen Anwendung fachlichen Rat.
Nachtkerze: Nebenwirkungen und wann Vorsicht geboten ist
Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) ist nicht für ausgeprägte Nebenwirkungen bekannt. Bei manchen Menschen können jedoch folgende auftreten:
Verdauungsbeschwerden: Bei manchen Menschen kann die Nachtkerze leichte Beschwerden auslösen — Übelkeit, Durchfall oder Blähungen. Diese Reaktion ist meist mild und vorübergehend.
Allergische Reaktionen: Manche Menschen reagieren allergisch. Wer auf andere Nachtkerzengewächse (Onagraceae) allergisch ist, etwa auf die Duftende Nachtkerze (Oenothera odorata), sollte bei der Gemeinen Nachtkerze vorsichtig sein.
Wechselwirkungen mit Medikamenten: Nachtkerzenöl enthält Gamma-Linolensäure (GLA), die die Blutgerinnung beeinflussen kann. Wer Antikoagulanzien oder andere gerinnungswirksame Medikamente einnimmt, sollte vor der Anwendung mit dem Arzt sprechen.
Die Reaktionen unterscheiden sich von Person zu Person und hängen von individueller Empfindlichkeit und Gesundheitszustand ab. Bei Nebenwirkungen oder Bedenken ist es am besten, Arzt oder Fachperson für Pflanzenheilkunde zu fragen.
Nachtkerzenöl-Kapseln als Nahrungsergänzung
Nachtkerzenöl-Kapseln sind eine Nahrungsergänzung mit Nachtkerzenextrakt, meist aus der Gemeinen Nachtkerze (Oenothera biennis). Für die Herstellung wird das Öl gewonnen, konzentriert und zu Kapseln verarbeitet.
Verwendet werden die Kapseln wegen ihrer möglichen heilenden Eigenschaften und ihres Nutzens für die Gesundheit. Hauptbestandteil ist Gamma-Linolensäure (GLA), eine Omega-6-Fettsäure, die natürlich im Nachtkerzenöl vorkommt. GLA ist für ihre entzündungshemmende Wirkung bekannt und kann die Hautgesundheit unterstützen, Entzündungen mindern und das hormonelle Gleichgewicht regulieren.
Bei der Einnahme sind die Angaben des Herstellers und die Dosierung einzuhalten. Vor dem Beginn einer neuen Nahrungsergänzung empfiehlt sich ein Gespräch mit Arzt oder Ernährungsfachperson, besonders bei Erkrankungen oder bei Medikamenten, die mit der Nachtkerze interagieren könnten.

Im Shop: Dünger für die Nachtkerze und weitere Stauden
Der Nachtkerze genügt eine Gabe zu Vegetationsbeginn. DÜNGEE ist ein organischer Dünger, den Sie ins Gießwasser geben oder gleichmäßig um die Pflanze streuen können — Mengen und Häufigkeit stehen auf der Seite Dosierung. Wie man einen Dünger für den ganzen Garten auswählt, behandelt der Artikel Universaldünger.
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- Die ausdauernden Arten kultiviert man als Stauden; Pflege und Düngung behandelt ein eigener Artikel.
- Zur selben Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae) gehört auch das Weidenröschen.
- Womit man Blumen und Kräuter im Garten düngt, fasst Universaldünger zusammen, für den Kräutergarten dann Kräuter düngen.
